Kalte Wasserwelten – Was machen Fische eigentlich im Winter? – Unterwasserimpressionen

Viele Outdoor Fans mögen den Winter nicht. Um es vorweg zu nehmen –  ich auch nicht. Man ist einfach zu eingeschränkt in seinen Aktivitäten und -überspitzt gesagt – alles was man draußen unternimmt, kann potentiell tödlich bei der Kälte enden. Den einzigen Vorteil dem ich dem Winter abgewinnen kann, sind die sich ergebenden fotographischen Möglichkeiten. Wenn das Phytoplankton in den Gewässern abstirbt, klärt sich die Wassersäule und es ergeben sich viele gute Möglichkeiten schöne Bilder zu machen. Wo noch vor wenigen Monaten eine grünliche Brühe durchs Gewässer zog, haben wir jetzt teilweise Sichtweiten von mehreren Meter. Das heißt im Klartext: Die Fische könnnen sich nicht mehr so gut verstecken und sind deutlich einfacher auszumachen.

Vor allem Barsche suchen in der kalten Jahreszeit gerne bodennahe Unterstände und sich dort in ganzen Schulen von etwa gleichgroßen Exemplaren zu finden. Es gibt aber immer wieder Ausnahmen. Dies sind meist die kapitalen Exemplare.

Dieses Exemplar scheint Hunger zu haben, nicht umsonst hat er sich unter einen Schwarm Rotfedern gemischt. Allerdings scheint die Durchschnittsgröße der Rotfedern doch deutlich zu groß für den Barsch zu sein.

Kleine Barsche sieht man im Winter eher selten. Sie stehen so tief, dass das einfallende Licht für gute Fotos meist nicht mehr ausreicht.

Der König des Sees streift gemächlich durchs Gewässer. Er hat keine Eile, weiß er doch, dass seine Beutefische eher lethargisch sind und sich aufgrund der sinkenden Temperaturen nicht mehr schnell fortbewegen. Auch profitiert er von toten Fischen die er gemächlich vom Grund des Gewässers aufliest.

Im Winter wirken die großen Hechte deutlich dicker als im Sommer. Dies hat einen, im wahrsten Sinne des Wortes, gewichtigen Grund. Die Laichzeit steht bevor. Wie bei den meisten Fischen üblich, richtet sich die Menge des produzierten Laichs nach dem Körpergewicht, sprich:

Je schwerer der Fisch desto mehr Laich wird angesetzt. Die großen Exemplare sind also wichtig für den Arterhalt, handelt es sich hierbei doch ausschließlich um Weibchen.

Wenige Wochen später, so etwa um den März herum, sieht man viele Hecht mit argen Blessuren durchs Gewässer ziehen. Diese stammen vom Laichgeschäft. Hierbei geht es gar nicht zärtlich zu. Bisswunden, aufgscheuerte Flanken und eingerissene Maulwinkel gehören zu den üblichen Verletzungen.

Was hier wie ein Hipsterbart anmutet, ist eine Pilzinfektion. Durch das Laichgeschäft geschwächt und verletzt, bieten solche Verletzungen Bakterien und Pilzen bei steigender Wassertemperatur eine optimale Eintrittspforte in den Fischorganismus. Viele der erwachsenen Tiere überleben die Zeit nach dem Laichgeschäft leider nicht.

Pete

Qualitöter in einem ISO 13485 Betrieb bei ...stellt Biosensoren her
Geboren, Grundschule, Gymnasium, Uni usw. Seit 2009 im Qualitätsmanagement einer Firma für Biosensoren/Schnelltests
Erste Angelschritte im Jahr 1990
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