Im Osten (nichts) Neues? Angelköder aus China

Nun, es ist ja kein Geheimnis (falls doch dann ein sehr schlecht gehütetes…), dass die meisten Kunstköder die den internationalen Markt bereichern, aus der Volksrepublik China kommen. Soweit also nichts Weltbewegendes.

Allerdings gehen mittlerweile viele Endverbraucher, sprich Angler, dazu über sich ihr Tackle direkt beim Hersteller bzw. ohne den deutschen Importeuer oder Einzelhandel zu kaufen. Dies ist sicherlich, zumindest für den Einzelhandel, ein gravierender Nachteil da es doch empfindliche finanzielle Verluste nach sich zieht. Nüchtern betrachtet schadet man damit auf lange Sicht dem Einzelhandel und verhilft den Chinesen zu wirtschaftlichen Höhenflügen was eigentlich auch nicht im Interesse des Einzelnen sein sollte. Die globale Wirtschaft funktioniert nun mal nach dem Prinzip der selektiven Ausbeutung (Kapitalismus) um es mal ganz nüchtern und pauschal zu benennen. Bisher war es immer so, dass irgendwo in Asien kleine Hände die Waren für den europäischen Markt zusammengebaut bzw. hergestellt haben. Alle paar Monate kam dann ein Produktmanager oder Vertreter einer großen Angelgerätemarke vorbei, hat mit dem Finger auf einige der ausgestellte Produkte gezeigt und gesagt: „Das, das und das nehm ich, ich nehm dir 10.000 pcs pro Jahr ab wenn du meinen Firmennamen drauf klebst, ich geb dir dafür XX$“. Wurde man sich einig, wurde die Ware nach Europa geliefert und vom Groß- an den Einzelhandel weiter verkauft, natürlich immer mit ordentlichen Margen, schließlich will jeder was dabei verdienen. Letztendlich landete die Ware dann beim lokalen Tackledealer der ja auch n bissel Reibach damit machen möchte. Allerdings, das soll hier nicht verschwiegen werden, ist dieser lokale Händler auch für die Beratung und Garantieabwicklung zuständig (sofern er diese Pflicht auch wahr nimmt). Bei Ruten und manchmal auch bei Rollen bin ich gerne bereit einen zusätzlichen Obolus an einen deutschen Einzelhändler zu zahlen. Bei Ködern sieht es mittlerweile etwas anders aus. Im Endeffekt ist es eine Gewissensfrage… aber ich hatte noch nie wirklich Probleme mit einer Garantieabwicklung bei Angelködern. Nur einmal wollte ich etwas bei einem meiner lokalen Händler hier reklamieren was ich wenige Wochen zuvor bei Ihm gekauft hatte. Nun, es war ernüchternd. Erst mal jammerte er mir vor, dass er wegen eines Plastikfischchens eigentlich keine Lust geschweige denn Zeit hätte den Deutschlandvertreter des Herstellers zu kontaktieren, das wäre so viel Aufwand und er würde die Portokosten im Falle einer Einschickung nicht erstattet bekommen und ich sollte mir doch einen neuen Wobbler aus dem Regal da hinten nehmen, er gibt mir darauf 10% Nachlass. Ich war, damals noch mit einem extrem schlechten Selbstbewusstsein gestraft, verunsichert (heute hätte ich ihm im wahrsten Sinne des Wortes auf die Theke geschissen…). Da ich ein sehr emotionaler Mensch bin dem solche Vorfälle zu denken geben, habe ich das Thema noch lange Zeit im Kopf durchgespielt. Sagt der Händler die Wahrheit? Hat er mich abgezogen? Habe ich keine Garantie auf Wobbler? Je länger ich darüber nachdachte, desto wütender und enttäuschter wurde ich. Auf der einen Seite bin ich dafür regionale Produkte und Geschäfte zu unterstützen, auf der anderen Seite muss ich auch aufs Geld achten. Wie man es dreht oder wendet, man kann es nicht allen recht machen. Folglich habe ich mich nach diesem Erlebnis für mich und mein Wohlbefinden entschieden. In der Konsequenz machte ich fortan einen Bogen um diesen Laden (das ist mittlerweile 16 Jahre her und ich meide den Laden noch immer zu 100%), es gab ja immerhin noch vier andere in erreichbarer Nähe.

By the way, ab einer gewissen Erfahrungsstufe braucht man in der Regel die „Sachberatung“ durch einen Händler nicht mehr. Klingt arrogant? Jaein – wenn man wie ich die Fischerei nicht nur als Hobby sondern als Lebensweg sieht, befasst man sich gerne mit den einzelnen Sachgebieten. Soll heißen: Sobald die neuesten Produktkataloge für das kommende Jahr verfügbar sind, hole ich mir diese. Immer wenn ich dann bei mir zu Hause in der Porzellanabteilung residiere oder ein Vollbad nehme, lese ich die einzelnen Kataloge durch und verschaffe mir somit einen recht passablen Überblick. Hierbei muss man aber auch ganz klar sagen, dass die literarischen Ergüsse der Hersteller und deren Produktmanager oftmals sehr euphemistisch ausformuliert sind. Am besten ist man beraten, wenn man zusätzlich noch diverse Internetforen zu Rate zieht. Dort werden sich bei neuen Produkten innerhalb kürzester Zeit auch kritische Meinungen wiederfinden.

Jeder der meinen Blog schon eine Weile mit verfolgt wird merken, dass mir das Thema mit den Auslandsbestellungen am Herzen liegt und ich mehr oder weniger immer neue Argumente suche dieses Handeln zu rechtfertigen. Da mache ich mir auch nichts vor. Einerseits will ich, wie oben geschrieben, lokale Geschäfte und Produkte fördern, andererseits möchte ich auch am Ende des Monats nicht immer den Enten im Park das Brot klauen müssen um mich über Wasser halten zu können. Leider habe ich hier noch keinen wirklich geraden Weg gefunden. Ein Kompromiss ist es, zumindest in meinen Augen, wirklich nur das Nötigste aus dem Ausland zu kaufen. Zudem kenne ich mittlerweile den einen oder anderen Händler hier recht gut und bin sogar mit einem freundschaftlich verbunden und zähle mehr oder weniger zur Familie. Da lässt man dann doch gerne mal ein paar Euros über die Theke wandern, begleitet von Anekdoten über vergangene Zeiten, gemeinesame Angelreisen und das früher alles besser war. Wer kennt das nicht, das ewige Gejammere über das Älterwerden und die Vergänglichkeit des Seins.

Aber gut, lange Rede, kurzer Sinn: Vor wenigen Tagen kam ein kleiner Umschlag mit neuen Kunstködern aus China bei mir an. Es handelt sich hierbei um sogenannten Minnows, also Laubenimitate. Die Länge beträgt etwa 12cm, laut Hersteller sind diese Köder langsam sinkend was ich mittlerweile auch zu schätzen weiß, fische ich doch seit Jahren lieber mit sinkenden denn mit schwimmenden Wobblern. Wie immer habe ich die Springringe und Haken gegen Fabrikate meines Vertrauens gewechselt – sicher ist sicher. Einen entsprechenden Feldtest muss ich bei diesen Ködern noch machen, allerdings wird sich das bis in den Mai 2019 hineinziehen. Optik und Verarbeitung sind, soweit man das erkennen kann, gut. Bedenkt man einen Anschaffungspreis von etwa 2$ kann man also wirklich nicht meckern. Betrachtet man die Form genauer, erkennt man eine gewisse „Ähnlichkeit“ zu den Produkten eines gewissen Lauri R. 😉 . Nun, man darf gespannt sein.

 

Shimano Rollen (Stradic CI4+)

Alle Paar Jahre kommen neue Ruten- und Rollenmodelle auf den Markt. Wer also ein Schnäppchen machen möchte, schaut am besten im Herbst/Winter nach geeignetem Tackle für die nächste Saison. So war es auch dieses Jahr bei mir. Nachdem ich in den letzten Jahren sehr viel herumexperimentiert hatte mit diversen Ruten und Rollen, wollte ich mir dieses Mal wieder etwas von solider Qualität gönnen. Folglich kamen nur sehr wenige Modelle und Hersteller in den engeren Entscheidungskreis. Darunter eben auch die Marke Shimano mit dem Modell Stradic CI4+. Als dann auch noch ein recht gutes Angebot zum Modell 3000 herein kam, musste ich einfach zuschlagen.

Nach wenigen Tagen war die Rolle hier bei mir und ich habe sie umgehend mit einer feinen geflochtenen Schnur bespult. Die Schnurwicklung ist, wie von Shimano bekannt, makellos. Nach den ersten beiden Praxiseinsätzen konnte ich mich auch von der sehr guten Bremse überzeugen. Dennoch habe ich die Rolle weiter verkauft. Warum? Ganz einfach. Eine der Antriebskomponenten auf der Hauptachse war aus Plastik, der Lauf war nicht so weich wie ich es bei den anderen Shimanos in meinem Besitz her kenne und die Kurbel hat mir auch nicht wirklich getaugt. Grundsätzlich gehört Shimano wirklich zu den Top Marken was Rollen betrifft aber die zunehmende Verwendung von Plastik (ACHTUNG: Ich meine hier wirklich Plastik und nicht Carbon oder Mischmaterialien) empfinde ich als Mittel der Gewinnoptimierung. Früher oder später wird Plastik mürbe, spätestens dann, wenn es viel und oft UV Strahlung ausgesetzt wird (gut, das ist jetzt bei einer Rolle deren Plastikkomponenten lichtgeschützt im Inneren liegen eher selten der Fall) oder die Weichmacher sich verflüchtigen. Dennoch bin ich der Meinung, dass zumindest die Kernkomponenten aus Metall sein müssen um ein langes Leben zu garantieren. Nachdem Shimano aber immer mehr dazu übergeht, Plastik zu verbauen, werde ich wohl keine Shimano Rollen mehr kaufen.

Eins noch: Es gibt mittlerweile gute Alternativen zu Shimano. Okuma, Daiwa und Ryobi sind ebenfalls mit einigen hochwertigen Modellen auf dem Sektor Spinnrollen vertreten. Okuma fertig gute Rollen mit guter Bremse, die Schnurwicklung ist (zumindest bei meinen Modellen) der Schwachpunkt. Daiwa hat gute Bremsen und gute Schnurwicklung, allerdings fällt hier das Gewicht der Rollen oftmals negativ auf. Daiwa hat mittlerweile LT Rollen im Programm. Diese sind laut Hersteller Specs recht leicht. Testen konnte ich bisher allerdings noch keine dieser leichten Rollen. Ryobi ist ein Geheimtipp: Schnurverlegung meist TOP, Bremse war bisher immer 1A, Gewicht und Robustheit passen auch. Leider waren die Getriebetoleranzen bei meinen beiden letzten Ryobi Rollen nicht so gut. Die Rollen haben bei Verwendung von harten Ruten in Kombination mit geflochtener Schnur und Vibrationsstarken Ködern wie Wobblern oftmals klackernde Geräusche und leichte Unwuchten beim Einkurbeln der Köder an den Tag gelegt. Dies war immer bei den 2000er Modellen. Die 4000er Modelle haben das Problem bisher noch nicht gehabt. Naja was soll man sagen, irgendwas ist doch immer.

Piscifun Stone ST20 Rolle – Angelrolle aus China

Vor einiger Zeit fand die Piscifun Stone ST20 Rolle ihren Weg zu mir. Nach fast einer kompletten Saison ist es nun Zeit für eine kleine Zusammenfassung und Bewertung der Rolle.

Preislich liegt die Rolle, sofern man sie direkt über Asien bezieht etwa bei 50€ mit Porto. Das ist nicht wirklich viel, vor allem wenn man das Ganze retrospektiv betrachtet.

Ich musste in den letzten Jahren gerade bei Rollen aus Asien schon etwas Lehrgeld zahlen.

Vor allem Modelle unter 50-60 $ waren ein regelmäßiger Reinfall. Auf die Stone wurde ich durch Zufall aufmerksam. Eigentlich wollte ich mir ja eine Penn Rolle gönnen, dann stieß ich in einem amerikanischen Forum auf die Stone ST Rolle. Neugierig geworden suchte ich alle nötigen Informationen zusammen, wartete auf den 11.11.2017 Sale und schlug dann zu. Wenige Wochen später war die Rolle dann da. Pünktlich Anfang Dezember, wenige Wochen vor der Regenbogenforellenschonzeit.

Die Rolle machte von Anfang an einen sehr soliden und robusten Eindruck was sich auch im Gewicht wiederspiegelt. Es handelt sich hier definitiv nicht um ein Röllchen für den Ultra Light Tackle Fetischisten.

Nachdem die Rolle ausgepackt und Probegedreht wurde, ging es ans Schnur aufspulen. Auch hier war ich mehr als angenehm überrascht von der Laufruhe, dem weichen Lauf selbst und der Schnurverlegung. Echt erstaunlich. Sowas bekommt man hierzulande kaum unter 100€, wenn überhaupt.

Auch die Bremse machte bei den Trockentests einen mehr als nur vertrauenserweckenden Eindruck. Dieser konnte später in der Praxis bestätigt werden. Selbst springende 4 pfündige Forellen stellten kein Problem dar. Wenn es nötig wurde, gab die Rolle problemlos Schnur frei. Laut Hersteller hat die Rolle 10 versiegelte Kugellager. Damit müsste sie zumindest ansatzweise für die Fischerei auf Meerforelle geeignet sein.

Die genauen Specs entnehmt bitte der Homepage des Herstellers.

Fishing – The clone wars – Plagiate in der Angelindustrie

Welcher große Köderhersteller kennt das nicht. Kaum ist ein wirklich gutes und fängiges Produkt auf dem Markt, schon gibt es die ersten Kopien davon. Seinerzeit waren es Kopien von den Gummifischpionieren der Marke ProfiBlinker, heute sind es Kopien z.B. von Savage Gear. Und genau darum soll es heute gehen: Um Plagiate, Kopien, Nachbauten und Fakes. Um eines gleich mal vorweg zu nehmen. Ich möchte hier niemanden raten, empfehlen oder in welcher Art auch immer dazu raten gefälschte Produkte oder Produktkopien zu erwerben. Die Produktdesigner und die Industrie müssen ja auch von was leben und letztendlich ist der Kauf eines gefälschten Produkts ein finanzieller Schaden. Wenn das gefälschte Produkt dann auch noch minderwertig ist, kommt noch ein potentieller Image Schaden hinzu. In diesem Falle hat der ursprüngliche Hersteller dann den doppelten Schaden. Wie auch immer, als experimentierfreudiger und neugieriger Angler probiere ich natürlich gerne den einen oder anderen Köder aus. Bei dem großen Sale am 11.11. in China konnte ich nicht wirklich an mich halten und habe mir in Fernost zwei recht interessante Gummiköder gekauft, welche frappierende Ähnlichkeit mit bereits auf dem Markt befindlichen Produkten der Firma Savage Gear haben. Dies wurde mir allerdings auch erst klar, als ich die Dinger physisch in Händen hielt. Ansonsten hätte ich mir die Teile nie bestellt – Ehrenwort ;).

Der eine Gummiköder Typ hat eine „leichte“ Ähnlichkeit mit den 3D River Roach Gummis von S.G.. Der zweite Gummi sieht den 3D Bleak Paddle Tail Ködern von S.G. sehr ähnlich… ( um eins vorweg zu nehmen, es gibt auch schon seit einiger Zeit Clone des Cannibal Shads auf dem Markt… diese sind etwas härter in der Gummimischung und etwas anders in der Färbung aber für knapp 50% des Originalpreises durchaus interessant…). Wie sich die beiden, also der Bleak Clone und der River Roach Clone in der Praxis schlagen, bleibt abzuwarten. Ausführlich testen kann ich beide Produkte vermutlich erst ab Mitte 2019 aber ein visueller Check ist jetzt schon drin ebenso wie die ersten Tests am Wasser. Kommen wir zu den Spezifikationen:

Der Paddle Tail Clone

Länge: 12cm

Gewicht: 14,5g

Farben: 9

Preis: ca. 80 Cent

Erster Eindruck: Interessante Gummiköder in Laubenform.

Roach Clone

Länge: 7,8cm 10cm 13cm 15,6cm

Gewicht: 5/10/20/40g

Farben: 6

Preis:pro Stück 1,55 -3,6€ je nach Größe

Erster Eindruck: Wow, die Gummis sind echt extrem realistisch. Aufgrund der Form bietet sich hier die Montage via Screw an da ein normaler Jig wegen des Buckels eher suboptimal ist. Vor allem wenn man mit Stinger fischen möchte, wird man Probleme wegen des konvexen Rückens bekommen.

Fangfrage: Von harten Jungs und Weicheiern – Wobbler vs. Gummifisch

Nur der Köder der auch nass ist, wird fangen. So oder so ähnlich hört man es oft von den älteren Semesetern. Klingt soweit logisch, ist es auch. Ein trockener Köder wird nichts fangen. Nein halt, den Käufer hat er zumindest gefangen. Der ist nämlich dem Verkäufer beim Tackle Dealer seines Vertrauens ins Netz gegangen. Aber lässt man mal die Wortklauberei beiseite, stellt sich doch oftmals die Frage:

Welcher Köder ist wohl heute der Fängiste?

An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich zu Beginn meiner anglerischen Laufbahn fast nur mit Wobblern und ab und an mit Blinkern und Spinnern gefischt habe. Das waren damals Köder die man relativ einfach führen konnte und fast immer Fische brachten. Zumindest am Anfang der Saison. Irgendwann änderte sich dann die Einstellung. Mit zunehmender Erfahrung wanderten immer weniger Wobbler in den Snap am Ende des Vorfachs. Seit fast 10 Jahren fische ich fast ausschließlich mit Gummifischen oder hybriden Swimbaits wie den Castaic Real Baits und den Westin Ködern (Mike the pike, Percy the Perch, Tommy the Trout usw.). So genau kann ich das gar nicht wirklich beschreiben wieso es dazu kam, es war auch jeden Fall ein schleichender Prozess. Was mir immer wieder zu denken gab, waren Erlebnisse am Wasser nach Fehlbissen. Hatte ich einen Fehlbiss auf einen Hardbait (Wobbler), so konnte man es fas vergessen den Fisch erneut an den Haken zu locken. Gänzlich anders verhielt es sich bei Fehlbissen auf Softbaits (Gummis). Hier konnte ich den vermeintlich verprellten Fisch regelmäßig doch noch ans Band kriegen. Die Theorie dahinter ist nicht ganz neu. Ein Fisch der einmal auf einen unnatürlich harten Köder gebissen hat, durchschaut die Täuschung oftmals und wird uns sicher nicht den Gefallen tun, nochmals darauf herein zu fallen….zumindest nicht in den nächsten Minuten. Klar, auch hier gibt es Ausnahmen welche ich selber schon erleben durfte.

Anders verhält es sich hier bei Fehlbissen auf Gummis die ja von der Konsistenz her eher einem echten Fisch ähneln. So entsteht nicht sofort Argwohn beim Fisch und er lässt sich gelegentlich zu einer zweiten Runde überreden.

Ein weiterer Faktor ist die Geräuschkulisse. Leider, das muss man schon fast sagen, gibt es moderne Wobbler fast nur noch ausschließlich mit Rasseln bzw. Geräuschkugeln im Inneren. Das mag am Anfang der Saison durchaus seine Bewandtnis haben, zum Ende hin fängt man damit aber keinen Schwanz mehr, die Großen ohnehin nicht. Die haben nämlich im Laufe der Jahre gelernt, dass Nahrung keinen metallischen Krach macht.

Außerdem ist man bei der Köderführung und der Lauftiefe bei den Softbaits deutlich flexibler als bei den Wobblern. Vom Preislichen her haben aber fast die Wobbler, sofern sie nicht verloren gehen, die bessere Bilanz. Gummiköder haben leider die unangenehme Eigenschaft nach Kontakt mit Raubfischzähnen in ihre Einzelteile zu zerfallen, wobei man das auch wieder relativ sehen muss. Ich habe Gummis in meinen Kisten die haben bereits mehr als 20 Fische gefangen, sehen dementsprechend zerrupft aus aber fangen noch immer. Dafür durfte ich auch schon Gummis nach dem ersten Fehlbiss wegwerfen weil der Schwanz fehlte….

Vom Umweltaspekt her, liegen Wobbler auch deutlich vor den Gummis. Zumindest solche aus Holz. Gummis enthalten Phthalate welche als krebserregend eingestuft wurden. Zudem werden die meisten Gummis mit Jigs gefischt. Diese bestehen aus Pb, sprich Blei, welches ebenfalls als hochgradig gesundheitsschädlich eingestuft ist. Nicht umsonst haben einige Länder, darunter auch unser Nachbarland Dänemark, die Fischerei mit bleihaltigen Ködern untersagt.

Letztendlich bleibt es wohl Geschmackssache was man an die Schnur knotet. Flexibler ist man aber meiner Meinung nach mit den Softbaits.

Piscifun Carbon X Rolle – Angelrolle aus China

Piscifun? Das hört sich doch eher an wie eine Aufforderung zu irgendwelchen geheimnisvollen asiatischen Sexualpraktiken und nicht wie der Hersteller von hochwertigen Angelrollen.

Nun denn, seit einiger Zeit suche ich nun schon in regelmäßigen Abständen den asiatischen Markt nach neuen Rollenmodellen ab BEVOR diese gelabelt (z.B. Cormoran) nach Deutschland kommen. Über den Import von Waren aus dem Ausland kann man sich streiten. Sicherlich, es schadet der deutschen Wirtschaft da der Einzelhandel darunter leidet wenn man die Ware direkt beim Großhändler oder Händler im Ausland bezieht.

Darüber hinaus können dadurch Zollgebühren anfallen und man kann sich im schlimmsten Falle sogar strafbar machen wenn man sich nicht im Vorfeld informiert ob die zu importierende Ware in Deutschland legal ist.

Darüber hinaus hat man im Fall des Falles auch Pech wenn es um Garantie und Gewährleistung geht. Das Alles spricht definitiv gegen den Import. Die Vorteile muss jeder für sich selbst finden.

Bereits vor einiger Zeit hatte ich mir die Piscifun Stone 20 Rolle besorgt. Ein zwar nicht ganz leichtes aber dafür sehr robustes Röllchen. Nachdem ich mit dem Preis und der Performance recht zufrieden war, ergab es sich, dass ich die ebenfalls kürzlich von Piscifun vertriebene Corbon X Rolle orderte. Wieso das? Nunja, leichte Spinnrollen sind ja aktuell im Trend und die Rolle hat laut Hersteller einige sehr interessante Features zu bieten. Auch die Promo Videos und Bilder im Internet sahen vielversprechend aus. Die Schnurverlegung scheint augenscheinlich sehr sauber zu sein und wenn die Bremse vergleichbar mit der Stone 20 Rolle ist, dann hat Piscifun mit der Carbon X ein richtig gutes Steckenpferd in seinem Rollensortiment. Preislich liegt die Rolle etwa zwischen 50-70$, je nachdem wo man kauft.

Nach knapp 2,5 Wochen Wartezeit lag das kleine Päckchen endlich vor meiner Tür, fein säuberlich in Bubblefolie verpackt. Sehr schön. Als erstes wurde das Gewicht überprüft und siehe da, die Daten stimmen aufs Gramm genau mit den Herstellerangaben überein. Das hat man auch eher selten. Besonders praktisch: Die Rollenkurbel wird direkt ins Getriebe gedreht und nicht wie bei vielen anderen Herstellern durchgesteckt und von der anderen Seite her mit einer Schraube fixiert. Das direkte Einschrauben der Kurbel ermöglicht einen besseren Kontakt und ein reibungsloseres Zusammenspiel.

Nach der Erkennungsdienstlichen Erfassung ging´s ans Schnur aufspulen. Schließlich ist eine saubere Wicklung mitunter das wichtigste Kriterium bei der Auswahl einer Spinnrolle. Um es vorweg zu nehmen, ich musste eine der mitgelieferten Spacer auf die Hauptachse setzen, danach war die Schnurverlegung mustergültig.

Hier braucht sich Piscifun wirklich nicht vor den Big Players der Szene verstecken.

Auch die Bremse funktioniert einwandfrei. Sie gibt ruckfrei Schnur frei und lässt sich sehr fein einstellen, allerdings klingt das Geräusch hierbei nicht sanft sondern eher metallisch dumpf was an dem Metallinlay der Spule liegt. Man kann halt nicht alles haben.

Die einzelnen Daten zur Rolle könnt ihr der Herstellerhomepage oder dem Foto entnehmen.

Bisher habe ich den Kauf nicht bereut. Allerdings muss man ehrlicherweise auch sagen, dass ich die Rolle noch nicht so oft im Einsatz hatte. Dennoch, der erste Eindruck, sowohl optisch als auch der Praxistest konnten überzeugen.

Wenn Piscifun so weiter macht hat man hier eine echte Alternative zu den hierzulande erhältlichen Mittelklasse Rollen.

Neue Köder braucht das Land

Irgendwann reichen einen die im Handel erhältlichen Kunstköder einfach nicht mehr. Im Lauf der Jahre hat man, regelmäßiges Fischen vorausgesetzt, eine gewisse Vorstellung entwickelt welche Farben, Formen und Bewegungen bei einem Angelköder ausschlaggebend für den Fangerfolg sind. Leider gibt es meist diese entsprechenden Köder welche den eigenen Vorstellungen entsprechen würden, nicht im Handel zu kaufen. Also steht man vor der Entscheidung entweder selber Köder herzustellen oder welche herstellen zu lassen.

Alternativ nimmt man einfach das was auf dem Markt ist. Leider stellt dies meiner Meinung nach oftmals einen mehr oder weniger faulen Kompromiss da. Allerdings, das muss man hier auch sagen, ist das selber machen von Ködern meist nicht günstiger und leider oftmals sehr zeitaufwändig. Wer also A) genug Kohle hat B) zu wenig Freizeit C) zwei linke Hände hat und D) nicht chronisch untervögelt ist, sollte hier an dieser Stelle das Lesen des Berichts einstellen.

Wie in einigen der vorherigen Posts bereits zu sehen war, habe ich vor einigen Jahren damit angefangen mir Wobbler Rohlinge zu besorgen und diese entsprechend zu colorieren. Das war damals der Tatsache geschuldet, dass es auf dem Markt keine schwarzen Wobbler gab. Irgendwann wurde dann aus der Notwendigkeit ein Hobby und ich fing an die Rohlinge mit immer aufwändigeren Design zu besprayen. Just for fun. Das war aber bereits zu dem Zeitpunkt an dem ich zu ca. 80% bereits mit Gummiködern gefischt habe. Mittlerweile nehmen die kleinen Kunststoffkunstwerke eher einen obligatorischen Platz in meinen Köderboxen im Keller ein. Aber was solls.

Die Herstellung von Gummifischen wollte ich bereits vor einigen Jahren mal versuchen. Entsprechendes Material für die Formen und die Köderkörper selbst, hatte ich mir damals schon besorgt gehabt. Ebenso eine alte aber funktionstüchtige Mikrowelle. Nachdem der Umgang mit diesen Materialien der Gesundheit in der Regel nicht sonderlich zuträglich ist, habe ich mich damals doch dazu entschlossen es sein zu lassen. Zumal Gummiköder nun wirklich nicht die Welt kosten, deren Herstellung aber ggf. das Leben. Man kann sich auch tot sparen 🙂

Beim Fliegenfischen sieht es da schon etwas anders aus. Zwar sind die Bindematerialien mM nach auch nicht unbedingt gesundheitsförderlich, allerdings hält sich dabei der Schaden allerdings auch in Grenzen. Die ganzen Mittelchen zum Konservieren von Fell und Bälgen sind nicht ganz harmlos aber solange man nicht daran nuckelt, sich nach Gebrauch die Finger wäscht und das Zeug nicht im Schlafzimmer lagert, sollte es keine gesundheitlichen Probleme geben.

Zum Hintergrund: Immer wieder ist mir aufgefallen, dass die Fänge zum Herbst hin schlechter werden, besonders bei den Salmoniden war das der Fall. Das war insofern ärgerlich weil die Fische gerade im Herbst, bedingt durch die sinkenden Temperaturen und den steigenden Sauerstoffgehalt im Wasser deutlich kampfstärker sind, als im Sommer. Allerdings haben diese Fische auch den Sommer über dazu gelernt und lassen sich nicht mehr ohne weiteres fangen. Jetzt schlägt die Stunde der Fliegenfischer. Mit ihren der natürlichen Nahrung der Salmoniden ähnlich sehenden Nymphen und Streamern können sie jetzt ordentlich abräumen. Da in meinem Gewässer allerdings auch kräftige Regenbogenforellen mit über 60cm vorkommen die in der starken Strömung ordentlich Muskeln aufgebaut haben, ziehe ich das Fischen mit der Spinnrute mittlerweile vor. Selbst mit einer 30g Rute kann man eine 60cm Forelle in der Strömung nicht halten. Wehe dem der dann keine Watklamotten an oder zusätzlich noch mit Hindernissen am Ufer/Wasser zu kämpfen hat. Selbst mit einer 7er Fliegenrute ist es ein riskantes und langwieriges Unterfangen solch einen Fisch zu landen.

Was macht man also um die Vorteile einer Spinnrute mit den Vorteilen von Streamern etc. zu kombinieren? Ganz einfach, man fertigt sich die Streamer passend für die Spinnrute selbst an. Ab einem gewissen Gewicht lassen sich diese Köder ähnlich wie ein Twister bzw. ein Gummifisch führen.

 

Neue Gummiköder – Shads und Koppen

Hand aufs Herz, jeder Spinnfischer ist irgendwo auch ein Ködersammler bzw. Köderfetischist. Ich mache da leider auch keine Ausnahme. Entsprechend viel schleppe ich meist mit ans Wasser…nur um festzustellen, dass doch immer die gleichen alten Sachen den Fisch an den Haken bringen. Aber egal. Der Spaß steht ja irgendwo auch mit im Vordergrund und seien wir mal ehrlich, ein Fisch, gefangen auf einen neuen Köder ist doch immer wieder was Tolles…gut ein Fisch, gefangen auf einen alten Köder auch irgendwie aber wenn der neue Köder was fängt, ist das wie eine Legitimation für die vorangegangene finanzielle Ausgabe. Nur so kann man letztendlich seinen Konsum irgendwie rechtfertigen…. Mehr oder weniger.

Kommen wir zum Wesentlichen: Heute möchte ich mal drei verschiedene neue Gummiködermodelle vorstellen die es teilweise so noch nicht in Deutschland gibt.

Dieses Modell gab es einige Jahre lang beim Angelversand Stollenwerk für 3,9€ zu kaufen. War anscheinend nicht so der Burner denn 2018 war das Modell nicht mehr im Katalog vertreten. Interessanterweise kriegt man die Dinger im Internet mittlerweile für unter 1$ inkl. Porto. Es gibt  vier Farben wobei mir Motoroil am besten gefällt. Mal sehen ob sich damit dieses Jahr noch ein paar größere Forellen oder der eine oder andere Hecht damit fangen lassen.

Diese Modelle gibt es in sechs oder sieben Farben aber nur in einer Größe, ca. 12cm. Die optische Ähnlichkeit mit den Gummifischen von Savage Gear ist frappierend. Wer hier bei wem abgekupfert hat kann man nur spekulieren. Preislich liegen diese Gummis bei ca. 80Cent. Sie haben die Form einer Laube und eigenen sich vermutlich sehr gut zum Fischen auf Zander, Großbarsch und Kleinhecht.

Last but not least eine echte Überraschung. Diese Köder habe ich in Deutschland wirklich noch nicht gesehen. Der Stückpreis beträgt knapp 60Cent. In einer Packung sind vier Stück enthalten. Wenn Sie so laufen wie sie aussehen werden das echte Fischmagneten. Länge liegt bei 10-11cm. Es gibt etwa 10-12 Farben, auch mit Glitter. Bin gespannt. Was leider nicht so gut auffällt, ist die Haltbarkeit der Augen an den Ködern. Diese fallen teilweise bereits im Blister ab.

Na dann, man darf gespannt sein.

Nachhaltigkeit in der Angelgeräteindustrie?

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Wer kennt ihn nicht, den Askari Katalog. Zur Zeit meiner ersten anglerischen Schritte in den 90ger Jahren des letzten Jahrhunderts war der Askari Katalog meine Bibel. Retrospektiv betrachtet stellten sich die Käufe aber leider mehr oder weniger als Ramsch heraus. Besonders die Kleinteile der Hausmarke bekomme ich mittlerweile deutlich günstiger direkt vom Hersteller aus Übersee….teils sogar in besserer Qualität. Aber das ist nun auch wieder ein anderes Thema. Vor kurzem ergab es sich, dass ich wieder bei Askari etwas bestellen musste. Das kommt im Durchschnitt bei mir alle 2-3 Jahre mal vor und beschränkt sich in der Regel auch nur auf Sonderaktionen und Sonderangebote.

Der letzten Bestellung lag dann sogar ein gratis Köder bei. Der sogenannten Räuberfänger der Hausmarke Kogha. Ohne jetzt eine Wertung über die Marke Kogha loszulassen frage ich mich aber schon wie man zu Zeiten der massiven Plastikvermüllung der Umwelt, insbesondere der Meere und latenter Rohstoffknappheit einen einzelnen Gummifisch so massiv in einer Plastikhülle verpacken kann? Gerade die Angler sind es doch die ein Interesse haben sollten so wenig Müll wie möglich in der Natur zu hinterlassen. Das fängt doch schon damit an, dass der Plastikanteil der Verpackungen seitens der Hersteller und Distributoren reduziert werden muss. Gerade hier hätte ich von einem der wirklich großen Angelgerätevertriebe etwas mehr Umsicht erwartet. Zur Qualität des Köders und dessen Fängigkeit mache ich jetzt mal absichtlich keine Aussage. Wäre ja noch schöner wenn er dadurch noch PR bekommen würde…

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Marttiini Filetiermesser

Jeder Angler der den eigentlichen Zweck der Fischerei verstanden und akzeptiert hat, braucht es, das Filetiermesser. Da es auch hier gewaltige Unterschiede gibt und es uns der Gesetzgeber in Deutschland zunehmend schwerer machet (WaffG §42) lohnt sich doch mal ein genauerer Blick auf das eine oder andere Modell.

Kurzum, aufgrund der aktuellen rechtlichen Sachlage wollte ich mir schon seit einiger Zeit ein Filetiermesser kaufen welches mit unseren Gesetzen korreliert. Zwar gibt es den Begriff Brauchtumspflege der einem als Angler und Jäger einen gewissen Freiraum lässt, allerdings hängt das auch immer sehr stark vom Ermessensspielraum der Polizisten und Richter ab. Nachdem ich beim Fischen je nach Gewässer und Art der Fischerei, mehrere Rucksäcke habe welche ich eben auch zivil nutze und ich nach jedem Einsatz akribisch genau ausräume, bestand die reelle Chance, dass ich vergessen könnte ein fürs Fischen gedachtes Messer nicht auszuräumen und ggf. in die Innenstadt oder die Arbeit mitzunehmen.

Zugegeben, die Chance von einem Angehörigen der Staatsmacht kontrolliert zu werden, ist eher gering aber dennoch gegeben. Auch wegen der politischen Situation hier in Deutschland. Soweit mir bekannt ist, prüft der Staat bereits diverse Gesetzesvorlagen um eine Verschärfung des Waffenrechts was Messer betrifft, durchzudrücken. Nicht zuletzt wegen der Vorfälle in Chemnitz und der Tatsache, dass in letzter Zeit vermehrt Angriffe bzw. Tötungsdelikte mit Messern häufiger vorgekommen sind. Leider gibt es in diesem Land immer noch Leute die bei Messern gleich an das Wort Waffe denken und weniger an das Wort Werkzeug. Allerdings sind es in der Regel die Menschen die ihr täglich Brot mit Dokumentenpflege und nicht mit körperlicher Arbeit verdienen. Im Büro braucht man in der Tat kein Messer. Eher einen Pflegebalsam für die ach so lädierten Hände die man sich nach jeder Berührung mit einer öffentlichen Türklinke mind. 3 mal desinfizieren muss damit man sich keine lebensgefährliche Infektion mit ganz bösen Pathogenen einfängt…armes Deutschland.

Leider sind es gerade aber diese Menschen die glauben ein Verbot von Messern würde ein krankes Hirn, sprich einen gewaltbereiten Fanatiker, davon abbringen ein Verbrechen unter Zuhilfenahme einer Klinge zu begehen.

Ein Blick in die Glaskugel bringt hier Klarheit. Im Jahre 2025 sitzen wir alle friedlich zu Hause, schmieren uns in der Früh unser Butterbrot mit einer stumpfen Nagelfeile mit individuell eingravierter und auf den Besitzer zugelassener Seriennummer und haben sonst keine Probleme. Alle sind glücklich und zufrieden und freuen sich um die fürsorgliche Bevormundung des Staates und das damit alles besser geworden ist.

In der Realität wird sich leider nichts ändern, abgesehen von den Gesetzen. Jägern und Anglern droht dabei immer stärker kriminalisiert und gegängelt zu werden, Verbrecher und andere gewaltbereite geistige Tiefflieger werden auch künftig mit einer Klinge am Körper durch die Nacht streifen. Aber gut, ändern kann man daran wohl eh nichts da man einfach als Angler oder Jäger zu einer kleinen Minderheit in dem ansonsten so minderheitenfreundlichen Deutschland gehört.

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Zurück zum Filetiermesser. Marttiini sollte ja eigentlich jedem bekannt sein. Die Skandinavische Marke hat einen nicht unbeträchtlichen Anteil an Filetiermessern auf dem Markt, meist sogar zu moderaten Preisen. Kürzlich gab es bei Askari Angelsport einen kleinen Ausverkauf an Marttiini Filetiermessern kombiniert mit einer portofrei Aktion. Nachdem bei mir $42a latent im Hinterkopf herum schwirrt ward die Idee geboren eine kleine aber feine Klinge mit unter 12cm Länge zu erwerben um diese künftig straffrei führen zu können. Selbst wenn ich die Klinge mal im Rucksack vergessen würde, könnte man mir nichts anhaben sollte diese beim wöchentlichen Bummel in der Stadt zufällig von einem Angehörigen der Polizei gefunden werden. Gesagt, getan. Wenige Tage später kam das Messerchen (kann man leider nichts anders sagen) bei mir an.DSC04364

Der erste Eindruck nach dem Auspacken war ernüchternd. Der Griff ist zu klein, die Steckscheide hält das Messer nicht vernünftig und der Gesamteindruck erinnert eher an ein Spielzeug denn ein Werkzeug. Immerhin sind die Passung und der Endknauf aus Messing was dem Ganzen zumindest einen Eindruck von Hochwertigkeit vermittelt. Als Kerl habe ich trotz meiner 190cm Körpergröße relativ kleine Hände, Größe M. Selbst mit diesen kleinen Händen ist der Griff des Messers noch zu kurz. Meiner Meinung nach handelt es sich eher um ein Messerchen für Jugendliche oder Frauen.

Der Praxistest am Wasser überzeugte jedoch auf ganzer Linie. Das Messer ist sackscharf und macht genau das, was es soll: Fische zerlegen. Besonders das Öffnen der Bauchdecke ist mit dem Messer ein Kinderspiel. Zum richtigen Filetieren würde ich im Zweifelsfall dann doch eher auf ein Messer mit einer Klingenlänge von deutlich über 12cm zurückgreifen, der Gesetzgeber möge es mir nachsehen.