Shimano Rollen (Stradic CI4+)

Alle Paar Jahre kommen neue Ruten- und Rollenmodelle auf den Markt. Wer also ein Schnäppchen machen möchte, schaut am besten im Herbst/Winter nach geeignetem Tackle für die nächste Saison. So war es auch dieses Jahr bei mir. Nachdem ich in den letzten Jahren sehr viel herumexperimentiert hatte mit diversen Ruten und Rollen, wollte ich mir dieses Mal wieder etwas von solider Qualität gönnen. Folglich kamen nur sehr wenige Modelle und Hersteller in den engeren Entscheidungskreis. Darunter eben auch die Marke Shimano mit dem Modell Stradic CI4+. Als dann auch noch ein recht gutes Angebot zum Modell 3000 herein kam, musste ich einfach zuschlagen.

Nach wenigen Tagen war die Rolle hier bei mir und ich habe sie umgehend mit einer feinen geflochtenen Schnur bespult. Die Schnurwicklung ist, wie von Shimano bekannt, makellos. Nach den ersten beiden Praxiseinsätzen konnte ich mich auch von der sehr guten Bremse überzeugen. Dennoch habe ich die Rolle weiter verkauft. Warum? Ganz einfach. Eine der Antriebskomponenten auf der Hauptachse war aus Plastik, der Lauf war nicht so weich wie ich es bei den anderen Shimanos in meinem Besitz her kenne und die Kurbel hat mir auch nicht wirklich getaugt. Grundsätzlich gehört Shimano wirklich zu den Top Marken was Rollen betrifft aber die zunehmende Verwendung von Plastik (ACHTUNG: Ich meine hier wirklich Plastik und nicht Carbon oder Mischmaterialien) empfinde ich als Mittel der Gewinnoptimierung. Früher oder später wird Plastik mürbe, spätestens dann, wenn es viel und oft UV Strahlung ausgesetzt wird (gut, das ist jetzt bei einer Rolle deren Plastikkomponenten lichtgeschützt im Inneren liegen eher selten der Fall) oder die Weichmacher sich verflüchtigen. Dennoch bin ich der Meinung, dass zumindest die Kernkomponenten aus Metall sein müssen um ein langes Leben zu garantieren. Nachdem Shimano aber immer mehr dazu übergeht, Plastik zu verbauen, werde ich wohl keine Shimano Rollen mehr kaufen.

Eins noch: Es gibt mittlerweile gute Alternativen zu Shimano. Okuma, Daiwa und Ryobi sind ebenfalls mit einigen hochwertigen Modellen auf dem Sektor Spinnrollen vertreten. Okuma fertig gute Rollen mit guter Bremse, die Schnurwicklung ist (zumindest bei meinen Modellen) der Schwachpunkt. Daiwa hat gute Bremsen und gute Schnurwicklung, allerdings fällt hier das Gewicht der Rollen oftmals negativ auf. Daiwa hat mittlerweile LT Rollen im Programm. Diese sind laut Hersteller Specs recht leicht. Testen konnte ich bisher allerdings noch keine dieser leichten Rollen. Ryobi ist ein Geheimtipp: Schnurverlegung meist TOP, Bremse war bisher immer 1A, Gewicht und Robustheit passen auch. Leider waren die Getriebetoleranzen bei meinen beiden letzten Ryobi Rollen nicht so gut. Die Rollen haben bei Verwendung von harten Ruten in Kombination mit geflochtener Schnur und Vibrationsstarken Ködern wie Wobblern oftmals klackernde Geräusche und leichte Unwuchten beim Einkurbeln der Köder an den Tag gelegt. Dies war immer bei den 2000er Modellen. Die 4000er Modelle haben das Problem bisher noch nicht gehabt. Naja was soll man sagen, irgendwas ist doch immer.

Pete

Qualitöter in einem ISO 13485 Betrieb bei ...stellt Biosensoren her
Geboren, Grundschule, Gymnasium, Uni usw. Seit 2009 im Qualitätsmanagement einer Firma für Biosensoren/Schnelltests
Erste Angelschritte im Jahr 1990
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