Der Winter ist da…oder doch nicht?

Verglichen mit vor 20 oder 30 Jahren sind unsere Winter deutlich milder geworden. Wenn ich an meine Kindheit in den 80gern und 90gern denke und mit den heutigen Wintern vergleiche, kann ich aus eigener Erfahrung den Klimawandel bestätigen.

Winterpanorama, noch liegt kein Eis aber es kann nicht mehr lange dauern…

Damals gab es oftmals schon im November Schnee in den tieferen Lagen und dieser hielt sich teilweise bis Ende Februar oder sogar bis in den März hinein. In Erinnerung ist mir der eine oder andere Saisonstart auf Bachforelle am 1. März geblieben als man sich noch mit langer Unterhose und Schal in Richtung Bach kämpfen musste. Die Zeiten sind aber mittlerweile schon lange vorbei. Ab und an sucht uns der Winter noch heim und überrascht den einen oder anderen. Auch die Tierwelt unterliegt dem Klimawandel. Besonders auffällig ist dies bei den Zugvögeln. Früher zogen z.B. die Bachstelzen geschlossen gen Süden, ebenso die Rotmilane.

See im Winter

Heute ist zu beobachten, dass immer mehr der Vögel auf die beschwerliche Reise verzichten und einfach hier bleiben. Sicherlich, wenn man sich die anstrengende Reise spart, setzt man sich weniger Stress und Gefahren aus und ist in der Lage sehr zeitnah die besten Brutgebiete und Nester zu besetzen. Aber was passiert wenn es dann doch mal zu einem etwas strengeren Winter kommt? Im schlimmsten Fall rafft es dann einen Großteil der Population dahin. Aber die Vögel dann aber in den kommenden Jahren ihren Zug gen Süden wieder aufnehmen bleibt abzuwarten.

Dieses Jahr konnte ich trotz Frost und Schnee am Wasser relativ wenige Opfer der Kälte finden. Eines davon war ein Blässhuhn, also eine ohnehin recht reichlich vertretene Art.

Totes Blässhuhn

Letzte Regenbogenforelle für 2022

Regenbogenforelle im Drill

Nachdem sich das Jahr mit großen Schritten dem Ende neigt, habe ich mal die Speicherkarte der Kamera wieder ausgelesen und bin über das eine oder andere Fangbild gestolpert. Dieses Jahr waren aufgrund Zeitmangels keine wirklichen Ausnahmefische dabei, aber der eine oder andere Prachtkerl ist mir doch in den Kescher gesprungen. Die letzte Forelle des Jahres hatte sich entschieden auf eine Fliege zu beißen.

Regenbogenforelle auf Fliege

Eigentlich bin ich ja kein großer Fliegenfischer wenngleich ich nicht unbedingt der Schlechteste in dieser Disziplin bin. Mich nervt nur immer immens, dass ich ne Wathose mit ans Wasser schleppen muss und man bei Wind kaum werfen kann. Außerdem braucht man relativ viel Platz zum Werfen.

Regenbogenforelle auf Fliege

Im Winter ist die Sache dann doppelt unangenehm weil die Flossen ständig nass sind wenn man die Schnur durch die Finger gleiten lässt. Ich würde mich daher eher als Gelegenheits-Sommer Fliegenfischer bezeichnen. Dieses Jahr war es aber etwas anders. Wind wehte keiner und die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt. Hinzu kommt, dass die Forellen auf Wobbler und Gummifisch nicht wirklich gebissen haben…also blieb mir quasi nichts anderes übrig als auf die Altherrenfischerei umzusteigen – mit Erfolg wie man sieht.

Regenbogenforelle

Erste Frostopfer – Ein toter Steinmarder und die eine oder andere Frage

Als ich neulich mein Fotoarchiv auf der Suche nach passenden Unterwasseraufnahmen durchging, stolperte ich über das Foto eines toten und steif gefrorenen Steinmarders. An und für sich nichts ungewöhnliches, wenn sich seit jenen Tagen, an denen die Aufnahme entstand mein Wissen bezüglich des einheimischen Haarraubwilds nicht doch etwas erweitert hätte.

Ich erinnere mich noch recht genau an die Worte unseres Referenten für Haarwild während der Jägerausbildung. Der Baum- und der Steinmarder haben kaum bzw. keine überschneidenden Lebensräume da der Baummarder ein Kulturflüchter ist, während der Steinmarder eher ein Kulturfolger ist. Den Steinmarder findet man immer in der Nähe menschlicher Behausungen, Wälder liegen ihm nicht. Der Baummarder hingegen meidet den Menschen, sein Lebensraum sind Wälder, ne natürlicher und weiter vom Menschen entfernt, desto besser.

Toter Steinmarder

So weit so gut. Das Foto entstand damals während einer Beizjagd in einem von Kiefern dominierten Mischwald weit ab von menschlichen Siedlungen oder Gehöften. Geht man nach der Lehrmeinung (Heintges) hätte es diesen toten Marder an dieser Stelle eigentlich nicht geben dürfen. Was lernen wir daraus? Theorie ist schön, Praxis ist besser.

Artenschutz auf Abwegen

Das Thema Artenschutz geht uns alle etwas an, besonders jene die von und mit der Natur leben. Gemeint sind hier vor allem Jäger und Angler. Einen interessanten Beitrag zu dem Thema habe ich kürzlich auf Servus TV gefunden. Hier wird auf die gängigen „Übeltäter“ wie Fischotter, Kormoran, Wolf & Co eingegangen. Die Sendung findet ihr hier.

Signalkrebsfang

Signalkrebse

Vor einigen Jahren hatte mein Angelverein in seiner Vereinszeitschrift mal einen Artikel zum Thema Signalkrebs veröffentlicht. Eigentlich in heutiger Zeit nichts wirklich Besonderes wenn man bedenkt, dass dieser Neozon quasi mittlerweile deutschlandweit vertreten oder auf dem Vormarsch ist. Sehr zum Leidwesen der einheimischen Edel- und Steinkrebse. Im Gegensatz zu diesen ist der Signalkrebs nämlich gegen die von ihm übertragene Krebspest, ein Pilz, immun. Das erinnert so ein bisschen an die mit Pockenerregern verseuchten Decken die man den amerikanischen Ureinwohnern „freundlicherweise“ überlassen hat um ihre Anzahl drastisch zu reduzieren – auch nicht gerade die feine Art. Aber zurück zu den Krebsen. Theoretisch erfüllen Krebse in den meisten Ökosystemen einen wichtigen Part, sie fressen Aas, Pflanzen, Schnecken, Fischen aber auch Laich. Allerdings stehen alle Krustentiere auch auf dem Speiseplan von Räubern wie z.B. Hecht, Barsch, Zander, Aal, Wels, Karpfen und Fischotter. Dies dürfte wohl auch einer der Gründe sein, wieso die gepanzerten Gesellen mehr in der Dämmerung und nachts aktiv sind. Vor allem wenn Aale im Gewässer sind, geht es den Krebsen an den Panzer. Insbesondere dann, wenn sich die Krebse frisch gehäutet haben und einen noch weichen Panzer tragen. In dem Forellengewässer welches ich seit einigen Jahren befische gibt es „leider“ keine Aale. Einheimische Krebse gab es früher, mittlerweile sind sie gänzlich von der Bildfläche verschwunden…dafür haben wir nun seit vielen Jahren einen massivem Signalkrebsbestand.

Signalkrebs

Diese Krustentiere mit Migrationshintergrund sind quasi über die gesamte Flusstrecke verteilt. Legt man Abends einen Köder ins Wasser, so dauert es meist weniger als 4 Minuten bis das erste Krustentiere im halsbrecherischen Tempo über die Steine fetzt nur um als erstes am Köder zu sein. Der Geruchssinn der kleinen Kneifer ist wirklich mehr als erstaunlich. Auch ihre Sehfähigkeit ist besser als man meinen würde. Tagsüber sind die Krebse wirklich extrem vorsichtig. Beginnt aber die Dämmerung oder der Himmel ist bewölkt usw. lässt ihre Vorsichtigkeit und vermutlich auch ihr Sehvermögen deutlich nach. Im Herbst ist die Hauptaktivität der Krebse zwischen 17:30 und 21 Uhr. Danach ließen die Fänge deutlich nach – zumindest in meinem Hausgewässer. Als besonders erfolgreich hat sich die aktive Fischerei auf Signalkrebse bewährt. Das Auslegen von Reusen hingegen brachte kaum gute Ergebnisse da in der Erlaubniskarte steht, dass man die Fanggeräte nicht unbeaufsichtigt lassen darf. Das heißt man muss immer neben den Reusen stehen…da die Krebse allerdings nicht unbedingt die hellsten Lichter im Hafen sind, dauert es mehrere Stunden bis mal einer der Gepanzerten den Eingang zur Reuse gefunden hat. Dementsprechend mau ist die Ausbeute. Allerdings funktionieren Krebsteller recht gut – vorausgesetzt man hat einen ebenerdigen Platz gefunden an dem man sie ablegen kann. Am meisten Spaß macht jedoch die aktive Fischerei indem man die Krebse mittels Ködern anlockt und abkeschert. Etwas Übung gehört dazu, gerade am Anfang verliert man das eine oder andere Exemplar. Dennoch kann man bei entsprechender Krebsdichte schön Strecken erreichen. 50 Exemplare pro Abend sind eher die Regel denn die Ausnahme.

Auszeit vorbei – Jagdschein und Fischereiaufseher erfolgreich bestanden

Jagdschein

Längere Zeit war es jetzt etwas stiller auf dem Blog. Das lag nicht etwa daran, dass ich das Interesse an der Fischerei verloren hätte, sondern ist eher einer intensiven Zeit der biologischen und ökologischen Fortbildung geschuldet. Im April diesen Jahres habe ich den Fischereiaufseher Schein in der Landesanstalt für Fischerei in Starnberg gemacht, parallel dazu liefen die Vorbereitungen für die Prüfungen des staatlichen Jagdscheins zusammen mit diversen anderen Seminaren wie z.B. Natur- und Umweltschutzseminar, Trichinenprobenahmekurs und ein Biberseminar (organisiert und durchgeführt durch den BJV). In Summe kann man durchaus sagen, dass es in den letzten Monaten hoch her ging und dadurch der Blog etwas gelitten hat – aber nicht nur der Blog. Wenn man berufstätig ist und jeden Tag 2h insgesamt zum Arbeitgeber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln pendeln darf, bleibt nicht mehr viel Freizeit. Diese wenige Freizeit war die letzten Monate komplett mit Lernen, Training und Vorbereitung gefüllt. Ende Juni war es dann aber so weit, der „Jägerbrief“ lag in seiner gesamten Schönheit vor mir und ca. 2 Wochen später auch der Jagdschein selbst – ein wirklich schönes Gefühl nach all der Zeit des intensiven Lernens und der selbstauferlegten Einschränkungen. Abschließend erfolgte dann noch der sogenannte Jägerschlag, indem der Jungjäger in einem althergebrachten Ritual zum Jäger „geschlagen“ wird, also seine jagdlichen Weihen erhält.

„Der erste Schlag soll dich zum Jäger weihen, der zweite Schlag soll dir Waidgerechtigkeit verleihen, der dritte Schlag sei dir Gebot, was du nicht kennst das schieß nicht tot.“

Eine kleine Anekdote am Rande: Obwohl ich den Fischereiaufseher Kurs im April erfolgreich absolviert hatte, habe ich meinen Dienstausweis sowie die Aufsehermarke bis zum heutigen Tage von der Kreisverwaltungsbehörde noch nicht erhalten. Mein Fischereiverein hatte den Antrag zwar etwas später, also im Mai beim Kreisverwaltungsreferat eingereicht aber, dennoch war die Ausstellung des Jagdscheins deutlich schneller vollzogen. Schon interessant wie´s manchmal so läuft.

Die Sache mit den Rollenhaltern bei Angelruten

Beim Kauf einer Rolle spielen in der Regel der persönliche Geschmack und der dafür vorgesehene Verwendungszweck eine große Rolle – achja und die Größe des Geldbeutels. In den letzten Jahren sind Rollenhalter mit einer Aussparung für den Finger oder den Daumen immer beliebter geworden. Die Versprechungen der Angelindustrie waren, dass man damit wegen des direkten Kontakts zum Blank jeden Biss wie einen Stromschlag in der Rute spüren kann. Das ist soweit nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch. Richtig ist, dass man seinen Finger etwas näher am Rutenblank hat und dadurch etwas mehr spürt, was der Köder gerade macht. Falsch ist (zumindest bei den meisten Produkten), dass der Finger direkt auf dem Blank ruht.

Greys Rollenhalter mit Hülse

Meist ist zwischen Rollenhalter und Blank noch eine Schmuckhülse auf der später dann der Finger ruht. Aus eigener Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ich bisher vermutlich nur eine Rute hatte, bei der der Finger am Rollenhalter direkt auf dem Rutenblank lag und das war die Berkley Skeletor Rute der ersten Generation. Da konnte man wirklich jeden Zupfer und Hupfer des Köders über den Finger wahrnehmen. Heute sind viele Aussparungen am Rollenhalter eher kosmetischer Natur, die darunter angebrachten Hülsen sind Zierelemente, die der Rute mehr farbliche Akzente verleihen sollen. Sicherlich, je näher man den Finger am eigentlich Blankmaterial hat, desto mehr spürt man letztlich auch aber das Nonplusultra ist nach wie vor der unmittelbare Kontakt zum Blank selbst.

Daiwa Freams – die Mittelklasse Rolle aus dem Hause Daiwa

Daiwa Freams 4000

Die Daiwa Freams Serie stellt mittlerweile seit einigen Jahren die solide Daiwa Mittelklasse da und ist nach eigenen Aussagen die meistverkaufte LT (Light&Tough) Rolle in Japan. Für den Europäer hat diese Feststellung normalerweise keinen allzu hohen Stellenwert, aber jeder der sich ein bisschen mit der japanischen Mentalität auskennt, wird bei so einer Aussage hellhörig. Die Japaner haben ein sehr hohes Qualitätsbewusstsein, wie die Deutschen ehemals auch…, und kaufen meist das Teuerste was ihr Budget hergibt. Da wären wir auch schon beim ersten Stichwort, nämlich dem Preis. Die Freams Rollen sind hierzulande für ca. 100-140€ zu haben. Das entspricht preislich in etwa dem Segment einer Shimano Ultegra / Stradic.

Die Freams LT ist in ihrer aktuellen Form bereits einige Jahre auf dem Markt, es ist also zu vermuten, dass Daiwa uns Ende 2022 wohl einen Nachfolger in stylischer Optik präsentieren wird. Aber gemach, bis dahin fließt noch etwas Wasser die Isar hinunter.

Kommen wir zur Ausstattung der Rolle(n). Die für Daiwa (und leider auch allen anderen Rollenhersteller) typischen technischen Markenbezeichnungen lesen sich wie folgt:

  • LT (Light & Tough)
  • Silent Oscillation System
  • Aluminium Air Spule
  • CNC gefräste Aluminiumkurbel
  • AIR BAIL Rollenbügel
  • Twist Buster II Schnurlaufröllchen
  • DS5 Rollenkörper
  • MAGSEALED Body Konstruktion
  • 5 Kugellager
  • AIR ROTOR TOUGH DIGIGEAR Getriebe
  • ATD Bremssystem
  • Infinite Anti-Reverse Rücklaufsperre
  • Cross Wrap Schnurverlegung

Klingt alles hoch technisch und spacig, ist aber nüchtern betrachtet eher marketingtechnischer Natur. Aber das kennen wir ja von anderen Rollenherstellern auch zur Genüge.

Die Freams gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Größen.

Modell Kugell. m/ømm Übers. Einzug
[cm]
Gew.
[g]
1000S 5 100/0.12 5.2:1 64 185
2000S 5 150/0.14 5.2:1 68 190
2500D 5 150/0.28 5.3:1 75 205
2500S-XH 5 150/0.16 6.2:1 87 205
3000D-C 5 150/0.33 5.3:1 80 215
3000 5 150/0.23 5.2:1 77 225
4000D-C 5 150/0.37 5.2:1 82 240
5000D-C 5 150/0.40 5.2:1 87 250

Bei den ganzen Typbezeichnungen stehen die Buchstaben für folgende Eigenschaften:

  • D bedeutet, dass die Rolle mit einer tiefen Spule geliefert wird (deep)
  • S heißt flache Spule (shallow)
  • C heißt kleiner Körper, große Spule (compact body)
  • H = Hohe Übersetzung
  • XH = sehr hohe Übersetzung

Die Bremskraft variiert je nach Modell zwischen 5 und 12kg.

Aber gut, Papier ist geduldig und die Zahlen in Katalogen sind eh immer schön. Schauen wir uns die Rollen mal in der Praxis bzw. in natura an.

Als erstes fällt auf, dass die Umverpackung in einem dezenten Silber/Grauton gehalten ist. Meine Fuego kam in einem ekeligen Rosa daher… Der Lieferumfang entspricht dem Standard, sprich es werden eine Explosionszeichnung und diverse Spacer mitgeliefert um ggf. die Schnurverlegung zu korrigieren. Ab Werk waren meine beiden Modelle aber soweit schon gut eingestellt und es bedurfte keine Nacharbeit meinerseits.

Betrachtet man das Design der Freams, so stellt man fest, dass sich Daiwa hier treu geblieben ist. Viele Ecken und Akzente. Sieht gut aus und gefällt den meisten Anglern. Farblich ist man sich auch hier treu geblieben, die Rolle hat einen silbergrauen Korpus mit einer glänzenden  silbermetallic Zierleiste am Heck. Gut, darauf (also die glänzende Leiste) hätte man jetzt mM auch verzichten können aber was solls. Ansonsten macht die Rolle einen rundum soliden und sauber verarbeiteten Eindruck. Was mir weniger gefällt, ist der Bremskopf – dieser besteht fast nur aus Plastik. Hier hätte man durchaus etwas mehr in ein solideres Material investieren können. Allerdings muss man hier auch ehrlicherweise sagen, dass die hochwertigeren Rollen aus dem Hause Daiwa auch teilweise solche Plastikbremsköpfe verbaut haben…man versucht halt Gewicht an allen Ecken und Enden zu sparen. Ob das so schlau ist? Es wird sich zeigen.

Interessant und ansprechend ist auch das Design des Rotors. Hier hat man auf ein Design mit Durchbrüchen gesetzt. Auch hier dürfte der Wunsch nach Gewichtseinsparungen der Vater des Gedankens gewesen sein.

Etwas unpraktisch finde ich die Verwendung von Torx Schrauben. Sollen diese verhindern, dass der Besitzer die Wartung, Reinigung und Pflege zu Hause ohne großen Aufwand selber machen kann? Ich weiß es nicht. Mich werden die Torx Schrauben auf jeden Fall nicht davon abhalten bei Zeiten mal einen Blick in das Innere der Rollen zu werfen.

Ein besonderes Augenmerk gilt bei meinen Rollen immer der Verbindung bzw. Kraftübertragung der Kurbel auf das Rollengetriebe. Hier setzt Daiwa schon seit einigen Jahren auf Kurbeln zum direkten einschrauben an bzw. in den Rollenkorpus. Also Begründung wurde hierfür eine bessere Übertragung und ein geringeres Spiel angeführt. Meiner Erfahrung heraus ist das so nicht ganz zutreffend. Einige meiner Daiwa Rollen (so auch die beiden Freams) haben leider mindestens genauso viel Spiel an der Kurbel wie die vorher verbauten Klappkurbeln. Finde ich persönlich etwas ärgerlich weil damit das beste Argument für direkt einschraubbare Kurbeln schon wieder obsolet ist. Vor allem beim Transport in Futteralen sind die einschraubbaren Kurbeln nervig. Je nach Bauweise des Futterals muss man die Kurbel vor dem Verstauen der Rolle + Rute im Futteral lösen bzw. abschrauben. Es besteht hier die eminente Gefahr, die Kurbel zu verlieren da sie nicht direkt an der Rolle verbleiben kann. Außerdem stellt sich die Frage: Wohin mit der Kurbel? Hosentasche? Einfach so ins Futteral schmeißen? Alles nicht so einfach. Immerhin hat die Freams noch eine ausschaltbare Rücklaufsperre. Hierauf müssen wir wohl in Zukunft bei den höherpreisigen Rollen der Firma Daiwa verzichten.

Kommen wir zum Laufverhalten. Meine beiden Schätzchen laufen ohne Probleme oder Widerstand an. Der Lauf ist sehr weich und ruhig ohne größere bemerkbare Aussetzer. Auch die Bremse arbeitet ruckfrei und ohne Anlaufwiderstand. Hier ist alles so wie es sein soll.

Wer mit den oben genannten Vor- und Nachteilen leben kann, hat mit der Daiwa Freams eine zuverlässige Rolle ohne große Schwächen an seiner Seite.

Die Sache mit der UV Aktivität bei Angelködern….

UV aktive Köder

Das Thema UV-Aktivität beschäftigt Angler ja seit einigen Jahren immens. Betrachtet man das Thema aber nüchtern, kommt man zu der Erkenntnis, dass hier auch viel gehypt wird, was eigentlich in der Praxis kaum von Relevanz ist. Nüchtern betrachtet kann ein Köder der UV Aktive Farbmuster/Spots hat, nur dann seine Stärken ausspielen, wenn auf diese Spots auch UV Licht scheint. Soweit logisch, oder? Aber schauen wir uns mal einige der gängigen Wobblerfarbdecore mal an. Die Stelle, die am stärksten für UV Strahlen exponiert ist, ist der Rücken. Eigentlich logisch, die Sonne scheint ja von oben herab. Je nach Uhrzeit und Stand der Sonne, kann es aber auch sein, dass die Seiten mit UV Licht in Kontakt kommen, auch das sollte soweit nachvollziehbar sein.

UV-aktiver Wobbler

Und jetzt die große Frage: Wieso verpassen viele Hersteller ihren Köder einen UV aktiven Bauch? Selbst wenn der Wobbler flankt oder sich leicht dreht und wackelt, ist die Wahrscheinlichkeit doch relativ gering, dass die Unterseite jemals genug UV Licht abbekommt um den Köder für den Fisch attraktiver zu machen. Etwas anders sieht es hier vielleicht in flachen Gewässern aus, dort kann es durchaus zu einer Art Reflektion der UV Strahlen vom Gewässergrund kommen, allerdings findet dies nur in einem sehr begrenzten Rahmen statt und dann auch nur bei klarem Wasser und ruhiger Wasseroberfläche. Also nochmal: Wieso sollte man seinen Ködern einen UV aktiven Farbanstrich auf der Köderunterseite verpassen? Macht doch eigentlich keinen Sinn…

UV-aktiver Wobbler

Drillfotos – eine Erinnerung mit Wert – Angelfotografie

Hecht kurz vor dem Kopfschütteln im Drill

Neben der Versorgung mit einem der gesündesten Nahrungsmittel überhaupt stehen bei vielen Anglern auch die Erholung und die Spannung die die Fischerei mit sich bringt, im Vordergrund. Ja, richtig gelesen, die Spannung. Für die meisten Menschen ist Angeln langweiliges am See Herumlungern, ne Kippe rauchen, ein Bierchen zischen und einen armen Lumbricus Terrestris mit einem Stück Stahl zu malträtieren. So ganz Unrecht haben diese Menschen nicht, immerhin macht man bei der Ansitzangelei die meiste Zeit nichts anderes als rumzusitzen und den einen oder anderen Köder auf den Haken zu spießen in der Hoffnung einen Fisch zu fangen.

Ein Aitel (Döbel) versucht sich kurz vor der Landung noch einmal loszuschütteln.

Diese „Langeweile“ ist jedoch alsbald vorbei sobald das Flossenwild beginnt sich für den ausgelegten Köder zu interessieren. Was mit einem vorsichtigen Zupfen begann, kann unvermittelt in einer rasanten Flucht enden. Freilich, die Spinnfischer haben hier natürlich deutlich mehr Aktion, besteht ihr Angeltag doch aus den immer gleichen Bewegungsabläufen: Auswerfen, einziehen, auswerfen, einziehen, auswerfen, einziehen, Spotwechsel und alles wieder von vorne.  Im Unterschied zum Ansitzangler hat der Spinnfischer jedoch mehrere Optionen was die Präsentation des Köders betrifft. Er sucht in deutlich weniger Zeit deutlich mehr Fläche ab und die Bisswahrscheinlichkeit ist, je nach Bestand und Zielfisch, höher als beim Ansitzangler (mal abgesehen von Stippern und Feederanglern die anfüttern).

Der berühmt-berüchtigte Hechtsprung

Aber dann… wenn’s schnackelt, geht’s rund. Egal ob es nun ein kleines Rotauge an der Stippe ist, eine Barbe an der Feederrute, ein Karpfen an der Matchrute oder ein Hecht an der leichten Spinnrute. Die Reaktion des menschlichen Körpers ist fast bei allen Anglern gleich. Der Körper schüttet Adrenalin aus, der Herzschlag steigt, die Sinne schärfen sich, der Kick setzt ein. Das Warten auf den Biss hat seine ganz eigenen Reize aber über den Schlag der einen durchfährt, wenn ein Fisch den Köder genommen hat geht kaum etwas. Klingt etwas merkwürdig, ist aber so (frei nach Peter Lustig…).

Die Fluchten direkt vor dem Kescher sind immer am spektakulärsten

Während des Drills steigt die Herzfrequenz und zum Ende hin wenn der Fisch kurz vor dem Kescher ist und man sehen kann, wie knapp der Haken gefasst hat, wie weit der Fisch noch vom Kescher entfernt ist, steht man wirklich kurz vor dem Herzkasperl. Und genau solche Momente will man sich als Angler gerne bewahren, es sind solche Momente die einen immer und immer wieder ans Wasser treiben (gut, die kulinarischen Gelüste tun hier ihr Übriges). Wenn ich mir meine mittlerweile doch recht üppige Bildersammlung ansehe, stolpere ich immer wieder über Drillfotos die zumindest den Angler erahnen lassen können, wie sich der Fänger des Fisches in dem Moment gefühlt haben muss. Ein paar der Bilder möchte ich euch nicht vorenthalten.

Knurrig schaut er drein, der Meister Esox

Besonders bei sprungfreudigen und kampfstarken Fischen kann der Drill zu einem echten Krimi werden. Wer kennt das nicht, wenn der Fisch trotz geschlossener Bremse unaufhaltsam auf das nächste Hindernis zusteuert oder der Hecht trotz schräg gehaltener tiefer Rutenspitze immer wieder zu seinen berüchtigten Hechtsprüngen ansetzt oder die Regenbogenforelle die während des Drills gefühlt mehr Zeit in der Luft als im Wasser verbringt? Ja, das alles gehört zum „langweiligen“ Angeln dazu…

So sieht es aus wenn eine Bahnschwelle nochmal richtig Gas gibt.