Kreuzotter – Tiere rund ums Gewässer

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Wer im Vorbereitungskurs der Fischerprüfung gut aufgepasst hat, weiß dass es am Gewässer neben Amphibien auch seltene und geschützte Reptilien gibt. In der Regel stolpert man hin und wieder mal über eine Ringelnatter welche ihren Unmut über die Störung durch den Menschen durch lautes Fauchen und Zischen zum Ausdruck bringt bevor sie Fersengeld gibt.

Seltener als die Ringelnatter tritt man auf die nicht ganz so harmlose Kreuzotter. Wie alle Vipern verfügt sie über ein auch für den Menschen unter Umständen tödliches Gift. Da Kreuzottern selten sind und meist vor dem Menschen flüchten, gibt es nur wenige „Unfälle“ wenn beide Arten aufeinander treffen. Dennoch sollten vor allem Kinder, Kranke und Senioren tunlichst versuchen nicht von der Schlange gebissen zu werden. Sollte es trotzdem mal dazu kommen, empfiehlt es sich den Weißkittel seines Vertrauens aufzusuchen.

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Die Fischotterproblematik

Kaum einer kennt ihn, kaum einer hat ihn je gesehen, zumindest in Natura. Das gilt mehrheitlich für die meisten Angler die sich hierzulande ab und an am Wasser aufhalten. Dabei galt diese Art früher in Deutschland als relativ häufig – sehr zum Leidwesen von Fischzüchtern und Mönchen.

Der Wandel von einer Agrar in eine, nennen wir es mal digitale, oberflächliche und maximal übertriebene Toleranz Bussi Bussi Gesellschaft, kommt auch dem Fischotter zu Gute.

Wurde er früher noch massivst bejagt (da er ja in direkter Nahrungskonkurrenz zum Menschen stand) genießt er heute die Sympathie vieler Menschen (die leider vor lauter Oberflächlichkeit und Toleranz vergessen haben woher die Nahrung auf ihren Tellern eigentlich kommt…die Kühe sind nicht Lila und Fischfilets wachsen nicht auf Bäumen…).

Natürlich bedient der Otter irgendwo das Kindchen Schema mit seinem putzigen Gesicht, den großen Kulleraugen und dem tapsigen Gehabe an Land.

Vermutlich ist diese gesellschaftliche Blindheit gegenüber diesem Wassermarder daran schuld, dass er sich seit einigen Jahren verstärkt von Tschechien her nach Deutschland ausbreiten kann – sehr zum Leidwesen der ansässigen Fischzüchter. In den letzten Jahren mussten viele davon leider diesen Erwerbszweig aufgeben wegen der großen, durch den Fischotter verursachten Schäden. Unglücklicherweise verhält sich der Fischotter nicht sonderlich wirtschaftlich wenn er genug Nahrung zur Verfügung hat. Er wird „picky“ wie die Amis so schön sagen. Heißt im Klartext, er tötet und frisst nur die schmackhaftesten und nahrhaftesten Teile des Fischs (welche meist für den Menschen ohnehin uninteressant sind). Dazu zählen Hirn und Leber. Den Rest, also die für den menschlichen Verzehr interessanten Teile lässt er bei einem Überangebot an Nahrung oftmals liegen. Genau dies führt zu massiven Einbußen in der kommerziellen Teichwirtschaft. Bedenkt man, dass ein ausgewachsenes Tier eine tägliche Menge von etwa einem Kilo Fisch benötigt, kann man sich in etwa vorstellen wir schnell eine kleine Otterfamilie einen Teich mit Forellen und Karpfen leer gefressen hat wenn davon nur die nahrhaftesten Teile verzehrt werden.

Zwar unterliegt der Otter dem Jagdrecht, eine Entnahme ist aktuell aber nicht zulässig.

Allerdings muss man auch sagen, dass der Otter seit jeher zur Fauna dieses Landes gehört hat auch im Sinne der Arterhaltung und dem Entgegenwirken der steten Stagnation der Biodiversität und nach wie vor seinen Platz in Deutschland hat. Allerdings muss auch hier sanft durch den Menschen eingegriffen werden denn der Otter hat aufgrund vieler „Fehler“ in den vergangenen Jahrhunderten keine natürlichen Feinde mehr in Deutschland. Früher galten Wolf, Luchs und Seeadler als Fressfeinde, heute ist es nur noch der Mensch (und der hat diesen Marder unter vollständigen Schutz gestellt…). Finde den Fehler…

Zwar breiten sich Luchs und Wolf zunehmend wieder in Deutschland aus, allerdings wäre es vermessen anzunehmen, dass das Ökosystem hierzulande sich schon soweit regeneriert hat, dass sich zwischen diesen Tieren ein nivelliertes Räuber-Beute Verhältnis ausgebildet hätte. Während der Otter wegen der oftmals leichten Nahrungssuche die Nähe des Menschen sucht, meiden Luchs und Wolf tunlichst jedweden Kontakt zu den Zweibeinern.

Eine problemlose und unbürokratische Kompensation für durch den Otter verursachte Schäden wie es sie in der Viehwirtschaft durch den Wolf verursachte Schäden gibt, ist noch in weiter Ferne und kommt für viele (!!!) Fischzüchter bereits zu spät.

Leider ist der Mensch in der Setzung seiner Prioritäten oftmals auf einem Auge blind.

Fisch zählt, eine artgerechte Haltung und nur mäßiger Einsatz von Medikamenten vorausgesetzt, als eines der gesündesten Lebensmittel. Egal ob im Süß- oder im Salzwasser, überall schwinden die Wildfischbestände und unsere Politik hat nichts Besseres zu tun den möglichen Alternativen dazu, nämlich der traditionellen Teichwirtschaft bzw. der Fischzucht, das Leben schwer zu machen indem man einem der Hauptverursacher der Schäden einen Persilschein gibt anstatt eine gezielte und reglementierte Entnahme der Otter anzustreben.

Die Argumentation der Tierschützer ist recht einfach. Ihrer Meinung nach gibt es keine gesicherten Zahlen über die aufkeimende Population an Ottern in Deutschland. Das mag durchaus richtig sein, allerdings wird auch nichts unternommen um den Schaden von den Teichwirten fernzuhalten. Gäbe es eine einfache Lösung den Otter von kommerziellen Zuchtteichen fernzuhalten, würden das die Fischzüchter auch machen. Leider scheint die einzige nachhaltig effektive Methode der Bau eines Zauns zu sein. Die Sicherung von Gewässern mittels eines Elektrozauns wie man ihn aus der Weidewirtschaft kennt, hat sich leider als nicht sonderlich effektiv erwiesen. Die Otter flitzen teils darunter hindurch. Durch die starke Isolation seines Körpers durch den Pelz ist der Otter auch nicht so anfällig für Strom. Recht gut kann man dies in diesem Video aus der Oberpfalz sehen, welches mir freundlicherweise zugetragen wurde. Es hat hier gar den Anschein als ob er Anlauf nehmen würde um unter dem Stromzaun hindurch zu flitzen.

Die Installation eines festen, ottersicheren Zauns würde je nach Gewässergröße den mehrfachen Jahresverdienst eines Fischzüchters kosten….

 

Der Herbst ist da

Es herbstelt gar gewaltig dieser Tage. Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. Den Raubfischen wie z.B. Forellen scheint dies nichts auszumachen, wohl aber den Friedfischen. Sie fahren ihren Stoffwechsel sukzessive herunter. Aber wie sieht es bei unseren anderen einheimischen Tieren diesbezüglich aus? Bedingt durch die Lage meiner Wohnstatt habe ich dieser Tage öfters die Möglichkeit gehabt, das rege Treiben der Eichhörnchen vom Fenster aus zu beobachten. Der letzte Sturm vom Wochenende hat den Kobel eines Jungtieres herunter gefegt. Es verbringt aktuell die Nächte festgeklappert im Baum. Sobald morgens dann die ersten Sonnenstrahlen die Baumwipfel wärmen, krabbelt das Jungtier in die oberen Gefilde der Lärche und verharrt dort einige Zeit bis es sich aufgewärmt hat. Und dann geht´s los. Emsig werden die Lärchenzapfen geplündert, Eicheln versteckt und Nüsse verbuddelt. Aber wehe ein Artgenosse dringt in sein Revier ein. Dann geht das Gezicke los. Aktuell kann ich drei Tiere beobachten. Zwei hellbraune und ein maximalpigmentiertes, dunkles Hörnchen.

Aber nicht nur die Säugetiere geben sich dem bunten und emsigen treiben der Nahrungssuche bzw. Vorratshaltung hin. Auch die Vögel schlagen sich den Bauch an den Früchten des Herbstes voll. Besonders die Früchte der Eberesche haben es ihnen angetan. Amseln zeigen hier ein besonders hemmungsloses verhalten. Aber auch die sonst eher scheuen Häher sieht man immer wieder mal in der Eberesche sitzen.

Wasser – Natur in seiner schönsten Form

Wasser – Grundstein des Lebens und essentielles Element um unsere Beute, die Fische zu beherbergen. Viele Fischer gehen einfach nur mit dem Zwang ans Wasser schnell ihre Beute zu fangen ohne ein Auge auf die Fauna und Flora rund um das Gewässer zu werfen. Schade, denn eigentlich sollte der Erholungsaspekt mittlerweile den Aspekt der Nahrungsbeschaffung in unserer heutigen Gesellschaft längst überholt haben.

_A190039_HDRDas soll jetzt nicht heißen, dass ich nur zum Angeln gehe wenn ich Erholung suche, nein, vielmehr ist die Erholung der angenehme Nebeneffekt der sich nach einigen Stunden am Wasser (meistens) wie von selbst einstellt.

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Natürlich weisen nicht alle Gewässer eine natürliche Schönheit auf und Leute die am Forellenpuff ihre Kreise ziehen werden vermutlich nicht so schnell in den Genuss von optisch erholsamen Eindrücken gelangen als solche die sich in den grünen Dschungel eines Naturgewässer begeben. Darum habe ich etwas in meinem Fotoarchiv gewühlt und einige Bilder herausgekramt die ich mit Erholung assoziiere.

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Vorgezogene Laichzeit

Verpilzter HechtWie zu erwarten startetete 2014 die Hechtlaichzeit wegen der moderaten Temperaturen etwas zeitiger als in den letzten Jahren. Die Hechtmammis haben sich ihre kleinen Lover bereits geschnappt und es geht heftigst zur Sache. Da Hechte keineswegs zärtlich sind werden auch dieses Jahr einige Fische die Laichzeit nicht überleben. Also nicht wundern wenn ihr beim Sonntagsspaziergang das eine oder andere große  Fischchen am Ufer dümpeln seht.

Anbei schonmal ein paar Bilder von leicht zerrupften Hechten.

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Winterdöbel

_MG_3322Der Döbel – gehasst, verdammt, vergöttert? Teilweise ja. Als räuberischer Weißfisch ist der Döbel natürlich in Forellengewässern nicht wirklich gern gesehen. Aber seien wir doch mal ehrlich, es gibt wenige dankbarere Fische als den Döbel. Seine Vielfältigkeit hinsichtlich der Anpassung und Toleranz gegenüber heiklen Gewässerparametern wie Temperatur, Sauerstoffgehalt und Umweltgifte machen den Döbel zu einem echten Überlebenskünstler. Kulinarisch gesehen gehört der Döbel nicht zu Anglers Lieblingen…aber hey, wenn die Forellen mal wieder rummzicken weil Ihnen die Mondphase oder die Lichteinstrahlung nicht gefällt kann man sich glücklich schätzen wenn man im Gewässer einige Döbel hat. Diese sind zwar bei Zeiten auch recht wählerisch aber haben gegenüber Forellen noch ein paar andere Vorteile als die oben genannten. Der Döbel hat in den meisten Gewässern weder Schonzeit noch Schonmaß, er tritt oft in Schwärmen auf und, wie ich finde, ist ein durchaus hübscher Fisch. Vor allem die großen Exemplare haben schon was erhabenes an sich.

Gerade im Winter wenn viele Fische ihren Stoffwechsel herunter geschraubt haben sind es die Döbel die noch durchs Gewässer streifen auf der Suche nach Nahrung…ein solches Exemplar ist auf dem Bild zu sehen. Geschätze 60cm und richtig gut im Futter. Ein echter Dickkopf eben.