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Mal wieder der Gänsesäger…

Der Gänsesäger: Für die Einen ist er ein schützenswerter Vogel und wertvoller Bestandteil der hiesigen  Aerofauna, für die Anderen ein mittlerweile überhegter Spießbruder des Kormorans. Die Angler wissen schon lang, was die Vogelfreunde nicht wahrhaben wollen: Kormoran und Gänsesäger haben einen Einfluss auf die Biodiversität der Unterwasserfauna, insbesondere auf die Altersstruktur einzelner Fischarten. Oder ganz banal ausgedrückt: Was der Gänsesäger nicht mehr in den Schnabel bekommt weil zu groß, schnappt sich der Kormoran. Problematisch ist, dass es für solche Behauptungen oder wollen wir es vielleicht sogar Anschuldigungen nennen (?), keine wirklichen Beweise gibt. Aus diesem Grund wurde vor einiger Zeit ein Projekt gestartet welches insbesondere über den Einfluss des Gänsesägers auf die Äschenpopulation in mehreren Voralpenflüssen Auskunft geben sollte. Erfreulicherweise waren diesmal nicht nur eine Universität und die Jägerschaft/Anglerschaft an dem Projekt beteiligt, sondern auch der Landesbund für Vogelschutz. Die Erwartungshaltung der einzelnen Parteien bei diesem Projekt dürfte unterschiedlicher wohl kaum sein. Die Angler sehen im Gänsesäger einen gefräßigen Vernichter von Brut- und Jungfischen, die Vogelschützer einen seltenen und schützenswerten Vogel der zu Unrecht als Schädling durch die Anglerschaft angesehen wird. Die Anglerschaft möchte beweisen, dass es einen signifikanten Einfluss des Sägers auf den Fischbestand, insbesondere den der Äsche, gibt. Die Vogelschützer hingegen erhoffen sich durch die Ergebnisse, dass ihr gefiederter Liebling von allen garstigen Vorwürfen freigesprochen wird. Die Jäger sind hier eher die Erfüllungsgehilfen und die Uni quasi die neutrale Instanz die die Zahlen und Daten auswertet.

Allein, dass sich alle oben genannten Parteien für dieses Projekt an einen Tisch gesetzt haben, ist sehr löblich und zeigt, dass man ein gemeinsames Ziel hat, nämlich den Artenschutz.

Leider ist der LBV nach einiger Zeit aus dem Forschungsprojekt ausgestiegen und pestet nun gegen ebendieses. Plötzlich wird mit pathetischen Floskeln um sich geworfen und die Sinnhaftigkeit des Gesamtprojekts angezweifelt welches man komischerweise von Anfang an aber mitgetragen und abgenickt hatte.

Auch machen die Zahlen stutzig. Schaut man sich die geschätzten Zahlen der Sägerpopulation in Bayern an und vergleicht sie mit den bisher im Rahmen des Projektes abgeschossenen Tiere, könnte man meinen die Sägerpopulation stünde kurz vor dem Zusammenbruch bzw. wurden mehr Säger geschossen als nach den Schätzungen eigentlich dort leben sollten. Das zeigt vor allem eines: Die Bestandszahlen der Säger liegen weit über dem, was die Vogelschützer uns weismachen möchten . Seltsamerweise sehe ich fast bei jedem Besuch der Isar, der Würm, des Regens, der Mangfall und auch der Loisach Gänsesäger. So selten können die Minikormorane folglich nicht sein… Einige interessante Artikel zu dem Thema wie z.B. in der Süddeutschen Zeitung oder dem Münchner Merkur können online nachgelesen werden. Die Angler und andere Interessensgruppen außer dem LBV kommen hier allerdings kaum zu Wort. Ein Schelm wer böses denkt.

Ich für meinen Teil finde es sehr schade, dass der LBV den gemeinsamen Weg verlassen hat und sich nüchtern betrachtet als schlechter Verlierer erweist.

Um ein Vorurteil hier auszuräumen: Es geht nicht darum einzelne Tierarten in Bayern (mal abgesehen von den Neozoen) wieder auszurotten, nein, vielmehr geht es um Management und ökologische Verträglichkeit. So schön die romantische Vorstellung einer sich selbst regulierenden Natur auch ist, in einer menschengemachten Kulturlandschaft funktioniert das nicht ansatzweise so gut, wie in der Wildnis, die es in diesem Land nicht mal mehr wirklich gibt. Beispiele über Kantone in der Schweiz die z.B. auf die Jagd verzichten erweisen sich bei genauer Betrachtung als Wunschdenken. Im Kanton Genf wird z.B. auch nach wie vor gejagt, allerdings nur noch durch Berufsjäger. Diese haben seither deutlich mehr zu tun als vor dem Jagdverbot für Privatpersonen. Selbst in den meisten Nationalparks greift der Mensch durch die Jagd immer wieder ein, um weitreichende Dysbalancen im fragilen Gleichgewicht der einzelnen Tierarten auszugleichen.

Wieso man beim Gänsesäger so einen Aufstand macht, lässt sich nur schwer nachvollziehen. Hier geht es wohl mehr um eine allgemeine Aversion gegen die Jagd und eine fast schon ungesunde Empathie gegenüber Tieren. Dabei ist es unerheblich ob das Tier Gänsesäger, Kormoran oder Krähe heißt, grundsätzlich wird eine lethale Regulation von dieser Interessensgruppe abgelehnt. Es könnte natürlich auch damit zusammenhängen, dass die Gegner der Jagd am Ende des Tages nicht die durch das Tier Geschädigten sind…oder anders gesagt: Die meisten LBV Mitglieder sind keine Angler, die meisten Wolfsschützer sind keine Landwirte und die meisten Otterfreunde sind keine Teichwirte. Wenn man den Schaden nicht selbst hat oder dafür aufkommen muss, fällt es immer leicht seine moralische Überlegenheit auszuspielen und das allseits beliebte Spiel der Täter – Opferumkehr medienwirksam zu betreiben.

 

Bergmolche im April 2025

Er gilt als der farbenprächtigste einheimische Molch, der Bergmolch. Viele Teichbesitzer wissen gar nicht, dass sie Molche im Teich haben. In den meisten Fällen handelt es sich um den sehr anpassungsfähigen kleinen Bergmolch.

Molche im Allgemeinen sind in der Regel eher heimlich und nur bedingt anpassungsfähig. Während ihrer Landphase sind sie praktisch unsichtbar. Zwar stoßen Gartenbesitzer immer wieder mal über einen Molch wenn sie Steine oder Platten anheben und umdrehen, aber unter normalen Umständen wird man Molche nicht einfach so umherwandern sehen.

Das Männchen neben seiner Partnerin. Diese befindet sich bei der Eiablage

Die einzige Zeit im Jahr in der Molche ihre heimliche Lebensweise zumindest partiell aufgeben, ist die Paarungszeit im Frühjahr. Dann legen sie ihr Prachtkleid an und sind für einige Wochen für Paarung und Eiablage im Wasser zu finden. Bevorzugt werden warme, fischlose und seichte Gewässer. Diese teilen sich die Molche oft mit anderen Amphibien wie z.B. Erdkröten und Grasfröschen. Aber auch andere Molcharten wie Teichmolch, Fadenmolch und in seltenen Fällen auch der Kammmolch sind dort anzutreffen.

Drei Bergmolch Junggesellen

Selbst während der Fortpflanzungsphase im Wasser, ist es nicht leicht die Molche zu sehen. So prächtig gefärbt der Bauch der Tiere zu dieser Zeit auch ist, der Rücken ist nach wie vor in einem sehr dezenten Grau-Blau gesprenkelt. Abgesehen vom prächtig gefärbten Rückensaum der Männchen, sind die Tiere von oben kaum zu erkennen. Im Gegensatz zu Fischen können Molche unter Wasser nicht atmen. Ihnen fehlen schlichtweg die Kiemen. Dementsprechend sind sie auf regelmäßiges Luftholen an der Wasseroberfläche angewiesen. Spätestens hier machen dann die heimlichen Gesellen auf sich aufmerksam.

Bergmolch jagt Kaulquappe

In einem künstlichen Gewässer bei mir in der Gegend war vor zwei Jahrzehnten eine recht gute Population an Amphibien, insbesondere an Bergmolchen beheimatet. Leider wurden dann von vermeintlichen Tierfreunden dort einige Goldfische eingesetzt. In der Folge brach die Population komplett zusammen. Jedes Jahr kamen weniger Kröten und Molche zur Eiablage in dieses Gewässer bis schließlich nur noch einige wenige Exemplare das Laichhabitat aufsuchten. Eine sehr traurige aber leider recht häufig vorkommende Geschichte.

Umso erfreuter war ich, als ich im April 2025 zufällig wieder dort vorbei kam. Als erstes fiel mir ein älterer Herr auf, der gegen eine Standwand pinkelte, einen Kescher und einen Eimer neben sich stehend. Auf seine Frage was ich hier mache erwiderte ich, dass ich nach den Molchen sehen wollte. Diese Antwort machte den Mann sichtbar nervös. Er bot mir den neben ihn lehnenden Kescher an und meinte diesen hier zufällig gefunden zu haben. Genau, und in dem Eimer neben seinen Beinen schwammen zufällig ein paar Bergmolche umher die er mit dem zufällig gefundenen Kescher aus dem Teich heraus gefangen hatte…. Schon klar. Ich erwiderte daraufhin, dass ich mich nicht strafbar machen werde und lediglich Fotos der Molche machen möchte. Daraufhin zog er hurtig von dannen – inkl. Kescher und Eimer mit Molchen. Theoretisch hätte ich den alten Knilch anzeigen müssen, handelt es sich doch hier um einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz / Bundesartenschutzverordnung. Da ich aber mein Handy nicht dabei hatte, hätte sich das als schwieriges Unterfangen herausgestellt. Klar, ich hätte den Mann auch einfach festhalten können, die Sachlage war eindeutig aber der Schreck den ich ihm eingejagt habe, sollte kurativ genug sein.

Nichtsdestotrotz war der Tag ein voller Erfolg. Die für den Teich verantwortliche „Organisation“ hatte in den letzten Jahren die Goldfische aus dem Teich entfernt – mit vollem Erfolg. Groben Schätzungen nach sind jetzt wieder mehrere hundert (!!!) Bergmolche in dem Teich. Eine solche Dichte habe ich in den letzten 30 Jahren noch nirgends gesehen. Fantastisch. Auch die Kröten haben das Gewässer wieder als Laichgewässer angenommen – was man an den toten Exemplaren auf dem Grund des Teiches deutlich erkennen konnte. Vermutlich starben diese in Folge des Laichgeschäfts (Stichwort Amplexus). Spannenderweise labten sich die Kaulquappen an den Kadavern. Das konnte ich bislang auch noch nicht beobachten. Ebenso erstaunt war ich über die Tatsache, dass die Molche aktiv Jagd auf die Kaulquappen machten. Insbesondere in den flachen Bereichen des Tümpels sammelten sich die Kaulquappen um dort Algen und Aufwuchs zu fressen. Die Molche patrollierten regelrecht vor diesen Bereichen auf und ab. Sobald eine Kaulquappe den flachen Bereich verließ, wurde sie gejagt. Das Ganze erinnerte mich stark an das Verhalten der weißen Haie vor den Stränden mit Seelöwen.

Sehr erfreulich, dass es die Amphibien geschafft haben, sich dieses Gewässer zurück zu erobern. Ohne die menschliche Hilfe wäre dies vermutlich nicht möglich gewesen. Allerdings war auch der Mensch ursprünglich daran schuld, dass die Amphibien dieses Gewässer verlassen mussten…