Renkengigant – Unverhofft kommt oft.

„Unverhofft kommt oft“ sagt eine Redewendung. Kaum ein Jahr wird dieser Aussage so gerecht wie 2020. Sowohl aus fischereilicher Sicht aber auch aus allgemeiner Sicht (Corona) war dieses Jahr bisher extrem.

Was für ein Brocken. Richtig fett!

In die Futterluke passt ein Daumen auch ohne Probleme. Man beachte dieschönen Punkte im Kopfbereich.

Als ich dieses Jahr eine Junganglerin mit an Bord hatte und eigentlich gar nicht mit einem großen Fisch gerechnet hatte, fand eine extrem kapitale Renke ihren Weg zu uns ins Boot. Mit guten 67cm war das bisher die größte und vor allem auch fetteste Renke die ich live bewundern durfte. Ein unglaublich dickes und kompaktes Exemplar seiner Art.

Was für ein Eumel – der Fisch ist aber auch ganz nett 🙂

Nach dem Waidwerken kommt die rote Arbeit. In diesem Fall wurde das von meiner Begleitung erledigt. Hier sieht man recht gut die Ausmaße des Fisches – und ein nettes Paar fettummantelter Milchdrüsen im Hintergrund 🙂

Erneuter Ausnahme Döbel gefangen

Wow, wow, wow – anders kann man es nicht sagen. Vor nicht einmal einer Woche konnte ich einen echten Ausnahmefisch über den Rand des Keschers führen und nun gleich den Nächsten. Und wieder ist es ein Döbel. Unglaublich.

Zwar hatten wir es auf Forellen vom Boot aus abgesehen aber nachdem uns die kleinen Zicken den Tag nicht versüßen wollten, hielten wir das Boot nochmal kurz vor den überhängenden Bäumen an, an denen ich bereits wenige Tage zuvor einen echten Methusalem Döbel fangen konnten. Zwar hatten wir bereits am Vormittag versucht unsere Köder unter die überhängenden Äste zu zirkeln, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Ein paar halbstarke Hechte vergriffen sich an unseren Ködern – mehr war nicht.

Abends dann, als dieser Bereich der Bucht im Schatten lag, schienen die Döbel aus der Tiefe bzw. aus dem Freiwasser unter die Büsche und Bäume am Ufer zu ziehen. Der erste Wurf ging recht zielgenau unter den größten überhängenden Ast. Es folgte das übliche langsame Einkurbeln des Köders und dann, genau als der Köder den Schatten des Astes verlief spürte ich einen ordentlichen Widerstand in der Rute. Keinen Schlag wie man es vom Rapfen fischen her kennt, vielmehr ein plötzliches Stoppen des Köders, gefolgt von einem wütenden und bockigen Schütteln und Ziehen.

Riesen Döbel / Aitel

Wenig später konnten wir dann den Fisch im klaren Wasser unter unseren Füßen ums Boot herum ziehen sehen. Unglaublich, was für ein Eumel. Die Landung gelang ohne Probleme. Was für ein wunderschöner Fisch. Abgesehen von einer kleinen Verletzung auf der rechten Seite hinter dem Kiemendeckel ein makelloser Fisch.

Netter Juni – Hecht.

Bis in den Juli hinein weiß ich mittlerweile recht gut, wo sich in meinem Hausgewässer die Hechte aufhalten. Allerdings ist das auch nicht zwingend eine Fanggarantie.

Die letzte Woche war geprägt von einem deutlichen Temperatursturz von 25°C auf 15°C und jeder Menge Regen. Mein sonst so klares Gewässer war folglich deutlich eingetrübt. Das etwas kühlere Wasser dürfte die Hechte nicht wirklich stören, verspricht es doch einen erhöhten Sauerstoffgehalt und damit vitalere Fische. Auch die Luftdruckschwankungen bekommen die Hechte, im Gegensatz zu den Zandern, recht gut auf die Reihe. Folglich entschlossen mein Angelpartner und ich am Freitag (Brückentag) unseren See wieder einmal unsicher zu machen.

Nach einer etwas verzögerten Anlaufphase (der Lenzstöpsel unseres Angelbootes musste gewechselt und ein neues Gewinde eingeklebt werden), ging es dann um die Mittagszeit herum los. Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass die Hechte im See ausgeprägte Aktivitäts- und Beißzeiten haben. Im Sommer liegt diese Phase immer zwischen 15 und 18 Uhr wobei es durchschnittlich um 15:30 am besten war.

Dieses Mal taten wir uns ziemlich schwer beim Schleppen was auch an den 14km/h Ostwind lag. Mit einem kleinen Ruderboot welches auch noch wirklich durch Rudern betrieben wurde, war es ziemlich schwer gegen den Wind anzukommen und die Köder auf Geschwindigkeit zu kriegen.

Folglich entschlossen wir uns nach einigen erfolglosen aber mühsamen Stunden dazu, stationär zu fischen. Ein passendes Kautfeld (übrigens das Einzige in diesem Teil des Sees) war schnell gefunden und wir ankerten vor dem Krautfeld. Nach dem ersten Wurf hatte mein Kollege den ersten guten Nachläufer. Danach tat sich erstmal nichts mehr. Also wechselten wir mit dem Boot hinter das Krautfeld und fischten die Flanken sowie die andere Seite gründlich ab. Ich konnte auf einen großen Swimbait einen schönen Nachläufer verzeichnen der mich aber leider kurz vor dem Zuschnappen entdeckte und schleunigst das Weite suchte – so kanns gehen. Aber nachdem sich Beharrlichkeit ja ab und an auszahlt, beharkte ich den Fisch weiter mit meinem Köder.

Nach etwa 15 Minuten konnte ich sein Interesse erneut wecken. Bedingt durch die Regenfälle der letzten Tage war das Wasser eingetrübt was vermutlich zur Folge hatte, dass der Fisch den Köder visuell nicht so gut ausmachen konnte. Folglich fischte ich den Swimbait etwas langsamer als normal. Und siehe da, der Hecht hing. Nach einem kurzen aber fulminanten Drill im bzw. über dem Krautfeld konnte wir einen schönen ca. 80cm großen Fisch landen. Auffällig waren die punktförmigen Einblutungen an den Brustflossen und dem Nacken (Petechien?). Diese dürften vom Laichgeschäft stammen. Aber ansonsten erfreute ich das Tier bester Gesundheit oder anders ausgedrückt: Für einen Juni-Hecht hatte das Mädel definitv keine Bikini Figur…

 

Hecht

Hecht erfolgreich abgeschleppt

Der Juni ist erfahrungsgemäß recht vielversprechend wenn es auf Hecht gehen soll. Dementsprechend bin ich im Juni recht gerne auf dem Wasser. Allerdings sollte das Wetter halbwegs trocken sein und der Wind nicht zu stark blasen da sonst die Schlepperei mit dem Ruderboot einfach nur mühsam ist.

Beide Vorraussetzungen waren am 20.6. leider nicht gegeben. Der Wind bließ und der Himmel öffnete regelmäßig seine Schleusen. Nass bis auf die Unterhose fischten mein Kollege und ich weiter. Nun, es hat sich gelohnt. In Summe konnten wir 7 Hechte fangen, 3 davon waren wirklich gut.

Hecht im Juni abgeschleppt

Erster Meter in 2020

Wie so oft kommen die besten Fänge völlig unerwartet. So auch dieser kapitale Hecht. Nachdem 2019 fangtechnisch was Hecht betrifft ein eher maues Jahr war, knallte es gleich zu Beginn der Saison im Mai ordentlich. Ein langjähriger Freund lud mich zu sich aufs Boot ein und gemeinsam wollten wir in einem der großen klaren Voralpenseen den Seeforellen und Renken nachstellen. Entsprechend war auch unsere Ausrüstung. Für das Seeforellenschleppen hatten wir nur sehr leichte Ruten am Start. Für die Schleppangelei völlig ausreichend. Nachdem wir unser Fanglimit für Renken beide fast gänzlich ausgeschöpft hatten, wollten wir die Abendstunden noch für etwas raubfischartiges verwenden.

Es wurden 4 Ruten hinter dem Boot hergeschleppt, der Vollmond ging langsam aber sicher hinter den Bergen auf und die ersten grölenden Besoffenen Halbstarken die von Mami zu Hause Auslauf bekommen hatten, ruderten mit ihren Booten wieder zurück an Land.

Gegen 21 Uhr schnackelte es dann gewaltig in der Rute…nach einem fulminanten Drill konnten wir diese schöne Dame ablichten. Dick und fett, keine Spur vom Laichgeschäft.

Hechtriese

Unverhoffter Riesen-Döbel

Trotz oder vielleicht wegen Corona entwickelt sich 2020, zumindest bisher, zu einem sehr guten Angeljahr. Der Meter ist bei den Hechten bereits gefallen und auch bei den Döbeln konnte ich einen ordentlichen Ausnahmefisch fangen.

Riesiger Döbel, in Bayern auch Aitel genannt.

Dieses knapp 70cm lange Exemplar hat mehr mit einem Graskarpfen gemein als mit einem Döbel.

Bedenkt man, dass der Döbel, vor allem die größeren Exemplare, als sehr scheue und schlaue Tiere gelten, wundert es doch umso mehr, dass dieses Exemplar auf einen Wobbler gebissen hat. Wohl gemerkt, einen Wobbler mit Rasseln im Inneren. In der Regel nehmen erfahrene Tiere Reißaus wenn ihnen ein klackerndes Plastikfischchen über den Weg schwimmt.

Herbstdöbel

Kennt ihr das auch? Eigentlich sollte es auf Forelle gehen und – wie so oft- beißen nur die Döbel. Interessanterweise konnten wir bei einem Vergleichsfischen zwischen Spinner und Wobbler bzw. Gummifisch feststellen, dass die Döbel wohl eine Abneigung gegen Spinner haben – ganz im Gegensatz zu den Forellen. Kann natürlich sein, dass das nur an meinem Hausgewässer so ist. Wie sind eure Erfahrungen?

Herbstzeit = Hechtzeit

An meinem Hausgewässer sind die ersten Herbsthochwässer inzwischen durch. Dies hat zur Folge, dass sämtliche gesetzten Forellen mittlerweile in Streckenabschnitten schwimmen, die mein Verein nicht bewirtschaftet. So viel zum Thema Nächstenliebe… Irgendwo im Norden freuen sich jetzt einige „Kollegen“ über wahrlich stattliche Regenbogenforellen. Es sei ihnen vergönnt.

Nachdem es also mit den Forellen aktuell etwas mau aussieht, bleiben nicht mehr viele Alternativen übrig. Also muss es Meister Esox mal wieder richten. Da Hechte in einem Forellgewässer per Gesetz schon nichts verloren haben (wer denkt sich sowas eigentlich aus?), stellt Esox eine lohnende Alternative zu den Salmoniden dar. Aber wo soll man ihn suchen? Die Antwort ist recht einfach. Der Hecht ist relativ faul. Trotz seiner langen und schlanken Gestalt bewegt er sich nicht weiter als er muss. Nicht umsonst hat man uns im Vorbereitungslehrgang zur Fischerprüfung (ufff, das ist jetzt auch schon gut 20 Jahre her…) eingetrichtert, dass der Hecht ein Lauerjäger ist. Folglich benötigt er einen strömungsberuhigten Bereich an dem er ohne große Eigenbewegung verharren und auf Beute warten kann. Dies können Kehr- und Rückströmungen sein oder aber Kuhlen im Boden über die die Strömung hinweg schießt. Kommt dann mit der Strömung ein Beutefisch auf den Hecht zugetrieben, so schlägt er zu. So wie dieses Exemplar.

Döbel, Döbel und nochmals Döbel

Eigentlich darf man sich nicht beschweren wenn man einen Fisch fängt, schließlich ist das der Grund wieso man (zumindest laut den hier vorherrschenden Gedankengut des Gesetzgebers) ans Wasser geht. Allerdings kann man als Angler nur sehr geringfügig Einfluss darauf nehmen, welche Fischart genau den Köder nimmt. Fischt man mit einem mittelgroßen Gummifisch kann man quasi mindestens ein halbes Dutzend Fischarten wie z.B. Rapfen, Barsch, Zander, Hecht, Forelle, Döbel, Wels und Huchen fangen. Etwa die Hälfte der genannten Fischarten zählt nicht zu den Edelfischen bzw. ist vom kulinarischen Standpunkt aus gesehen minderwertig. Besonders Rapfen und Döbel sind Fische die ich nur ein Mal mit nach Hause genommen habe. Seitdem versuche ich den Fang dieser Fische weitestgehend zu vermeiden. Aber was will man machen, selektiv eine Fischart ausschließen um eine andere mit gleichem Beuteschema zu fangen ist leider (noch) nicht möglich. Ein Zurücksetzen solcher Fehlfänge gestaltet sich leider rechtlich gesehen schwierig da mittlerweile genügend selbsternannte Tierrechtler durch die heimische Flora streunern auf der Suche nach Ärger bzw. einem Opfer an dem sie sich abreagieren können….

Selbst auf einen 10cm Gummifisch beißen die kleinen Gierschlunde…

Der Paradiesvogel unter den Salmoniden – der Bachsaibling

Seit über 10 Jahren fische ich nun schon an meinem Hausgewässer. Bei den meisten Besatzaktionen war ich dabei, viele Arbeitseinsätze rund ums und am Gewässer stehen mittlerweile in meiner Arbeitsstundenkarte vermerkt und auch bei den elektrischen Abfischungen war ich oftmals als Anodenführer mit am Start. Einen Saibling konnte ich in all der Zeit aber nie sehen, geschweige denn fangen. An dieser Stelle sollte man vielleicht auch einfügen, dass der Verein bewusst keine Saiblinge besetzt. Wieso? Keine Ahnung. Irgendwie macht das keinen Sinn, schließlich wurde der Saibling bereits 1884 aus Amerika bei uns eingeführt, quasi ein jahr VOR der Regenbogenforelle –  und die besetzen wir in unserem Gewässer mehr als ausgiebig.

Umso erstaunter war ich, als ich diesen Herbst plötzlich beim Forellenfischen einen dieser tollen Salmoniden am Band hatte. So wirklich farbenprächtig wie ich den Saibling aus einschlägiger Literatur in Erinnerung hatte, war mein Exemplar leider nicht. Dennoch, ein toller Fisch über den ich mich sehr gefreut habe. Mal sehen ob es nochmal 10 Jahre dauert bis ich den nächsten ans Band bekomme.