Kapitaler Huchen

Der Huchen gehört in Bayern bei den hier ansässigen Ureinwohnern und auch den zuagroasten Angler-G´schwerl zu den beliebtesten Fischen in den Wintermonaten. Das hat den Hintergrund, dass er in der kalten Jahreszeit der einzige Salmonide ist, der keine durchgängige Schonzeit hat. Das hängt aber natürlich auch vom Gewässer ab. In manchen Gegenden ist der Huchen auch gänzlich geschont. Innerhalb des Weißwurstäquators gilt tendenziell jedoch: Winterzeit = Huchenzeit. Da der Huchen verhältnismäßig spät geschlechtsreif wird und wie die meisten Fische proportional zu seinem Körpergewicht Laich ansetzt, haben wir in den meisten Gewässern ein Schonmaß von knapp 90cm. Ein großes Huchenweibchen kann also mehr Nachkommen zeugen als z.B. 3 kleinere Exemplare.

Huchen, mitten in einer bayrischen Großstadt, ca. 110cm lang und 25 Pfund schwer

Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet würde bei dieser ohnehin gefährdeten Fischart C&R durchaus Sinn machen – oder eine ganzjährige Schonzeit. Aber gut, darüber sollen sich die Gesetzgeber Gedanken machen. Die meisten sich selbsterhaltenden Vorkommen des Huchens findet man in der Donau bzw. deren Nebenflüssen. Der Huchen hat es aufgrund seiner Seltenheit mittlerweile sogar schon ins bayrische Fernsehen geschafft wie ihr hier sehen könnt. Die Doku dauert etwa 45 Minuten und ist eigentlich eine Pflichtlektüre für jeden Angler.

Ich selbst hatte in den letzten Jahren immer wieder einmal das Glück den einen oder anderen Huchen zu fangen, allerdings alle untermaßig. Gesehen habe ich gerade bei der Watfischerei durchaus schon Exemplare von deutlich über einen Meter. Wer sich die Zeit nimmt und auch mal mit einer Polarisationsbrille von den diversen Brücken ins Wasser starrt, kann ab und an auch mal einen Huchen entdecken – schließlich sind Fische von über einem Meter Körperlänge kaum zu übereshen…

Kapitaler Brückenhuchen

Hecht vs. Haubentaucher

Die Mär, dass der Hecht auch gerne mal den einen oder anderen Wasservogel verspeist, gibt es ja schon lange. Bisher wurden im besten Fall nur ein paar kurze Clips veröffentlich in denen Meister Esox sich das eine oder andere Entenküken schnappt. Allerdings gibt es auch andere Videos in denen man sieht, dass auch Vögel in Entengröße, in diesem Fall wohl eher Haubentauchergröße, gelegentlich im Rachen von Genosse Esox landen. Absolut faszinierend. So etwas habe ich bisher auch noch nicht live gesehen.

Im Herbst werden die Faulen plötzlich fleißig

Eichkater, gut versteckt.

Meine Eltern sagten schon immer „Abends wird der Faule fleißig“. So ähnlich kann man diesen Spruch auch auf die einheimischen Tiere unserer Breitengrade übertragen die auch den Winter hier verbringen und nicht in wärmere Gefilde fliegen können. Unterscheiden sollte man hier aber auch zwischen Tieren die eine Winterruhe, Winterschlaf und Winterstarre.

Besonders bei den Eichhörnchen konnte ich in den letzten Wochen vermehrte Aktivität feststellen. Das dürfte wohl daran liegen, dass die Nüsse mittlerweile reif sind und die Tiere sich Vorräte für den Winter anlegen.

 

Existenzbedrohung durch den Fischotter

In einigen Teilen Bayerns lebt ein nicht unwesentlicher Teil der Menschen von der Teichwirtschaft. Soweit nicht ungewöhnlich, was aber in den letzten Jahren an Nachrichten aus der bayrischen Teichwirtschaft in den Medien verbreitet wurde ist besorgniserregend.

Viele Teichwirte mussten ihre teils schon seit Jahrhunderten von einer Familie bewirtschafteten Betriebe/Gewässer schließen/aufgeben. Wieso? Weil die Vogelschützer und vergleichbare „Ökofaschisten“ es so wollen. Nun, ganz so krass sollte man es vielleicht nicht formulieren, sind die Sachverhalte diesbezüglich doch recht vielschichtig. Ein nachdenklich stimmendes Video zu diesem Thema findet ihr nachfolgend.

Grausame Natur

In allen Epochen des Zeitalters spiegelt sich auch das vorherrschende Bild des Menschen der Natur gegenüber wieder. Jahrhunderte lang wurde die Natur als Feind des Menschen gesehen, dann aber gab es auch immer wieder Epochen in denen die Natur verklärt wurde. Romantische Gedichte wurden geschrieben, Mutter Natur wurde als etwas friedfertiges und liebenswertes „vermenschlicht“.

Sicherlich, die Natur ist eines der wertvollsten Güter die wir haben. Aber als friedfertig oder gar friedlich und harmlos würde ich die Natur nicht bezeichnen. Die Natur ist faszinierend, keine Frage. Sie nährt uns, schützt uns und ermöglicht unser Leben aber schaut man einmal etwas genauer hin und bricht die Eindrücke auf ein Resultat herunter, so sieht das eher wie folgt aus: Natur ist fressen und gefressen werden, ein ständiger Wettkampf ums Überleben. Das eigene Überleben sowie die Weitergabe der Gene an die nächste Generation stehen im Vordergrund. Wer darin etwas romantisches sieht hat die Zusammenhänge nicht verstanden. Selbst der Vegetarier muss den Salatkopf vom Wurzelgeflecht schneiden und die Pflanze somit TÖTEN damit er satt werden kann.

Rupfung

Ist man öfters in der Natur unterwegs findet man, offene Augen und etwas Wissen vorrausgesetzt, immer wieder solche „Tatorte“an denen sich solche natürlichen Dramen im Rahmen von fressen und gefressen werden abgespielt haben. Die nachfolgenden Bilder zeigen eine Rupfung, quasi den Platz wo ein Greifvogel einen anderen Vogel rupft bevor er ihn frisst. Der verklärte Romantiker würde hier vermutlich sagen, dass sich hier ein Vogel gemausert, sprich sein Federkleid gewechselt hat. Aha – is klar. Der Vogel rennt, bei der Menge an Federn die man auf den Bildern sieht, jetzt vermutlich nackert durchs Revier. Schon klar.

Rupfplatz eines Blässhuhns

Intelligente Krähen

Nanu, wo ist mein Gehänge hin?

Rabenvögel gehören zum klügsten Federwild unserer Breitengrade. Sie haben sogar die Fähigkeit entwickelt, Werkzeuge zu benutzen um an Nahrung zu gelangen. Als ich neulich beim Fischen war, viel mir eine junge Krähe auf, die mit einer kleinen Plastikflasche, vermutlich Augentropfen oder so etwas in der Art, herumspielte. Zwar konnte sie den Verschluss nicht öffnen, aber das hielt die Krähe nicht davon ab mit dem kleinen Fläschchen fast eine geschlagene Stunde lang herum zu werkeln. Ein ähnliches Verhalten kenne ich sonst nur wenn diese Vögel versuchen eine Nuss zu knacken und sie von weit oben herabwerfen bis die Schale springt oder sie einfach auf die Straße werfen und warten bis ein Auto drüber fährt. War auch jeden Fall eine spannende Erfahrung, dem Vogel beim Tüfteln zuzusehen.

„Dieses verdammte Ding muss man doch irgendwie öffnen können?“

Schluck-Specht

„Wirst du wohl aufgehen?“

„Ach Scheiße, ich nehm das Teil jetzt einfach mal mit heim“

Das Teichhuhn

Männliches Teichhuhn auf Nahrungssuche

Wer oft am Wasser unterwegs ist, wird früher oder später auch mit Wasservögeln „konfrontiert“ werden. Früher, beim Karpfenangeln, sah ich die diversen Enten, Rallen und Schwäne immer als lästiges Ärgernis, mittlerweile finde ich es spannend zu sehen wie viele verschiedene Vogelarten so in und um unsere heimischen Gewässer herum wuseln.

Heute konnte ich ein paar halbwegs brauchbare Aufnahmen von Teichhühnern machen. Die Tiere sind deutlich scheuer als Enten und lassen den Menschen normalerweile nicht an sich heran. Sitzt man aber still und bewegt sich nur sehr langsam und vorsichtig, kommen die Vögel oftmals von selbst zu einem hin.

Weibliches Teichhuhn (Mitte), schlicht und weniger auffällig gefärbt als das Männchen (Links)

Besonders auffällig sind sind der markante Ruf und die Farbe des Schnabels beim Männchen. Die Weibchen sind, wie bei den Amseln beispielsweise auch, vom Gefieder her deutlich blasser und unauffälliger. Das kommt ihnen z.B. während der Brutsaison entgegen wenn sie die meiste Zeit auf dem Gelege verbringen.

Weibliches Teichhuhn

Einheimsiche Krebse

Hand aufs Herz, wer von euch Angler kann, 10 Jahre nachdem er den Fischereischein gemacht hat, immer noch einheimische Krebse von Neozoen unterscheiden? Wer kann einen Männlichen von einem Weiblichen Krebs unterscheiden? Ausgenommen von dieser Fragestellung sind all jene die bereits auf Krebse gefischt haben oder aktiv auf Krebse fischen.

Von so einer Pfanne könnte man schon satt werden. Übrigens, die Tiere wurden nur zu Hälterungszwecken kurz in die (kalte) Pfanne gesetzt.

Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich es 20 Jahre nach erfolgreichem Ablegen meiner Fischereiprüfung nicht mehr schaffen würde die einheimischen Krebsarten von den Eingeschleppten mit Sicherheit unterscheiden zu können. Woher auch, schließlich gab es in den letzten 20 Jahren nur eine Hand voll Berührungspunkte zwischen den Krustentieren und mir. Nachdem Krebse ohnehin nicht besonders beliebt innerhalb meines Speiseplans sind, wurden diese Tierchen mehr oder weniger komplett ausgeklammert wenn es um das Thema Nahrungserwerb bzw. Nahrungsbeschaffung aus der Natur ging.

Achtung, schlechtes Wortspiel. Rauchen verursacht Krebs.

Nachdem die beiden einheimischen Krebsarten durch die Krebspest stark dezimiert wurden, stellte sich für mich auch nie die Frage den Krustentieren aktiv nachzustellen. Was selten ist, soll bewahrt und geschützt und nicht noch weiter dezimiert werden. Darum ist es für mich auch unverständlich wieso seltene Tierarten in dieser Hinsicht nicht einen kompletten und allumfassenden Schutzstatus genießen. Genausowenig kann ich nachvollziehen wieso man nach wie vor auf Huchen fischen darf. Der Rotfisch hat im letzten Jahrhundert einen massiven Bestandseinbruch erfahren, steht auf der roten Liste und darf immer noch befischt, gefangen und entnommen werden. Wie ist das zu rechtfertigen? In meinen Augen gar nicht. Zumal es genug Angler gibt, die einen jungen Huchen nicht von einer Regenbogenforelle unterscheiden können…. Anders sieht es hier z.B. bei einstmals geschützten Tieren aus deren Population mittlerweile Ausmaße erreicht haben, die einen Schutzstatus nicht mehr rechtfertigen. Gemeint ist hier der Kormoran. Zwar darf mittlerweile wieder Jagd auf den schwarzen Geier gemacht werden aber die Vorraussetzungen hierfür sind sehr hoch.

Nun aber wieder zurück zu den einheimischen Krebsen. Der bayrische Rundfunk veröffentlichte vor kurzem ein nettes kleines Filmchen zum Thema Steinkrebs welches ich euch nicht vorenthalten möchte.

Falscher Artenschutz und die Folgen

Des einen Freu(n)d, des anderen Leid. So könnte man die Geschichte des erfolgreichen und doch zugleich fatalen Artenschutzes bei zwei fischfressenden Spezies hierzulande bezeichnen. Die Rede ist vom Kormoran und vom Fischotter. Einst am Rande der Ausrottung haben sich bei beiden Tierarten die Bestände mehr als sehr gut erholt. Ein interessanter Beitrag zu dem Thema findet ihr nachfolgend.

Nachhaltigkeit in der Fischzucht / Aquakultur?

Nachhaltigkeit ist ja gerade wieder mal in, warum auch nicht, schließlich geht es um Ressourcenschonung. Gerade Für Menschen die nicht von Luft und Liebe leben können und auf tierische Erzeugnisse angewiesen sind, ist dies oft ein heikles Thema. Wer sich ein bisschen mit der Haltung und vor allem mit dem Kraftfutter für Tiere, insbesondere Schweine, Rinder und Fische auskennt, der weiß, dass dieses Futter oft einen hohen Anteil an tierischem Eiweiß enthält. Aber woher kommt das Eiweiß? Nun, hier möchte ich dem geneigten Leser nicht vorgreifen und ihn bitten hierzu die Suchfunktion von Google oder ähnlichen Datenkraken zu nutzen. Nur soviel vorweg: Es wird euch nicht gefallen was ihr bei dieser Recherche heraus finden werdet. Aber im Ernst, ich rechne nicht damit, dass irgendjemand von meinen Lesern sich die Mühe macht hier eine Background Recherche zu betrieben… das würde nicht dem schnelllebigen Zeitgeist entsprechen.

Ein interessanter Beitrag der zeigt, dass es es auch anders geht, habe ich nachfolgend für euch angehängt. Have fun.