Frauen und Fischen?

Die Gleichberechtigung hält ja mittlerweile überall Einzug. Frauenquote in Führungspositionen, Frauen an der Waffe bei der Bundeswehr usw. . Lange genug hat es ja gedauert bevor Menschen mit Menstruationshintergrund von der patrichalischen Gesellschaft als Gleichwertig angesehen wurden. Als Vorreiter würde ich hier mal die Suffragetten ins Feld führen. Aber wie sieht´s mit handwerklichen Berufen oder mit Betätigungsfeldern aus, die ein hohes Maß an körperlichem Einsatz voraus setzen? Einen schönen Beitrag hierzu könnte ich auf YouTube finden. Dort geht es um ein Mädel dass das Fischereihandwerk von ihrem Vater übernommen hat.

Besuch einer seltenen Schönheit – Äsche als Beifang

 

Der Leitfisch und Namensgeber einer ganzen Gewässerregion hat in den letzten Jahren Bestandsmäßig ein echtes Tief durchlaufen. Die Bestände erholen sich nur schleppend bis gar nicht. Gründe dafür gibt es viele. Fraßdruck durch gefiederte, geschuppte und Zweibeinige sowie vierbeinige Prädatoren dürften wohl einen Großteil des Problems ausmachen. Nicht zu vernachlässigen sind aber auch die Verbauung und Verschmutzung der Gewässer. Umso mehr hat es mich gefreut neulich eine kleine Vertreterin dieser seltenen Spezies beim Fliegenfischen kurz zu einem Foto überreden zu können. Ein wirklich schönes Tier. Zwar nicht kapital, dafür umso mehr vital. Hoffen wir, dass es künftig wieder bergauf für die Äschen geht und man vielleicht auch mal wieder die eine oder andere entnehmen darf. Aber bis dahin scheint es noch ein weiter Weg zu sein.

Wer gerne mehr über die Populationsdynamik und vor allem über die Auswirkung des Fraßdrucks seitens Kormoran und Gänsesäger erfahren möchte, kann gerne mal auf der Homepage des Bayrischen Landesfischereiverbands stöbern. Dort finden sich immer wieder recht interessante Dokumente zu der Thematik.

Zanderangeln mit Gummifisch

Kaum ein bekannter deutscher Angler produziert so viel und vor allem so schnell hochwertigen Content wie Uli Beyer. Sein neuester geniestreich ist ein ausführliches Video über die Fischerei mit Gummifischen auf Zander. Zugegeben, besonders viel Neues ist in dem Video nicht zu finden wenn man mit der Materie vertraut ist. Leute die aber neu in den Thema unterwegs sind erhalten hier einen fundierten Eindruck zu dem Thema. Top Uli, weiter so.

Alles neu macht der Sommer

Das Schöne am Frühjahr/Sommer ist, dass sich die Natur von den meisten Schäden des Winters sehr schnell erholt. So auch an einem meiner Gewässer. Dort verbringen jedes Jahr ganze Schwärme an marodierenden Fischfressern die Winterzeit. Die sogenannten Schlafbäume sehen entsprechend übel aus. Alles total verschissen und verätzt vom Geschmeiß der Vögel.

Voll verschissen und verätzt – Die Baumgruppe im zeitigen Frühjahr.

Mittlerweile beobachte ich das schon seit einigen Jahren. Oft habe ich gedacht: ok, das wars jetzt, davon erholen sich die großen Buchen auf der Insel dieses Jahr nicht mehr. Aber die Baumgruppe ist zäh und hänge wirklich an ihrem Leben. Bereits Mitte Mai bis Juni sind die Hinterlassenschaften der Vögel vom satten Grün bedeckt und überwuchert. Eine Sache muss man den Kormoranen aber positiv anrechnen: Der Kot ist ein halbwegs guter Dünger. Wie sonst sollte die Baumgruppe auf einer Insel an Nährstoffe gelangen wenn nicht über den externen Eintrag von Phosphaten, Stickstoffen usw.?

Die Höhen und Tiefen des Angeljahres 2021

Dieses Angeljahr läuft bisher eher bescheiden bei mir. Wenig Zeit, viel beruflicher Stress, viele andere Projekte (unter anderem die Restauration eines Kraller Bootes…), da bleibt einfach nicht so viel Zeit für die eigentliche Fischerei.

Dennoch konnten mein Angelkollege Lukas und ich es irgendwie einrichten, zwei oder drei Mal an den See rauszufahren. Die Renken bissen eher etwas verhalten und auch die Hechte zeigten sich eher von ihrer zickigen Seite. Aufgrund des starken Pflanzenwachstums dieses Jahr in den Uferbereichen, war an Schleppen nicht wirklich zu denken. Zu groß ist die Gefahr, dass man unbemerkt Kraut einsammelt und das dann quer über den See spazieren fährt.

Ein etwas besseres Exemplar

Wurfangeln ist also angesagt. Erstaunlicherweise waren wir dieses Jahr bisher bei dieser Art der Fischerei erfolgreicher als bei unseren sonst obligatorischen Schlepptouren. Man muss aber zugeben, dass wir nur gezielt die Stellen angefischt haben, die auch früher schon Fisch gebracht haben. Dazu gehören versunkene Bäume und vor allem die ubiquitären Krautfelder im See. Neben vielen kleineren Exemplaren stieg auch ein etwas besserer Fisch ein. Immerhin – aber das Angeljahr hat ja noch ein paar Monate übrig. Mal sehen was da sonst noch so alles auf uns zukommt.

Die Farbe ist ein echter optischer Kracher

Fundstücke am Wasser – Köderrestauration

Wobbler

Ab und an findet man beim Spinnfischen auch mal was anstatt immer nur was zu verlieren. Wenn man bedenkt, wie viele Köder man beim Spinnfischen so im Wasser lässt und dann hochrechnet, dass es den anderen Angelkollegen mindestens genauso geht, kommt man früher oder später zu der Ansicht, dass die einheimischen Gewässer vermutlich mehr abgerissene Köder als Fisch beherbergen.

In der Regel sind solche Köder nach einiger Zeit im Wasser unansehnlich und die meisten sogar unbrauchbar. Ich denke hier vor allem an Köder aus Holz wie z.B. Wobbler. Aber auch Gummifische und grundsätzlich alle Arten von Metall verlieren nach einiger Zeit im Wasser ihre positiven Eigenschaften. Haken rosten, Gummiköder verfärben sich unansehnlich usw.

Normalerweise findet man im Schilf hin und wieder mal schwimmende Köder oder Posen, interessant sind jedoch oftmals große Hindernisse im Wasser wie z.B. versunkene Bäume, Autos oder Einkaufswägen. Dort bleiben regelmäßig größere Mengen an Ködern kleben. Ein regelrechtes Abernten alle paar Monate macht bei stark befischten Gewässern hier durchaus Sinn. So kann man seine Köderbox auch regelmäßig füllen.

In meinem Fall war es wirklich „Glück“, dass ich den Wobbler aus dem Wasser bergen konnte. Ich fischte von einem Steg aus auf Forelle und mein Wobbler verfing sich mit einem Haken in der Öse eines anderen Wobblers. Zuerst dachte ich, ich würde in den Wasserpflanzen hängen. Immer wenn ich zig, gab es einen gewissen Widerstand der kurz leichter und dann stärker wurde. So konnte ich den Wobbler nach einigem hin und her doch aus dem Krautfeld bergen. Daran hing dann auch noch ein Stahlvorfach und etwas geflochtene Hauptschnur. Meiner Schätzung nach, hing der Köder bereits mehrere Monate im Kraut fest.

Wobbler

Nachdem ich den Köder nach Hause gebracht und gereinigt hatte, vielen folgende Dinge auf. Die Sprengringe waren noch in einem sehr guten Zustand, die Haken mussten gewechselt werden und die Flanken des Köders wiesen einige kleine Löcher auf (vermutlich von Hechtzähnen). Nach einer ersten gründlichen Reinigung mit einer alten Zahnbürste und Seife, konnte ich auch den Hersteller anhand des Logos auf der Unterseite erkennen. Zuerst wurde der Köder eine Woche lang getrocknet, anschließend wurden die Löcher in den Flanken mit 2K Epoxy versiegelt. Die Haken und Sprengringe wurden vorsorglich komplett getauscht.

Eigentlich wollte ich den Köder wieder verwenden aber irgendwie brachte ich es nicht übers Herz dieses Schätzchen erneut nass zu machen. Seitdem fristet er sein Dasein in einer meiner Ködervitrinen.

Daiwa Hybrid Trout Swimbait

Nachdem ich bereits Ende 2019 auf die Daiwa Hybrid Trout recht gut Hechte fangen konnte, entschloss ich mich mir noch ein paar dieser optischen Leckerbissen in die Box zu legen. Gesagt, getan. Kaum war die Leistungsprämie meines Brötchengebers auf meinem Konto, klingelte die Kasse – leider nicht meine sondern die des Händlers. Aber was solls.

Wenn man mal einen Köder gefunden hat, dem man vertraut sollte man sich immer noch ein paar Exemplare auf Reserve holen, schließlich läuft jede Köderserie mal auf. Gerade bei großen Firmen wie Daiwa, Savage Gear und Co kann es schonmal vorkommen, dass ein Köder nach wenigen Jahren aus dem Sortiment verschwindet…oder einfach durch einen Nachfolger ersetzt wird.

Daiwa Hybrid Trout

Außerdem handelt es sich bei den meisten Swimbaits um Köder mit einem nicht unwesentlichen Gummianteil, sprich die Köder sind nach mehreren Bissen ziemlich ramponiert und wenn es nicht gerade ein Ersatzteile gibt, muss man sich einen komplett neuen Köder kaufen. Um dieses Problem zu umgehen habe ich mir noch zwei weitere Farben der Daiwa Hybrid Trout zugelegt. Wer wissen möchte wieso ich auf diesen Köder so größe Stücke halte, sollte sich das Video dazu mal ansehen.

Weitere Infos zur Trout gibts hier.

Westin Tommy the Trout inline

Als eingefleischter Raubfischangler und bekennender Ködersammler bin ich immer auf der Suche nach neuen Ködern für Hecht und Co. Allerdings bin ich im Laufe der Zeit etwas heikel geworden was das betrifft. Nicht jeder Köder schafft es in meine Stammkiste. Dort lagern nur solche Modelle mit denen ich auch schon gefangen habe, solche denen ich vertraue. Grundsätzlich bekommen fast alle Köder bei mir eine Chance. Sollte ich aber bei den nächsten Dutzend Angeltrips nichts darauf fangen, so wandert der Köder entweder in die Vitrine oder wird an einen Angelkumpel weiterverschenkt. Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft.

Westin Tommy the Trout inline Version

Ende 2019, um Weihnachten herum etwa, entdeckte ich auf einer großen polnischen Angelgeräte Seite ein vielversprechendes Angebot. Dort gab es Tommy the Trout von Westin für knappe 11€ – in der Inline Version. Da ich bereits seit einigen Jahren die Swimbaits von Westin recht erfolgreich fische, schlug ich zu. Allerdings war ich etwas überrascht als ich beim Auspacken feststellte, dass der Köderkorpus aus Kunststoff war – bei den anderen Westin Swimbaits war lediglich der Kopf aus Plastik und der Rest des Köders war aus Gummi, ähnlich wie bei den Castaic Forellen oder den Daiwa Trouts. Nun denn, immerhin sind keine Rasseln im Inneren. Das Inline System dürfte wohl in Zusammenarbeit mit Jens Bursell entstanden sein. In seinem aktuellen Buch Hechte Angeln geht er auf die Vorzüge dieses Systems ausführlich ein.

Westin Tommy the Trout

Sinkend und knapp 90g schwer ist das wahrlich kein kleiner Happen sondern eher was für die Jerkcombo – oder die Schlepperei. Letztendlich bin ich mir noch nicht so sicher wann und vor allem bei welcher Gelegenheit ich den Köder einweihen soll aber ich bin mir sicher ihn 2021 erfolgreich einweihen zu können.

Heimliche Panzerträger – Der Flusskrebs

Gerade bin ich bei YouTube über diesen interessanten wenngleich schon 25 Jahre alten Beitrag aus dem SWR gestoßen. Viele Angler kennen gerade mal mit Glück die Fischarten, welche zum Verzehr freigegeben sind. Bei den Krebsen sieht es nicht so gut aus. Das könnte aber auch daran liegen, dass mittlerweile mehr Neozoen Krustentiere die heimsichen Gewässer bevölkern, als einheimische Arten.

Invasive Arten – der Kamberkrebs – ein kleiner Selbstversuch

Auge in Auge mit dem Krustentier

Die einheimischen Krebsbestände sind seit vielen Jahren rückläufig. Die Ursachen dafür sind mannigfaltig. Früher war es in erster Linie die schlechte Wasserqualität die den Krustentieren das Leben schwer machte. Um diese Verluste zu kompensieren, versuchte man die sinkenden Bestandszahlen durch Besatz mit anderen Krebsarten zu kompensieren – ein fataler Fehler wie sich leider herausstellte. Zum einen tragen die „fremden“ Krebse oftmals den Erreger der Krebspest in sich, welcher innerhalb kürzester Zeit ganze Gewässerstriche (krebstechnisch) entvölkert.

Ein ausgewachsenes Kamberkrebs Exemplar

Neben dem Erreger der Krebspest sind viele der „invasiven“ Arten deutlich robuster, vermehrungsfreudiger und oftmals auch aggressiver als unsere einheimischen Krebsarten. Mittlerweile gibt es fast in jedem Gewässersystem invasive Krebsarten. Diese Arten erschließen sich die mittlerweile frei gewordenen ökologischen Nischen ebenso, wie neue Bereiche.  Für ein kleines privates „Forschungsprojekt“ habe ich mir aus einem größeren Gewässer ein paar der in Deutschland nicht heimischen Kamberkrebse entnommen und ihr Verhalten sowie ihre Nahrungsgewohnheiten beobachtet. Folgende Dinge kann man zum bisherigen Zeitpunkt aber schon mal sagen.

Schön zu erkennen, die Griffelbeine

  • Je nach Lichtverhältnissen sind die Krebse auch tagsüber aktiv.
  • Kamberkrebse klettern gerne. Gerade in der Anfangszeit waren die Krustentiere oftmals im Grün des Aquariums zu finden. Auch auf der Filtervorrichtung war fast immer einer der Komiker zu finden.

Krebse haben die angewohnheit immer „rückwärts“ zu fliehen.

  • Neben tierischem Eiweiß steht pflanzliche Nahrung ganz weit oben auf der Liste. Innerhalb weniger Wochen war das Aquarium frei von Algen, wenige Wochen später dann auch gänzlich frei von Pflanzen. Selbst die sonst wie Unkraut wuchernde Wasserpest wurde innerhalb kürzester Zeit vernichtet.
  • Trotz kurzzeitigen Aussetzens der tierischen Nahrung, wurden die im Aquarium befindlichen Fische nicht angegriffen. Die Krebse gingen den einfachen Weg und ernährten sich einfach pflanzlich weiter. Forellenlaich bzw. Aas wurde aber immer sofort angenommen. Das untermauert indirekt die Behauptung, dass Krebse als Aasfresser einen wichtigen Beitrag als Gesundheitspolizei in Aquatischen Ökosystemen erfüllen. Sie sind somit das gepanzerte Pedant zum Hecht – im weitesten Sinne.

Ein kleineres Exemplar bei der Nahrungsaufnahme

  • Kleine Krebse verhalten sich heimlich, größere Krebse sind echte Rampensäue.
  • Die Hauptaktivitätsphase der Krustentiere liegt in der Dämmerung und Nachts.
  • Kleinere Exemplare häuten sich deutlich häufiger als ausgewachsene Krebse

Die Viecherl sehen schon irgendwie ungewöhnlich aus.