Tote Satzhuchen

Der Rotfisch oder auch Huchen genannt ist mittlerweile nur noch in wenigen Gewässern des Donaueinzugsgebiets heimisch und selbst dort sind die Populationen eher fragil denn stabil. Aus diesem Grund werden viele Bestände vor Ort durch Besatz gestützt – so auch in meinem Hausgewässer. Leider gibt es bei den Besätzen auch immer eine gewisse Ausfallquote. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Zu hohe Wassertemperaturen, Predation, Hochwasser oder schlechtes Besatzmaterial um nur einige zu nennen. Daher schmerzt es jedes Mal, wenn man einen solchen Besatzfisch „verliert“. Letztlich ist der Fisch per se nicht verloren, wird er doch dem Naturkreislauf zugeführt. Allerdings ist es schon ärgerlich wenn man den ehrenamtlichen und finanziellen Aufwand gegenrechnet, den man betreibt um die heimischen Bestände dieser Fischarzt zu stützen.

Unterwasserfotografie beim Angeln

Nachdem die Fotografie nach der Fischerei und der Jagd mein drittes großes Hobby ist, liegt es eigentlich nahe, alle diesbezüglichen Tätigkeiten miteinander zu verknüpfen. Aus diesem Grund habe ich mir im November noch ein Unterwassergehäuse für eine meiner Kompaktkameras gekauft.

Pünktlich zwei Tage vor Beginn der Regenbogenforellenschonzeit kam das Gehäuse dann an. Knapp, sicherlich, aber nicht unmöglich. Folglich zog ich am gleichen Tag noch los um die ersten Bilder zu machen. Der Tag darauf gehörte ebenfalls der Fotografie mit dem Unterwassergehäuse. Was soll ich sagen: Es funktioniert. Zwar müssen alle Bilder immer noch nachbearbeitet werden aber im Großen und Ganzen bin ich doch zufrieden mit den Aufnahmen.

Mal wieder der Gänsesäger…

Der Gänsesäger: Für die Einen ist er ein schützenswerter Vogel und wertvoller Bestandteil der hiesigen  Aerofauna, für die Anderen ein mittlerweile überhegter Spießbruder des Kormorans. Die Angler wissen schon lang, was die Vogelfreunde nicht wahrhaben wollen: Kormoran und Gänsesäger haben einen Einfluss auf die Biodiversität der Unterwasserfauna, insbesondere auf die Altersstruktur einzelner Fischarten. Oder ganz banal ausgedrückt: Was der Gänsesäger nicht mehr in den Schnabel bekommt weil zu groß, schnappt sich der Kormoran. Problematisch ist, dass es für solche Behauptungen oder wollen wir es vielleicht sogar Anschuldigungen nennen (?), keine wirklichen Beweise gibt. Aus diesem Grund wurde vor einiger Zeit ein Projekt gestartet welches insbesondere über den Einfluss des Gänsesägers auf die Äschenpopulation in mehreren Voralpenflüssen Auskunft geben sollte. Erfreulicherweise waren diesmal nicht nur eine Universität und die Jägerschaft/Anglerschaft an dem Projekt beteiligt, sondern auch der Landesbund für Vogelschutz. Die Erwartungshaltung der einzelnen Parteien bei diesem Projekt dürfte unterschiedlicher wohl kaum sein. Die Angler sehen im Gänsesäger einen gefräßigen Vernichter von Brut- und Jungfischen, die Vogelschützer einen seltenen und schützenswerten Vogel der zu Unrecht als Schädling durch die Anglerschaft angesehen wird. Die Anglerschaft möchte beweisen, dass es einen signifikanten Einfluss des Sägers auf den Fischbestand, insbesondere den der Äsche, gibt. Die Vogelschützer hingegen erhoffen sich durch die Ergebnisse, dass ihr gefiederter Liebling von allen garstigen Vorwürfen freigesprochen wird. Die Jäger sind hier eher die Erfüllungsgehilfen und die Uni quasi die neutrale Instanz die die Zahlen und Daten auswertet.

Allein, dass sich alle oben genannten Parteien für dieses Projekt an einen Tisch gesetzt haben, ist sehr löblich und zeigt, dass man ein gemeinsames Ziel hat, nämlich den Artenschutz.

Leider ist der LBV nach einiger Zeit aus dem Forschungsprojekt ausgestiegen und pestet nun gegen ebendieses. Plötzlich wird mit pathetischen Floskeln um sich geworfen und die Sinnhaftigkeit des Gesamtprojekts angezweifelt welches man komischerweise von Anfang an aber mitgetragen und abgenickt hatte.

Auch machen die Zahlen stutzig. Schaut man sich die geschätzten Zahlen der Sägerpopulation in Bayern an und vergleicht sie mit den bisher im Rahmen des Projektes abgeschossenen Tiere, könnte man meinen die Sägerpopulation stünde kurz vor dem Zusammenbruch bzw. wurden mehr Säger geschossen als nach den Schätzungen eigentlich dort leben sollten. Das zeigt vor allem eines: Die Bestandszahlen der Säger liegen weit über dem, was die Vogelschützer uns weismachen möchten . Seltsamerweise sehe ich fast bei jedem Besuch der Isar, der Würm, des Regens, der Mangfall und auch der Loisach Gänsesäger. So selten können die Minikormorane folglich nicht sein… Einige interessante Artikel zu dem Thema wie z.B. in der Süddeutschen Zeitung oder dem Münchner Merkur können online nachgelesen werden. Die Angler und andere Interessensgruppen außer dem LBV kommen hier allerdings kaum zu Wort. Ein Schelm wer böses denkt.

Ich für meinen Teil finde es sehr schade, dass der LBV den gemeinsamen Weg verlassen hat und sich nüchtern betrachtet als schlechter Verlierer erweist.

Um ein Vorurteil hier auszuräumen: Es geht nicht darum einzelne Tierarten in Bayern (mal abgesehen von den Neozoen) wieder auszurotten, nein, vielmehr geht es um Management und ökologische Verträglichkeit. So schön die romantische Vorstellung einer sich selbst regulierenden Natur auch ist, in einer menschengemachten Kulturlandschaft funktioniert das nicht ansatzweise so gut, wie in der Wildnis, die es in diesem Land nicht mal mehr wirklich gibt. Beispiele über Kantone in der Schweiz die z.B. auf die Jagd verzichten erweisen sich bei genauer Betrachtung als Wunschdenken. Im Kanton Genf wird z.B. auch nach wie vor gejagt, allerdings nur noch durch Berufsjäger. Diese haben seither deutlich mehr zu tun als vor dem Jagdverbot für Privatpersonen. Selbst in den meisten Nationalparks greift der Mensch durch die Jagd immer wieder ein, um weitreichende Dysbalancen im fragilen Gleichgewicht der einzelnen Tierarten auszugleichen.

Wieso man beim Gänsesäger so einen Aufstand macht, lässt sich nur schwer nachvollziehen. Hier geht es wohl mehr um eine allgemeine Aversion gegen die Jagd und eine fast schon ungesunde Empathie gegenüber Tieren. Dabei ist es unerheblich ob das Tier Gänsesäger, Kormoran oder Krähe heißt, grundsätzlich wird eine lethale Regulation von dieser Interessensgruppe abgelehnt. Es könnte natürlich auch damit zusammenhängen, dass die Gegner der Jagd am Ende des Tages nicht die durch das Tier Geschädigten sind…oder anders gesagt: Die meisten LBV Mitglieder sind keine Angler, die meisten Wolfsschützer sind keine Landwirte und die meisten Otterfreunde sind keine Teichwirte. Wenn man den Schaden nicht selbst hat oder dafür aufkommen muss, fällt es immer leicht seine moralische Überlegenheit auszuspielen und das allseits beliebte Spiel der Täter – Opferumkehr medienwirksam zu betreiben.

 

Bergmolche im April 2025

Er gilt als der farbenprächtigste einheimische Molch, der Bergmolch. Viele Teichbesitzer wissen gar nicht, dass sie Molche im Teich haben. In den meisten Fällen handelt es sich um den sehr anpassungsfähigen kleinen Bergmolch.

Molche im Allgemeinen sind in der Regel eher heimlich und nur bedingt anpassungsfähig. Während ihrer Landphase sind sie praktisch unsichtbar. Zwar stoßen Gartenbesitzer immer wieder mal über einen Molch wenn sie Steine oder Platten anheben und umdrehen, aber unter normalen Umständen wird man Molche nicht einfach so umherwandern sehen.

Das Männchen neben seiner Partnerin. Diese befindet sich bei der Eiablage

Die einzige Zeit im Jahr in der Molche ihre heimliche Lebensweise zumindest partiell aufgeben, ist die Paarungszeit im Frühjahr. Dann legen sie ihr Prachtkleid an und sind für einige Wochen für Paarung und Eiablage im Wasser zu finden. Bevorzugt werden warme, fischlose und seichte Gewässer. Diese teilen sich die Molche oft mit anderen Amphibien wie z.B. Erdkröten und Grasfröschen. Aber auch andere Molcharten wie Teichmolch, Fadenmolch und in seltenen Fällen auch der Kammmolch sind dort anzutreffen.

Drei Bergmolch Junggesellen

Selbst während der Fortpflanzungsphase im Wasser, ist es nicht leicht die Molche zu sehen. So prächtig gefärbt der Bauch der Tiere zu dieser Zeit auch ist, der Rücken ist nach wie vor in einem sehr dezenten Grau-Blau gesprenkelt. Abgesehen vom prächtig gefärbten Rückensaum der Männchen, sind die Tiere von oben kaum zu erkennen. Im Gegensatz zu Fischen können Molche unter Wasser nicht atmen. Ihnen fehlen schlichtweg die Kiemen. Dementsprechend sind sie auf regelmäßiges Luftholen an der Wasseroberfläche angewiesen. Spätestens hier machen dann die heimlichen Gesellen auf sich aufmerksam.

Bergmolch jagt Kaulquappe

In einem künstlichen Gewässer bei mir in der Gegend war vor zwei Jahrzehnten eine recht gute Population an Amphibien, insbesondere an Bergmolchen beheimatet. Leider wurden dann von vermeintlichen Tierfreunden dort einige Goldfische eingesetzt. In der Folge brach die Population komplett zusammen. Jedes Jahr kamen weniger Kröten und Molche zur Eiablage in dieses Gewässer bis schließlich nur noch einige wenige Exemplare das Laichhabitat aufsuchten. Eine sehr traurige aber leider recht häufig vorkommende Geschichte.

Umso erfreuter war ich, als ich im April 2025 zufällig wieder dort vorbei kam. Als erstes fiel mir ein älterer Herr auf, der gegen eine Standwand pinkelte, einen Kescher und einen Eimer neben sich stehend. Auf seine Frage was ich hier mache erwiderte ich, dass ich nach den Molchen sehen wollte. Diese Antwort machte den Mann sichtbar nervös. Er bot mir den neben ihn lehnenden Kescher an und meinte diesen hier zufällig gefunden zu haben. Genau, und in dem Eimer neben seinen Beinen schwammen zufällig ein paar Bergmolche umher die er mit dem zufällig gefundenen Kescher aus dem Teich heraus gefangen hatte…. Schon klar. Ich erwiderte daraufhin, dass ich mich nicht strafbar machen werde und lediglich Fotos der Molche machen möchte. Daraufhin zog er hurtig von dannen – inkl. Kescher und Eimer mit Molchen. Theoretisch hätte ich den alten Knilch anzeigen müssen, handelt es sich doch hier um einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz / Bundesartenschutzverordnung. Da ich aber mein Handy nicht dabei hatte, hätte sich das als schwieriges Unterfangen herausgestellt. Klar, ich hätte den Mann auch einfach festhalten können, die Sachlage war eindeutig aber der Schreck den ich ihm eingejagt habe, sollte kurativ genug sein.

Nichtsdestotrotz war der Tag ein voller Erfolg. Die für den Teich verantwortliche „Organisation“ hatte in den letzten Jahren die Goldfische aus dem Teich entfernt – mit vollem Erfolg. Groben Schätzungen nach sind jetzt wieder mehrere hundert (!!!) Bergmolche in dem Teich. Eine solche Dichte habe ich in den letzten 30 Jahren noch nirgends gesehen. Fantastisch. Auch die Kröten haben das Gewässer wieder als Laichgewässer angenommen – was man an den toten Exemplaren auf dem Grund des Teiches deutlich erkennen konnte. Vermutlich starben diese in Folge des Laichgeschäfts (Stichwort Amplexus). Spannenderweise labten sich die Kaulquappen an den Kadavern. Das konnte ich bislang auch noch nicht beobachten. Ebenso erstaunt war ich über die Tatsache, dass die Molche aktiv Jagd auf die Kaulquappen machten. Insbesondere in den flachen Bereichen des Tümpels sammelten sich die Kaulquappen um dort Algen und Aufwuchs zu fressen. Die Molche patrollierten regelrecht vor diesen Bereichen auf und ab. Sobald eine Kaulquappe den flachen Bereich verließ, wurde sie gejagt. Das Ganze erinnerte mich stark an das Verhalten der weißen Haie vor den Stränden mit Seelöwen.

Sehr erfreulich, dass es die Amphibien geschafft haben, sich dieses Gewässer zurück zu erobern. Ohne die menschliche Hilfe wäre dies vermutlich nicht möglich gewesen. Allerdings war auch der Mensch ursprünglich daran schuld, dass die Amphibien dieses Gewässer verlassen mussten…

Bayernotter.de

Nachdem der Fischotter ja seit einigen Jahren wieder in aller Munde und mittlerweile gefühlt auch in allen Vereinsgewässern und Fischteichen unterwegs ist, gibt es jetzt auch die Möglichkeit seine Sichtungen online einzureichen. Das erspart einem lange Telefonate und E-Mails. Denkt dran, je mehr Beweise (Fotos, Videos usw.) ihr einreicht, desto  einfacher fällt die Identifikation.

Sollte es irgendwann einmal so weit sein, dass der Wassermarder entnommen werden darf, müssen vorher belastbare Daten vorliegen. Je mehr ihr euch beteiligt und (korrekte!!!) Angaben macht, desto eher besteht die Möglichkeit den Otter irgendwann einmal zu entnehmen – so zumindest meine Vermutung. Alle bisherigen Vorstöße seitens der Politik waren ja bisher leider eher dilettantisch und wurden von den Gerichten einkassiert.

Wer also Sichtungen (Losung, Risse, Videos oder Fotos von Ottern) vorweisen kann, sollte diese zeitnah auf bayernotter.de eintragen.

Wasserläufer in Nahaufnahme

Wasserläufer

Jeder Angler kennt sie – Wasserläufer. Zumindest in den meisten Stillgewässern sind diese kleinen Insekten omnipräsent. Wie der Sage nach Jesus können diese kleinen Flitzer einfach so übers Wasser huschen. Das liegt zum Einen daran, dass sie sehr leicht sind und ihr Gewicht auf ihre gespeizten haarigen Beine verteilen können und zum Anderen an der Oberflächenspannung des Wassers. Unter Ausnutzung dieser beiden Tatsachen können die Wasserläufer sehr schnell übers Wasser flitzen. Übrigens, über die feinen vibrationsempfindlichen Organe in/an den Beinen sind die Wasserläufer in der Lage ihren Nahrung, ins Wasser gefallene Insekten, aufzuspüren und zu orten – ähnlich wie eine Spinne in ihrem Netz wahrnimmt, wenn sich ein Insekt darin verfangen hat. Wasserläufer haben einen Stachel mit dem sie ihre Nahrung stechen und aussaugen können.

Wasserläufer. Dieses Exemplar ist noch nicht so alt, der Körper hat noch nicht seine spätere langezogene Form.

Wasserläufer Larven reinigen jeden Tag bis zu einem Liter Wasser von Schwebstoffen, Algen ind Einzellern. Verglichen mit der geringen Körpergröße der Tiere ist das eine immense Leistung.

Wasserläufer verbringen den Winter übrigens an Land, versteckt unter Laub und Moosen.

Natürliche Feinde des Wasserläufers sind Fische, Wasserspinnen und andere Insekten. Die Lebenserwartung der Wasserläufer liegt bei ca. 8-12 Monaten.

Wasserläufer – Erwachsenes Exemplar mit der typischen langezogenen Körperform.

Fischotterseminare beim Lfv Bayern

Der Fischotter ist zurück. So oder so ähnlich könnte die Überschrift zu diesem Bericht lauten. Die Bestandszahlen steigen mittlerweile (erfreulicherweise?) immer weiter an wobei man hier natürlich vorsichtig sein muss, da es kaum eine belastbare Datengrundlage über die Populationsdynamik der letzten Jahrzehnte beim Fischotter gibt. Das hat auch der Landesfischereiverband Bayern erkannt und bietet seit mittlerweile fast einem halben  Jahrzehnt die kostenlosen Fischotterseminare für seine Mitglieder an. Bereits 2018 durfte ich für meinen Angelverein das erste Mal an dem Seminar teilnehmen. Damals gestaltete sich das Programm verständlicherweise etwas anders, beispielsweise konnte man nach der ganzen Theorie sein Wissen am Nachmittag gleich in die Praxis umsetzen, heißt es ging auf Spurensuche direkt am Wasser. Mittlerweile sind Präsenzveranstaltungen leider kaum möglich ohne ein entsprechendes strenges Hygienekonzept. Um es den Teilnehmern möglichst einfach zu gestalten, fand das Seminar daher Ende 2021 an einem Samstag online  von 10-14:30 mit einer halbstündigen Mittagspause statt.

Um es vorwegzunehmen, der praktische Teil in Form von Spurensuche am Wasser, Herumgabe von in Gips gegossenen Prantenabdrücken oder das Schnüffeln an einer Kotprobe (lecker…) entfiel natürlich. Stattdessen wurden die Exponate „digital“ präsentiert. Aber der Reihe nach.

Das erklärte Ziel des Landesfischereiverbands Bayern im Fall des Fischotters ist einerseits Aufklärung und Sensibilisierung der angelnden Bevölkerung durch das Seminar als auch Gewinnung von Populationsdaten durch freiwillige Helfer die sich ehrenamtlich am Monitoring beteiligen und mit der Materie auskennen. Langfristig dürfte es hier letztendlich darauf hinaus laufen, dass man den Fischotter, welcher übrigens auch unter das Jagdrecht fällt, in Einzelfällen entnehmen darf.

Ein entsprechender Vorstoß diesbezüglich scheiterte aber aktuell an dem Veto der anderen Naturschutzverbände mit dem Verweis auf fehlende Populationsdaten und dem Schutzstatus des Wassermarders. Auch die Wahl des Fischotters zum Wildtier des Jahres 2021 dürfte manchem Betroffenen (vor allem den Teichwirten) sicherlich wie eine Provokation vorgekommen sein.

Das Seminar gliederte sich in mehrere Sachgebiete, die größtenteils ineinander verflossen bzw. thematisch nicht voneinander trennbar waren.

  • Biologie und Nahrung des Fischotters
  • Verbreitungsgebiet und Bestand
  • Rechtliche Lage
  • Fischottermonitoring

Die Biologie des Fischotters kann man recht kurz und prägnant zusammenfassen. Der Fischotter ist der Längste (nicht der Schwerste) einheimische Marder. Nur der Dachs ist noch schwerer. Seine Gesamtlänge kann bis zu 140cm betragen wobei hiervon maximal 40cm auf den Schwanz, die sogenannte Rute, entfallen. Das Gewicht eines ausgewachsenen Otters liegt in etwa bei 12kg.

Sein Gebiss besteht aus 36 Zähnen (kein anderer einheimischer Marder hat 36 Zähne, die heimischen Wiesel haben 34 Zähne, Baummarder, Steinmarder und Dachs haben jeweils 38 Zähne).

Im Gegensatz zu Biber, Bisam und Nutria hat der Fischotter sowohl an den Vorder- als auch an den Hinterpranten Schwimmhäute zwischen den Zehen. Im weichen Sand kann man diese auch einigermaßen gut an den Abdrücken erkennen. Tagsüber wird man den Otter eher selten sehen da er wie die meisten Marderartigen (abgesehen von den Wieseln) dämmerungs- und nachtaktiv ist. Dieser Umstand macht es auch recht schwierig, genaue Bestandszahlen zu ermitteln. Tagsüber verbringt der Otter die meiste Zeit in seinem am Ufer gelegenen Bau. Dieser hat immer einen Eingang unterhalb der Wasserlinie und einen Notausstieg Richtung Land. Besagter Notausstieg dient gleichzeitig auch der Belüftung des Baus. Tagesverstecke können aber auch Fuchs-, Dachs- und Biberbauten sein. Die Fortpflanzung, die sogenannten Ranz, findet hauptsächlich im Frühjahr (Februar März) statt, ist aber das ganze Jahr über möglich. Im Gegensatz zu einigen anderen Marderartigen gibt es beim Fischotter keine Eiruhe. Die Tragzeit selbst beträgt etwa 2 Monate (~62 Tage). Die 2-4 Jungen werden blind und nur leicht behaart geboren. Die Augen öffnen sich nach spätestens 35 Tagen. Die Nahrung besteht in den ersten Wochen nur aus der Muttermilch. Nach ca. 5 Monaten versiegt die Muttermilch bei der Fähe, also dem weiblichen Tier. Nach ca. 6 Monaten sind die Jungotter soweit selbstständig und bedürfen der Führung durch das Alttier nicht mehr.

Als Nahrung dienen dem Otter nicht nur Fische. Als Nahrungsgeneralist frisst er auch Bisamratten, Krebse, Amphibien und sogar Wasservögel. Bei einem Überangebot an Nahrung kann es vorkommen, dass der Otter sich nur die nahrhaftesten Teile der Beute holt, der Rest des Kadavers bleibt liegen. Dieser Umstand bereitet vor allen den Teichwirten und Fischzüchtern großes Kopfzerbrechen. Der Nahrungsbedarf des Fischotters liegt bei ca. 1kg/Tag. Bei trächtigen bzw. stillenden Weibchen kann dieser aber nach oben hin abweichen.

Der aktuell größte Feind des Otter, mal abgesehen von wütenden Teichwirten und verzweifelten Anglern, dürfte der Straßenverkehr sein.

Interessant für uns Angler ist vor allem die Tatsache, dass der Wassermarder ungern unter Brücken hindurch schwimmt. Den Weg legt er dann doch meistens an Land zurück und hinterlässt unter einigen der durchwanderten Brücken auch seinen Kot. Aus diesem Grund suchen die am Ottermonitoring beteiligten Wissenschaftler oftmals zuerst unter den vom Menschen geschaffenen Bauwerken nach Losung.

Die unterschiedlichen Methoden der Datenerhebung des Fischottermonitorings wurden im Detail vorgestellt und erläutert. Aber vor allem aber durch das Sammeln von Kotproben und anschließender genetischer Untersuchung konnten teils umfangreiche genetische Stammbäume der einzelnen Otter erstellt werden. Wichtig ist hierbei, dass die Kotproben frisch sind, da der genetische Nachweis mit frischem Material am besten gelingt.

Mittlerweile gibt es sogar schon Hunde, die auf das Aufspüren von Otterkot geschult sind und entsprechend vorstehen, wenn sie irgendwo ein Häufchen wittern. Bedenkt man, dass der Otter  eine recht rege Verdauung hat (der Darm ist wie bei allen Fleischfressern entsprechend kurz), wundert es also nicht, dass man zuerst einige der aromatischen Hinterlassenschaften am Wasser findet bevor man den Verursacher (wenn überhaupt) das erste Mal sieht.

Weniger erbaulich sind die Otterschäden in der Teichwirtschaft, also bei den Leuten, die von der gewerblichen Fischzucht leben und damit ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Gerade im Bereich Niederbayern / Oberpfalz leiden viele Fischzüchter oder haben bereits hingeschmissen. Ein unkompliziertes Entschädigungsverfahren wie es mittlerweile bei Wolfsrissen üblich ist, gibt es leider noch nicht. Aktuell liegt die Beweislast einzig und alleine beim Geschädigten. Da der Fischotter sehr heimlich und größtenteils nachtaktiv ist, hat man kaum Möglichkeiten die Schäden vor dem Abfischen zu quantifizieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Risse oftmals noch in der gleichen Nacht vom Fuchs oder dem sich mittlerweile immer stärker ausbreitendem Schwarzwild verschleppt oder gefressen werden.

 

Schutzmöglichkeiten der Fischteiche gibt es zwar auch, allerdings sind diese oftmals einfach nicht wirtschaftlich und teils auch nicht 100% effektiv. Als verhältnismäßig sicher gelten Zäune, diese müssen allerdings in den Boden eingegraben werden und eine gewisse Höhe haben, damit der Otter sie nicht überwinden kann. Hier rechnet man mit ca. 100€/m². Das ist für Nebenerwerbsfischzüchter ebenso unrentabel wie für Vollerwerbsfischzüchter bei denen Teiche oftmals mehrere Hektar Größe haben.

Elektrozäune sind zwar deutlich günstiger aber bei weitem nicht so effektiv. Das Fell des Fischotters hat pro cm² 50.000 Haare (zum Vergleich, ein Mensch hat je nach ethnischer Herkunft, Alter und Haarfarbe zwischen ~ 170 und 226 Haare pro cm²) und isoliert somit auch recht gut gegen Strom. Ein Bekannter von mir hatte mir vor einiger Zeit ein entsprechendes Video aus einer Fotofalle in der Oberpfalz zugespielt. Darauf ist zu sehen wie der Fischotter zuerst etwas zögert und versucht eine Schwachstelle in dem Elektrozaun auszumachen. Als ihm dies aber nicht gelingt, flitzt er einfach darunter hindurch.

Betroffene Anglervereine bemerken das Vorhandensein des Fischotters in der Regel erst recht spät, z.B. über die Auswertung der Fangbücher oder Beschwerden der Mitglieder wegen nachlassender Fangzahlen. Die Ursache hierfür muss aber nicht zwingend der Otter sein, dementsprechend ist es nicht immer sofort klar, ob es für den Fangrückgang nicht auch andere Gründe gibt.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Bestandsentwicklung und der Schutz des Fischotters sich nicht zu so einem ähnlichen Desaster entwickelt wie es zum Beispiel beim Kormoran mittlerweile der Fall ist. Zwar ist der Abschuss des Kormorans per Verordnung  mittlerweile zeitweise erlaubt aber bis dahin war es ein langer und steiniger Weg den die anderen anerkannten Naturschutzverbände durch Klagen künstlich in die Länge gezogen haben. So kommt man als Angler oftmals zu der Überzeugung, dass der Natur- und Artenschutz an der Wasseroberfläche endet.

Fazit: Die Rückkehr des Fischotters ist ein gutes Beispiel, dass der Naturschutz auch im 21. Jahrhundert Früchte trägt. Die Steigerung der Biodiversität sollte allen aktiven Naturschützern ein Anliegen sein, auch wenn die Beweggründe hierfür oftmals unterschiedlicher Natur sind. Allerdings gilt es wie beim Beispiel Wolf und Kormoran auch beim Fischotter zu bedenken, dass sich diese Tiere in der vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft teils überproportional vermehren und es keinen bzw. kaum Fraßdruck seitens anderer Beutegreifer gibt, die regulativ auf die steigenden Bestände einwirken würden. Ein Gleichgewicht wird sich hier auf natürliche Weise nur sehr langsam einstellen und Kompromisse erfordern, die der Mensch nicht immer bereit ist einzugehen.

Fischotter richtet 6-stelligen Schaden an

So possierlich er auch aussehen mag, er ist ein Raubtier – ein fischfressendes Raubtier das seinem Instinkt folgt. Was die Teichwirte hierzulande bereits seit einigen Jahren schmerzlich erfahren dürfen, ist einem Hotel in England dieser Tage auch schmerzhaft bewusst geworden. Ein Otter drang in den hoteleigenen Teich ein und tötete seelenruhig einige der wertvollen Koi Karpfen. Die angebrachten Sicherheitsmaßnahmen (Elektrozaun) schienen den Räuber in keinster Weise zu stören. Wieso auch, bei dem dichten Fell kommt kaum Strom durch. Diese Tatsache hat sich anscheinend nur noch nicht bis nach Deutschland herum gesprochen oder wieso wird Teichwirten nach wie vor empfohlen ihr Eigentum mit nutzlosen Elektrozäunen zu schützen? Den Bericht inkl. Video findet ihr hier.

Verhaltensänderung bei Fischen wegen Fraßdruck durch Kormoran

Der Eine oder Andere hat die Diskussion um den Kormoran und seinen Einfluss auf die Fisch / Fischerei in den letzten Jahren mehr oder weniger aktiv verfolgt. Mittlerweile ist es Mancherorts schon soweit gekommen, dass die Fische ihr Verhalten derart ändern, dass sie die Nähe des Menschen suchen um vermeindlichen Schutz vor dem Kormoran zu haben. Das funktioniert zwar anfangs, allerdings wird früher oder später auch der Kormoran seine Scheu vor dem Menschen verlieren (sofern er nicht bejagdt wird) und damit steigt dann auch wieder der Predationsdruck auf unser Flossenwild. Einen interessanten Artikel dazu findet ihr hier.

Hechte unter Wasser

Schöner Hecht im Flachwasser

Endlich ist es wieder soweit, die Tage werden länger und die Sonne gewinnt immer mehr an Kraft. Dies hat zur Folge, dass sich auch die flachen Bereiche der Gewässer langsam aber stetig erwärmen. Das wiederum zieht die weißfische magisch an, sie finden dort Nahrung, Deckung und beginnen alsbald mit dem Laichgeschäft. Dies wiederum hat zur Folge, dass sich auch die Hechte in unmittelbarer Nähe in den Flachwasserzonen einfinden. Einerseits weil sie selbst ablaichen wollen, andererseits weil dort aktuell ihre Nahrung ist. Es ist wirklich erstaunlich in wie flachen Wasser Hechte jenseits der Metermarke jetzt zu sehen sind. Erfahrungsgemäß sind die Hechte bis Ende des Laichgeschäfts bzw. bis Anfang – Mitte Juni im flacheren Uferbereich zu finden. Danach ziehen sie sich wieder in tiefere Gefilde zurück. Dies geht allerdings nicht schlagartig sondern erfolgt etappenweise. Ab Mitte Juni sind die Hechte oftmals noch an den Kanten zu finden bevor sie sich endgültig bis zum Herbst hinein ins tiefere Wasser zurückziehen.

Schöner Hecht im Flachwasser