Daiwa Freams – die Mittelklasse Rolle aus dem Hause Daiwa

Daiwa Freams 4000

Die Daiwa Freams Serie stellt mittlerweile seit einigen Jahren die solide Daiwa Mittelklasse da und ist nach eigenen Aussagen die meistverkaufte LT (Light&Tough) Rolle in Japan. Für den Europäer hat diese Feststellung normalerweise keinen allzu hohen Stellenwert, aber jeder der sich ein bisschen mit der japanischen Mentalität auskennt, wird bei so einer Aussage hellhörig. Die Japaner haben ein sehr hohes Qualitätsbewusstsein, wie die Deutschen ehemals auch…, und kaufen meist das Teuerste was ihr Budget hergibt. Da wären wir auch schon beim ersten Stichwort, nämlich dem Preis. Die Freams Rollen sind hierzulande für ca. 100-140€ zu haben. Das entspricht preislich in etwa dem Segment einer Shimano Ultegra / Stradic.

Die Freams LT ist in ihrer aktuellen Form bereits einige Jahre auf dem Markt, es ist also zu vermuten, dass Daiwa uns Ende 2022 wohl einen Nachfolger in stylischer Optik präsentieren wird. Aber gemach, bis dahin fließt noch etwas Wasser die Isar hinunter.

Kommen wir zur Ausstattung der Rolle(n). Die für Daiwa (und leider auch allen anderen Rollenhersteller) typischen technischen Markenbezeichnungen lesen sich wie folgt:

  • LT (Light & Tough)
  • Silent Oscillation System
  • Aluminium Air Spule
  • CNC gefräste Aluminiumkurbel
  • AIR BAIL Rollenbügel
  • Twist Buster II Schnurlaufröllchen
  • DS5 Rollenkörper
  • MAGSEALED Body Konstruktion
  • 5 Kugellager
  • AIR ROTOR TOUGH DIGIGEAR Getriebe
  • ATD Bremssystem
  • Infinite Anti-Reverse Rücklaufsperre
  • Cross Wrap Schnurverlegung

Klingt alles hoch technisch und spacig, ist aber nüchtern betrachtet eher marketingtechnischer Natur. Aber das kennen wir ja von anderen Rollenherstellern auch zur Genüge.

Die Freams gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Größen.

Modell Kugell. m/ømm Übers. Einzug
[cm]
Gew.
[g]
1000S 5 100/0.12 5.2:1 64 185
2000S 5 150/0.14 5.2:1 68 190
2500D 5 150/0.28 5.3:1 75 205
2500S-XH 5 150/0.16 6.2:1 87 205
3000D-C 5 150/0.33 5.3:1 80 215
3000 5 150/0.23 5.2:1 77 225
4000D-C 5 150/0.37 5.2:1 82 240
5000D-C 5 150/0.40 5.2:1 87 250

Bei den ganzen Typbezeichnungen stehen die Buchstaben für folgende Eigenschaften:

  • D bedeutet, dass die Rolle mit einer tiefen Spule geliefert wird (deep)
  • S heißt flache Spule (shallow)
  • C heißt kleiner Körper, große Spule (compact body)
  • H = Hohe Übersetzung
  • XH = sehr hohe Übersetzung

Die Bremskraft variiert je nach Modell zwischen 5 und 12kg.

Aber gut, Papier ist geduldig und die Zahlen in Katalogen sind eh immer schön. Schauen wir uns die Rollen mal in der Praxis bzw. in natura an.

Als erstes fällt auf, dass die Umverpackung in einem dezenten Silber/Grauton gehalten ist. Meine Fuego kam in einem ekeligen Rosa daher… Der Lieferumfang entspricht dem Standard, sprich es werden eine Explosionszeichnung und diverse Spacer mitgeliefert um ggf. die Schnurverlegung zu korrigieren. Ab Werk waren meine beiden Modelle aber soweit schon gut eingestellt und es bedurfte keine Nacharbeit meinerseits.

Betrachtet man das Design der Freams, so stellt man fest, dass sich Daiwa hier treu geblieben ist. Viele Ecken und Akzente. Sieht gut aus und gefällt den meisten Anglern. Farblich ist man sich auch hier treu geblieben, die Rolle hat einen silbergrauen Korpus mit einer glänzenden  silbermetallic Zierleiste am Heck. Gut, darauf (also die glänzende Leiste) hätte man jetzt mM auch verzichten können aber was solls. Ansonsten macht die Rolle einen rundum soliden und sauber verarbeiteten Eindruck. Was mir weniger gefällt, ist der Bremskopf – dieser besteht fast nur aus Plastik. Hier hätte man durchaus etwas mehr in ein solideres Material investieren können. Allerdings muss man hier auch ehrlicherweise sagen, dass die hochwertigeren Rollen aus dem Hause Daiwa auch teilweise solche Plastikbremsköpfe verbaut haben…man versucht halt Gewicht an allen Ecken und Enden zu sparen. Ob das so schlau ist? Es wird sich zeigen.

Interessant und ansprechend ist auch das Design des Rotors. Hier hat man auf ein Design mit Durchbrüchen gesetzt. Auch hier dürfte der Wunsch nach Gewichtseinsparungen der Vater des Gedankens gewesen sein.

Etwas unpraktisch finde ich die Verwendung von Torx Schrauben. Sollen diese verhindern, dass der Besitzer die Wartung, Reinigung und Pflege zu Hause ohne großen Aufwand selber machen kann? Ich weiß es nicht. Mich werden die Torx Schrauben auf jeden Fall nicht davon abhalten bei Zeiten mal einen Blick in das Innere der Rollen zu werfen.

Ein besonderes Augenmerk gilt bei meinen Rollen immer der Verbindung bzw. Kraftübertragung der Kurbel auf das Rollengetriebe. Hier setzt Daiwa schon seit einigen Jahren auf Kurbeln zum direkten einschrauben an bzw. in den Rollenkorpus. Also Begründung wurde hierfür eine bessere Übertragung und ein geringeres Spiel angeführt. Meiner Erfahrung heraus ist das so nicht ganz zutreffend. Einige meiner Daiwa Rollen (so auch die beiden Freams) haben leider mindestens genauso viel Spiel an der Kurbel wie die vorher verbauten Klappkurbeln. Finde ich persönlich etwas ärgerlich weil damit das beste Argument für direkt einschraubbare Kurbeln schon wieder obsolet ist. Vor allem beim Transport in Futteralen sind die einschraubbaren Kurbeln nervig. Je nach Bauweise des Futterals muss man die Kurbel vor dem Verstauen der Rolle + Rute im Futteral lösen bzw. abschrauben. Es besteht hier die eminente Gefahr, die Kurbel zu verlieren da sie nicht direkt an der Rolle verbleiben kann. Außerdem stellt sich die Frage: Wohin mit der Kurbel? Hosentasche? Einfach so ins Futteral schmeißen? Alles nicht so einfach. Immerhin hat die Freams noch eine ausschaltbare Rücklaufsperre. Hierauf müssen wir wohl in Zukunft bei den höherpreisigen Rollen der Firma Daiwa verzichten.

Kommen wir zum Laufverhalten. Meine beiden Schätzchen laufen ohne Probleme oder Widerstand an. Der Lauf ist sehr weich und ruhig ohne größere bemerkbare Aussetzer. Auch die Bremse arbeitet ruckfrei und ohne Anlaufwiderstand. Hier ist alles so wie es sein soll.

Wer mit den oben genannten Vor- und Nachteilen leben kann, hat mit der Daiwa Freams eine zuverlässige Rolle ohne große Schwächen an seiner Seite.

Pete
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