Auszeit vorbei – Jagdschein und Fischereiaufseher erfolgreich bestanden

Jagdschein

Längere Zeit war es jetzt etwas stiller auf dem Blog. Das lag nicht etwa daran, dass ich das Interesse an der Fischerei verloren hätte, sondern ist eher einer intensiven Zeit der biologischen und ökologischen Fortbildung geschuldet. Im April diesen Jahres habe ich den Fischereiaufseher Schein in der Landesanstalt für Fischerei in Starnberg gemacht, parallel dazu liefen die Vorbereitungen für die Prüfungen des staatlichen Jagdscheins zusammen mit diversen anderen Seminaren wie z.B. Natur- und Umweltschutzseminar, Trichinenprobenahmekurs und ein Biberseminar (organisiert und durchgeführt durch den BJV). In Summe kann man durchaus sagen, dass es in den letzten Monaten hoch her ging und dadurch der Blog etwas gelitten hat – aber nicht nur der Blog. Wenn man berufstätig ist und jeden Tag 2h insgesamt zum Arbeitgeber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln pendeln darf, bleibt nicht mehr viel Freizeit. Diese wenige Freizeit war die letzten Monate komplett mit Lernen, Training und Vorbereitung gefüllt. Ende Juni war es dann aber so weit, der „Jägerbrief“ lag in seiner gesamten Schönheit vor mir und ca. 2 Wochen später auch der Jagdschein selbst – ein wirklich schönes Gefühl nach all der Zeit des intensiven Lernens und der selbstauferlegten Einschränkungen. Abschließend erfolgte dann noch der sogenannte Jägerschlag, indem der Jungjäger in einem althergebrachten Ritual zum Jäger „geschlagen“ wird, also seine jagdlichen Weihen erhält.

„Der erste Schlag soll dich zum Jäger weihen, der zweite Schlag soll dir Waidgerechtigkeit verleihen, der dritte Schlag sei dir Gebot, was du nicht kennst das schieß nicht tot.“

Eine kleine Anekdote am Rande: Obwohl ich den Fischereiaufseher Kurs im April erfolgreich absolviert hatte, habe ich meinen Dienstausweis sowie die Aufsehermarke bis zum heutigen Tage von der Kreisverwaltungsbehörde noch nicht erhalten. Mein Fischereiverein hatte den Antrag zwar etwas später, also im Mai beim Kreisverwaltungsreferat eingereicht aber, dennoch war die Ausstellung des Jagdscheins deutlich schneller vollzogen. Schon interessant wie´s manchmal so läuft.

Die Sache mit den Rollenhaltern bei Angelruten

Beim Kauf einer Rolle spielen in der Regel der persönliche Geschmack und der dafür vorgesehene Verwendungszweck eine große Rolle – achja und die Größe des Geldbeutels. In den letzten Jahren sind Rollenhalter mit einer Aussparung für den Finger oder den Daumen immer beliebter geworden. Die Versprechungen der Angelindustrie waren, dass man damit wegen des direkten Kontakts zum Blank jeden Biss wie einen Stromschlag in der Rute spüren kann. Das ist soweit nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch. Richtig ist, dass man seinen Finger etwas näher am Rutenblank hat und dadurch etwas mehr spürt, was der Köder gerade macht. Falsch ist (zumindest bei den meisten Produkten), dass der Finger direkt auf dem Blank ruht.

Greys Rollenhalter mit Hülse

Meist ist zwischen Rollenhalter und Blank noch eine Schmuckhülse auf der später dann der Finger ruht. Aus eigener Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ich bisher vermutlich nur eine Rute hatte, bei der der Finger am Rollenhalter direkt auf dem Rutenblank lag und das war die Berkley Skeletor Rute der ersten Generation. Da konnte man wirklich jeden Zupfer und Hupfer des Köders über den Finger wahrnehmen. Heute sind viele Aussparungen am Rollenhalter eher kosmetischer Natur, die darunter angebrachten Hülsen sind Zierelemente, die der Rute mehr farbliche Akzente verleihen sollen. Sicherlich, je näher man den Finger am eigentlich Blankmaterial hat, desto mehr spürt man letztlich auch aber das Nonplusultra ist nach wie vor der unmittelbare Kontakt zum Blank selbst.

Daiwa Freams – die Mittelklasse Rolle aus dem Hause Daiwa

Daiwa Freams 4000

Die Daiwa Freams Serie stellt mittlerweile seit einigen Jahren die solide Daiwa Mittelklasse da und ist nach eigenen Aussagen die meistverkaufte LT (Light&Tough) Rolle in Japan. Für den Europäer hat diese Feststellung normalerweise keinen allzu hohen Stellenwert, aber jeder der sich ein bisschen mit der japanischen Mentalität auskennt, wird bei so einer Aussage hellhörig. Die Japaner haben ein sehr hohes Qualitätsbewusstsein, wie die Deutschen ehemals auch…, und kaufen meist das Teuerste was ihr Budget hergibt. Da wären wir auch schon beim ersten Stichwort, nämlich dem Preis. Die Freams Rollen sind hierzulande für ca. 100-140€ zu haben. Das entspricht preislich in etwa dem Segment einer Shimano Ultegra / Stradic.

Die Freams LT ist in ihrer aktuellen Form bereits einige Jahre auf dem Markt, es ist also zu vermuten, dass Daiwa uns Ende 2022 wohl einen Nachfolger in stylischer Optik präsentieren wird. Aber gemach, bis dahin fließt noch etwas Wasser die Isar hinunter.

Kommen wir zur Ausstattung der Rolle(n). Die für Daiwa (und leider auch allen anderen Rollenhersteller) typischen technischen Markenbezeichnungen lesen sich wie folgt:

  • LT (Light & Tough)
  • Silent Oscillation System
  • Aluminium Air Spule
  • CNC gefräste Aluminiumkurbel
  • AIR BAIL Rollenbügel
  • Twist Buster II Schnurlaufröllchen
  • DS5 Rollenkörper
  • MAGSEALED Body Konstruktion
  • 5 Kugellager
  • AIR ROTOR TOUGH DIGIGEAR Getriebe
  • ATD Bremssystem
  • Infinite Anti-Reverse Rücklaufsperre
  • Cross Wrap Schnurverlegung

Klingt alles hoch technisch und spacig, ist aber nüchtern betrachtet eher marketingtechnischer Natur. Aber das kennen wir ja von anderen Rollenherstellern auch zur Genüge.

Die Freams gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Größen.

Modell Kugell. m/ømm Übers. Einzug
[cm]
Gew.
[g]
1000S 5 100/0.12 5.2:1 64 185
2000S 5 150/0.14 5.2:1 68 190
2500D 5 150/0.28 5.3:1 75 205
2500S-XH 5 150/0.16 6.2:1 87 205
3000D-C 5 150/0.33 5.3:1 80 215
3000 5 150/0.23 5.2:1 77 225
4000D-C 5 150/0.37 5.2:1 82 240
5000D-C 5 150/0.40 5.2:1 87 250

Bei den ganzen Typbezeichnungen stehen die Buchstaben für folgende Eigenschaften:

  • D bedeutet, dass die Rolle mit einer tiefen Spule geliefert wird (deep)
  • S heißt flache Spule (shallow)
  • C heißt kleiner Körper, große Spule (compact body)
  • H = Hohe Übersetzung
  • XH = sehr hohe Übersetzung

Die Bremskraft variiert je nach Modell zwischen 5 und 12kg.

Aber gut, Papier ist geduldig und die Zahlen in Katalogen sind eh immer schön. Schauen wir uns die Rollen mal in der Praxis bzw. in natura an.

Als erstes fällt auf, dass die Umverpackung in einem dezenten Silber/Grauton gehalten ist. Meine Fuego kam in einem ekeligen Rosa daher… Der Lieferumfang entspricht dem Standard, sprich es werden eine Explosionszeichnung und diverse Spacer mitgeliefert um ggf. die Schnurverlegung zu korrigieren. Ab Werk waren meine beiden Modelle aber soweit schon gut eingestellt und es bedurfte keine Nacharbeit meinerseits.

Betrachtet man das Design der Freams, so stellt man fest, dass sich Daiwa hier treu geblieben ist. Viele Ecken und Akzente. Sieht gut aus und gefällt den meisten Anglern. Farblich ist man sich auch hier treu geblieben, die Rolle hat einen silbergrauen Korpus mit einer glänzenden  silbermetallic Zierleiste am Heck. Gut, darauf (also die glänzende Leiste) hätte man jetzt mM auch verzichten können aber was solls. Ansonsten macht die Rolle einen rundum soliden und sauber verarbeiteten Eindruck. Was mir weniger gefällt, ist der Bremskopf – dieser besteht fast nur aus Plastik. Hier hätte man durchaus etwas mehr in ein solideres Material investieren können. Allerdings muss man hier auch ehrlicherweise sagen, dass die hochwertigeren Rollen aus dem Hause Daiwa auch teilweise solche Plastikbremsköpfe verbaut haben…man versucht halt Gewicht an allen Ecken und Enden zu sparen. Ob das so schlau ist? Es wird sich zeigen.

Interessant und ansprechend ist auch das Design des Rotors. Hier hat man auf ein Design mit Durchbrüchen gesetzt. Auch hier dürfte der Wunsch nach Gewichtseinsparungen der Vater des Gedankens gewesen sein.

Etwas unpraktisch finde ich die Verwendung von Torx Schrauben. Sollen diese verhindern, dass der Besitzer die Wartung, Reinigung und Pflege zu Hause ohne großen Aufwand selber machen kann? Ich weiß es nicht. Mich werden die Torx Schrauben auf jeden Fall nicht davon abhalten bei Zeiten mal einen Blick in das Innere der Rollen zu werfen.

Ein besonderes Augenmerk gilt bei meinen Rollen immer der Verbindung bzw. Kraftübertragung der Kurbel auf das Rollengetriebe. Hier setzt Daiwa schon seit einigen Jahren auf Kurbeln zum direkten einschrauben an bzw. in den Rollenkorpus. Also Begründung wurde hierfür eine bessere Übertragung und ein geringeres Spiel angeführt. Meiner Erfahrung heraus ist das so nicht ganz zutreffend. Einige meiner Daiwa Rollen (so auch die beiden Freams) haben leider mindestens genauso viel Spiel an der Kurbel wie die vorher verbauten Klappkurbeln. Finde ich persönlich etwas ärgerlich weil damit das beste Argument für direkt einschraubbare Kurbeln schon wieder obsolet ist. Vor allem beim Transport in Futteralen sind die einschraubbaren Kurbeln nervig. Je nach Bauweise des Futterals muss man die Kurbel vor dem Verstauen der Rolle + Rute im Futteral lösen bzw. abschrauben. Es besteht hier die eminente Gefahr, die Kurbel zu verlieren da sie nicht direkt an der Rolle verbleiben kann. Außerdem stellt sich die Frage: Wohin mit der Kurbel? Hosentasche? Einfach so ins Futteral schmeißen? Alles nicht so einfach. Immerhin hat die Freams noch eine ausschaltbare Rücklaufsperre. Hierauf müssen wir wohl in Zukunft bei den höherpreisigen Rollen der Firma Daiwa verzichten.

Kommen wir zum Laufverhalten. Meine beiden Schätzchen laufen ohne Probleme oder Widerstand an. Der Lauf ist sehr weich und ruhig ohne größere bemerkbare Aussetzer. Auch die Bremse arbeitet ruckfrei und ohne Anlaufwiderstand. Hier ist alles so wie es sein soll.

Wer mit den oben genannten Vor- und Nachteilen leben kann, hat mit der Daiwa Freams eine zuverlässige Rolle ohne große Schwächen an seiner Seite.

Die Sache mit der UV Aktivität bei Angelködern….

UV aktive Köder

Das Thema UV-Aktivität beschäftigt Angler ja seit einigen Jahren immens. Betrachtet man das Thema aber nüchtern, kommt man zu der Erkenntnis, dass hier auch viel gehypt wird, was eigentlich in der Praxis kaum von Relevanz ist. Nüchtern betrachtet kann ein Köder der UV Aktive Farbmuster/Spots hat, nur dann seine Stärken ausspielen, wenn auf diese Spots auch UV Licht scheint. Soweit logisch, oder? Aber schauen wir uns mal einige der gängigen Wobblerfarbdecore mal an. Die Stelle, die am stärksten für UV Strahlen exponiert ist, ist der Rücken. Eigentlich logisch, die Sonne scheint ja von oben herab. Je nach Uhrzeit und Stand der Sonne, kann es aber auch sein, dass die Seiten mit UV Licht in Kontakt kommen, auch das sollte soweit nachvollziehbar sein.

UV-aktiver Wobbler

Und jetzt die große Frage: Wieso verpassen viele Hersteller ihren Köder einen UV aktiven Bauch? Selbst wenn der Wobbler flankt oder sich leicht dreht und wackelt, ist die Wahrscheinlichkeit doch relativ gering, dass die Unterseite jemals genug UV Licht abbekommt um den Köder für den Fisch attraktiver zu machen. Etwas anders sieht es hier vielleicht in flachen Gewässern aus, dort kann es durchaus zu einer Art Reflektion der UV Strahlen vom Gewässergrund kommen, allerdings findet dies nur in einem sehr begrenzten Rahmen statt und dann auch nur bei klarem Wasser und ruhiger Wasseroberfläche. Also nochmal: Wieso sollte man seinen Ködern einen UV aktiven Farbanstrich auf der Köderunterseite verpassen? Macht doch eigentlich keinen Sinn…

UV-aktiver Wobbler

Drillfotos – eine Erinnerung mit Wert – Angelfotografie

Hecht kurz vor dem Kopfschütteln im Drill

Neben der Versorgung mit einem der gesündesten Nahrungsmittel überhaupt stehen bei vielen Anglern auch die Erholung und die Spannung die die Fischerei mit sich bringt, im Vordergrund. Ja, richtig gelesen, die Spannung. Für die meisten Menschen ist Angeln langweiliges am See Herumlungern, ne Kippe rauchen, ein Bierchen zischen und einen armen Lumbricus Terrestris mit einem Stück Stahl zu malträtieren. So ganz Unrecht haben diese Menschen nicht, immerhin macht man bei der Ansitzangelei die meiste Zeit nichts anderes als rumzusitzen und den einen oder anderen Köder auf den Haken zu spießen in der Hoffnung einen Fisch zu fangen.

Ein Aitel (Döbel) versucht sich kurz vor der Landung noch einmal loszuschütteln.

Diese „Langeweile“ ist jedoch alsbald vorbei sobald das Flossenwild beginnt sich für den ausgelegten Köder zu interessieren. Was mit einem vorsichtigen Zupfen begann, kann unvermittelt in einer rasanten Flucht enden. Freilich, die Spinnfischer haben hier natürlich deutlich mehr Aktion, besteht ihr Angeltag doch aus den immer gleichen Bewegungsabläufen: Auswerfen, einziehen, auswerfen, einziehen, auswerfen, einziehen, Spotwechsel und alles wieder von vorne.  Im Unterschied zum Ansitzangler hat der Spinnfischer jedoch mehrere Optionen was die Präsentation des Köders betrifft. Er sucht in deutlich weniger Zeit deutlich mehr Fläche ab und die Bisswahrscheinlichkeit ist, je nach Bestand und Zielfisch, höher als beim Ansitzangler (mal abgesehen von Stippern und Feederanglern die anfüttern).

Der berühmt-berüchtigte Hechtsprung

Aber dann… wenn’s schnackelt, geht’s rund. Egal ob es nun ein kleines Rotauge an der Stippe ist, eine Barbe an der Feederrute, ein Karpfen an der Matchrute oder ein Hecht an der leichten Spinnrute. Die Reaktion des menschlichen Körpers ist fast bei allen Anglern gleich. Der Körper schüttet Adrenalin aus, der Herzschlag steigt, die Sinne schärfen sich, der Kick setzt ein. Das Warten auf den Biss hat seine ganz eigenen Reize aber über den Schlag der einen durchfährt, wenn ein Fisch den Köder genommen hat geht kaum etwas. Klingt etwas merkwürdig, ist aber so (frei nach Peter Lustig…).

Die Fluchten direkt vor dem Kescher sind immer am spektakulärsten

Während des Drills steigt die Herzfrequenz und zum Ende hin wenn der Fisch kurz vor dem Kescher ist und man sehen kann, wie knapp der Haken gefasst hat, wie weit der Fisch noch vom Kescher entfernt ist, steht man wirklich kurz vor dem Herzkasperl. Und genau solche Momente will man sich als Angler gerne bewahren, es sind solche Momente die einen immer und immer wieder ans Wasser treiben (gut, die kulinarischen Gelüste tun hier ihr Übriges). Wenn ich mir meine mittlerweile doch recht üppige Bildersammlung ansehe, stolpere ich immer wieder über Drillfotos die zumindest den Angler erahnen lassen können, wie sich der Fänger des Fisches in dem Moment gefühlt haben muss. Ein paar der Bilder möchte ich euch nicht vorenthalten.

Knurrig schaut er drein, der Meister Esox

Besonders bei sprungfreudigen und kampfstarken Fischen kann der Drill zu einem echten Krimi werden. Wer kennt das nicht, wenn der Fisch trotz geschlossener Bremse unaufhaltsam auf das nächste Hindernis zusteuert oder der Hecht trotz schräg gehaltener tiefer Rutenspitze immer wieder zu seinen berüchtigten Hechtsprüngen ansetzt oder die Regenbogenforelle die während des Drills gefühlt mehr Zeit in der Luft als im Wasser verbringt? Ja, das alles gehört zum „langweiligen“ Angeln dazu…

So sieht es aus wenn eine Bahnschwelle nochmal richtig Gas gibt.

Daiwa Airity LT 3000D-C – Rollen Noblesse von Daiwa

Daiwa Airity LT

Daiwa Airity LT

Wie bereits in einem der vorherigen Posts erwähnt, gibt es mittlerweile den Trend beim Angeln eher als Statussymbolträger am Ufer der Gewässer entlang zu flanieren und somit seinen Mitmenschen zu zeigen, dass man Kohle hat, dass man es geschafft hat und ein gemachter Mann/Frau oder irgendwas Undefiniertes dazwischen ist. Um dieser Strömung Rechnung zu tragen, möchte ich heute mal die teuerste von Daiwa vertriebene und NICHT in Japan produzierte Süßwasserspinnrolle aus dem 2022ger Katalog vorstellen, die Daiwa Airity LT. Die technische Ausstattung kann sich, wie in der Preisklasse um die 300€ üblich, durchaus sehen lassen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um eine LT (Light&Tough) Rolle, es wurden also Leichtbaukomponenten (das Daiwa eigene Zaion Material) verwendet. Dies spiegelt sich letztlich auch im Gewicht der Rolle wieder. Insgesamt sind 8 hochwertige Kugellager verbaut, davon je nach Rollengröße zwishcen 3-5 CRBB Lager. Um es kurz zu machen: Schaut man in den aktuellen Daiwa Katalog, findet man folgende Auflistung an zusätzlichen technischen Eigenschaften und Technologien, welche in dieser Rolle verbaut sind:

Bremskraft: 1000/2000: 5kg, 2500-4000: 10kg

  • LT (Light & Tough)
  • DS5 AIR ROTOR
  • CNC gefrästes Tough DIGI-Gear Getriebe
  • ATD Bremssystem
  • Permanent wirkende Infinite Anti-Reverse Rücklaufsperre
  • Cross Wrap Schnurverlegung
  • MQ Monocoque ZAION Rollenkörper
  • CNC gefräste Aluminiumkurbel
  • Hi-Grip Kurbelknauf
  • AIR BAIL Rollenbügel
  • Twist Buster II Schnurlaufröllchen
  • MAGSEALED Body Konstruktion
  • 8 Kugellager
  • MAGSEALED Kugellager an der Seitenachse
  • Longcast ABS Aluminiumspule

Je nach Modell kann man dem Katalog folgende Spezifikationen entnehmen:

Modell Kugellager Schnurfassung Übersetzung Einzug in cm Gewicht
1000D 8 150/0.20 5.1:1 64 160
2000D 8 150/0.23 5.1:1 67 160
2500D 8 150/0.28 5.2:1 73 185
2500-XH 8 150/0.20 6.2:1 87 185
3000D-C 8 150/0.33 5.2:1 77 195
3000-CXH 8 150/0.23 6.2:1 93 195
4000D-C 8 150/0.37 5.2:1 82 230

Getestet habe ich das 3000er Modell. Im Gegensatz zu den günstigeren Serien setzt Daiwa bei seinen High End Produkten mittlerweile immer mehr auf die Monocoque Technologie. Das bedeutet, dass der Körper mittlerweile aus einem Stück besteht und nicht wie früher aus einem zweiteiligen Gehäuse. Der Vorteil: Geringeres Gewicht, größeres Antriebsritzel und kleiner Rollenkörper im Vergleich zu früher.

Daiwa Airity LT 3000D-C

Daiwa Airity LT 3000D-C – eine wahre Design Schönheit

Wie in dieser Preisklasse zu erwarten, läuft die Rolle sehr leicht und smooth an. Eine absolute Freude. Die Schnurverlegung ist einwandfrei und auch die Bremse startet ruckfrei an und lässt sich sehr fein einstellen. Anglerherz, was willst du mehr?

Der Lieferumfang besteht aus den üblichen Ersatzteilen wie z.B. den Spacern um die Schnurverlegung zu tunen, falls nötig. Zusätzlich neben Explosionszeichnungen liegt der Airity auch ein schwarzes Stoffsäckchen bei, in dem man die Rolle lagern kann.

Daiwa Airity LT 3000D-C

Auch das Monocoque Design fügt sich sehr schön in das Gesamtbild der Rolle ein.

Etwas überrascht war ich, dass Daiwa hier auf die ausschaltbare Rücklaufsperre verzichtet hat. Hier geht man wohl einen ähnlichen Weg, wie Penn oder Quantum (Smoke). Schade eigentlich, da es viele Angler gibt, die den Fisch nicht über die Bremse sondern den Rücklauf drillen (ProfiBlinker sei Dank…). Durch die Mag Sealed Technologie ist es mittlerweile dem Endkunden kaum noch möglich, die Rollen selbst zu warten, da er das entsprechende Fluid nicht selbst zur Hand hat. Aber ganz ehrlich, in der Regel kriegt man die Rollen ohnehin nicht wieder ganz genau so zusammengebaut wie sie vorher waren. Bei den „alten“ Rollen hat man den Seitendeckel abgeschraubt und etwas Fett auf die Ritzel und Öl auf die Kugellager gegeben, das geht heute vielfach nicht mehr. Die Autofahrer kennen das Problem ja…

Seitenansicht Daiwa Airity

Ähnlich wie bei Shimano hat man auch bei Daiwa die Möglichkeit die Rollen zur Wartung einzuschicken. Davon sollte man im Fall des Falles gegen Ende der Saison auch Gebrauch machen. Allerdings muss das über den Fachhändler erfolgen. Direkte Anfragen an Daiwa bringen nichts.

Neue Forellenwobbler aus China

Auch bei den Forellen- bzw. Barschwobblern hat sich 2021 nicht wirklich viel getan. Dementsprechend mau ist gerade auch die Situation bei den chinesischen Clonen innerhalb der einschlägigen Online Plattformen. Nach längerer Suche bin ich aber dann doch auf eine „neue“ Form gestoßen. Diese sieht, zumindest auf den Bildern, recht vielversprechend aus. Wie bei den meisten Fernostwobblern musste ich aber nach Erhalt der Ware feststellen, dass die Drillinge dringend getauscht werden müssen. Außerdem haben die Wobbler leider wieder Geräuschkugeln im Inneren verbaut. Wie ich diese Dinger dick habe… in meinem Hausgewässer reagieren selbst die „doofen“ Satzforellen mittlerweile sehr argwöhnisch wenn ein Köder Rasseln enthält.

Wer kann´s ihnen verdenken, einige von den Forellen sind schließlich nicht umsonst so groß geworden  und haben sich erfolgreich der jährlichen „Ernte“ der Fischer entzogen. Für mich persönlich aber einer der gravierendsten Nachteile ist, dass es wie üblich, die Wobbler nur in einer sinkenden Ausführung gibt.

Das ist insofern ärgerlich, da man mit diesen Ködern einige der sonst an meinem Fluss gängigen Fangpraktiken nicht bewerkstelligen kann denn dafür bräuchte man schwimmende Wobbler. Aber mal sehen wie sich die kleinen Flitzer im Wasser so schlagen. Die Verarbeitung selbst ist in Ordnung, die Farbdecors sind, wie üblich, der chinesische Einheitsbrei. Aber bei einem Preis von umgerechnet 2-3€ Pro Stück kann man natürlich keine Meisterstück erwarten. Zu Beginn der Forellensaison 2022 werde ich versuchen die kleinen Flitzer (hoffentlich erfolgreich) zu testen.

Neue Hechtköder aus China

Hechtköder aus China

Lange Zeit war es jetzt still hier auf dem Blog was Köder aus China betrifft. Das hatte mehrere Gründe. Einerseits gab es im Jahr 2021 eine Verschärfung des Zollgesetzes welche die Verzollung fast sämtlicher aus nicht EU Ländern geschickter Waren zur Folge hatte. Das ist dann natürlich ärgerlich wenn man zum Hauptzollamt, welches in meinem Fall eine gute Stunde entfernt angesiedelt ist, fahren muss um eine Warensendung im Wert von wenigen Euros auslösen darf. Das rechnet sich einfach nicht wobei es mir weniger um den Geldbetrag als vielmehr um die zeitliche Komponente geht. Auf der anderen Seite war ich die letzten Monate immer recht stark beruflich eingespannt und habe kaum Zeit gefunden, mich mit der Fischerei und meinen literarischen Online Umtriebigkeiten zu beschäftigen. Folglich sieht auch meine Fangliste dieses Jahr eher bescheiden aus. Aber es gab auch ein paar Ausnahmefische zu verzeichnen…immerhin.

Aber zurück zu den Ködern. Besonders Wobbler und Swimbaits haben es mir ja schon seit jeher angetan. Aber hier hat sich, wohl bedingt durch Corona, in den letzten 24 Monaten nicht wirklich viel getan. Umso erfreuter war ich, als ich vor einiger Zeit in den Tiefen der einschlägigen asiatischen Online Plattformen eine neue Köderform entdeckt habe. Auch preislich waren die Köder mit umgerechnet knapp 4€ nicht wirklich teuer, bedenkt man, dass man hierzulande dafür ca. 10-15€ für so ein Stück Plastik zahlen muss – abhängig natürlich welcher Markenname dann da drauf steht.

Kurzum, ich habe mir ein paar dieser Köder kommen lassen. Leider konnte ich keinen davon bisher nass machen, aber das macht nichts, die Hechte gehen ohnehin gerade mit großen Schritten auf die Laichzeit zu und haben anderes zu tun als nach flachlaufenden Plastikködern zu schnappen. Aber spätestens zu Beginn der Raubfischsaison im Mai 2022 werden diese Schätzchen eingeweiht.

Besonders interessant ist die Magnethalterung welche sowohl den vorderen als auch den hinteren Drilling am Köderkörper halbwegs fixiert. Auch die Verarbeitung und die Farbdecors sind sehr ansprechend. Allerdings vermute ich mal ganz stark, dass es diese Form bereits von einem anderen, hochpreisigen Anbieter auf dem Markt gibt. Bisher habe ich mir nicht die Mühe gemacht hier eine entsprechende Recherche zu starten aber wenn mal ein paar Minuten übrig sind, werde ich versuchen den „Ursprung“ der Köderform in Erfahrung zu bringen.

Sollte jemand von euch den Namen und den Hersteller des „Originals“ kennen, hinterlasst mir doch einfach einen Kommentar unter dem Post.

 

Nachtrag: Es gibt wohl einen Swimbait von der Firma Megabass, der eine gewisse optische Ähnlichkeit aufweist….

Geplagte Frösche / Unken

Wer glaubt die Mücken und sonstiges Stechgetier würden nur die Menschen am Wasser und ihren Behausungen piesacken, der irrt.

Gepeinigte Gelbbauchunke, der Autofocus hat hier sehr schön auf das Auge mit den „Fliegen“ scharf gestellt.

Als ich neulich nochmal die Gelegenheit hatte ein paar Unken zu fotographieren fiel mir zu Hause auf, dass auf den Bildern sehr oft kleine, teils transparante Fliegen vor allem auf den Augen der Unken zu sehen waren.

Gelbbauchunke mit Fliege

Nachdem ich angefangen hatte die Bilder zu vergleichen fiel mir auf, dass besagte Fliegen mal hellweißlich wirkten und mal wie eine vollgesaugte Mücke mit rotem Hintern. Es steht wohl außer Frage, dass diese kleinen Fliegen das Blut der Frösche saugen.

Gelbbauchunke mit Fliege auf dem Auge

Um welche Art von Fliegen es sich hierbei handelt, konnte ich nicht mit Sicherheit sagen. Es könnten junge Mücken sein oder eine Art die sich speziell auf Amphibien spezialisiert hat.

Gelbbauchunke mit Blutsaugern auf den Augen

Immer wieder konnte man erkennen, wie die gepeinigten Lurche durch die augenscheinlich schmerzhaften Stiche untertauchten um die Insekten los zu werden. Das brachte allerdings auch nur kurzfristig Linderung.

Gelbbauchunke die gerade untertaucht um die Fliegen loszuwerden

Herbsthechte – abmetern im Herbst

Herbstzeit = Hechtzeit? So oder so ähnlich steht es seit Äonen jedes Jahr in den meinungsbildenden Angelzeitschriften Europas. Aber ist da wirklich was dran? Aus eigener Erfahrung kann ich auf jeden Fall sagen, dass die Hechte im Herbst besser kämpfen als zum Beispiel im Sommer. Klar, das hängt vermutlich auch mit der Temperatur des Wassers und der damit einhergehenden Sauerstoffsättigung ab. Im Gegensatz zur Löslichkeit vieler anderer Stoffe, ist diese bei Sauerstoff im Wasser indirekt proportional zur Temperatur (zumindest in gewissen Grenzen). Je kälter das Wasser, desto mehr Sauerstoff kann es enthalten. Das kommt natürlich einigen Fischarten besonders zu Gute. Oder anders gesagt: Eine Bachforelle wird im örtlichen Feuerlöschteich wohl nicht lange leben wohingegen sich ein Cyprinide in einem Gebirgsfluss wohl nicht allzu wohl führen dürfte.

Aber woher kommt denn nun die Aussage, dass im Herbst die dicken Hechte besser beißen? Dafür muss man sich die Biologie des Hechtes anschauen. Ein Hecht produziert (wie übrigens die meisten Fische) eine gewisse Anzahl an Eiern PRO Kilogramm Körpergewicht. Das bedeutet, dass ein großer Fisch mehr Laich produziert, als z.B. ein kleineres Exemplar. Das sollte soweit eigentlich bekannt sein. ABER: Ein großer Fisch braucht mehr Energie um eben seinen Laich zu produzieren weil es schlichtweg eine größere Menge ist. Eigentlich auch logisch. Wer mehr Laich aufbauen muss, braucht auch mehr Energie, also Nahrung. Darum fressen sich die dicken Damen bereits seit dem Spätsommer langsam aber stetig ihre nötigen Rundungen für das im Frühjahr stattfindende Laichgeschäft an. Erfahrungsgemäß sind Hechte bei Wassertemperaturen um die 10°C recht aktiv und auch gewillt einen größeren Köder zu attackieren. Einzige Krux war bei mir bisher immer, die Hechte zu finden. Im Frühjahr und auch im Sommer war das eigentlich immer recht einfach. Tiefen zwischen 1-4m suchen und einen Köder etwa 0,5 bis 1,5m unter der Wasseroberfläche anbieten. Einfacher geht es eigentlich kaum. Im Herbst sieht es da schon etwas anders aus. Die Fische können, je nach Witterung, quasi überall sein. Schuld daran ist die Herbstumwälzung welche einen Austausch des Oberflächenwassers mit dem Tiefenwasser nach sich zieht. Im Sommer war hier die Sprungschicht, sofern das Gewässer eine aufwies, mehr oder weniger die Tiefengrenze in der sich die Fische aufhielten. Im Herbst fällt dies komplett weg.

Der Hecht kann quasi überall sein. Wer es aber auf die Großen abgesehen hat, folgt am besten den Renken- oder Weißfischschwärmen. Jeder Schwarm hat seinen Hecht – sagt man zumindest. Interessante Punkte sind hier vor allem, wie eigentlich immer, Unterwasserstrukturen wie Verengungen, Kanten und Löcher. Einem Freiwasserhecht wird das natürlich wenig jucken, ein ehemaliger Uferhecht wird aber auch im Winter seine Lauerstrategie nur ungern aufgeben und versuchen seiner Beute an markanten Wechseln aufzulauern. Entscheidend ist hierbei das Timing. Zumindest an meinem Hausgewässer kann man nach den Hechten regelrecht die Uhr stellen. Im Frühjahr und Sommer beißen die Fische zwischen 14 und 15 Uhr, je weiter das Jahr aber fortschreitet, desto mehr verlagert sich die Beißzeit Richtung Mittag. Das sind aber nur meine Erfahrungswerte, in anderen Gewässern sieht es natürlich wieder anders aus.