Fischers Fritz fischt frische Fische. Das etwas andere Kochbuch von Gerhard Poggenpohl

Ich und ein Angelkochbuch? Naja, zugegeben ich bin kulinarisch gesehen eher der Fischesser vom Typ Käpt’n Iglo. Gut paniert und mit nicht zu starkem Fischodeur bin ich durchaus gewillt meinen Fang selbst zu essen. Das war nicht immer so. Als Kind habe ich Fisch sehr gern gegessen. Als mein Erzeuger mich aber ein Mal zwang die Forelle auf dem Teller komplett aufzuessen, hat meine zarte Kinderseele (und vermutlich auch meine Psyche) etwas Schaden genommen. Ich war damals 5. Seit diesem Tag vergingen fast 25 Jahre in denen ich keinen Fisch mehr anrühren konnte, ja schon bei dem Geruch von Fisch (aus der Küche) drehte sich mir der Magen um. Besten Dank an dieser Stelle an meinen Vater… du hättest besser nie ein Kind in die Welt gesetzt. Mehr als ein zeitweises Hobby war ich wohl ohnehin nie für dich…

Angeln ging ich in dieser Zeit trotzdem. Schließlich essen meine Eltern nach wie vor gerne Fisch. Fangen, Versorgen und Zubereiten waren nie das Problem – essen schon. Mit Anfang 30 versuchte ich es dann erneut: Zuerst mit Fischstäbchen, dann mit selbst geräuchertem Fisch. Nun, besonders großen Geschmack habe ich am Flossenwild nicht gefunden aber mittlerweile erachte ich doch den einen oder anderen Fisch als essbar – in geringen Mengen.

Fischers Fritz fischt frische Fische. Das etwas andere Kochbuch.

Umso spannender fand ich seinerzeit die Suche nach einem guten Fischrezept welches mir half mein Kindheitsforellentrauma zu überwinden. Auf dem Markt gibt es ja unglaublich viele Kochbücher, jede gelangweilte Hausfrau mit schriftstellerischen Umtrieben hat gefühlt schon mindestens ein Kochbuch veröffentlich. Aber spezielle Kochbücher zum Thema Fisch gibt es eher wenig.  Vor einigen Jahren stieß ich auf ein ansprechend illustriertes Buch zu diesem Thema. Ob es jetzt die Bilder der Fischgerichte im Inneren des Buches waren oder die dralle Rothaarige Anglerin (wie sagte Opa immer so schön: „Rostet das Dach ist der Keller feucht!“) auf dem Cover – letztendlich weiß ich nicht mehr was mich zum Kauf bewegt hat. Auf gut 130 Seiten werden, natürlich in Hochglanz, diverse Fischrezepte für Süß- und Salzwasserfische vorgestellt.

Der Autor, Gerhard Poggenpohl, scheint seiner Vita nach zu urteilen, extrem Umtriebig auf dem Feld der Kochbücher zu sein. Bei einem kurzen Background Check konnte ich ihm mindestens ein gutes Dutzend Kochbücher aus diversen Fachrichtungen zuordnen. Mein lieber Scholli, fleißig, fleißig der Mann.

Um es auf den Punkt zu bringen. Die Rezepte sind lecker (zumindest was ich bisher schon ausprobiert habe, die Bilder und auch die Zeichnungen (hach, die Rothaarige *seufz*) ansprechend. Zusammenfassend kann man also wirklich sagen ein gutes Buch für den Anglerhaushalt.

Peter Bartelt: Am Wasser

Peter Bartelt Am Wasser

Sachbücher über das Angeln gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer. Belletristik zu dem Thema á la der alte Mann und das Meer (Hemmingsway) sind da schon etwas seltener zu finden. Nachdem es mittlerweile ja einen Trend hin zu Tablets, Kindles und anderen elektronischen Lesegeräten gibt, fallen die Preise für gebrauchte Bücher teilweise rapide. Nachdem ich mein Geld auch deutlich lieber für Angelköder denn für Bücher ausgebe, war ich oftmals schlichtweg zu sparsam respektive geizig mir einfach die neueste Literatur zum Thema Angeln zu kaufen. Allerdings habe ich die Titel potentiell interessanter Bücher nie vergessen. In der Corona Krise 2020 war es dann soweit. Ich beschloss von Hörbüchern wieder mehr auf Papier umzusteigen und kaufte ordentlich gebrauchtes Buchmaterial ein – natürlich auch mit dem Hintergedanken entsprechende kurze Reviews/Vorstellungen auf dem Blog hier zu machen.

Eines der eingangs erwähnten Bücher ist von Peter Bartelt und trägt den Titel „Am Wasser“. Die Randdaten: 2008 erschienen, knapp 190 Seiten, 14 Fotos.

Kurze Inhaltsangabe: Der Autor möchte am kommenden Tag seinem Nachwuchs das Angeln näher bringen. Daraufhin resümiert er sein bisheriges Angelleben und lässt alles Revue passieren. Von den ersten Schritten bis hin zu den anglerischen Eskapaden der letzten Jahre.

Zugegeben, die Wortwahl und der Schreibstil haben mich jetzt nicht wirklich vom Hocker gehauen. Die Pointen etc. sind vorhersehbar. Allerdings ist der Autor auch schonungslos offen und erzählt von einem Angelabenteuer in Dänemark bei dem ihm sein Gastgeber (bzw. ein Freund des Gastgebers) einfach mal in den hiesigen Puff eingeladen hat. Das Interessante daran ist aber, dass ich selbst zusammen mit Artur von Angeln-24.de bereits vor einigen Jahren am Glenstrup See in Dänemark gefischt habe…ebenso wie der Autor…und da war weit und breit kein Puff in der Nähe. Das wäre uns glaube ich doch aufgefallen 😉 Aber egal. So ganz spannend und packend ist das Buch in meinen Augen nicht (wenngleich es zum Ende hin deutlich „spannender“ wird was aber wohl daran liegen dürfte, dass die Erinnerungen da doch deutlich frischer sind als die aus der Kindheit des Autors) aber man kann es, entsprechende Ambitionen vorausgesetzt, lesen.

Petri Dank! Sternstunden eines Anglers von Joachim Eilts

Zum Thema Angeln gibt es ja mittlerweile jede Menge Literatur. Sei es nun Sachliteratur in Form von Büchern über das Fliegenfischen oder das Karpfenangeln oder aber Bücher die eher dem Genre Belletristik zugeordnet werden müssen. Zugegeben, ich bin eher ein Fan von Sach- und Fachbüchern wenngleich diese in den letzten Jahren nichts Bahnbrechendes mehr enthalten. Zwar hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten der Fischerei durchaus noch etwas getan aber der Fortschritt hier ist eher gemächlich und beschränkt sich mehr auf Gerät und Köder als auf Angeltechniken oder sonstige angeltechnisch Interessante Dinge.

Joachim Eilts Petri Dank! Sternstunden eines Anglers

Heute soll es also um das mittlerweile nicht mehr ganz taufrische Buch von Joachim Eilts, seinerzeit Blinkerurgestein, Jäger und Angler, gehen. Vielen älteren Anglern dürfte Joachim „Akki“ Eilts noch ein Begriff sein, prägte er den Blinker (Zeitschrift) mehrere Jahrzehnte lang. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es wohl wenig überraschend ist, dass Akki mehrere Bücher zum Thema Angeln/Jagen geschrieben hat. Damit reiht er sich nahtlos in die schriftstellerischen Umtriebigkeiten seiner Kollegen vom Blinker ein. Wulf Plickat, Jörg Strehlow, Andreas Janitzki, Jan Gutjahr, Florian Läufer und wie die (freien) (Ex) Mitarbeiter vom Blinker alle heißen, haben sich ebenfalls als Schriftsteller versucht. Es ist wohl nur noch eine Frage bis Johannes Radtke und Florian Pippardt auch ein Buch heraus bringen… Aber sei es drum, man kann das Rad halt nicht jeden Tag neu erfinden und Standardwerke wachsen halt nicht auf Bäumen. Dementsprechend sollte man auch nicht zu viel erwarten wenn gehypte Angelautoren plötzlich ein Buch heraus bringen.

Bei Akki sieht das nun wieder etwas anders aus. Seine Belletristischen Umtriebe wurden erst in seiner zweiten Lebenshälfte zu Papier gebracht. Warum ich das erwähne? Nun, ganz einfach. Je älter ein Autor ist, desto mehr kann er (hoffentlich) von seiner Lebenserfahrung berichten und wir, respektive ich, als Leser davon profitieren. Ein Buch von einem Jungspund kann zwar auch gut sein aber es fehlt meist die Erfahrung, der Intellekt und der Charme wie man ihn oftmals nur bei alten Haudegen findet. Aber gut, nu ma Budde bei de Fische.

Gute 190 Seiten mit gut 50 Farbbildern von sich und seinen Kollegen kann man in dem Buch „Petri Dank! Sternstunden eines Anglers“  bewundern. Um es kurz zu machen: Eine recht nette und teils unterhaltsame Abendlektüre, allerdings ohne besonders viel Witz und rhetorischem Charme. [Als Maßstab setze ich hier das Werk von Erwin Felsmann „Borsten, Grannen & Federn“ an]. Die Geschichten plätschern halt so dahin, Spannungsbogen, dramaturgische Elemente? Eher selten. Akki erzählt eher nüchtern und bescheiden von seinen Erlebnissen. Zugegeben, das scheint wohl seinem Naturell und dem Alter geschuldet zu sein. Nichtsdestotrotz ein nettes Buch für besinnliche Abende mit einem Glas Whiskey und einer guten Zigarre vor dem Kamin…