Invasive Arten – der Kamberkrebs – ein kleiner Selbstversuch

Auge in Auge mit dem Krustentier

Die einheimischen Krebsbestände sind seit vielen Jahren rückläufig. Die Ursachen dafür sind mannigfaltig. Früher war es in erster Linie die schlechte Wasserqualität die den Krustentieren das Leben schwer machte. Um diese Verluste zu kompensieren, versuchte man die sinkenden Bestandszahlen durch Besatz mit anderen Krebsarten zu kompensieren – ein fataler Fehler wie sich leider herausstellte. Zum einen tragen die „fremden“ Krebse oftmals den Erreger der Krebspest in sich, welcher innerhalb kürzester Zeit ganze Gewässerstriche (krebstechnisch) entvölkert.

Ein ausgewachsenes Kamberkrebs Exemplar

Neben dem Erreger der Krebspest sind viele der „invasiven“ Arten deutlich robuster, vermehrungsfreudiger und oftmals auch aggressiver als unsere einheimischen Krebsarten. Mittlerweile gibt es fast in jedem Gewässersystem invasive Krebsarten. Diese Arten erschließen sich die mittlerweile frei gewordenen ökologischen Nischen ebenso, wie neue Bereiche.  Für ein kleines privates „Forschungsprojekt“ habe ich mir aus einem größeren Gewässer ein paar der in Deutschland nicht heimischen Kamberkrebse entnommen und ihr Verhalten sowie ihre Nahrungsgewohnheiten beobachtet. Folgende Dinge kann man zum bisherigen Zeitpunkt aber schon mal sagen.

Schön zu erkennen, die Griffelbeine

  • Je nach Lichtverhältnissen sind die Krebse auch tagsüber aktiv.
  • Kamberkrebse klettern gerne. Gerade in der Anfangszeit waren die Krustentiere oftmals im Grün des Aquariums zu finden. Auch auf der Filtervorrichtung war fast immer einer der Komiker zu finden.

Krebse haben die angewohnheit immer „rückwärts“ zu fliehen.

  • Neben tierischem Eiweiß steht pflanzliche Nahrung ganz weit oben auf der Liste. Innerhalb weniger Wochen war das Aquarium frei von Algen, wenige Wochen später dann auch gänzlich frei von Pflanzen. Selbst die sonst wie Unkraut wuchernde Wasserpest wurde innerhalb kürzester Zeit vernichtet.
  • Trotz kurzzeitigen Aussetzens der tierischen Nahrung, wurden die im Aquarium befindlichen Fische nicht angegriffen. Die Krebse gingen den einfachen Weg und ernährten sich einfach pflanzlich weiter. Forellenlaich bzw. Aas wurde aber immer sofort angenommen. Das untermauert indirekt die Behauptung, dass Krebse als Aasfresser einen wichtigen Beitrag als Gesundheitspolizei in Aquatischen Ökosystemen erfüllen. Sie sind somit das gepanzerte Pedant zum Hecht – im weitesten Sinne.

Ein kleineres Exemplar bei der Nahrungsaufnahme

  • Kleine Krebse verhalten sich heimlich, größere Krebse sind echte Rampensäue.
  • Die Hauptaktivitätsphase der Krustentiere liegt in der Dämmerung und Nachts.
  • Kleinere Exemplare häuten sich deutlich häufiger als ausgewachsene Krebse

Die Viecherl sehen schon irgendwie ungewöhnlich aus.

Pete
Letzte Artikel von Pete (Alle anzeigen)
0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.