Hechte am Forellenfluss?

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Nunja, Meister Esox ist eigentlich kein Streitthema -  es sei denn es geht um Hechte in Forellengewässern. Da scheiden sich bekanntlich die Geister. Der Eine sieht es als angenehme Abwechslung, für den Anderen ist er das ultimative Feindbild der die edlen Forellen über die Maße dezimiert. Fakt ist jedoch, dass es bereits vor dem Menschen Hechte in Forellenbächen gab und der Hecht es in den letzten Tausend Jahren noch nicht geschafft hat, die Forellen auszurotten.

Natürliche Feinde hat der Hecht im Forellenbach eher weniger, zumindest ab 20cm Körperlänge muss er eigentlich nur noch vor fischfressenden Vögeln sowie einigen Huchen Angst haben. Ansonsten ist er auf dem Weg an die Nahrungsspitze.

Gerade im Herbst, wenn die Schonzeiten die Angelei am Forellenfluss arg einschränken und man teilweise nur noch Köder über einer bestimmten Länge fischen darf (die ein versehentliches Fangen von Forellen unmöglich machen), schlägt die die Stunde des Hechtes…oder seine letzte Stunde… über das Jahr verteilt hat man, sofern man regelmäßig am Wasser war, sicherlich unterbewusst einige Stellen wahrgenommen an denen sich Hechte aufhalten könnten. So mancher Angler hat auch unfreiwillig beim Forellenfischen schon Bekanntschaft mit Meister Esox gemacht. Ein kräftiger Biss, ein vehementes Schütteln und *ploing*, weg war er - mitsamt Köder. Ungünstig, im wahrsten Sinne des Wortes – zumal Forellenwobbler nicht günstig sind. Wesentlich schwerer wiegt jedoch das Schicksal des Hechtes. Der verludert jetzt in irgendeiner Eckte des Gewässers mit einem Wobbler im Maul. Glücklicherweise gibt es an den meisten Forellengewässern die Einzelhakenpflicht. Damit ist schonmal relativ sicher gestellt, dass der Haken dem Hecht nicht komplett das Maul vernagelt und er wenigstens noch Nahrung zu sich nehmen kann. Ich für meinen Teil benutze Haken mit recht hohem Kohlenstoffanteil. Diese rosten zwar, was bei unsachgemäßer Lagerung ein echtes Ärgernis darstellt, dem Hecht aber das Leben retten kann. Solche Haken oxidieren verhältnismäßig rasch im Wasser und der Hecht hat noch eine reelle Chance sein Piercing loszuwerden.

Interessante Plätze am Fluss sind strömungsberuhigte Abschnitte, Rückströmungen, Wehrschüsse und tiefe Löcher über die das Wasser hinweg schießt. Gerade im Herbst ist es einfach solche Plätze und die dort vorherrschende Strömung zu verfolgen. Dazu beobachtet man einfach eine Zeit lang das abtreibende Laub.

Als gute Köder haben sich in letzter Zeit immer mehr Gummifische bei mir durchgesetzt. Der natürliche Lauf, die große Auswahl an Farben und Formen sowie die natürliche Konsistenz die auch einen zweiten Biss nicht unmöglich macht, machen den GuFi zum Köder der Wahl.

Natürlich ist auch hier ein Stahlvorfach Pflicht. Wenn ihr alles richtig gemacht habt, sieht das Ergebnis möglicherweise so aus 🙂

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Pete
2 Kommentare
  1. Fritz Raddatz
    Fritz Raddatz sagte:

    Hechte als Gesundheitspolizist gehört ebenso in einem natürlichen Bachlauf mit Bachforellen, das ist so gewollt von der Natur.
    Zeig doch mal ein Foto eines mit Wobbler verluderten Hechtes, das was Du da schreibst, beruht auf menschliche Annahmen, aber nicht
    auf belegbare Tatsachen.

    Antworten
    • Pete
      Pete sagte:

      Hallo Fritz, danke für dein Feedback. Deine Meinung hat natürlich auch seine Berechtigung. Allerdings beziehe ich mich in meiner Behauptung auf bewirtschaftete Gewässer und nicht auf „wilde“ Gewässer. Was deine These mit den nicht existierenden verluderten Hechten betrifft, muss ich dir widersprechen. 2014 habe ich in den Schären einen Hecht gesehen, der an einem zweiteiligen Wobbler mit 2 Drillingen elendig verendet ist da der Besitzer kein Stahlvorfach verwendet hatte und der Fisch samt kurzem Stück Mono schlichtweg verhungert ist.

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