Heimliche Panzerträger – Der Flusskrebs

Gerade bin ich bei YouTube über diesen interessanten wenngleich schon 25 Jahre alten Beitrag aus dem SWR gestoßen. Viele Angler kennen gerade mal mit Glück die Fischarten, welche zum Verzehr freigegeben sind. Bei den Krebsen sieht es nicht so gut aus. Das könnte aber auch daran liegen, dass mittlerweile mehr Neozoen Krustentiere die heimsichen Gewässer bevölkern, als einheimische Arten.

Invasive Arten – der Kamberkrebs – ein kleiner Selbstversuch

Auge in Auge mit dem Krustentier

Die einheimischen Krebsbestände sind seit vielen Jahren rückläufig. Die Ursachen dafür sind mannigfaltig. Früher war es in erster Linie die schlechte Wasserqualität die den Krustentieren das Leben schwer machte. Um diese Verluste zu kompensieren, versuchte man die sinkenden Bestandszahlen durch Besatz mit anderen Krebsarten zu kompensieren – ein fataler Fehler wie sich leider herausstellte. Zum einen tragen die „fremden“ Krebse oftmals den Erreger der Krebspest in sich, welcher innerhalb kürzester Zeit ganze Gewässerstriche (krebstechnisch) entvölkert.

Ein ausgewachsenes Kamberkrebs Exemplar

Neben dem Erreger der Krebspest sind viele der „invasiven“ Arten deutlich robuster, vermehrungsfreudiger und oftmals auch aggressiver als unsere einheimischen Krebsarten. Mittlerweile gibt es fast in jedem Gewässersystem invasive Krebsarten. Diese Arten erschließen sich die mittlerweile frei gewordenen ökologischen Nischen ebenso, wie neue Bereiche.  Für ein kleines privates „Forschungsprojekt“ habe ich mir aus einem größeren Gewässer ein paar der in Deutschland nicht heimischen Kamberkrebse entnommen und ihr Verhalten sowie ihre Nahrungsgewohnheiten beobachtet. Folgende Dinge kann man zum bisherigen Zeitpunkt aber schon mal sagen.

Schön zu erkennen, die Griffelbeine

  • Je nach Lichtverhältnissen sind die Krebse auch tagsüber aktiv.
  • Kamberkrebse klettern gerne. Gerade in der Anfangszeit waren die Krustentiere oftmals im Grün des Aquariums zu finden. Auch auf der Filtervorrichtung war fast immer einer der Komiker zu finden.

Krebse haben die angewohnheit immer „rückwärts“ zu fliehen.

  • Neben tierischem Eiweiß steht pflanzliche Nahrung ganz weit oben auf der Liste. Innerhalb weniger Wochen war das Aquarium frei von Algen, wenige Wochen später dann auch gänzlich frei von Pflanzen. Selbst die sonst wie Unkraut wuchernde Wasserpest wurde innerhalb kürzester Zeit vernichtet.
  • Trotz kurzzeitigen Aussetzens der tierischen Nahrung, wurden die im Aquarium befindlichen Fische nicht angegriffen. Die Krebse gingen den einfachen Weg und ernährten sich einfach pflanzlich weiter. Forellenlaich bzw. Aas wurde aber immer sofort angenommen. Das untermauert indirekt die Behauptung, dass Krebse als Aasfresser einen wichtigen Beitrag als Gesundheitspolizei in Aquatischen Ökosystemen erfüllen. Sie sind somit das gepanzerte Pedant zum Hecht – im weitesten Sinne.

Ein kleineres Exemplar bei der Nahrungsaufnahme

  • Kleine Krebse verhalten sich heimlich, größere Krebse sind echte Rampensäue.
  • Die Hauptaktivitätsphase der Krustentiere liegt in der Dämmerung und Nachts.
  • Kleinere Exemplare häuten sich deutlich häufiger als ausgewachsene Krebse

Die Viecherl sehen schon irgendwie ungewöhnlich aus.

Verschwinden unsere Fischbestände?

Wie geht’s es weiter mit unseren Fischbeständen in Deutschland und allgemein Weltweit. Immer wieder geistern Schreckensnachrichten durch die Medien. Dort ist dann von Überfischung und dem Zusammenbruch der Fischbestände zu lesen. Nachdem Fische nicht schreien und man über Wasser nicht wirklich genau bestimmen kann, wie es letztendlich unter Wasser aussieht, ist dieses Thema für die Allgemeinheit nicht wirklich greifbar. Trotz der Warnungen viele Forscher und auch der Leute die vom Fischfang abhängig sind, kann sich die Politik nur sehr sehr langsam zu entsprechenden Maßnahmen durchringen. Die jahrzehntelange Misswirtschaft und Ausbeutung wird den Menschen hier früher oder später wieder einholen – die Frage hier ist nicht ob dies geschieht sondern WANN dies geschieht.

Einen sehr guten Kurzfilm zu dem Thema hat Kristof Reuther vor einiger Zeit abgedreht.

Tiere rund um´s Wasser: Die Gelbbauchunke

Name: Gelbbauchunke (Bombina variegata)
Verbreitung: Mitteleuropa, nördliche Apenninhalbinsel, Nördlicher Balkan
Größe: Bis ca. 5cm
Nahrung: Insekten, Würmer, Schnecken
Paarungszeit: April bis August.
Lebensraum: Warme, flache, klare Gewässer, mit Krautbewuchs. Nach Möglichkeit sonnenexponiert.

Besonderheiten:

  • Pionierart, das bedeutet, dass diese Unkenart gerne wandert und kleine Pfützen oft vor anderen Amphibien bevölkert.
  • Vornehmlich im süddeutschen Raum vertreten.
  • In Norddeutschland gibt es die verwandte Rotbauchunke. In Überschneidungsgebieten beider Arten gibt es Mischlinge.
  • Die Bauchunterseite trägt, wie bei Wespen und Feuersalamandern, eine deutliche Warnfärbung (Schwarz/Gelb). Fühlt sich die Unke bedroht, wirft sie sich auf den Rücken und präsentiert ihre grell gefärbte Bauchseite.
  • Die Eiablage erfolgt in kleinen Klumpen an Wasserpflanzen und Steinen. Die Kaulquappen schlüpfen, je nach Wassertemperatur, nach ca. 1 Woche.
  • Unken werden sehr schnell zutraulich und nehmen Futter bereits nach kurzer Eingewöhnungsphase aus menschlicher Hand an.
  • Wie alle einheimischen Amphibien und Reptilien stehen auch Unken unter Naturschutz und dürfen nicht ohne Sondererlaubnis aus der Natur entnommen oder gefangen werden.
  • Unken gehören zu den leiseren Amphibien. Ihr Ruf ist sehr dezent und ähnelt einem „Uhh-Uhhh-Uhhh“.
  • Der Fluchtreflex ist bei Gelbbauchunken nicht so stark ausgeprägt. Sie verlassen sic oftmals auf ihre Warnfärbung.

Der Kormoran und die Angler

Der Streit zwischen Anglern und den schwarzen Vögeln ist wohl so alt wie die Menschheitsgeschichte. Was viele aber nicht wissen: Früher gab es den Kormoran nur an den Küsten, mittlerweile hat er auch das Inland für sich erschlossen. Eine Erfolgsgeschichte? Mitnichten. Wer etwas mehr darüber erfahren möchte, sollte sich diesen Film vom LFV ansehen. Er liefert zugleich auch das eine oder andere Argument bei Disputen mit „Vogelschützern“ am Wasser.

Streitpunkt Besatzfische

Seien wir doch mal ehrlich, kaum ein Gewässer, kein Verein, kein kommerziell bewirtschaftetes Gewässer kommt ohne Fischbesatz aus. Was die Wenigsten aber wissen: Besatzfische bieten nicht nur Chancen sondern auch erhebliche Gefahren für das Ökosystem in das sie verbracht werden sollen. Als da wären: Einschleppung von Neozoen, Fischkrankheiten und Parasiten, Besatz mit genetisch falschem Material und und und. Wusstet ihr z.B. das der Besatz mit Hechten zur Bestandsstützung nur kurzfristige Verbesserung der Situation bringt? Über den Daumen gepeilt kann man sagen, dass beim Hecht lediglich der Erstbesatz Sinn macht, danach muss sich der Bestand selbst tragen. Ist dem nicht der Fall, muss an deren Schrauben gedreht werden z.B. Schonmaße, Schonzeiten, Schonbezirke usw.

Einen sehr guten Film zu dieser Problematik findet ihr nachfolgend.

Frösche, Unken und was sonst so kreucht und fleucht

Gelbbauchunke

Gerade als Ansitzfischer kann man die Natur in Ruhe genießen und auch beobachten – sofern man offen dafür ist.

Zugegeben, ich bin fast immer mit der Spinnrute oder beim Schleppen mit dem Boot unterwegs. Die wenigen Male jedes Jahr bei denen ich im Klappstuhl vor meinen zwei Ruten sitze und die Natur auf mich wirken lasse sind normalerweise prozentual gesehen zu vernachlässigen. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht auch beim Spinnfischen die Eindrücke und die Natur allgemein auf mich wirken lasse.

 

Gelbbauchunke die gerade untertaucht

Auch abseits der Angelei kann man die Natur erleben und Kraft aus ihr schöpfen. Wer den Blog schon länger verfolgt, hat sicherlich schon mitbekommen, dass ich ein Faible für die einheimischen Amphibien hege. Egal ob Frosch, Lurch, Salamander, Kröte oder Unke. Ich finde diese Tiere einfach faszinierend. Von ihnen geht so etwas Friedliches und Zufriedenes aus. Außerdem lassen sich Frösche und Salamander im Gegensatz zu den einheimischen Reptilien noch vergleichsweise einfach ablichten.

Gelbbauchunke

Wer sich vorsichtig nähert und vor allem seine Griffel bei sich behalten kann, dem werden gute Aufnahmen gelingen. Besonders in den Vormittagsstunden wenn die Tiere aus ihrer nächtlichen Apathie erwachen und langsam wieder auf Betriebstemperatur kommen, sind gut Bilder möglich.

Gerade bei den wärmeliebenden Unken kann man, eine entsprechende Population vorausgesetzt, tolle Bilder schießen.

Besonders beeindruckend bei unseren Amphibien sind die Augen. Selbst bei Kröten die allgemeinhin ja nicht unbedingt als ein Sinnbild für Schönheit gelten, sind die kupferfarbenen Augen schon etwas Besonderes. Die größeren Froscharten wie z.B. der Seefrosch haben runde Pupillen, die Unken hingegen haben eine herzförmige Pupille.

Seefrosch mit runder Pupille

Gelbbauchunke mit herzförmiger Pupille

Wir brauchen mehr Seeadler…

Wir brauchen mehr Seeadler! Wieso wird sich der eine oder andere jetzt fragen. Ganz einfach. Der Seeadler ist einer der wenigen natürlichen Feinde des Kormorans. Nachdem es die Politik einfchc nicht auf die Reihe bekommt den schwarzen Vogel in seiner Population zurück zu stutzen, muss versucht werden hier ein Räuber Beute Gleichgewicht herzustellen. Ein nettes Video hierzu habe ich auf YouTube gefunden. Aber seht selbst.

Tiere rund um´s Wasser: Die Erdkröte

Name: Erdkröte, (bufo bufo)
Verbreitung: Mitteleuropa bis Asien
Größe: 8-13cm wobei die Weibchen oft deutlich größer sind als die Männchen
Nahrung: Würmer, Schnecken, Insekten
Paarungszeit: Ab März bis April/Mai
Lebensraum: Flache Gewässer, Tümpel. Diese Art ist nicht sonderlich anspruchsvoll was die Wahl des Gewässers betrifft.

Besonderheiten:

  • Nach der Eiablage verlassen die Alttiere das Gewässer wieder.
  • Diese Art ist vorwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv.
  • Auf ein Weibchen kommen in der Paarungszeit meist mehrere Männchen.
  • Der Paarungsgriff (Amplexus) der Männchen kann sogar soweit führen, dass die Weibchen ertrinken. Grundsätzlich umklammern die Männchen während der Paarungszeit alles was sie in die Finger bekommen. Das können auch Feuersalamander oder sogar Fische sein.
  • Der Laich besteht aus galertartigen langen Schnüren die sich wie Spinnfäden durchs Gewässer ziehen.
  • Nach der Paarungszeit findet man Erdkröten meist im Wald unter umgefallenen Baumstämmen, in Laubhaufen oder unter Moos.
  • Besonders der zunehmende Straßenverkehr sowie die Verbauung zu den Laichgewässern machen dieser Art das Leben schwer und sorgen für einen steten Bestandsrückgang.

Der Frühling kommt

Nun, auch wenn man es angesichts der aktuell noch vorherrschenden Temperaturen kaum glauben mag: Der Frühling rückt näher. Die Tage sind mittlerweile doch merklich länger geworden, die Temperaturen haben davon aber noch nicht wirklich viel mitbekommen und auch das Wetter weiß aktuell noch nicht wirklich, was es will. Bei den Pflanzen merkt man aber schon recht deutlich, dass der Frühling mit großen Schritten naht. Der Saftdruck in den Knospen steigt täglich mehr an und auch die Insekten haben ihre Winterpause beendet. Vereinzelt hört man sogar schon wieder von aktiven Zecken. Auch der kleine Mikrokosmos auf meinem Balkon beginnt sich langsam wieder zu regen.

Stinkwanze

Rüsselkäfer

Stinkwanze

 

 

 

 

 

 

Die ersten Rüsselkäfer sind bereits aktiv und auch die Wanzen haben nicht lange auf sich warten lassen. Wie die Insekten und vor allem die Obstbäume dieses Jahr auf die Wetterkapriolen reagieren, bleibt abzuwarten.