Mal wieder der Gänsesäger…

Der Gänsesäger: Für die Einen ist er ein schützenswerter Vogel und wertvoller Bestandteil der hiesigen  Aerofauna, für die Anderen ein mittlerweile überhegter Spießbruder des Kormorans. Die Angler wissen schon lang, was die Vogelfreunde nicht wahrhaben wollen: Kormoran und Gänsesäger haben einen Einfluss auf die Biodiversität der Unterwasserfauna, insbesondere auf die Altersstruktur einzelner Fischarten. Oder ganz banal ausgedrückt: Was der Gänsesäger nicht mehr in den Schnabel bekommt weil zu groß, schnappt sich der Kormoran. Problematisch ist, dass es für solche Behauptungen oder wollen wir es vielleicht sogar Anschuldigungen nennen (?), keine wirklichen Beweise gibt. Aus diesem Grund wurde vor einiger Zeit ein Projekt gestartet welches insbesondere über den Einfluss des Gänsesägers auf die Äschenpopulation in mehreren Voralpenflüssen Auskunft geben sollte. Erfreulicherweise waren diesmal nicht nur eine Universität und die Jägerschaft/Anglerschaft an dem Projekt beteiligt, sondern auch der Landesbund für Vogelschutz. Die Erwartungshaltung der einzelnen Parteien bei diesem Projekt dürfte unterschiedlicher wohl kaum sein. Die Angler sehen im Gänsesäger einen gefräßigen Vernichter von Brut- und Jungfischen, die Vogelschützer einen seltenen und schützenswerten Vogel der zu Unrecht als Schädling durch die Anglerschaft angesehen wird. Die Anglerschaft möchte beweisen, dass es einen signifikanten Einfluss des Sägers auf den Fischbestand, insbesondere den der Äsche, gibt. Die Vogelschützer hingegen erhoffen sich durch die Ergebnisse, dass ihr gefiederter Liebling von allen garstigen Vorwürfen freigesprochen wird. Die Jäger sind hier eher die Erfüllungsgehilfen und die Uni quasi die neutrale Instanz die die Zahlen und Daten auswertet.

Allein, dass sich alle oben genannten Parteien für dieses Projekt an einen Tisch gesetzt haben, ist sehr löblich und zeigt, dass man ein gemeinsames Ziel hat, nämlich den Artenschutz.

Leider ist der LBV nach einiger Zeit aus dem Forschungsprojekt ausgestiegen und pestet nun gegen ebendieses. Plötzlich wird mit pathetischen Floskeln um sich geworfen und die Sinnhaftigkeit des Gesamtprojekts angezweifelt welches man komischerweise von Anfang an aber mitgetragen und abgenickt hatte.

Auch machen die Zahlen stutzig. Schaut man sich die geschätzten Zahlen der Sägerpopulation in Bayern an und vergleicht sie mit den bisher im Rahmen des Projektes abgeschossenen Tiere, könnte man meinen die Sägerpopulation stünde kurz vor dem Zusammenbruch bzw. wurden mehr Säger geschossen als nach den Schätzungen eigentlich dort leben sollten. Das zeigt vor allem eines: Die Bestandszahlen der Säger liegen weit über dem, was die Vogelschützer uns weismachen möchten . Seltsamerweise sehe ich fast bei jedem Besuch der Isar, der Würm, des Regens, der Mangfall und auch der Loisach Gänsesäger. So selten können die Minikormorane folglich nicht sein… Einige interessante Artikel zu dem Thema wie z.B. in der Süddeutschen Zeitung oder dem Münchner Merkur können online nachgelesen werden. Die Angler und andere Interessensgruppen außer dem LBV kommen hier allerdings kaum zu Wort. Ein Schelm wer böses denkt.

Ich für meinen Teil finde es sehr schade, dass der LBV den gemeinsamen Weg verlassen hat und sich nüchtern betrachtet als schlechter Verlierer erweist.

Um ein Vorurteil hier auszuräumen: Es geht nicht darum einzelne Tierarten in Bayern (mal abgesehen von den Neozoen) wieder auszurotten, nein, vielmehr geht es um Management und ökologische Verträglichkeit. So schön die romantische Vorstellung einer sich selbst regulierenden Natur auch ist, in einer menschengemachten Kulturlandschaft funktioniert das nicht ansatzweise so gut, wie in der Wildnis, die es in diesem Land nicht mal mehr wirklich gibt. Beispiele über Kantone in der Schweiz die z.B. auf die Jagd verzichten erweisen sich bei genauer Betrachtung als Wunschdenken. Im Kanton Genf wird z.B. auch nach wie vor gejagt, allerdings nur noch durch Berufsjäger. Diese haben seither deutlich mehr zu tun als vor dem Jagdverbot für Privatpersonen. Selbst in den meisten Nationalparks greift der Mensch durch die Jagd immer wieder ein, um weitreichende Dysbalancen im fragilen Gleichgewicht der einzelnen Tierarten auszugleichen.

Wieso man beim Gänsesäger so einen Aufstand macht, lässt sich nur schwer nachvollziehen. Hier geht es wohl mehr um eine allgemeine Aversion gegen die Jagd und eine fast schon ungesunde Empathie gegenüber Tieren. Dabei ist es unerheblich ob das Tier Gänsesäger, Kormoran oder Krähe heißt, grundsätzlich wird eine lethale Regulation von dieser Interessensgruppe abgelehnt. Es könnte natürlich auch damit zusammenhängen, dass die Gegner der Jagd am Ende des Tages nicht die durch das Tier Geschädigten sind…oder anders gesagt: Die meisten LBV Mitglieder sind keine Angler, die meisten Wolfsschützer sind keine Landwirte und die meisten Otterfreunde sind keine Teichwirte. Wenn man den Schaden nicht selbst hat oder dafür aufkommen muss, fällt es immer leicht seine moralische Überlegenheit auszuspielen und das allseits beliebte Spiel der Täter – Opferumkehr medienwirksam zu betreiben.

 

Entnahmepflicht für Hechte in Forellengewässern

In Forellengewässern herrscht Entnahmepflicht für Hechte. Diese Regelung begleitet mich schon die letzten 30 Jahre meiner aktiven Angelkarriere. Zugegeben, nicht immer habe ich mich zu 100% an diese Regel gehalten. Was soll man auch mit einem 40ger Hecht in der heimischen Küche? Außer Gräten und homöopathischen Mengen an Fleisch ist da nichts gewonnen. Dementsprechend würde ich die Entnahmeregelung noch an einen weiteren Faktor knüpfen, nämlich die Größe. Einen Fisch zu entnehmen, also zu töten, ohne Verwertungsabsicht oder Möglichkeit halte ich für eine Schande. Vielleicht kommt da die christliche Erziehung in mir durch, aber sinnloses Abschlachten halte ich schlichtweg für nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere dann, wenn es nicht direkt dem Arterhalt einer anderen Spezies dient. Schließlich frisst der Hecht in jüngeren Jahren vorrangig junge Aitel in meinen Gewässern.

Das liegt auch daran, dass die Aitel fast die einzigen Fische sind, die sich dort noch natürlich reproduzieren. Die gesetzten Regenforellen tun dies eher nicht…Bis der Hecht dann mal groß genug ist, dass er sich die gesetzten 40cm Regenbogenforellen reinorgeln kann, vergeht dann doch eine Weile. Ab einer Körpergröße des Hechts von 60cm dürfte es dann auch langsam für die Forellen gefährlich werden. Aus diesem Grund entnehme ich die Hechte im Fluss meist erst ab 50-60cm, so wie das auf dem Bild zu sehende Exemplar. Entnommen wurde dieses Weibchen Mitte Mai. Auffällig war, dass sich die Gonaden zurückgebildet hatten. Der Fisch ist also nicht zum Ablaichen gekommen dieses Jahr und hatte angefangen, den Laich zu resorbieren. Die Galle war randvoll und der Magensack entsprechend leer. Auch ansonsten macht Fisch einen etwas unterernährten Eindruck.

Renken im Juni

Renkenfischen ist so ne Sache für sich. Die Einen finden es langweilig, die Anderen gehen steil wenn sie ihre Hegene vertikal durch die Wassersäule zuppeln können.

Bis vor einigen Jahren konnte ich mit den Renken nicht wirklich etwas anfangen. Das lag aber vorrangig daran, dass mich niemand wirklich in die Kunst der Renkenfischerei eingeführt hat. Das änderte sich vor ca. 5 Jahren. Nach den ersten Erfolgserlebnissen begann ich mich dann mit dem Thema genauer auseinander zu setzen. Es fing damit an, dass ich mir entsprechende Fachliteratur besorgte, Hegenen selber band, mehrere Zupfruten selbst baute, ebenso Schwimmer und ganz spezielle Tarnbleie (bleifrei) entwickelte. Kurzum, meine Evolution zum Renkenfischer hatte begonnen. Mittlerweile bin ich in der glücklichen Lage regelmäßig maßige und teils sogar kapitale Exemplare aus dem See zu zupfen.

Anfang Juni war es wieder soweit. Zwei schöne 50ger Renken konnten dem Spiel der Hegene nicht widerstehen. Der Drill ist bei solchen Fischen immer recht fulminant, vor allem wenn sie versuchen unter das Boot und ins Ankerseil zu geraten. Diesmal ging aber alles gut aus  -für mich.

Junihecht

Schöner Junihecht

Mit den Hechten ist es immer so eine Sache. Es gibt Tage, da springen sie einem förmlich in den Kescher und dann gibt es noch diese Tage, an denen man sich die Zähne an Meister Esox ausbeißt. Insbesondere an Tagen an denen ein Wetterumschwung respektive eine starke Änderung des Luftdrucks voraus ging, wollen die Entenschnäbel meist nicht so wie wir Angler das gerne hätten. Erschwerend kommt an meinem Hausgewässer hinzu, dass es es für die Stromgewinnung (Wasserkraftwerk) genutzt wird. Das bedeutet im Klartext: Es gibt massive Wasserstandsschwankungen. Diese scheinen den Hechten auch sehr stark auf den Magen zu schlagen. Wenn wir in der Früh am Gewässer aufschlagen und sehen, dass man das Boot ins Wasser tragen muss weil der Uferstreifen trocken gefallen ist, wird es in der Regel ein zäher Tag. Zwar heißt zäh nicht gleich Schneider aber man muss sich seine Fische deutlich härter erarbeiten als an Tagen mit geringen Wasserstandsschwankungen – so zumindest meine Erfahrung.

Mitte Juni hatten wir wieder so einen Schwankungstag. Erschwerend kam hinzu, dass es die Tage vorher kräftig geregnet hatte und das Wasser entsprechend angestaubt war. Ärgerlich aber was will man machen. Nach mehreren Stunden erfolglosen Schleppens, knallte dann doch der ersehnte Zielfisch auf einen Swimbait. Mit gut 88cm kein Großer aber auch kein ganz Kleiner.

Döbel statt Hecht

Unverhofft kommt oft – diese Redewendung hat gerade auch beim Angeln seine Daseinsberechtigung. Vor allem früher, als ich noch vermehrt mit Naturködern wie Wurm oder Made gefischt habe, war eigentlich selten abzusehen, was später am anderen Ende der Leine baumelte. Von der Plötze bis zum Aal, von der Äsche bis zum Waller konnte sich im Prinzip alles an den Haken verirren. So ähnlich erging es mir 2025 zum Saisonstart an einem meiner Stillgewässer. Eigentlich waren die Entenschnäbel das Ziel meiner Begierde. Nachdem sich aber den halben Tag lang absolut nichts auf Gummifisch tat, wechselte ich auf einen Wobbler.

Kapitaler Döbel – Man beachte die krasse Afterflosse

In einer kleinen Bucht schlug dann die Stunde…Trotz den relativ schweren Hechtgeräts bog sich die Rute und der Fisch machte einige anständige Fluchten Richtung Totholz. Ich staunte allerdings nicht schlecht, als sich der vermeintliche Hecht dann doch „bloß“ als dicker Döbel entpuppte. Schaut euch alleine mal diese Afterflosse an…Der hat bestimmt schon so einiges gesehen in seinem Leben.

Bergmolche im April 2025

Er gilt als der farbenprächtigste einheimische Molch, der Bergmolch. Viele Teichbesitzer wissen gar nicht, dass sie Molche im Teich haben. In den meisten Fällen handelt es sich um den sehr anpassungsfähigen kleinen Bergmolch.

Molche im Allgemeinen sind in der Regel eher heimlich und nur bedingt anpassungsfähig. Während ihrer Landphase sind sie praktisch unsichtbar. Zwar stoßen Gartenbesitzer immer wieder mal über einen Molch wenn sie Steine oder Platten anheben und umdrehen, aber unter normalen Umständen wird man Molche nicht einfach so umherwandern sehen.

Das Männchen neben seiner Partnerin. Diese befindet sich bei der Eiablage

Die einzige Zeit im Jahr in der Molche ihre heimliche Lebensweise zumindest partiell aufgeben, ist die Paarungszeit im Frühjahr. Dann legen sie ihr Prachtkleid an und sind für einige Wochen für Paarung und Eiablage im Wasser zu finden. Bevorzugt werden warme, fischlose und seichte Gewässer. Diese teilen sich die Molche oft mit anderen Amphibien wie z.B. Erdkröten und Grasfröschen. Aber auch andere Molcharten wie Teichmolch, Fadenmolch und in seltenen Fällen auch der Kammmolch sind dort anzutreffen.

Drei Bergmolch Junggesellen

Selbst während der Fortpflanzungsphase im Wasser, ist es nicht leicht die Molche zu sehen. So prächtig gefärbt der Bauch der Tiere zu dieser Zeit auch ist, der Rücken ist nach wie vor in einem sehr dezenten Grau-Blau gesprenkelt. Abgesehen vom prächtig gefärbten Rückensaum der Männchen, sind die Tiere von oben kaum zu erkennen. Im Gegensatz zu Fischen können Molche unter Wasser nicht atmen. Ihnen fehlen schlichtweg die Kiemen. Dementsprechend sind sie auf regelmäßiges Luftholen an der Wasseroberfläche angewiesen. Spätestens hier machen dann die heimlichen Gesellen auf sich aufmerksam.

Bergmolch jagt Kaulquappe

In einem künstlichen Gewässer bei mir in der Gegend war vor zwei Jahrzehnten eine recht gute Population an Amphibien, insbesondere an Bergmolchen beheimatet. Leider wurden dann von vermeintlichen Tierfreunden dort einige Goldfische eingesetzt. In der Folge brach die Population komplett zusammen. Jedes Jahr kamen weniger Kröten und Molche zur Eiablage in dieses Gewässer bis schließlich nur noch einige wenige Exemplare das Laichhabitat aufsuchten. Eine sehr traurige aber leider recht häufig vorkommende Geschichte.

Umso erfreuter war ich, als ich im April 2025 zufällig wieder dort vorbei kam. Als erstes fiel mir ein älterer Herr auf, der gegen eine Standwand pinkelte, einen Kescher und einen Eimer neben sich stehend. Auf seine Frage was ich hier mache erwiderte ich, dass ich nach den Molchen sehen wollte. Diese Antwort machte den Mann sichtbar nervös. Er bot mir den neben ihn lehnenden Kescher an und meinte diesen hier zufällig gefunden zu haben. Genau, und in dem Eimer neben seinen Beinen schwammen zufällig ein paar Bergmolche umher die er mit dem zufällig gefundenen Kescher aus dem Teich heraus gefangen hatte…. Schon klar. Ich erwiderte daraufhin, dass ich mich nicht strafbar machen werde und lediglich Fotos der Molche machen möchte. Daraufhin zog er hurtig von dannen – inkl. Kescher und Eimer mit Molchen. Theoretisch hätte ich den alten Knilch anzeigen müssen, handelt es sich doch hier um einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz / Bundesartenschutzverordnung. Da ich aber mein Handy nicht dabei hatte, hätte sich das als schwieriges Unterfangen herausgestellt. Klar, ich hätte den Mann auch einfach festhalten können, die Sachlage war eindeutig aber der Schreck den ich ihm eingejagt habe, sollte kurativ genug sein.

Nichtsdestotrotz war der Tag ein voller Erfolg. Die für den Teich verantwortliche „Organisation“ hatte in den letzten Jahren die Goldfische aus dem Teich entfernt – mit vollem Erfolg. Groben Schätzungen nach sind jetzt wieder mehrere hundert (!!!) Bergmolche in dem Teich. Eine solche Dichte habe ich in den letzten 30 Jahren noch nirgends gesehen. Fantastisch. Auch die Kröten haben das Gewässer wieder als Laichgewässer angenommen – was man an den toten Exemplaren auf dem Grund des Teiches deutlich erkennen konnte. Vermutlich starben diese in Folge des Laichgeschäfts (Stichwort Amplexus). Spannenderweise labten sich die Kaulquappen an den Kadavern. Das konnte ich bislang auch noch nicht beobachten. Ebenso erstaunt war ich über die Tatsache, dass die Molche aktiv Jagd auf die Kaulquappen machten. Insbesondere in den flachen Bereichen des Tümpels sammelten sich die Kaulquappen um dort Algen und Aufwuchs zu fressen. Die Molche patrollierten regelrecht vor diesen Bereichen auf und ab. Sobald eine Kaulquappe den flachen Bereich verließ, wurde sie gejagt. Das Ganze erinnerte mich stark an das Verhalten der weißen Haie vor den Stränden mit Seelöwen.

Sehr erfreulich, dass es die Amphibien geschafft haben, sich dieses Gewässer zurück zu erobern. Ohne die menschliche Hilfe wäre dies vermutlich nicht möglich gewesen. Allerdings war auch der Mensch ursprünglich daran schuld, dass die Amphibien dieses Gewässer verlassen mussten…

Savage Gear LB Roach

Savage Gear LB Roach Paddle Tail

Savage Gear LB Roach Paddle Tail

Bekannt wurde Savage Gear vor allem durch seine großen und realistischen Gummis. Dass der Hersteller sich auch bei den kleineren Modellen mit Ruhm bekleckert hat, kann man an der LB Roach Serie erkennen. Ich hatte das Glück einige Kopien von der Paddle Tail Version bereits ein paar Jahre zuvor über dunkle Pfade aus dem Land des Lächelns zu bekommen und zu testen. Die Aktion ist etwas dezenter als z.B. bei einem Kopyto wo das ganze Hinterteil wackelt. Bei der Paddle Tail Roach wackelt eher nur das Schwänzchen was ja auch so gewollt ist. Schließlich will man den Fisch nicht durch Reizüberflutung vergrämen.

Savage Gear LB Roach Swim & Jerk

Savage Gear LB Roach Swim & Jerk

Zusätzlich zu der Paddle Tail Version gibt es noch die Swim & Jerk Version die in ihrer Aktion eher an eine Line Thru Trout erinnert. Hier kommt es aber sehr stark darauf an, wie man den Gummi montiert und wie viel Gewicht vorne dran hängt. Persönlich würde ich den Köder vornehmlich mit einer Screw fischen, aber das bleibt jedem selbst überlassen.

Anglerische Freuden im Winter 2024

Nicht überall ist das Wasser bereits gefroren

Ein Blick aufs Thermometer verrät, was einem der Blick in den Kalender auch verraten hätte: Wir haben Winter. Auch wenn wir immer seltener weiße Weihnachten feiern können so sind zumindest die Temperaturen temporär im einstelligen Bereich und mit etwas „Glück“ auch unter null Grad Celsius. Wenn ich da so an meine Kindheit in den 80ger Jahren zurückdenke, wird einem doch etwas schwer ums Herz. Damals konnten wir teilweise nicht mal mehr in die Schule gehen weil so viel Schnee lag. Wir sind aus dem 1.OG in den Tiefschnee gesprungen ohne uns zu verletzten, eine Person mit Ausbildung konnte sich und seine Familie ernähren, die Mieten waren bezahlbar und man musste keine Angst haben auf offener Straße niedergestochen zu werden. Zukunftsangst kannten wir nicht. Heute sieht das freilich anders aus.

Barsch geht immer

Zurück zu den Fischen. Im Winter fahren viele Fische, insbesondere die Cypriniden ihren Stoffwechsel herunter. Allerdings gibt es auch Fischarten, die man das gesamte Jahr über – und somit auch im Winter – beangeln kann. Hierzu gehören Hechte, Forellen (wo erlaubt; Schonzeit beachten!) und Barsche. Es gibt aber auch explizite Winterfische die am besten im Winter beißen. Hierzu gehört neben den Quappen auch der Huchen. Allerdings sind die Bestände beider Arten mittlerweile stark rückgängig und müssen durch Besatzmaßnahmen gestärkt bzw. am Leben gehalten werden.  Eine Fischerei auf diese beiden Arten ist also ein zweischneidiges Schwert.

Regenbogenforelle über einer Laichgrube

Sollte man sich trotz der niedrigen Temperaturen doch dazu entscheiden den Tag am Wasser zu verbringen, so sind hierfür einige Vorbereitungen zu treffen um den Aufenthalt dort so angenehm wie möglich zu gestalten. Folgende Dinge sollte man auf jeden Fall mit sich führen:

  • Handschuhe
  • Thermoskanne mit warmen Tee, ggf. mit „Schuss“
  • Lange Unterhose
  • Wollsocken
  • Schuhe mit Filzeinlagen
  • Mütze

Jahreswechsel 24/25

Langzeitbelichtung am Wehr

Es war ein turbulentes Jahr, es war ein aufregendes Jahr – zwar nicht in fischereilicher Hinsicht aber dafür in fast allen anderen Belangen. Krieg, Inflation und ähnliche unangenehme Erscheinungen haben unser aller Leben beeinflusst – und das nicht zum Positiven hin. Grund genug das Jahr ruhig und entspannt ausschleichen zu lassen. In diesem Sinne war ich zum Ende des Jahres hin auch mal mit der „guten“ Kamera und dem Stativ unterwegs um einige Landschaftsaufnahmen zu machen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Signalkrebs – Quo vadis?

Brücke bei Nacht

Die Tage werden kürzer, die Nächte werden kälter, die Zeit der Krebsfischerei beginnt bzw. ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikel bereits vorbei.

Da der einheimische Edelkrebs und sein kleiner Bruder, der Steinkrebs, in unseren Gefilden mittlerweile sehr selten geworden sind, lohnt eine Fischerei auf diese beiden Arten nicht mehr. Außerdem ist es moralisch höchst zweifelhaft auf seltene Tierarten zu waidwerken die unter anderem in der FFH Richtlinie im Anhang V aufgelistet sind. Ähnlich sieht es mit dem Huchen aus aber das ist ein anderes Thema.

Übrig bleibt dann nur noch die Fischerei auf den amerikanischen Signalkrebs. Diese große und aggressive Krebsart ist unseren einheimischen Krustentieren in fast allen Belangen deutlich überlegen. Außerdem überträgt er die für unsere einheimischen Krebse tödliche Pilzinfektion, die sogenannte Krebspest.

Bei Vollmond am Gewässer – ein ganz besonderes Naturschauspiel

Da Krebse oftmals ein sehr heimliches und nachtaktives Leben führen, ist vielen Anglern und Gewässerpächtern nicht bekannt, wie es um den Krebsbestand in ihren Gewässern bestellt ist. Auch in meinem Hausgewässer war dies lange Jahre so der Fall – zumindest so lange, bis der Bestand so drastisch angewachsen war, dass man selbst am helllichten Tag Krebse in der Uferzone beobachten konnte. Als dies im Verein die Runde machte, war die Begeisterung groß. Endlich noch eine weitere dem Fischereigesetz unterliegende Tierart die gehegt bzw. reguliert werden darf.

Aus mir nicht verständlichen Gründen endet bei uns die Krebssaison am 15.12. eines jeden Jahres. Was ich daran nicht verstehe? Ganz einfach. Als Neobiota –welches die Signalkrebse eindeutig sind, sollten diese (für mein Dafürhalten) keine Schonzeit genießen. In der Jagd verhält es sich bei invasiven Arten wie dem Waschbär und dem Marderhund ähnlich. Die Zurückdrängung und Regulierung steht hier zum Schutze der einheimischen Tierfauna im Vordergrund. Warum nicht auch beim Signalkrebs? Fakt ist aber auch, dass nur sehr wenige von den Jahreskarteninhabern sich die Mühe machen den Signalkrebsbestand zu regulieren. Die Gründe dafür sind einfach:

  • Es darf nur ein Fanggerät pro Angler ausgelegt werden.
  • In den Sommermonaten setzt die Dämmerung erst sehr spät ein, so dass die Fischerei auf Krebse meist erst effektiv nach 22 Uhr ausgeübt werden kann.
  • In der Sommerzeit sind die Krebse nicht sonderlich aktiv.
  • Der Zubereitungsaufwand für eine Mahlzeit mit Krebsfleisch ist sehr hoch.
  • Krebse sind Resteverwerter, dementsprechend lagern sich in den Kurstentiere im Laufe der Zeit auch Schadstoffe an.
  • Wenig Ausbeute (für weniger als 20 Krebse braucht man den Herd gar nicht erst anwerfen).
  • Hemmungen die Krebse entsprechend dem Gesetz zu töten.

Es gibt aber recht einfache Methoden seinen Erfolg bei der Fischerei auf Signalkrebse deutlich zu steigern:

  • Verwendung von Rotlichtlampen anstatt der üblichen hellen Stirnlampen mit weißem Licht.
  • Fish smart, not hard. Die Fischerei auf Signalkrebse macht meiner Meinung erst im Herbst Sinn wenn die Paarungszeit bevorsteht. Den Rest des Jahres sind die Tiere relativ träge unterwegs.
  • Die Fischerei zusammen mit einem Angelfreund ist meist deutlich effektiver weil zwei Fanggeräte eingesetzt werden können.
  • Als Köder empfehlen sich vor allem Meeresfische wie Makrelen, Sprotten und Heringe da diese aufgrund ihres Fett- und Salzgehalts eine besonders leckere Duftspur im Wasser hinterlassen. Forellenrogen hat sich auch bewährt.

Wenn die Parameter passen sind Fänge zwischen 60-80 Krebsen pro Abend (auf insgesamt zwei Personen gerechnet) keine  Seltenheit.

Die folgenden Fanggeräte und Methoden haben sich bei mir bewährt:

  • Krebsteller
  • Aktives Keschern von Krebsen die sich in der Nähe eines ausgelegten Köders im flachen Wasser befinden.

Signalkrebs weibchen mit Eiern – im Herbst keine Seltenheit

Die Verwendung von Reusen halte ich für überbewertet. Es dauert meist sehr lange, bis die Krebse den Eingang zur Reuse finden. Wer mal beobachtet hat, wie oft ein Krebs um die Reuse herumrennt bevor er den Eingang findet, weiß wovon ich rede. Außerdem müssen die Reusen oft mehrere Tage im Wasser sein, bis sich in ihnen eine entsprechende Menge an Krebsen akkumuliert hat. Aus tierschutzrechtlichen Gründen erachte ich daher den Einsatz von Reusen als nicht mehr zeitgemäß. Hinzu kommt, dass viele der Reusen tagsüber von neugierigen Passanten entwendet oder zumindest die sich darin befindlichen Krebse wieder in die Freiheit entlassen werden.

Zwei „aktive“ Krebsfischer fangen in 4h Ansitz mehr Krebse als zwei Reusen in 48h – so zumindest meine Erfahrung an meinem Hausgewässer. Mehrere hundert Krebse pro Saison sind eher die Regel denn die Ausnahme. Die von mir geführte Fangliste ist da recht eindeutig.

Hin und wieder sind auch kapitale Signalkrebs Männchen dabei.

Noch ein abschließender Tipp: Lagert die Krebse vor dem Abkochen noch ca. 12-24h in einem Behälter mit Wasser und genügend Sauerstoff. Warum? Ganz einfach: Damit sie ihren Darm entleeren können. Das wird bei den Schnecken in Frankreich ähnlich gehandhabt und hat sich bewährt. Ob ihr für die Lagerung eine große Mörtelwanne aus dem Baumarkt mit Sauerstoffpumpe hernehmt oder die eigene Badewanne bleibt euch überlassen.

Lasst euch auf das Abenteuer Signalkrebs ein, ihr werdet es nicht bereuen. Wo sonst bekommt man quasi den bayerischen Hummer frei Haus? Regionaler und nachhaltiger geht es doch kaum. Die Bestände sind mancherorts mittlerweile so gut, dass man diese ohne schlechtes Gewissen intensiv nutzen kann.