Entnahmepflicht für Hechte in Forellengewässern

In Forellengewässern herrscht Entnahmepflicht für Hechte. Diese Regelung begleitet mich schon die letzten 30 Jahre meiner aktiven Angelkarriere. Zugegeben, nicht immer habe ich mich zu 100% an diese Regel gehalten. Was soll man auch mit einem 40ger Hecht in der heimischen Küche? Außer Gräten und homöopathischen Mengen an Fleisch ist da nichts gewonnen. Dementsprechend würde ich die Entnahmeregelung noch an einen weiteren Faktor knüpfen, nämlich die Größe. Einen Fisch zu entnehmen, also zu töten, ohne Verwertungsabsicht oder Möglichkeit halte ich für eine Schande. Vielleicht kommt da die christliche Erziehung in mir durch, aber sinnloses Abschlachten halte ich schlichtweg für nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere dann, wenn es nicht direkt dem Arterhalt einer anderen Spezies dient. Schließlich frisst der Hecht in jüngeren Jahren vorrangig junge Aitel in meinen Gewässern.

Das liegt auch daran, dass die Aitel fast die einzigen Fische sind, die sich dort noch natürlich reproduzieren. Die gesetzten Regenforellen tun dies eher nicht…Bis der Hecht dann mal groß genug ist, dass er sich die gesetzten 40cm Regenbogenforellen reinorgeln kann, vergeht dann doch eine Weile. Ab einer Körpergröße des Hechts von 60cm dürfte es dann auch langsam für die Forellen gefährlich werden. Aus diesem Grund entnehme ich die Hechte im Fluss meist erst ab 50-60cm, so wie das auf dem Bild zu sehende Exemplar. Entnommen wurde dieses Weibchen Mitte Mai. Auffällig war, dass sich die Gonaden zurückgebildet hatten. Der Fisch ist also nicht zum Ablaichen gekommen dieses Jahr und hatte angefangen, den Laich zu resorbieren. Die Galle war randvoll und der Magensack entsprechend leer. Auch ansonsten macht Fisch einen etwas unterernährten Eindruck.

Renken im Juni

Renkenfischen ist so ne Sache für sich. Die Einen finden es langweilig, die Anderen gehen steil wenn sie ihre Hegene vertikal durch die Wassersäule zuppeln können.

Bis vor einigen Jahren konnte ich mit den Renken nicht wirklich etwas anfangen. Das lag aber vorrangig daran, dass mich niemand wirklich in die Kunst der Renkenfischerei eingeführt hat. Das änderte sich vor ca. 5 Jahren. Nach den ersten Erfolgserlebnissen begann ich mich dann mit dem Thema genauer auseinander zu setzen. Es fing damit an, dass ich mir entsprechende Fachliteratur besorgte, Hegenen selber band, mehrere Zupfruten selbst baute, ebenso Schwimmer und ganz spezielle Tarnbleie (bleifrei) entwickelte. Kurzum, meine Evolution zum Renkenfischer hatte begonnen. Mittlerweile bin ich in der glücklichen Lage regelmäßig maßige und teils sogar kapitale Exemplare aus dem See zu zupfen.

Anfang Juni war es wieder soweit. Zwei schöne 50ger Renken konnten dem Spiel der Hegene nicht widerstehen. Der Drill ist bei solchen Fischen immer recht fulminant, vor allem wenn sie versuchen unter das Boot und ins Ankerseil zu geraten. Diesmal ging aber alles gut aus  -für mich.

Junihecht

Schöner Junihecht

Mit den Hechten ist es immer so eine Sache. Es gibt Tage, da springen sie einem förmlich in den Kescher und dann gibt es noch diese Tage, an denen man sich die Zähne an Meister Esox ausbeißt. Insbesondere an Tagen an denen ein Wetterumschwung respektive eine starke Änderung des Luftdrucks voraus ging, wollen die Entenschnäbel meist nicht so wie wir Angler das gerne hätten. Erschwerend kommt an meinem Hausgewässer hinzu, dass es es für die Stromgewinnung (Wasserkraftwerk) genutzt wird. Das bedeutet im Klartext: Es gibt massive Wasserstandsschwankungen. Diese scheinen den Hechten auch sehr stark auf den Magen zu schlagen. Wenn wir in der Früh am Gewässer aufschlagen und sehen, dass man das Boot ins Wasser tragen muss weil der Uferstreifen trocken gefallen ist, wird es in der Regel ein zäher Tag. Zwar heißt zäh nicht gleich Schneider aber man muss sich seine Fische deutlich härter erarbeiten als an Tagen mit geringen Wasserstandsschwankungen – so zumindest meine Erfahrung.

Mitte Juni hatten wir wieder so einen Schwankungstag. Erschwerend kam hinzu, dass es die Tage vorher kräftig geregnet hatte und das Wasser entsprechend angestaubt war. Ärgerlich aber was will man machen. Nach mehreren Stunden erfolglosen Schleppens, knallte dann doch der ersehnte Zielfisch auf einen Swimbait. Mit gut 88cm kein Großer aber auch kein ganz Kleiner.

Döbel statt Hecht

Unverhofft kommt oft – diese Redewendung hat gerade auch beim Angeln seine Daseinsberechtigung. Vor allem früher, als ich noch vermehrt mit Naturködern wie Wurm oder Made gefischt habe, war eigentlich selten abzusehen, was später am anderen Ende der Leine baumelte. Von der Plötze bis zum Aal, von der Äsche bis zum Waller konnte sich im Prinzip alles an den Haken verirren. So ähnlich erging es mir 2025 zum Saisonstart an einem meiner Stillgewässer. Eigentlich waren die Entenschnäbel das Ziel meiner Begierde. Nachdem sich aber den halben Tag lang absolut nichts auf Gummifisch tat, wechselte ich auf einen Wobbler.

Kapitaler Döbel – Man beachte die krasse Afterflosse

In einer kleinen Bucht schlug dann die Stunde…Trotz den relativ schweren Hechtgeräts bog sich die Rute und der Fisch machte einige anständige Fluchten Richtung Totholz. Ich staunte allerdings nicht schlecht, als sich der vermeintliche Hecht dann doch „bloß“ als dicker Döbel entpuppte. Schaut euch alleine mal diese Afterflosse an…Der hat bestimmt schon so einiges gesehen in seinem Leben.

Signalkrebs – Quo vadis?

Brücke bei Nacht

Die Tage werden kürzer, die Nächte werden kälter, die Zeit der Krebsfischerei beginnt bzw. ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikel bereits vorbei.

Da der einheimische Edelkrebs und sein kleiner Bruder, der Steinkrebs, in unseren Gefilden mittlerweile sehr selten geworden sind, lohnt eine Fischerei auf diese beiden Arten nicht mehr. Außerdem ist es moralisch höchst zweifelhaft auf seltene Tierarten zu waidwerken die unter anderem in der FFH Richtlinie im Anhang V aufgelistet sind. Ähnlich sieht es mit dem Huchen aus aber das ist ein anderes Thema.

Übrig bleibt dann nur noch die Fischerei auf den amerikanischen Signalkrebs. Diese große und aggressive Krebsart ist unseren einheimischen Krustentieren in fast allen Belangen deutlich überlegen. Außerdem überträgt er die für unsere einheimischen Krebse tödliche Pilzinfektion, die sogenannte Krebspest.

Bei Vollmond am Gewässer – ein ganz besonderes Naturschauspiel

Da Krebse oftmals ein sehr heimliches und nachtaktives Leben führen, ist vielen Anglern und Gewässerpächtern nicht bekannt, wie es um den Krebsbestand in ihren Gewässern bestellt ist. Auch in meinem Hausgewässer war dies lange Jahre so der Fall – zumindest so lange, bis der Bestand so drastisch angewachsen war, dass man selbst am helllichten Tag Krebse in der Uferzone beobachten konnte. Als dies im Verein die Runde machte, war die Begeisterung groß. Endlich noch eine weitere dem Fischereigesetz unterliegende Tierart die gehegt bzw. reguliert werden darf.

Aus mir nicht verständlichen Gründen endet bei uns die Krebssaison am 15.12. eines jeden Jahres. Was ich daran nicht verstehe? Ganz einfach. Als Neobiota –welches die Signalkrebse eindeutig sind, sollten diese (für mein Dafürhalten) keine Schonzeit genießen. In der Jagd verhält es sich bei invasiven Arten wie dem Waschbär und dem Marderhund ähnlich. Die Zurückdrängung und Regulierung steht hier zum Schutze der einheimischen Tierfauna im Vordergrund. Warum nicht auch beim Signalkrebs? Fakt ist aber auch, dass nur sehr wenige von den Jahreskarteninhabern sich die Mühe machen den Signalkrebsbestand zu regulieren. Die Gründe dafür sind einfach:

  • Es darf nur ein Fanggerät pro Angler ausgelegt werden.
  • In den Sommermonaten setzt die Dämmerung erst sehr spät ein, so dass die Fischerei auf Krebse meist erst effektiv nach 22 Uhr ausgeübt werden kann.
  • In der Sommerzeit sind die Krebse nicht sonderlich aktiv.
  • Der Zubereitungsaufwand für eine Mahlzeit mit Krebsfleisch ist sehr hoch.
  • Krebse sind Resteverwerter, dementsprechend lagern sich in den Kurstentiere im Laufe der Zeit auch Schadstoffe an.
  • Wenig Ausbeute (für weniger als 20 Krebse braucht man den Herd gar nicht erst anwerfen).
  • Hemmungen die Krebse entsprechend dem Gesetz zu töten.

Es gibt aber recht einfache Methoden seinen Erfolg bei der Fischerei auf Signalkrebse deutlich zu steigern:

  • Verwendung von Rotlichtlampen anstatt der üblichen hellen Stirnlampen mit weißem Licht.
  • Fish smart, not hard. Die Fischerei auf Signalkrebse macht meiner Meinung erst im Herbst Sinn wenn die Paarungszeit bevorsteht. Den Rest des Jahres sind die Tiere relativ träge unterwegs.
  • Die Fischerei zusammen mit einem Angelfreund ist meist deutlich effektiver weil zwei Fanggeräte eingesetzt werden können.
  • Als Köder empfehlen sich vor allem Meeresfische wie Makrelen, Sprotten und Heringe da diese aufgrund ihres Fett- und Salzgehalts eine besonders leckere Duftspur im Wasser hinterlassen. Forellenrogen hat sich auch bewährt.

Wenn die Parameter passen sind Fänge zwischen 60-80 Krebsen pro Abend (auf insgesamt zwei Personen gerechnet) keine  Seltenheit.

Die folgenden Fanggeräte und Methoden haben sich bei mir bewährt:

  • Krebsteller
  • Aktives Keschern von Krebsen die sich in der Nähe eines ausgelegten Köders im flachen Wasser befinden.

Signalkrebs weibchen mit Eiern – im Herbst keine Seltenheit

Die Verwendung von Reusen halte ich für überbewertet. Es dauert meist sehr lange, bis die Krebse den Eingang zur Reuse finden. Wer mal beobachtet hat, wie oft ein Krebs um die Reuse herumrennt bevor er den Eingang findet, weiß wovon ich rede. Außerdem müssen die Reusen oft mehrere Tage im Wasser sein, bis sich in ihnen eine entsprechende Menge an Krebsen akkumuliert hat. Aus tierschutzrechtlichen Gründen erachte ich daher den Einsatz von Reusen als nicht mehr zeitgemäß. Hinzu kommt, dass viele der Reusen tagsüber von neugierigen Passanten entwendet oder zumindest die sich darin befindlichen Krebse wieder in die Freiheit entlassen werden.

Zwei „aktive“ Krebsfischer fangen in 4h Ansitz mehr Krebse als zwei Reusen in 48h – so zumindest meine Erfahrung an meinem Hausgewässer. Mehrere hundert Krebse pro Saison sind eher die Regel denn die Ausnahme. Die von mir geführte Fangliste ist da recht eindeutig.

Hin und wieder sind auch kapitale Signalkrebs Männchen dabei.

Noch ein abschließender Tipp: Lagert die Krebse vor dem Abkochen noch ca. 12-24h in einem Behälter mit Wasser und genügend Sauerstoff. Warum? Ganz einfach: Damit sie ihren Darm entleeren können. Das wird bei den Schnecken in Frankreich ähnlich gehandhabt und hat sich bewährt. Ob ihr für die Lagerung eine große Mörtelwanne aus dem Baumarkt mit Sauerstoffpumpe hernehmt oder die eigene Badewanne bleibt euch überlassen.

Lasst euch auf das Abenteuer Signalkrebs ein, ihr werdet es nicht bereuen. Wo sonst bekommt man quasi den bayerischen Hummer frei Haus? Regionaler und nachhaltiger geht es doch kaum. Die Bestände sind mancherorts mittlerweile so gut, dass man diese ohne schlechtes Gewissen intensiv nutzen kann.

Renkenfischen – Jagd auf den bayerischen Hering

Renkenschwimmer

Obwohl ich das wohl beste bayerische Renkenrevier schon seit mehreren Jahren befische, war die Renke bisher eigentlich immer nebensächlich. Viel mehr haben mich die Hechte in dem See interessiert. Einerseits weil sie besser kämpfen und aggressiver beißen, andererseits weil Hechte einfach größer werden als Renken.

Wie dem auch sei, im September diesen Jahres habe ich in Betracht gezogen, mich vielleicht kurzzeitig von meinen geliebten Entenschnäbeln abzuwenden und nochmal eine herbstliche Räucheraktion zu starten. Nachdem ich bereits einige Forellen im Froster habe, wollte ich auch mal mit anderen Fischarten experimentieren. Geräucherte Renke soll ja angeblich vorzüglich schmecken…

Weniger ist mehr

Zum Renkenfischen selbst braucht man nicht viel. Eine Posenrute oder / und eine Zupfrute, ein paar Hegenen und ggf. einen Schwimmer und zu guter Letzt ein Birnenblei. Nachdem ja bekanntermaßen die Fische deutlich größer sind und einen deutlich höheren emotionalen und kulinarischen Wert haben, wenn man sie mit selbstgemachten Ködern / Gerät fängt, stand eigentlich von vorne herein fest, dass ich die Nymphen und die Hegenen selbst binde. Interessanterweise geschah dies bereits im Winter 2022/2023, also noch deutlich bevor ich mir gewahr wurde, dass ich es mal etwas ernsthafter auf Renken versuchen sollte.

Schön sind die ja schon, unsere Coregonen

Letzten Sonntag war es dann soweit. Innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne lagen die ersten Renken im Boot. Bleibt nur noch die Frag zu klären, ob sie geräuchert wirklich so gut schmecken wie alle immer behaupten.

Manchmal fängt man sogar eine kapitale Renke…

Letzte Regenbogenforelle für 2022

Regenbogenforelle im Drill

Nachdem sich das Jahr mit großen Schritten dem Ende neigt, habe ich mal die Speicherkarte der Kamera wieder ausgelesen und bin über das eine oder andere Fangbild gestolpert. Dieses Jahr waren aufgrund Zeitmangels keine wirklichen Ausnahmefische dabei, aber der eine oder andere Prachtkerl ist mir doch in den Kescher gesprungen. Die letzte Forelle des Jahres hatte sich entschieden auf eine Fliege zu beißen.

Regenbogenforelle auf Fliege

Eigentlich bin ich ja kein großer Fliegenfischer wenngleich ich nicht unbedingt der Schlechteste in dieser Disziplin bin. Mich nervt nur immer immens, dass ich ne Wathose mit ans Wasser schleppen muss und man bei Wind kaum werfen kann. Außerdem braucht man relativ viel Platz zum Werfen.

Regenbogenforelle auf Fliege

Im Winter ist die Sache dann doppelt unangenehm weil die Flossen ständig nass sind wenn man die Schnur durch die Finger gleiten lässt. Ich würde mich daher eher als Gelegenheits-Sommer Fliegenfischer bezeichnen. Dieses Jahr war es aber etwas anders. Wind wehte keiner und die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt. Hinzu kommt, dass die Forellen auf Wobbler und Gummifisch nicht wirklich gebissen haben…also blieb mir quasi nichts anderes übrig als auf die Altherrenfischerei umzusteigen – mit Erfolg wie man sieht.

Regenbogenforelle

Drillfotos – eine Erinnerung mit Wert – Angelfotografie

Hecht kurz vor dem Kopfschütteln im Drill

Neben der Versorgung mit einem der gesündesten Nahrungsmittel überhaupt stehen bei vielen Anglern auch die Erholung und die Spannung die die Fischerei mit sich bringt, im Vordergrund. Ja, richtig gelesen, die Spannung. Für die meisten Menschen ist Angeln langweiliges am See Herumlungern, ne Kippe rauchen, ein Bierchen zischen und einen armen Lumbricus Terrestris mit einem Stück Stahl zu malträtieren. So ganz Unrecht haben diese Menschen nicht, immerhin macht man bei der Ansitzangelei die meiste Zeit nichts anderes als rumzusitzen und den einen oder anderen Köder auf den Haken zu spießen in der Hoffnung einen Fisch zu fangen.

Ein Aitel (Döbel) versucht sich kurz vor der Landung noch einmal loszuschütteln.

Diese „Langeweile“ ist jedoch alsbald vorbei sobald das Flossenwild beginnt sich für den ausgelegten Köder zu interessieren. Was mit einem vorsichtigen Zupfen begann, kann unvermittelt in einer rasanten Flucht enden. Freilich, die Spinnfischer haben hier natürlich deutlich mehr Aktion, besteht ihr Angeltag doch aus den immer gleichen Bewegungsabläufen: Auswerfen, einziehen, auswerfen, einziehen, auswerfen, einziehen, Spotwechsel und alles wieder von vorne.  Im Unterschied zum Ansitzangler hat der Spinnfischer jedoch mehrere Optionen was die Präsentation des Köders betrifft. Er sucht in deutlich weniger Zeit deutlich mehr Fläche ab und die Bisswahrscheinlichkeit ist, je nach Bestand und Zielfisch, höher als beim Ansitzangler (mal abgesehen von Stippern und Feederanglern die anfüttern).

Der berühmt-berüchtigte Hechtsprung

Aber dann… wenn’s schnackelt, geht’s rund. Egal ob es nun ein kleines Rotauge an der Stippe ist, eine Barbe an der Feederrute, ein Karpfen an der Matchrute oder ein Hecht an der leichten Spinnrute. Die Reaktion des menschlichen Körpers ist fast bei allen Anglern gleich. Der Körper schüttet Adrenalin aus, der Herzschlag steigt, die Sinne schärfen sich, der Kick setzt ein. Das Warten auf den Biss hat seine ganz eigenen Reize aber über den Schlag der einen durchfährt, wenn ein Fisch den Köder genommen hat geht kaum etwas. Klingt etwas merkwürdig, ist aber so (frei nach Peter Lustig…).

Die Fluchten direkt vor dem Kescher sind immer am spektakulärsten

Während des Drills steigt die Herzfrequenz und zum Ende hin wenn der Fisch kurz vor dem Kescher ist und man sehen kann, wie knapp der Haken gefasst hat, wie weit der Fisch noch vom Kescher entfernt ist, steht man wirklich kurz vor dem Herzkasperl. Und genau solche Momente will man sich als Angler gerne bewahren, es sind solche Momente die einen immer und immer wieder ans Wasser treiben (gut, die kulinarischen Gelüste tun hier ihr Übriges). Wenn ich mir meine mittlerweile doch recht üppige Bildersammlung ansehe, stolpere ich immer wieder über Drillfotos die zumindest den Angler erahnen lassen können, wie sich der Fänger des Fisches in dem Moment gefühlt haben muss. Ein paar der Bilder möchte ich euch nicht vorenthalten.

Knurrig schaut er drein, der Meister Esox

Besonders bei sprungfreudigen und kampfstarken Fischen kann der Drill zu einem echten Krimi werden. Wer kennt das nicht, wenn der Fisch trotz geschlossener Bremse unaufhaltsam auf das nächste Hindernis zusteuert oder der Hecht trotz schräg gehaltener tiefer Rutenspitze immer wieder zu seinen berüchtigten Hechtsprüngen ansetzt oder die Regenbogenforelle die während des Drills gefühlt mehr Zeit in der Luft als im Wasser verbringt? Ja, das alles gehört zum „langweiligen“ Angeln dazu…

So sieht es aus wenn eine Bahnschwelle nochmal richtig Gas gibt.

Herbsthechte – abmetern im Herbst

Herbstzeit = Hechtzeit? So oder so ähnlich steht es seit Äonen jedes Jahr in den meinungsbildenden Angelzeitschriften Europas. Aber ist da wirklich was dran? Aus eigener Erfahrung kann ich auf jeden Fall sagen, dass die Hechte im Herbst besser kämpfen als zum Beispiel im Sommer. Klar, das hängt vermutlich auch mit der Temperatur des Wassers und der damit einhergehenden Sauerstoffsättigung ab. Im Gegensatz zur Löslichkeit vieler anderer Stoffe, ist diese bei Sauerstoff im Wasser indirekt proportional zur Temperatur (zumindest in gewissen Grenzen). Je kälter das Wasser, desto mehr Sauerstoff kann es enthalten. Das kommt natürlich einigen Fischarten besonders zu Gute. Oder anders gesagt: Eine Bachforelle wird im örtlichen Feuerlöschteich wohl nicht lange leben wohingegen sich ein Cyprinide in einem Gebirgsfluss wohl nicht allzu wohl führen dürfte.

Aber woher kommt denn nun die Aussage, dass im Herbst die dicken Hechte besser beißen? Dafür muss man sich die Biologie des Hechtes anschauen. Ein Hecht produziert (wie übrigens die meisten Fische) eine gewisse Anzahl an Eiern PRO Kilogramm Körpergewicht. Das bedeutet, dass ein großer Fisch mehr Laich produziert, als z.B. ein kleineres Exemplar. Das sollte soweit eigentlich bekannt sein. ABER: Ein großer Fisch braucht mehr Energie um eben seinen Laich zu produzieren weil es schlichtweg eine größere Menge ist. Eigentlich auch logisch. Wer mehr Laich aufbauen muss, braucht auch mehr Energie, also Nahrung. Darum fressen sich die dicken Damen bereits seit dem Spätsommer langsam aber stetig ihre nötigen Rundungen für das im Frühjahr stattfindende Laichgeschäft an. Erfahrungsgemäß sind Hechte bei Wassertemperaturen um die 10°C recht aktiv und auch gewillt einen größeren Köder zu attackieren. Einzige Krux war bei mir bisher immer, die Hechte zu finden. Im Frühjahr und auch im Sommer war das eigentlich immer recht einfach. Tiefen zwischen 1-4m suchen und einen Köder etwa 0,5 bis 1,5m unter der Wasseroberfläche anbieten. Einfacher geht es eigentlich kaum. Im Herbst sieht es da schon etwas anders aus. Die Fische können, je nach Witterung, quasi überall sein. Schuld daran ist die Herbstumwälzung welche einen Austausch des Oberflächenwassers mit dem Tiefenwasser nach sich zieht. Im Sommer war hier die Sprungschicht, sofern das Gewässer eine aufwies, mehr oder weniger die Tiefengrenze in der sich die Fische aufhielten. Im Herbst fällt dies komplett weg.

Der Hecht kann quasi überall sein. Wer es aber auf die Großen abgesehen hat, folgt am besten den Renken- oder Weißfischschwärmen. Jeder Schwarm hat seinen Hecht – sagt man zumindest. Interessante Punkte sind hier vor allem, wie eigentlich immer, Unterwasserstrukturen wie Verengungen, Kanten und Löcher. Einem Freiwasserhecht wird das natürlich wenig jucken, ein ehemaliger Uferhecht wird aber auch im Winter seine Lauerstrategie nur ungern aufgeben und versuchen seiner Beute an markanten Wechseln aufzulauern. Entscheidend ist hierbei das Timing. Zumindest an meinem Hausgewässer kann man nach den Hechten regelrecht die Uhr stellen. Im Frühjahr und Sommer beißen die Fische zwischen 14 und 15 Uhr, je weiter das Jahr aber fortschreitet, desto mehr verlagert sich die Beißzeit Richtung Mittag. Das sind aber nur meine Erfahrungswerte, in anderen Gewässern sieht es natürlich wieder anders aus.

Herbstnebel und RenkyOne

Man merkt wirklich, dass der Herbst schon da und der Winter im Kommen ist. Tagsüber sind die Temperaturen mittlerweile zwar noch im Plus, jedoch aber im einstelligen Bereich. Die Sonne hat nicht mehr die Kraft wirklich etwas zur Wärme beizusteuern, die Bäume sind teils noch verfärbt und teils bereits kahl.

Das sorgt für teils wirklich schöne Landschaften. Ein weiteres Merkmal des Herbstes sind die Nebelbänke in denen es wirklich saukalt ist. Eigentlich hatte der Wetterbericht 11 Grad und Sonnenschein angesagt, dementsprechend leicht war ich angezogen. Am See angekommen, mussten wir aber feststellen, dass sich auf diesem eine richtig zähe Nebelbank befand.

Herbstnebel, man erkennt rein gar nichts.

Wohl dem der auf seinem Boot ein Echolot mit GPS Funktion hat. Bei der zähen Brühe läuft man sonst echt Gefahr das Boot auf eine Untiefe oder eine der im See vorhandenen Inseln zu setzen.

Herbstnebel

Die Sichtweiten an diesem Tag waren mehrere Stunden lang bei ca. 1-5 Metern, erst gegen 16 Uhr riss es auf und die Sonne kam ganz verhalten zum Vorschein. Auch das Beißverhalten der Hechte war eher bescheiden. Wir waren insgesamt 4 erfahrene Angler auf zwei Booten und konnten nur zwei kleinere Hechte ans Band zaubern. Aber immerhin, besser als komplett abzuschneidern.

RenkyOne nach dem ersten Biss. Der Gummikörper wurde einfach weggeschleudert.

Ärgerlich an dieser Stelle war, dass mir der bessere der beiden Hechte nach zweimaligen Kopfschütteln die RenkyOne komplett zerlegte. Der Gummikörper löste sich vom Plastikkopf und flog in weitem Bogen davon. Zuerst dachte ich, der Hecht hätte ich abgeschüttelt, dann erst erkannte ich, dass er den Gummikörper der RenkyOne schlichtweg weggeschüttelt hatte. Schon ärgerlich wenn man bedenkt, dass so ein Köder gute 35€ kostet und beim ersten Feindkontakt gleich mal kaputt geht. Augenscheinlich scheinen die Gummischwänze nur an den Kopf gesteckt und nicht verklebt zu werden. Hinzu kommt, dass ich den Köder erst 4 Tage vorher gekauft hatte.

Der RenkyOne Killer, grad mal maßig und schon ein Köderzerstörer parexcellence.