Neue Köder braucht das Land

 

Irgendwann reichen einen die im Handel erhältlichen Kunstköder einfach nicht mehr. Im Lauf der Jahre hat man, regelmäßiges Fischen vorausgesetzt, eine gewisse Vorstellung entwickelt welche Farben, Formen und Bewegungen bei einem Angelköder ausschlaggebend für den Fangerfolg sind. Leider gibt es meist diese entsprechenden Köder welche den eigenen Vorstellungen entsprechen würden, nicht im Handel zu kaufen. Also steht man vor der Entscheidung entweder selber Köder herzustellen oder welche herstellen zu lassen.

Alternativ nimmt man einfach das was auf dem Markt ist. Leider stellt dies meiner Meinung nach oftmals einen mehr oder weniger faulen Kompromiss da. Allerdings, das muss man hier auch sagen, ist das selber machen von Ködern meist nicht günstiger und leider oftmals sehr zeitaufwändig. Wer also A) genug Kohle hat B) zu wenig Freizeit C) zwei linke Hände hat und D) nicht chronisch untervögelt ist, sollte hier an dieser Stelle das Lesen des Berichts einstellen.

Wie in einigen der vorherigen Posts bereits zu sehen war, habe ich vor einigen Jahren damit angefangen mir Wobbler Rohlinge zu besorgen und diese entsprechend zu colorieren. Das war damals der Tatsache geschuldet, dass es auf dem Markt keine schwarzen Wobbler gab. Irgendwann wurde dann aus der Notwendigkeit ein Hobby und ich fing an die Rohlinge mit immer aufwändigeren Design zu besprayen. Just for fun. Das war aber bereits zu dem Zeitpunkt an dem ich zu ca. 80% bereits mit Gummiködern gefischt habe. Mittlerweile nehmen die kleinen Kunststoffkunstwerke eher einen obligatorischen Platz in meinen Köderboxen im Keller ein. Aber was solls.

Die Herstellung von Gummifischen wollte ich bereits vor einigen Jahren mal versuchen. Entsprechendes Material für die Formen und die Köderkörper selbst, hatte ich mir damals schon besorgt gehabt. Ebenso eine alte aber funktionstüchtige Mikrowelle. Nachdem der Umgang mit diesen Materialien der Gesundheit in der Regel nicht sonderlich zuträglich ist, habe ich mich damals doch dazu entschlossen es sein zu lassen. Zumal Gummiköder nun wirklich nicht die Welt kosten, deren Herstellung aber ggf. das Leben. Man kann sich auch tot sparen 🙂

Beim Fliegenfischen sieht es da schon etwas anders aus. Zwar sind die Bindematerialien mM nach auch nicht unbedingt gesundheitsförderlich, allerdings hält sich dabei der Schaden allerdings auch in Grenzen. Die ganzen Mittelchen zum Konservieren von Fell und Bälgen sind nicht ganz harmlos aber solange man nicht daran nuckelt, sich nach Gebrauch die Finger wäscht und das Zeug nicht im Schlafzimmer lagert, sollte es keine gesundheitlichen Probleme geben.

Zum Hintergrund: Immer wieder ist mir aufgefallen, dass die Fänge zum Herbst hin schlechter werden, besonders bei den Salmoniden war das der Fall. Das war insofern ärgerlich weil die Fische gerade im Herbst, bedingt durch die sinkenden Temperaturen und den steigenden Sauerstoffgehalt im Wasser deutlich kampfstärker sind, als im Sommer. Allerdings haben diese Fische auch den Sommer über dazu gelernt und lassen sich nicht mehr ohne weiteres fangen. Jetzt schlägt die Stunde der Fliegenfischer. Mit ihren der natürlichen Nahrung der Salmoniden ähnlich sehenden Nymphen und Streamern können sie jetzt ordentlich abräumen. Da in meinem Gewässer allerdings auch kräftige Regenbogenforellen mit über 60cm vorkommen die in der starken Strömung ordentlich Muskeln aufgebaut haben, ziehe ich das Fischen mit der Spinnrute mittlerweile vor. Selbst mit einer 30g Rute kann man eine 60cm Forelle in der Strömung nicht halten. Wehe dem der dann keine Watklamotten an oder zusätzlich noch mit Hindernissen am Ufer/Wasser zu kämpfen hat. Selbst mit einer 7er Fliegenrute ist es ein riskantes und langwieriges Unterfangen solch einen Fisch zu landen.

Was macht man also um die Vorteile einer Spinnrute mit den Vorteilen von Streamern etc. zu kombinieren? Ganz einfach, man fertigt sich die Streamer passend für die Spinnrute selbst an. Ab einem gewissen Gewicht lassen sich diese Köder ähnlich wie ein Twister bzw. ein Gummifisch führen.

 

Neue Gummiköder

Hand aufs Herz, jeder Spinnfischer ist irgendwo auch ein Ködersammler bzw. Köderfetischist. Ich mache da leider auch keine Ausnahme. Entsprechend viel schleppe ich meist mit ans Wasser…nur um festzustellen, dass doch immer die gleichen alten Sachen den Fisch an den Haken bringen. Aber egal. Der Spaß steht ja irgendwo auch mit im Vordergrund und seien wir mal ehrlich, ein Fisch, gefangen auf einen neuen Köder ist doch immer wieder was Tolles…gut ein Fisch, gefangen auf einen alten Köder auch irgendwie aber wenn der neue Köder was fängt, ist das wie eine Legitimation für die vorangegangene finanzielle Ausgabe. Nur so kann man letztendlich seinen Konsum irgendwie rechtfertigen…. Mehr oder weniger.

Kommen wir zum Wesentlichen: Heute möchte ich mal drei verschiedene neue Gummiködermodelle vorstellen die es teilweise so noch nicht in Deutschland gibt.

 

 

 

 

 

Dieses Modell gab es einige Jahre lang beim Angelversand Stollenwerk für 3,9€ zu kaufen. War anscheinend nicht so der Burner denn 2018 war das Modell nicht mehr im Katalog vertreten. Interessanterweise kriegt man die Dinger im Internet mittlerweile für unter 1$ inkl. Porto. Es gibt  vier Farben wobei mir Motoroil am besten gefällt. Mal sehen ob sich damit dieses Jahr noch ein paar größere Forellen oder der eine oder andere Hecht damit fangen lassen.

 

 

 

 

 

Diese Modelle gibt es in sechs oder sieben Farben aber nur in einer Größe, ca. 12cm. Die optische Ähnlichkeit mit den Gummifischen von Savage Gear ist frappierend. Wer hier bei wem abgekupfert hat kann man nur spekulieren. Preislich liegen diese Gummis bei ca. 80Cent. Sie haben die Form einer Laube und eigenen sich vermutlich sehr gut zum Fischen auf Zander, Großbarsch und Kleinhecht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Last but not least eine echte Überraschung. Diese Köder habe ich in Deutschland wirklich noch nicht gesehen. Der Stückpreis beträgt knapp 60Cent. In einer Packung sind vier Stück enthalten. Wenn Sie so laufen wie sie aussehen werden das echte Fischmagneten. Länge liegt bei 10-11cm. Es gibt etwa 10-12 Farben, auch mit Glitter. Bin gespannt. Was leider nicht so gut auffällt, ist die Haltbarkeit der Augen an den Ködern. Diese fallen teilweise bereits im Blister ab.

Na dann, man darf gespannt sein.

Mein lieber … Biber?

Der Biber – seit jeher gehört er zur Fauna in Deutschland. Kaum eine andere ehemals vom Aussterben bedrohte Tierart hat in den letzten Jahrzehnten ein derart starkes Comeback erlebt wie der Biber. Sehr zum Leidwesen der Teich- und Landwirte. Gemäß seiner Natur macht die große Ratte das, was sie am besten kann – Bäume fällen und Wasserwege aufstauen. Selbst in Großstädten ist der Biber ein immer häufiger gesehener Gast. Einige Gemeinden und Städte zäunen sogar ihre Weiden und andere am Wasser stehende Bäume mit Maschendrahtgeflecht ein um einen Verbiss bzw. eine Fällung durch den Biber zu verhindern. Klar, eine Jahrhunderte alte Weide die in der Nähe eines Fußgängerweges ist, stellt durchaus eine potentielle Gefahr dar, wenn sich der Biber daran gütlich tut.

Ich für meinen Teil freue mich immer wenn ich einen der pelzigen Gesellen sehe, zeigt es doch auf eindrucksvolle Art und Weise, dass der Naturschutz in Deutschland auch ab und an Mal Früchte trägt. Allerdings hält sich die Begeisterung hin und wieder in Grenzen wenn auf einer Strecke von mehreren 100 Metern entlang meines Hausgewässers alle Bäume Frassschäden vom Biber aufweisen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andererseits stellt jeder ins Wasser gefallene Baum einen guten Unterstand für Fische sowie deren Brut da. Ein nicht zu verachtender Aspekt.

Vor einigen Jahren war ich beim Fischen in der Oberpfalz zu Gast. Gefischt wurde am Höllensteinsee, ein idyllisch gelegener See, eingebettet in den Wald sowie diversen Felsmassiven. Landschaftlich absolut zu empfehlen. Der Fischbestand ist leider etwas mau aber egal. Jeden Abend konnten wir mindestens drei bis sechs unterschiedliche Biber über den See ziehen sehen.

 

 

 

 

 

Solange die Tiere die Reviergrenzen Ihres Nachbarn respektieren, bleibt es friedlich.

Wehe aber ein Jungtier wechselt ins Revier eines alten Bibers. Dann fliegen die Fetzen, teilweise so stark, dass eines der beiden Tiere an den Folgen eingeht. Die innerartliche Aggression ist immens. In Ermangelung an eigenen Revieren sind die Jungtiere oft gezwungen sich ihr eigenes Revier weit weg vom parentalen Gebiet zu suchen. Gerade die Jungtiere sind es auch, die dann Abstriche machen müssen.

Es kann halt nicht jeder in einem aufgestauten Auwald leben.

Umso überraschter war ich heute als mir plötzlich beim Fliegenfischen ein dicker brauner Torpedo mit satter Bugwelle entgegen getaucht kam. Im ersten Augenblick dachte ich an einen Huchen.  Interessanteweise konnte ich das Tier wenig später auch an Land in der Nähe des FKK Bereichs sehen…. Und das obwohl der Bereich zu diesem Zeitpunkt einigermaßen stark frequentiert war. Schüchtern scheint der Gesellen indes nicht zu sein, so viele verrunzelte und abgehangene Geschlechtsorgane wie an meinem Hausgewässer sieht man sonst nur in einschlägigen Erwachsenenfilmen. Zum Video gehts hier lang ———-> Biber auf Schmusekurs

 

 

Fischen an Hindernissen

Fast jeder hat sich schonmal über einen Hänger geärgert – zumindest jeder der Angeln geht. Doch was auf den ersten Blick nervig und unnütz erscheint, entpuppt sich auf den zweiten Blick als mehr als nur nützlich. Gerade an Fließgewässern mit monotoner Struktur kann ein ins Wasser gefallener Baum sich innerhalb weniger Wochen zu einer Top Stelle entwickeln, ebenso Treibgut welches sich aufstaut. Die Vorteile für die Fische liegen klar auf der Hand. Zum einen bietet so ein Hindernis einen sicheren Unterstand, gerade in Gewässern welche regelmäßig von Gänsesägern und Kormoranen heimgesucht werden. So eine Totholz Ansammlung bietet zudem Schutz vor größeren Fischen. Bei genauer Betrachtung findet man an Totholz oftmals wahre Kinderstuben. Die Kleinfische stellen sich innerhalb weniger Tage dort ein…und die mittleren sowie großen Räuber folgen dann peu á peu.

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Der Schatten und das dämmrige Licht wirken beruhigend auf die Fische.

Auch die Nahrungssuche wird meist deutlich erleichtert da sich solche Ansammlungen meist in der Nähe von überhängenden Bäumen befinden. Die Fische müssen einfach nur warten, bis die Nahrung von oben herunter fällt oder mit der Strömung angeschwemmt wird. Selbst große Räuber verharren tagsüber in solchen Einständen. Nachts gehen sie dann auf Beutezug und kehren nach Anbruch der Dämmerung wieder zurück in den sicheren Einstand. Ob in solchen Einständen Burgfrieden herrscht, wie es bei Fuchs und Kaninchenbauten der Fall ist, kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht sagen.

Aber was hat der Angler davon? Ganz einfach, einen einfach zu erkennenden Hot Spot… und ja, ein fieses Ködergrab…wenn man nicht weiß wie man dort fischen soll. Bei mir war es so, dass ich lange Jahre einen Bogen um solche Unterstände gemacht habe, seien das jetzt Schwemmgutansammlungen, ein umgestürzter Baum oder eine verlassende Biberburg. Wenn doch habe ich lediglich den Bereich dahinter einigermaßen halbherzig abgefischt.  Die Erkenntnis, was sich da eigentlich alles darunter befindet habe ich erst bei einem zufälligen Tauchgang gewonnen. Danach habe ich mich dann regelmäßig, sofern es die Statik zuließ, auf die Stämme bzw. das Schwemmgut gesetzt und den einen oder anderen Blick von oben riskiert. Grundsätzlich kann man sagen: Je mehr Verhau und Grünzeug da im Geäst hängt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit dort Fisch anzutreffen.

 

 

Aber welche Fische kann man dort im Geäst erwarten? Nun, natürlich nur solche die im Gewässer vorkommen. Aber Spaß beiseite, in der Regel findet man unter solchen Einständen folgende Fischarten:

  • Barbe; die Barbe ist ein geselliger Fisch der gerne in regelrechten Schulen vorkommt. Leider, zumindest so meine Erfahrung, ist die Barbe nicht unbedingt der hellste Fisch. Beim Watfischen bin ich des Öfteren bereits auf Barben getreten. Der Fluchtinstinkt scheint bei diesen Fischen nicht sonderlich ausgeprägt zu sein. Hier bietet es sich an, den Köder (Käse etc) mit einem Rollbleib langsam unter das Schwemmgut treiben zu lassen. Alternativ kann man auch direkt vor dem Hindernis den Köder stationär anbieten. Der Duft wird die Bartelbrummer schon aus ihren Unterständen locken. Barbe am Hindernis
  • Döbel; der Döbel ist der typische Fisch an solchen Unterständen. Er dümpelt den ganzen Tag träge in der Strömung und macht nur manchmal das Maul auf, um sich an der herantreibenden Nahrung gütlich zu tun. Das können kleine Brutfische sein, aber auch Insekten welche von überhängenden Büschen herunter gefallen sind. Da Döbel keine allzu starken Kämpfer sind, kann man sie auch direkt im Hindernis beangeln. Hierzu lässt man den Köder einfach vertikal herunter. Dies kann ein dicker Tauwurm sein oder Teig, Frühstückswurst, Maden, Nacktschnecken usw. Wer es etwas spannender mag, der versucht dem Döbel dort mit kleinen Wobblern oder Gummifischen nachzustellen. Grundsätzlich bieten sich folgende Optionen an. Man lässt den Wobbler direkt auf das Hinternis zutreiben und spannt dann, kurz bevor der Wobbler im Geäst landet, die Schnur. Nun taucht der Wobbler konstruktionsbedingt unter. Direkt vor dem Hindernis kommen oft schon die Bisse. Sollte das nichts bringen, so kann man den Wobbler, je nach Strömungsstärke, an gespannter Schnur unter das Hindernis treiben lassen. Am einfachsten geht das durch langsames Rückwärtskurbeln. Lässt es die Statik des Hindernisses zu, kann man es auch direkt betreten und kleine Gummifische und Twister vertikal anbieten. Dies ist meiner Erfahrung nach allerdings nicht so erfolgsversprechend. Als letzte Möglichkeit möchte ich noch das Fischen in der Strömung hinter dem Hindernis ansprechen. Dort stehen auch fast immer Fische. Kann man das Hindernis betreten, so ist das Befischen des Bereiches dahinter meist kein Problem. Hier kann man mit Pose, Gummi und Wobbler erfolgreich sein.
  • Forelle, die Forelle verhält sich besonders in offenen Fließgewässern mit wenig Deckung und Fraßdruck durch Kormoran und Gänsesäger ähnlich dem Döbel. Sie verlässt den Unterschlupf meist nur früh morgens oder wenn sie durch äußere Umstände dazu gezwungen wird.
  • Hecht; in Stillgewässern stehen die Hechte, sofern es sich nicht um Freiwasserhechte handelt, grundsätzlich in der Nähe von Unterständen. Hier gibt es aber noch ein paar andere Faktoren zu beachten wie z.B. die Größe des Hechtes. Kleine Hechte sind schon fast gezwungen sich zu verstecken wenn sie überleben wollen. So kann es sein, dass sich in so einem Unterstand einige halbstarke Hechte der selben Größe aufhalten.
  • Aland, für den Aland kann ich keine allgemeinen Regeln aufstellen da diese Fischart in meinen befischten Gewässern kaum bzw. gar nicht vorkommt. Allerdings ist bekannt, dass Alande auch gerne mal die Deckung eines Unterstandes nutzen.

Anhieb, Drill und Landung sind bei fast allen Fischarten gleich. Wichtig ist, dass man nicht zu fein fischt. Bei Forellen habe ich mittlerweile immer eine 0,10mm geflochtene auf der Rolle. Als Vorfach nehme ich eine 0,22 bis 0,25mm Mono. Die vermindert die Scheuchwirkung der geflochtenen Schnur und puffert zudem die Schläge des Fisches ab. Die Bremse sollte ziemlich stramm eingestellt sein. Der Fisch wird nach dem Haken versuchen sofort tiefer in den Unterstand zu fliehen. Das muss auf jeden Fall verhindert werden da sich sonst die Schnur über kurz oder lang in einem Ast verfangen wird. Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man versuchen den Fisch auf dem Hindernis herauszudrillen. Ist dies nicht möglich muss man den Fisch so schnell wie möglich an die Wasseroberfläche zwingen und dort umgehend keschern. Dies gleicht dann weniger einem Drill als vielmehr einem Tauziehen. Lässt man dem Fisch auch nur eine Chance, kann es um den Fangerfolg geschehen sein. Im besten Fall löst sich der Fisch vom Haken, im schlimmsten Fall verludert der Fisch dann irgendwo mit einem Haken im Maul im Hindernis.

 

Besonders nach und während Hochwassern kann man an solchen Hindernissen noch Fische fangen.

Der Grund dafür liegt klar auf der Hand. Auch Fische sind, wie einige weibliche Exemplare der Gattung Mensch, Energiesparschlampen. Man bewegt sich nur wenn es sein muss oder zur Nahrungsaufnahme… So ein Hindernis wirkt als Strömungsbrecher, es entstehen bzw. es bilden sich ruhigere Bereich in denen die Fische ohne großen Energieverbrauch aufhalten können. Vor allem Augenräuber wie Hecht, Döbel und Forelle sind bei trübem Hochwasser sehr dankbar für solche Hindernisse.

 

 

 

 

 

 

Tipp: Wahre Sternstunden konnte ich bei nachlassendem Hochwasser an solchen Hindernissen erleben. Die Fische sind ausgehungert und aggressiv aber das trübe Wasser macht eine effektive Jagd fast unmöglich. Hier setze ich dann situationsabhängig gerne auf kleine Rasselwobbler in aggressiven Farben. Bewährt hat sich das Dekor Germany (Schwarzer Rücken, rote Flanken, gelber Bauch). Selbst die sonst so scheuen Döbel ballern sich dann den Wobbler hemmungslos rein.

Der Herbst ist da

Es herbstelt gar gewaltig dieser Tage. Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. Den Raubfischen wie z.B. Forellen scheint dies nichts auszumachen, wohl aber den Friedfischen. Sie fahren ihren Stoffwechsel sukzessive herunter. Aber wie sieht es bei unseren anderen einheimischen Tieren diesbezüglich aus? Bedingt durch die Lage meiner Wohnstatt habe ich dieser Tage öfters die Möglichkeit gehabt, das rege Treiben der Eichhörnchen vom Fenster aus zu beobachten. Der letzte Sturm vom Wochenende hat den Kobel eines Jungtieres herunter gefegt. Es verbringt aktuell die Nächte festgeklappert im Baum. Sobald morgens dann die ersten Sonnenstrahlen die Baumwipfel wärmen, krabbelt das Jungtier in die oberen Gefilde der Lärche und verharrt dort einige Zeit bis es sich aufgewärmt hat. Und dann geht´s los. Emsig werden die Lärchenzapfen geplündert, Eicheln versteckt und Nüsse verbuddelt. Aber wehe ein Artgenosse dringt in sein Revier ein. Dann geht das Gezicke los. Aktuell kann ich drei Tiere beobachten. Zwei hellbraune und ein maximalpigmentiertes, dunkles Hörnchen.

 

 

 

 

 

Aber nicht nur die Säugetiere geben sich dem bunten und emsigen treiben der Nahrungssuche bzw. Vorratshaltung hin. Auch die Vögel schlagen sich den Bauch an den Früchten des Herbstes voll. Besonders die Früchte der Eberesche haben es ihnen angetan. Amseln zeigen hier ein besonders hemmungsloses verhalten. Aber auch die sonst eher scheuen Häher sieht man immer wieder mal in der Eberesche sitzen.

Nachhaltigkeit in der Angelgeräteindustrie?

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Wer kennt ihn nicht, den Askari Katalog. Zur Zeit meiner ersten anglerischen Schritte in den 90ger Jahren des letzten Jahrhunderts war der Askari Katalog meine Bibel. Retrospektiv betrachtet stellten sich die Käufe aber leider mehr oder weniger als Ramsch heraus. Besonders die Kleinteile der Hausmarke bekomme ich mittlerweile deutlich günstiger direkt vom Hersteller aus Übersee….teils sogar in besserer Qualität. Aber das ist nun auch wieder ein anderes Thema. Vor kurzem ergab es sich, dass ich wieder bei Askari etwas bestellen musste. Das kommt im Durchschnitt bei mir alle 2-3 Jahre mal vor und beschränkt sich in der Regel auch nur auf Sonderaktionen und Sonderangebote.

Der letzten Bestellung lag dann sogar ein gratis Köder bei. Der sogenannten Räuberfänger der Hausmarke Kogha. Ohne jetzt eine Wertung über die Marke Kogha loszulassen frage ich mich aber schon wie man zu Zeiten der massiven Plastikvermüllung der Umwelt, insbesondere der Meere und latenter Rohstoffknappheit einen einzelnen Gummifisch so massiv in einer Plastikhülle verpacken kann? Gerade die Angler sind es doch die ein Interesse haben sollten so wenig Müll wie möglich in der Natur zu hinterlassen. Das fängt doch schon damit an, dass der Plastikanteil der Verpackungen seitens der Hersteller und Distributoren reduziert werden muss. Gerade hier hätte ich von einem der wirklich großen Angelgerätevertriebe etwas mehr Umsicht erwartet. Zur Qualität des Köders und dessen Fängigkeit mache ich jetzt mal absichtlich keine Aussage. Wäre ja noch schöner wenn er dadurch noch PR bekommen würde…

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Baumbewohner

Anlässlich des in Kürze erscheinenden Berichts über das Fischen an bzw. auf Hindernissen wollte ich euch die Fotos des heutigen Tages nicht vorenthalten. Zur Vorgeschichte: Ich stand heute wieder an meinem Hausgewässer auf einem ins Wasser gefallenen Baum. Wer das schon Mal gemacht hat weiß, dass es durchaus tückisch sein kann sich auf einem Baumstamm umgeben von Wasser zu bewegen. Ein falscher Tritt und man kann sich die Dusche am Abend sparen. Hinzu kommt auch noch, dass mögliche am Körper befindliche Elektronik Schaden nehmen kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Handy das ja mittlerweile fast jeder unbedarft und ohne sich über mögliche Gefahren der Handystrahlung Gedanken zu machen, am Körper trägt.

So ein umgestürzter Baum, so er denn schon einige Zeit im Wasser liegt, ist ein regelrechtes Mikrohabitat. Es befinden sich jede Menge Lebewesen darunter.

Vor allem wenn sich im Laufe der Zeit auch noch Schwemmguteppiche um die ins Wasser ragenden Äste bilden. Darunter finden meist Hecht, Döbel, Forelle und Co einen komfortablen und vor allem auch sicheren Einstand.

Als ich also wie die Prinzessin auf der Erbse wieder Mal über einen meiner Lieblingsspots tänzelte, fiel mir auf, dass kaum noch Jungfische zwischen den Ästen zu sehen waren. Sehr ungewöhnlich da sich an einigen Spots weiter vorne und hinten nach wie vor jede Menge Brutfische zwischen den Ästen tummelten. Woran kann das liegen? Ich schob den Gedanken vorübergehend beiseite und montierte einen kleinen Gummifisch, schließlich wollte ich ein paar der kürzlich gesetzten Forellen fangen…oder zumindest einen schönen Barsch. Nach einer gefühlten Ewigkeit ohne Biss begann ich damit, die Köder aus meiner Kiste durchzuprobieren. Verschiedene Formen und Farben fanden ihren Weg ans Ende der Schnur. Nachdem ein Köder etwas achtlos zu weit abgetrieben war und ich ihn  beim Einholen viel zu dicht an den versunkenen Ästen vorbei geführt hatte, registrierte ich einen großen Schatten der dem Köder kurz hinterher schwamm, jedoch wieder abtrete als dieser aus dem Schlagschatten des Unterstands heraus in das lichtdurchflutete Wasser vor dem Baum glitt. Neugierig geworden näherte ich mich der Stelle und tatsächlich.

Zwischen den Ästen, gut getarnt und geschützt stand ein Fisch…und kein Kleiner. Vor oben sehen Fische im Wasser immer kleiner aus als sie in Wirklichkeit sind.

Der Schatten hatte geschätzte 65-70cm.

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Mittlerweile weiß ich, um welchen Fisch es sich hierbei handelte. Wenige Tage später konnte ich ihn dann doch noch überlisten. Ratet mal um welche Fischart es sich hierbei handelte?

Befremdliche Funde/Fänge

Das Klischee, dass Angler neben Fischen oftmals alte Stiefel fangen dürfte wohl so alt sein, wie die Fischerei selbst…naja fast zumindest. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass es fast nichts gibt was ich noch nicht in irgendeiner Art und Weise beim Fischen am Haken hatte. Nachfolgend mal eine Auflistung: Damenbinden, Kondome, Fahrräder, Einkaufswägen, Sextoys, Hundespielzeug, Fledermäuse, Bisamratten, Fußbälle, Tresore usw. Schon erstaunlich was die Menschen heutzutage so alles wegwerfen… bzw. FALSCH entsorgen.

Kurzlich kam dieses rote Ding zur Liste hinzu. Auf den ersten Blick konnte ich das Teil nicht wirklich einordnen. Als dann aber die Mädels am Ufer gegenüber in hysterisches Gackern ausbrachen als ich mit dem Gegenstand herumwedelte, schwante mir schon, dass ich mich grad zum Affen mache und etwas ähh, nennen wir es mal frivoles in der Hand halte. Nachdem ich auf die Schwarmintelligenz der modernen Medien zurück gegriffen hatte, kam ich vorerst zu dem Entschluss, dass es sich hierbei um ein Spielzeug für zwei Frauen handelt welche sich …naja ganz doll lieb haben 😀

DSC04406Am gleichen Abend bekam ich dann Rückmeldung eines Hundeshalters in meinem Bekanntenkreis. Es handelt sich hierbei um ein Hundekauspielzeug. Naja, auch recht, zumindest die ersten paar Stunden nach dem Fang konnte ich meine frivolen Gedanken mal wieder auf lustvolle Reisen schicken.

PS: Das Gerät habe ich natürlich sachgemäß entsorgt – aufrecht stehend im Rosenbeet meines spießigen Nachbarn.

Barbus gone wild – Raubbarben

Barben die auf Spinnköder beißen? Klar, werden da die Leser der diversen Angelmagazine sagen. Sowas steht immerhin regelmäßig im Blinker und anderen Angelzeitschriften. Den wenigsten Anglern aber wird dieses Phänomen jemals leibhaftig zuteil. Bei mir war es kürzlich soweit. Beim langsamen Jiggen des Gummifischs (wollte eigentlich nen Barsch fangen) war es soweit. Eine vehemente Flucht Richtung Flussmitte und eine kreischende Rollenbremse überzeugten mich doch recht zügig, dass da kein Barsch am anderen Ende der Schnur kämpft. Es dauerte am feinen Geschirr doch gut 5 Minuten bis ich die Barbe zu einem kurzen Aufenthalt in meinem gummierten Kescher überreden konnte. Ein wirklich willkommenes Erlebnis das für unterhaltsame Kurzweil und einen kleinen Adrenalinschub gesorgt hat.

Raubbarbe – verloren

Raubbarbe – gelandet

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Marttiini Filetiermesser

Jeder Angler der den eigentlichen Zweck der Fischerei verstanden und akzeptiert hat, braucht es – das Filetiermesser. Da es auch hier gewaltige Unterschiede gibt und es uns der Gesetzgeber in Deutschland zunehmend schwerer machet (WaffG §42) lohnt sich doch mal ein genauerer Blick auf das eine oder andere Modell.

Kurzum, aufgrund der aktuellen rechtlichen Sachlage wollte ich mir schon seit einiger Zeit ein Filetiermesser kaufen welches mit unseren Gesetzen korreliert. Zwar gibt es den Begriff Brauchtumspflege der einem als Angler und Jäger einen gewissen Freiraum lässt, allerdings hängt das auch immer sehr stark vom Ermessensspielraum der Polizisten und Richter ab. Nachdem ich beim Fischen je nach Gewässer und Art der Fischerei, mehrere Rucksäcke habe welche ich eben auch zivil nutze und ich nach jedem Einsatz akribisch genau ausräume, bestand die reelle Chance, dass ich vergessen könnte ein fürs Fischen gedachtes Messer nicht auszuräumen und ggf. in die Innenstadt oder die Arbeit mitzunehmen.

Zugegeben, die Chance von einem Angehörigen der Staatsmacht kontrolliert zu werden, ist eher gering aber dennoch gegeben. Auch wegen der politischen Situation hier in Deutschland. Soweit mir bekannt ist, prüft der Staat bereits diverse Gesetzesvorlagen um eine Verschärfung des Waffenrechts was Messer betrifft, durchzudrücken. Nicht zuletzt wegen der Vorfälle in Chemnitz und der Tatsache, dass in letzter Zeit vermehrt Angriffe bzw. Tötungsdelikte mit Messern häufiger vorgekommen sind. Leider gibt es in diesem Land immer noch Leute die bei Messern gleich an das Wort Waffe denken und weniger an das Wort Werkzeug. Allerdings sind es in der Regel die Menschen die ihr täglich Brot mit Dokumentenpflege und nicht mit körperlicher Arbeit verdienen. Im Büro braucht man in der Tat kein Messer. Eher einen Pflegebalsam für die ach so lädierten Hände die man sich nach jeder Berührung mit einer öffentlichen Türklinke mind. 3 mal desinfizieren muss damit man sich keine lebensgefährliche Infektion mit ganz bösen Pathogenen einfängt….armes Deutschland.

Leider sind es gerade aber diese Menschen die glauben ein Verbot von Messern würde ein krankes Hirn, sprich einen gewaltbereiten Fanatiker, davon abbringen ein Verbrechen unter Zuhilfenahme einer Klinge zu begehen.

Ein Blick in die Glaskugel bringt hier Klarheit. Im Jahre 2020 sitzen wir alle friedlich zu Hause, schmieren uns in der Früh unser Butterbrot mit einer stumpfen Nagelfeile mit individuell eingravierter und auf den Besitzer zugelassener Seriennummer und haben sonst keine Probleme. Alle sind glücklich und zufrieden und freuen sich um die fürsorgliche Bevormundung des Staates und das damit alles besser geworden ist.

In der Realität wird sich leider nichts ändern, abgesehen von den Gesetzen. Jägern und Anglern droht dabei immer stärker kriminalisiert und gegängelt zu werden, Verbrecher und andere gewaltbereite geistige Tiefflieger werden auch künftig mit einer Klinge am Körper durch die Nacht streifen. Aber gut, ändern kann man daran wohl eh nichts da man einfach als Angler oder Jäger zu einer kleinen Minderheit in dem ansonsten so minderheitenfreundlichen Deutschland gehört.

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Zurück zum Filetiermesser. Marttiini sollte ja eigentlich jedem bekannt sein. Die Skandinavische Marke hat einen nicht unbeträchtlichen Anteil an Filetiermessern auf dem Markt, meist sogar zu moderaten Preisen. Kürzlich gab es bei Askari Angelsport einen kleinen Ausverkauf an Marttiini Filetiermessern kombiniert mit einer portofrei Aktion. Nachdem bei mir $42a latent im Hinterkopf herum schwirrt ward die Idee geboren eine kleine aber feine Klinge mit unter 12cm Länge zu erwerben um diese künftig straffrei führen zu können. Selbst wenn ich die Klinge mal im Rucksack vergessen würde, könnte man mir nichts anhaben sollte diese beim wöchentlichen Bummel in der Stadt zufällig von einem Angehörigen der Polizei gefunden werden. Gesagt, getan. Wenige Tage später kam das Messerchen (kann man leider nichts anders sagen…) bei mir an.DSC04364

Der erste Eindruck nach dem Auspacken war ernüchternd. Der Griff ist zu klein, die Steckscheide hält das Messer nicht vernünftig und der Gesamteindruck erinnert eher an ein Spielzeug denn ein Werkzeug. Immerhin sind die Passung und der Endknauf aus Messing was dem Ganzen zumindest einen Eindruck von Hochwertigkeit vermittelt. Als Kerl habe ich trotz meiner 190cm Körpergröße relativ kleine Hände, Größe M. Selbst mit diesen kleinen Händen ist der Griff des Messers noch zu kurz. Meiner Meinung nach handelt es sich eher um ein Messerchen für Jugendliche oder Frauen.

Der Praxistest am Wasser überzeugte jedoch auf ganzer Linie. Das Messer ist sackscharf und macht genau das, was es soll: Fische zerlegen. Besonders das Öffnen der Bauchdecke ist mit dem Messer ein Kinderspiel. Zum richtigen Filetieren würde ich im Zweifelsfall dann doch eher auf ein Messer mit einer Klingenlänge von deutlich über 12cm zurückgreifen…der Gesetzgeber möge es mir nachsehen.