2019 – Das Jahr der Flussbarsche?

Normalerweise fange ich in meinem Hausgewässer selten Barsche. Der Angeldruck dort ist recht stark und wie in den meisten Forellengewässern besteht für Aal, Hecht & Barsch Entnahmepflicht. Dementsprechend kommen, wenn überhaupt, nur sehr kleine Barsche dort vor. Nachteilig wirkt sich zudem das extrem langsame Wachstum der Barsche aus.

Dennoch, dieses Jahr scheint es mit den Kammschuppern recht gut zu laufen. Bis Ende Juni konnte ich ein paar nette Exemplare überlisten welche schon mindestens ein Jahrzehnt auf dem Buckel haben. Solche Fische sind nicht umsonst so groß geworden, ganz im Gegenteil. Diese Fische haben schon unzählige Köder an ihren Mäulern vorbei ziehen sehen und sind stark geblieben (oder hatten das Glück wieder zurück geworfen zu werden).

Dieses Mal war es ein sinkender Hardbait ohne Rasseln im Inneren, der den Barsch zu einem Landgang überreden konnte.

Schöner Flussbarsch, gefangen auf eine Daiwa Flat minnow im Barsch Design

Schöner Flussbarsch, gefangen auf eine Daiwa Flat minnow im Barsch Design

Kapitaler Döbel

Der Döbel, in Bayern auch Aitel genannt, zählt bei vielen Anglern ja nicht unbedingt zu den Lieblingsfischen. Kulinarisch gesehen ist er auch nicht mit anderen Edelfischen wie z.B. Forelle oder Zander gleichzusetzen. Allerdings ist er in trüberen Gewässern ein dankbarer Fisch der unsere Köder auch dann noch nimmt wenn andere Fische beißunwillig sind. In klaren Gewässern jedoch stellt er für jeden Angler eine echte Herausforderung dar. Selbst mit dünnsten Vorfächern ist er dann kaum zu überlisten. Aber wehe vorangegangener Niederschlag trübt das Wasser etwas ein. Dann lässt der sonst ach so scheue Döbel sämtliche Vorsicht fallen und attackiert hemmungslos unsere Köder.

Kapitaler Döbel, überlistet beim Angeln-24.de Teamfischen im Jnui 2019 an der Chamb

Exemplare über 40cm sind schon recht stattlich, über 50cm kapital und über 60cm außergewöhnlich. Manchmal kommt alles zusammen und man hat Glück ein solch stattliches Exemplar zu einem Landgang zu überreden.

Teamtreffen am Höllensteinsee 2019

Anstrengende Wochen liegen hinter mir. Zusammen mit Artur folgten wir dem Ruf der Wildnis und schlugen uns durchs bayrische Outback. Insgesamt befischten wir drei Gewässer mit mehr oder weniger großem Erfolg. Teil 1 der Tour startete am Höllensteinsee welchen wir bereits in der Vergangenheit mehrfach befischt haben. Einen kompletten Bericht zum ersten Teil unserer Tour findet ihr hier.

Zander Höllensteinsee 2019

Die erste Renke

Die Renke – bis vor einigen Jahrzehnten galt dieser Fisch noch als unfangbar mit der Angel. Seit der Erfindung der Hegene hat sich dies aber geändert. Nachdem eines meiner Vereinsgewässer angeblich über einen guten Bestand an Renken verfügen soll, ward der Gedanke bereits vor einiger Jahren geboren, sich mal mit den Coregonen dort zu messen.

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Beim ersten Anlauf konnte ich außer Barschen und kleinen Zandern aber nichts fangen. Erst beim zweiten Versuch konnte ich eine kleine Renke fangen. Immerhin. Leider ergab ich aus zeitlichen Gründen bisher keine Möglichkeit den Kontakt zu diesen Fischen weiter zu vertiefen.

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Erster Testlauf der Daiwa Prorex Hybrid Trout 230

Swimbaits gibt’s ja mittlerweile viele auf dem Markt. Vor einem Jahrzehnt dominierte noch Castaic den Markt, dann kam Savage Gear…und wie… aber was machen eigentlich die anderen Firmen? Wer erfolgreich sein möchte in der Angelbranche, kommt um ein paar ordentliche Swimbaits für Hecht & Co  im Programm nicht herum.

Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit einen Swimbait der Marke Daiwa zu erwerben. Es handelt sich hierbei um den 2019 erschienen Typ ProRex Hybrid Trout 230. Im Fachhandel für ~ 20€ zu bekommen.

Für mich ist bei solchen etwas höherpreisigen Ködern immer wichtig, dass sie bereits bei geringem Zug arbeiten – und genau das macht die Trout auch. Dabei pulsieren die Flossen auch richtig schön natürlich. Wenn ich daran denke, wie viel Geld ich vor Jahren in die Castaic Swimbaits gesteckt habe nur um mir am See einen Wolf zu rudern…unglaublich. Dagegen sind die Daiwa Köder ein Schnäppchen und wie bereits erwähnt laufen sie im Gegensatz zu den Castaics bereits beim geringsten Zug.

Die Bedingungen heute am See waren leider alles andere als gut. Die letzten Tage gab es sintflutartige Regenfälle und der Luftdruck spielte auch verrückt, das Wasser war sehr trübe und und und. Also alles andere als ideal. Leider kann man sich die Begleitumstände beim Angeln halt nicht immer aussuchen. Trotzdem zeigte die Hybrid Trout heute, dass sie nicht nur gut aussieht sondern auch genau das macht, wofür sie designt wurde – nämlich Fische zu fangen.

Jungzander

2018 war auch für mich ein Premierenjahr. Ich bin erstmals mit der Hegene an eines unserer Vereinsgewässer gezogen und habe versucht, mir eine Renke zu fangen…. Was mir letztendlich auch gelungen ist. Allerdings musste ich mich durch Schwärme von Barschbrut und, man höre und staune, Zanderbrut fischen.

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Ich wusste zwar aus eigener Erfahrung, dass der See einige gute Zander beherbergt, ich selbst konnte Exemplare bis 93cm fangen, allerdings dachte ich, dass sich der Bestand hauptsächlich durch Besatzmaßnahmen trägt.

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Wirklich überrascht war ich aber, dass ich auf durchschnittlich 7-10 Barsche immer auch einen Jungzander fangen konnte. Wirklich toll, dass diese schönen Fisch sind in einem Hechtverseuchten Gewässer selbst reproduzieren und das in augenscheinlich ordentlicher Anzahl.

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Überraschungsbarsch

Eigentlich sagt man Barschen über 30cm nach, sie wären besonders schlau und scheu. In meinem Hausgewässer stimmt das zumeist auch. Barsche werden nur extrem selten gefangen und können daher als Rarität gelten. Selbst kleine Barsche gibt es in diesem Gewässer kaum. Auch die Hechte haben es dort nicht leicht da es sich um ein Salmonidengewässer erster Güte handelt. Gemäß des hier geltenden Landesfischereigesetz müssen Barsche, Hechte und Aale aus dem Fluss entnommen werden. Das tun die meisten älteren Herren auch fleißig. Dies führte dazu, dass man nur noch selten einen Barsch über 20cm sieht oder gar einen Hecht über 30cm.  Umso erstaunter war ich, als ich in den letzten beiden Wochen gleich drei gute Barsche landen konnte.

Erste Fänge 2019

Es ist immer sehr erbaulich wenn man auf selbstgemachte Köder etwas fängt. Umsomehr wenn es sich hierbei um einen eher seltenen Fisch (zumindest für das Gewässer) in einer wirklich kapitalen Größe handelt. Nicht verschweigen möchte ich an dieser Stelle, dass ich keinen der heute gehakten Hechte landen konnte. Sehr ärgerlich. Aber mit einer Forellenrute kann man einfach keinen guten Anhieb setzen wenn am anderen Ende der Schnur ein Hecht jenseits der 80cm nucktelt. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Hechtspots sind gemerkt und das nächste Mal gehts dann entsprechend mit Hecht Tackle los.

Größte Forelle 2018 (bis jetzt…)

Wie in den letzten Posts bereits mehrfach erwähnt, beißen im Herbst gerne die dicken Exemplare. Wir schreiben heute den 2.11.2018, ein Brückentag, ein Freitag. Nach langer Zeit konnten ein guter Angelbuddy und ich es endlich mal wieder zustande bringen, gemeinsam ans Wasser zu gehen. Während er hinter den Forellen her ist, habe ich es mehr auf die Hechte und ggf. den einen oder anderen Huchen abgesehen. Nach einer kurzen Fahrt fanden wir sogar direkt am Wasser einen Parkplatz. Das ist selten und mitunter auch ein Grund wieso ich lieber mit dem Fahrrad unterwegs bin. Aber was soll ich sagen, man wird nicht jünger und draußen ist es mittlerweile recht zapfig. Als verwöhntes Stadtkind lässt man sich dann doch auch mal ans Wasser karren. Lange Rede, kurzer Sinn.

Nach ca. 10 Minuten werfen knallt plötzlich irgendwas ziemlich brachial in meine Rute. Die Piscifun Carbon X bekommt mal wieder etwas zu tun. Die ersten Fluchten werden problemlos abgefedert und die Bremse gibt anstandslos Schnur frei. Nach kurzem Hin und Her ist klar: Da ist kein Hecht am anderen Ende. Der Fisch versucht direkt unter den schwimmenden Metallsteg in Deckung zu gelangen. Dies gelingt ihm auch zeitweise. Ich kann im Handteil meiner Rute spüren wie die Schnur über die stählernen Abspannseile unter Wasser reibt (vor meiner geflochtenen Hauptschnur habe ich eine 0,25mm Mono vorgeschalten, der Sichtigkeit wegen, danach folgen nochmal 30cm Hardmono). Dann geht plötzlich gar nichts mehr. Der Fisch hat sich festgesetzt. Ich könnte kotzen. Verdammt. Ich sehe den Fisch schon mit der Savage Gear Line Thru Trout im Maul irgendwo unter dem Metallsteg verludern… kein schöner Gedanke. Folglich senke ich die Rute und nehme damit Druck aus der Schnur. Bange Sekunden später spüre ich wieder das wohlvertraute ziehen am anderen Ende. Der Fisch ist frei. Ich drehe die Bremse weiter zu, gebe richtig Druck auf die Schnur und kann den Fisch ins Freiwasser bugsieren. Zusätzlich schalte ich jetzt auch die kleine Kamera an. Wenig später können wir den Fisch erstmals sehen. Eine Forelle. Ungewöhnlich, dass so ein Fisch auf einen so großen (15cm) Gummi geht. Einerlei, der Kescher den mein Kollege dabei hat, ist nur für Standard Forellen ausgelegt, sprich Exemplare bis 45cm und ca. 1kg Gewicht. Von oben betrachtet wirkt der Fisch nicht ganz klein aber auch nicht spektakulär. Zuerst dachte ich an eine schöne 50ger Regenbogenforelle, als mein Kumpel es dann geschafft hat den Fisch in den Kescher zu bugsieren, werden mir die Dimensionen des Fischs erst richtig klar. Die Forelle ist deutlich über 60cm lang und hat vor allem eine richtig fette Kugel am Bauch und einen kräftigen Nacken. So ein Fisch ist mir 2018 noch nicht untergekommen. Zwar waren einige Exemplare bis Mitte/Ende 50cm mit dabei, allerdings waren diese eher schlank und „sportlich“. Dieser Fisch sieht aus wie auf Anabolika. Der Kescherversuch gestaltete sich etwas hakelig und nicht ganz unkritisch wegen der Dimensionen und des Gewichts des Fisches. Letztendlich geht aber alles gut. Im Drillvideo ist auch zu sehen wie die Line Thru Trout schön ausklinkt und der Fisch sich den Haken somit nicht aus dem Maul hebeln kann. Klasse Sache. Auf den Bildern sieht man übrigens recht deutlich eine Verletzung an der Schwanzflosse. Davon hat man im Drill aber nichts gemerkt…

Nach der üblichen Erkennungsdienstlichen Erfassung des Tiers geht es weiter zum nächsten Spot. Dort kann der Kollege dann auch seine Forelle fangen.

Das Schöne am Herbst ist, dass man fast alleine am Wasser ist. Kaum Spaziergänger, wenige entenfütternde Omis und noch weniger Pseudogerechte Tierschützer die meinen einen blöd von der Seite anschmatzen zu müssen. Darüber hinaus konnte wir heute mal wieder einige Bachstelzen, zwei Dipper (Wasseramseln) und einen Eisvogel sehen/hören. Der Biber war leider nicht unterwegs, allerdings sind seine Fraßspuren omnipräsent.

Danke an dieser Stelle auch den Kollegen der die tollen Fangbilder gemacht hat.

Der Herbst und die Dicken

Irgendwer sagte einst zu mir „Im Herbst beißen die Dicken, also raus ans Wasser“. Nach über 20 Jahren der exzessiven Fischerei kann ich den Spruch zumindest teilweise bestätigen. Bereits in einem anderen Blogeintrag erwähnt, fressen sich auch die Fische sowas wie Winterspeck an, zumindest einige Arten. Andere Arten hingegen drehen bei kühleren Temperaturen, bedingt durch die potentiell höhere Sauerstoffsättigung, erst richtig auf.

 

Vor einiger Zeit konnte ich aus dem fernen Osten einige Köder importieren die aussahen wie kleine Koppen. Zwar ist der Begriff „klein“ relativ da die Gummis eine stolze Länge von fast 11cm aufweisen und eigentlich mehr einer Grundel ähneln aber das scheint die Forellen nicht weiter zu tangieren. Alles was in die Futterluke passt, wird auch gefressen sofern nicht allzu viel Mühe dafür nötig ist.

Die Montage der Koppen ist immer so eine Sache. Entweder man nicht einen passenden Jig Head und sticht ihn ein was aber über kurz oder lang zu einer Verschlechterung der Aktion führt oder man schraubt den Jig ein und befestigt einen Stinger am Bleikopf. Beides hat vor und Nachteile.

Nachdem es in meinem Hausgewässer mittlerweile wieder ein paar gute Forellen um die 60cm gibt, war es eigentlich kein Thema mit entsprechend großen Gummis zu fischen. Ehrlicherweise muss man aber dazu sagen, dass mit der Größe der Gummis auch die Wahrscheinlichkeit steigt, einen Schneidertag einzulegen. Aber hey, wer einmal eine ordentliche Frau hatte, will keine Mädchen mehr. Ähnlich verhält es sich mit den kapitalen Fischen. Klar, ich freu mich auch über kleine Forellen aber da man selbst beim Zurücksetzen untermaßiger oder gerade geschonter Fische Angst haben muss von so einem geistigen Tiefflieger verklagt zu werden, ist es mit lieber gar nicht erst in eine entsprechende Situation zu geraten. Dies ist gerade bei Gewässern mit starkem Besucheraufkommen der Fall. Man(n) weiß nie wer da um einen rum schleicht und ob er mit dem Handy oder der Kamera Landschaftsaufnahmen macht oder dich beim Zurücksetzen eines Fisches filmt. Im Nachhinein zu behaupten der Fisch wäre geschont oder untermaßig ist leider meist nicht ohne weiteres zu beweisen und der Makel bleibt einem vermutlich länger anhaften als es gut ist. So schnell kann man vom unbescholtenen Bürger zum potentiellen Straftäter werden. Nicht schön sowas. Andererseits muss man solche Dinge doch auch irgendwie mit Humor nehmen, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Organisation PETA (ich schreibe absichtlich nicht Tierschutzorganisation denn das ist sie in meinen Augen schon lange nicht mehr) diesen Herbst Klage eingereicht hat gegen die Durchführung von Angelmessen. Wer genaueres dazu wissen möchte sollte sich den aktuellen Blinker 11/2018 kaufen. Einfach nur köstlich. Ist zwar nur ein kleiner Beitrag aber dennoch: Für jede lächerliche und unnütze Klage seitens der PETA überlege ich einen kleinen Betrag an Sea Shepherd zu spenden. Die machen wenigstens vernünftige Aktionen und hauen nicht auf die Kleinen sondern packen die Großen an, so wie es sich gehört. Auf die Kleinen kann jeder treten, bei den Großen braucht man schon Eier.

In jedem Fall bin ich einige Male umsonst mit den Koppenködern losgezogen. Zwar gab es immer wieder mal Nachläufer, unter anderem auch Hechte und Huchen, allerdings zeigten diese eher Neugier als Fressgier. Einzig einige Forellen um die 40cm gingen zum Angriff über, blieben jedoch nicht hängen da der Haken zu weit vorne im Köder sitzt.

Letztendlich hat es nun doch noch geklappt. Letzten Samstag konnte ich zwei Stramme Fische mit knapp 60cm dingfest machen. Nachdem ich es, bedingt durch einige anwesende Personen, mit dem Fang sogar in eines der lokalen Klatschmagazine geschafft habe, stellte sich die Frage bzgl. des Zurücksetzens der Fische gar nicht erst…