Geil im Winter? Laichausschlag bei Fischen

_MG_3284 (2)Eigentlich haben wir noch Winter, zumindest kalendarisch gesehen. Wenngleich weiten Landstrichen der früher übliche Schnee fehlt und im Dezember die Temperaturen zeitweise deutlich im zweistelligen Bereich waren. Soll das etwa die lange Prophezeite Klimaerwärmung sein? Vermutlich wird sich der Trend den man seit einigen Jahren erkennen kann weiter fortsetzen, die Jahreszeiten verschieben sich. Der Winter schleppt sich immer weiter in den Frühling hinein und der Herbst hält Einzug in die kalendarischen Gefilde des Winters. Banal betrachtet eine simple Sache wäre da nicht der Biorhythmus der Fauna und Flora. Um es an einem für Angler konkreten Beispiel fest zu machen: Als ich Ende Dezember einen Blick unter Wasser wagte, fielen mit prompt einige dicke Rotaugen mit Laichausschlag auf….und das im Dezember. Klar, es gibt immer wieder Ausreißer oder wie man bei den Menschen sagen würde „notorisch Dauergeile“  aber der Umstand erstreckte sich nicht nur auf ein Gewässer sondern konnte von mir in mehreren Gewässern in unterschiedlichen Regionen Deutschlands beobachtet werden. Ein Grund zur Besorgnis? – Nun, das muss jeder für sich selber entscheiden. Fakt ist jedoch wenn der Trend weiter anhält müssen über kurz oder lang auch die Schonzeiten angepasst werden. Kein Gewässer kann es sich nach einem in den März/April verschobenen Winter erlauben, dass alle Laichschweren Hechte nach Ende der Schonzeit im Mai abgeknüppelt werden…

Mal sehen wie sich der Trend in den nächsten Jahren fortsetzt und ob ggf. die Verbände mit einer Anpassung der Schonzeiten drauf reagieren. Wünschenswert im Sinne des Artenerhälts wäre dies auf jeden Fall.

Aufstieg einer Randspezies – Der Rapfen

Eigentlich sollte es imm_MG_3210_1er kritisch betrachtet werden wenn eine neue, nicht heimische Fisch- oder allgemein gesagt Tierarzt sich in die vorherrschende Fauna einnistet. In diesem Fall aber kann man, finde ich, ein Auge zudrücken. Der Rapfen ist zwar ein gefräßiger Raubfisch, stellt aber für die vorherrschenden Fischarten keine allzu große Gefahr da. Auch die Angelgemeinschaft reagiert positiv auf die steigende Bestandsdichte der Rapfen. Aber woran liegt das? Zu einen ist der Rapfen ein kampfstarker wenngleich nicht wirklich ausdauernder Kämpfer. Jeder der schonmal einen Rapfen am Band hatte kennt das elektrisierende Gefühl das einem durch die Hand schießt bei den Knallharten bissen die Vertreter dieser Art liefern. Kulinarisch gesehen ist ein Rapfen aber eher was für die hartgesottenen, viele Gräte, wässriges Fleisch und ein Haufen Schuppen machen den Rapfen nicht zwangsläufig zum Gaumenschmauss. Allerdings gibt es einige Rezepte mit denen man auch aus einem Rapfen durchaus etwas essbares zaubern könnte – sofern man wollte. Interessant sind auch die Geschichten aus diversen Donau Anrainerstaaten von woher der Rapfen meines Wissens nach ursprünglich herstammt (?). Aber wie kommt es, dass sich der Rapfen mittlerweile über ganz Deutschland verbreitet hat? Als Besatzfisch wird er vielerorts noch geschmäht da er, wie oben bereits erwähnt, als Speisefisch nicht so viel taugt. Bei den Gewässern die eine natürliche Verbindung zur Donau haben lässt sich das Vorkommen von Rapfen auf deren Wanderbewegungen zurückführen. Dies ist aber nicht die ganze Wahrheit. Vielerorts werden Rapfen schlichtweg beim Weißfischbesatz irrtümlich mit besetzt. Junge Rapfen ähneln in ihrem Aussehen sehr stark Rotaugen/Rotfedern und Döbeln. Erst bei genauerer Betrachtung kann man durch kleine Unterschiede wie der Maulstellung, der Form der Schwanzflosse und der Afterflosse eine eindeutige Aussage treffen.

Es wird also spannend werden, welche Fischarten in den kommenden Jahren einen sogenannten Hype erleben. Die Gewinner der letzten Jahre waren auf jeden Fall der Rapfen und der Wels.

 

Raubfischangeln mit Einzelhaken?

Wie heißt es docEinzelhakenh so schön? Zeiten ändern sich –  das trifft auch auf die Fischerei zu. Ging man ganz früher ans Wasser um sich und die seinen zu ernähren so tut man dies heute eher als Ausgleich zum Berufsleben oder weil man den Kick sucht, sich mal wieder als Mann fühlen will oder einfach nur um seinen Jagdtrieb zu stillen. Oder anders ausgedrückt: Früher hieß es für den Fisch hopphopp Knüppel off de Kopp. Heute ist Bauchpinseln angesagt. Klar, Respekt gegenüber der Kreatur ist wichtig und angebracht aber es haben sich auch einige Unsitten eingeschlichen. Aber über dieses Thema kann man lang und ausschweifend diskutieren ohne je wirklich auf einen grünen Zweig zu kommen. Einige Interessante Dinge möchte ich hier aber doch erwähnen da sich einige, vor allem jüngere Angler, vermutlich nicht mehr dran erinnern können. Früher wurde mit Drillinigen auf Karpfen gefischt, heute geht’s in Richtung „barbless Hooks“. Früher würden Raubfische einfach gestrandet, dann kam der Kescher, dann der Boga (selbst der ist mittlerweile nicht mehr ganz unstrittig) und nun sind wir bei der Handlandung angekommen. Wollte man vor mehreren Jahrzehnten eine Forelle hieß es „Wurm auf den Haken“ und fertig, wenige Minuten später konnte man sich sicher sein eine Forelle bzw. einen anderen Salmoniden am Haken zu haben. Dann kamen die schnurpeitschenden Fliegenfischer (wozu ich mich selbst auch mehr oder weniger zähle) mittlerweile sind wir eher wieder bei den Kunstködern wie Wobbler etc. angelangt. Aber damit noch nicht genug. Fischt man mit kleinen Drillingen an besagten Kunstködern riskiert man in bestimmten Kreisen schon fast eine regelrechte Maulschelle…wie bereits eingangs erwähnt, die Zeiten ändern sich. Einen kurzen Bericht zum Thema fischen mit Einzelhaken findet ihr hier : Einzelhaken statt Drilling.

“Kranke” Fische

Natürlich ist mir klar, dass der Terminus “krank” in diesem Falle vielleicht nicht ganz richtig ist. Denn krank ist der Barsch auf dem Bild meiner Meinung nach nicht wirklich. Gerade in den Wintermonaten, wenn bedingt durch die eisigen Temperaturen, der Metabolismus der Fische auf Sparflamme läuft sind die Fische besonders anfällig für Parasiten. Jeder von uns hat sicher irgendwann schonmal einen Fisch gefangen der den einen oder anderen Fischegel an der Oberfläche hatte. Nüchtern betrachtet müssten die Fischegel eigentlich ausgestorben sein denn diese sehr langsamen Zeitgenossen warten regungslos auf ihre Beute. Wie kann es also sein, dass ein Fisch von einem Schmarotzer/Parasit befallen wird der langsamer ist als der Wirtsfisch? Im Winter, wie bereits oben erwähnt, haushalten die Fische mehr mit ihren Kräften. Ich konnte sogar zeitweise beobachten, dass mehr als die Hälfte aller in einem Teich befindlichen Fische lethargisch am Boden saßen wobei das mehr auf die Raubfische als auf die Friedfische zutrifft. Und genau dann schlägt die Stunde der Fischegel. Langsam, regelrecht gemächlich suchen sie nun den potentiellen Wirtsfisch auf und saugen sich an dessen Oberfläche fest._MG_3267

Bei dem hier gezeigten Parasiten dürfte es sich um einen Saugwurm, einen sogenannten Trematoden handeln. Inwieweit sich der Befall auf die Lebenserwartung des Fischs auswirkt kann ich leider nicht sagen. Bekannt ist jedoch, dass solche Fische durchaus noch verzehrt werden können.

Cooler Döbel

Der Winter ist ja bekanntlich kein angelfreundlicher Monat. Das liegt vor allem an den eisigen Temperaturen und den dadurch verlangsamten Stoffwechsel unserer Beute. Jeder Winterfisch muss hart erarbeitet bzw. erforeren werden – heißt es. Wirft man jedoch mal einen genaueren Blick unter Wasser so sieht man, dass es vor allem die Raubfische sind, die gemächlich am Boden des Sees rumgammeln. Weißfische sind eigentlich immer unterwegs, wenngleich auch deutlich langsamer als im Sommer. Dieser schöne Döbel jenseits der 50cm Marke war trotz des kalten Wasser sehr aktiv und für einen Döbel regelrecht zutraulich. Aber seht selbst.

Doebel

Todesdrama zum Jahreswechsel

Eigentlich war es ein Tag wie jeder andere…ja, eigentlich. Man muss dazu sagen, dass ich in einem Randviertel einer Millionenstadt in Bayern wohne und es nicht ungewöhnlich ist, wenn man bei offenem Fenster mal die eine oder andere Vogelstimme hört. So auch heute. Als das Geträller aber dann plötzlich in Todesschreie überging und nicht mehr enden wollte, steckte ich neugierig den Kopf aus dem Fenster. Eigentlich war ich ja darauf gefasst gewesen, dass Nachbars fette Katze sich wieder mal eine der allgegenwärtigen Amseln geschnappt hätte..aber weit gefehlt. Der Anblick der sich mir bot war ungewöhnlich und doch irgendwie vertraut (vertraut daher, dass ich vor einigen Jahren mit einer Beizjägerin zusammen war…). Unter meinem Balkon saß ein Sperber der die jämmerlich schreiende Amsel rupfte. Sperber sind gar nicht mal so selten wie man annehmen möchte, jedoch sind es sehr verborgene und schnelle Räuber die bevorzugt im Wald jagen und tagsüber meist im Blätterdickicht ausharren, ähnlich dem Habicht.

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Frostige Einblicke unter Wasser

Winterzeit…für gewöhnlich ist die Winterzeit die Zeit der Ruhe und Besinnung. Zum Angeln ist es meist du kalt, viele Gewässer sind zugefroren und so wirklich Lust sich die Gliedmassen abzufrieren haben nur die Wenigsten, mal abgesehen von einigen Huchen- und Quappenfischern. Dennoch kann einem ein Gang ans Wasser gerade im Winter ungeahnte Einblicke in das Umweltsystem Teich/Fluss geben.

Zu keiner Jahreszeit ist das Wasser so klar und sichtig wie im Winter. Dies liegt zum Einen daran, dass das Phytoplankton abgestorben ist und zum Anderen an der Art der Niederschläge. Schnee trübt das Wasser für gewöhnlich deutlich geringer als normaler Regen.
So kommt es dann auch öfters vor, dass ich meine Kamera packe und Unterwasseraufnahmen von Fischen fabriziere. Gerade im Winter sind viele Fischarten besonders farbenprächtig gefärbt.

Schweiz unterbindet Catch & Release

Das Euro2008 Gastgeberland Schweiz hat nun zum Unmut aller Schauangler ein generelles Catch & Release Verbot eingeführt. Ab 01. September ist es nicht mehr erlaubt den Fischfang alleinig mit dem Ziel auszuführen gefangene Fische nach dem Fang unmittelbar wieder in die Freiheit zu entlassen. Obgleich Gesetzestexte in Deutschland ebenfalls besagen dass maßige Fische nach erfolgreicher Landung sofort waidgerecht zu erlegen seien, wird hierduch dem Catch and Release nicht zwangsläufig ein Riegel vorgeschoben. Es wird gezielt auf kapitale Fische geangelt, welche wieder nach dem Fang entlassen werden, da diese Fische mit ihren Genen für den Bestand nützlich sind, was so natürlich in den meisten Fällen auch richtig ist. Hier hat man nun eine Berechtigungsgrundlage für das Catch and Release gefunden, verstößt aber gleichzeitig gegen den Tierschutzgrundsatz keinem Tier vorsätzlich Schaden oder Leiden zuzufügen.

Die Schweiz hat nun mit dem neuen Gesetzestext eine mächtige Waffe um gegen Releaser vorzugehen. Erste Urteile und Auslegungen werden erst noch zeigen müssen wie machtvoll dieses Gesetzt tatsächlich ist und ob die Angler nicht andere Rechtfertigungen und Ausreden zur Aushebelung finden. Natürlich sollte die Änderung auch nicht für Kochtopfangler verstanden werden nun jeden auch so kleinen Fisch totzukloppen. Gegen das gelegentliche Catch & Release wird wohl kein Fischereiaufseher etwas sagen, ist auch zu bezweifeln dass dieses Gesetz auf solche Art Angler abzielt. So schwer diese Änderung nun auch den C&R Angler trifft, das Ansehen der Angler kann sich hierdurch nur verbessern. Lasse man PETA mal außen vor, so erkennt man dennoch dass diese Art von vorsätzlicher Tierquälerei genau die Art von Futter für Aktivisten ist um die Angelgemeinschaft zu diffamieren.

Aal Fangstatistiken 2007

Die klarsten und brauchbarsten Erkenntnisse im Angelsport erhält man durch Statistiken. Neulich bin ich im Anglerboard(.de) auf diese Massenauswertung von Aalfängen des laufenden Jahres 2007 gestoßen.

Quellen:

Man sollte diesen Statistiken natürlich nicht allzuviel Gewicht zumessen. Als repräsentativ kann man diese ebenfalls nicht bezeichnen. Außerdem: Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. Auf die Statistikbilder klicken um diese zu vergrößern (Pfeiltasten zum zappen)

Fangvolumen-Fangdatum Auswertung
GesamtübersichtIn dieser Grafik sehen wir die Anzahl gefangener Aale aufgezeigt am Fangdatum. Der erste Aalansturm ist Ende März bis Anfang April zu erkennen. Erfahrungsgemäß können im Frühjahr die Meisten der Aalfänge Verzeichnet werden. Der Hochpunkt tritt mitte Mai ein und leitet das Ende der Fangperiode zum Ende selbigen Monats ein. Erst der Juli und August versprechen noch Fangreiche Monate zu werden. Im Winter, welcher hier noch nicht ausgewertet wurde ist mit keinem Fanghoch mehr zu rechnen.

Auswertung : verwendeter Köder
KöderDiese Grafik bestätigt nur alle Angler die seit Ewigkeiten an Ihrem Wurm oder Tauwurm als Köder festhalten. Fänge auf Krabben/Garnelen und Leberstückchen bleiben im Angesicht dieser Statistik nur Experimente. Was jedoch noch ungeklärt ist, ist ob man mit dem Tauwurm, Kompostwurm oder Erdwurm die meisten Aale fängt.

Auswertung: Uhrzeit des Fangs
FangzeitenDiese überaus eindeutige Statistik kann ich nur bestätigen. Zwischen 20-24 Uhr sind mit Aalanbissen zu rechnen – nach einer erfahrungsgemäßen Ruhepause beißen die Aale erst wieder um ca 2-3 Uhr. Wer bis 24Uhr also erfolglos war hat seine Hauptchancen bereits verspielt mit Fisch nach Hause zu kommen.

Bewölkung zum Fangzeitpunkt
BewölkungEbenfalls interessant ist es zu erfahren ob bei bewölktem Himmel signifikant weniger Aale gefangen werden können. Augenscheinlich scheint dies der Fall zu sein. Circa 50% mehr Aale werden bei wolkenlosem Himmel gefangen. Man könnte die Folgerung anstellen, dass bei wolkenlosem Himmel der Mondschein hindurchkommen kann, und dies der Faktor ist, der in diesem Fall zu mehr Fangerfolg führt. Die Mondintensität war jedoch bei den Fangerhebungen nicht immer gleich. Wahrscheinlich ist auch dass bei bewölktem Himmel mit eventueller Regenwahrscheinlichkeit, dies ein Grund gewesen ist sich nicht an die Angelstelle zu bewegen. Somit wurden auch keine Aale für die Statistik gefangen.

Es gibt viele Arten diese Statistiken zu interpretieren. Wenn diese auch sehr aufschlussreich und interessant erscheinen konnte das Mysterium Aalfang bei Mondschein nicht belegt oder Wiederlegt werden. Am besten man bildet sich seine eigene Meinung und Interpretation.

Bizarre Angler Momente

Bei den lustigsten Heimvideos “Pleiten Pech und Pannen” amüsiert man sich köstlich wenn der Angler unbeabsichtigt ins Wasser fällt. Folgende Videos sind von ähnlichem Kaliber. Einen komischen Fang oder außergewöhnliche Fangerlebnisse sind das eine. Komisch ist es aber ins Staunen zu kommen wenn man schon längst zu Hause ist und das Gewässer längst hinter sich gelassen hat.

Pete war mit seinem Angelkollegen Bene am Main angeln. Eine Stunde nachdem Bene einen 80cm Zander auf die Schuppen legen konnte, war er Zuhause angekommen und musste den bereits waidgerecht getöteten Fisch ausnehmen. Das Herz schlägt immernoch und man mag seinen Augen kaum glauben. Man kommt sich wie in einem billigen Horrorfilm vor.


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Aale sind nicht nur unangenehm glitschig und schleimig, sondern haben die unheimliche Angewohnheit zu Zucken, wenn diese bereits tot sind. Die Nerven des Aales agieren noch nach dem Tod, bis alle Anspannungen gelöst sind. So kommt es vor dass man denkt, der getötete Aal in der Fangtüte sei noch am Leben. Dieser Freund in meiner Spüle scheint, im Gegensatz hierzu, dennoch viel auszuhalten.

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