Abu Garcia Revos STX Spin 3000 – Eine interessante Stationärrolle ABER…

Die Marke Abu Garcia ist ja seit jeher eher für qualitativ hochwertige Multirollen bekannt, wenn nicht schon legendär. Umso mehr war ich erstaunt als vor einigen Jahren einige sogar optisch ansprechende Stationärrollenmodelle auf den Markt kamen (es gab zwar schon länger Stationärrollen von Abu, allerdings waren die allesamt zumindest aus meiner Sicht nicht wirklich ausgereift bzw. optisch ansprechend…). Als ich dann vor einigen Jahren das erste Mal über die Abu Garcia Revo STX Spin stolperte, musste ich schon genauer hinschauen – tatsächlich, die Rolle ist wirklich von Abu Garcia.

Das matte Silber, die Karbon Einlagen und die beeindruckenden Specs hinterließen einen bleibenden Eindruck. Dennoch war mir zur damaligen Zeit der Preis deutlich zu hoch für eine Rolle von Abu 😉 . Die Jahre vergingen und auf einmal war sie da, die Chance auf die ich nicht gewartet oder gehofft hatte, die sich aber dennoch ergab. Die Rolle war runter gesetzt auf knapp 100€… das war um den Jahreswechsel rum, quasi nach dem Weihnachtsgeld… und meine alten Stationärrollen hatten auch schon einige Kilometer abgespult, und und und. Wie das halt immer so ist, Argumente sind schnell bei der Hand wenn man etwas vor seinem Gewissen rechtfertigen möchte wo doch der Verstand latent flüstert: „Nein, das brauchst du nicht, spar dein Geld für was Wichtiges“. Wie meistens hatte auch dieses Mal wieder die Gier gewonnen und ich kaufte mir das 3000er Modell der Rolle.

Wie begeistert war ich nach dem ersten Auspacken…wow, wunderschön, leicht und leichtgängig. Klasse. So hab ich mir das vorgestellt. Auch das Befüllen der Spule mit Schnur war ein Genuss. Tolle Schnurverlegung, sauberes Wickelbild. Was will man mehr. Nach einigen Einsätzen am Wasser war ich nicht mehr ganz so begeistert von der Rolle. Die Bremse und die Schnurwicklung sind wirklich gut aber das Getriebe scheint zumindest bei meinem Exemplar nicht 100% rund zu laufen. Vor allem bei wenn man unter Druck Schnur aufkurbelt gibt es manchmal Aussetzer.

Ein Vergleichbares Problem hatte ich auch bei den Ryobi Rollen und bei einer Shimano Aernos. Die Ursache ist mir zwar nicht bewusst, allerdings weiß ich, dass man eine Rolle bei der dies Auftritt besser nicht zum Wobblerfischen hernehmen sollte wo permanent Druck auf der Schnur lastet. Das trübt auf Dauer dann doch eher das Angelvergnügen.

Zum Gummfischen/Jiggen kann man damit aber noch gehen. Dennoch ärgert es mich schon ziemlich, dass bei einer Rolle in dieser Preisklasse solche Makel auftreten. Da ich nach wie vor noch Garantie auf das gute Stück habe, spiele ich mit dem Gedanken des Einschickens…aber das dauert dann wieder ewig und es ist nicht gesagt, dass man den Fehler beheben geschweige denn lokalisieren kann.

Ich will an dieser Stelle Abu Garcia nicht kategorisch von der Liste der für mich in Frage kommenden Rollenhersteller streichen, allerdings werde ich mir beim nächsten Rollenkauf lieber andere Modelle wie z.B. die von Okuma oder vielleicht sogar mal wieder D.A.M genauer anschauen.

Um es auf den Punkt zu bringen:

  • Top Schnurverlegung
  • Gute Bremse
  • Tolles Design

Aber das Getriebe hat mich jetzt wirklich nicht überzeugt…

Okuma Helios SX 3000 – Angelrolle von Okuma

Die Marke Okuma ist auch in Europa immer stärker im Kommen. Ich durfte bereits vor über 15 Jahren mit einigen Rollen der Firma Okuma meine Fische fangen. Damals habe ich die Rollen noch mühsam aus dem Ausland importiert, aktuell werden die Rollen von Savage Gear/Svendson Sport vertrieben. Die Qualität hat sich seit meinen ersten Erfahrungen mit der Marke deutlich verbessert wenngleich die Rollen auch früher schon ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis hatten.

Nachdem ich 2018 noch eine Rolle zum Forellen bzw. Zanderfischen kaufen wollte, fiel meine erste Wahl auf eine Shimano Stradic Ci4+ 3000. Nach nur einem Tag des Fischens mit der Rolle schickte ich sie (gereinigt und unversehrt) wieder zurück zum Händler. Wie bei Shimano üblich waren Bremse und Schnurverlegung tadellos. Die Laufruhe war ebenfalls ok. Was leider gar nicht ging, war das Verbauen von jeder Menge Plastikteilen an den aus meiner Sicht wichtigen Punkten wie zum Beispiel auf der Hauptachse um die Spule zu bewegen bzw. zu fixieren. Nachdem ich aus Erfahrung sagen kann, das Plastik zwar eine lange Halbwertszeit aber eine deutlich geringere Lebensdauer hat und nach einigen Jahren keine Ersatzteile mehr seitens der Hersteller verfügbar sind, habe ich mich dann doch für eine Rolle von Okuma entschieden.

Nach dem Vergleichen der Preise entschied ich mich, die Rolle aus dem europäischen Ausland zu holen. In Litauen gab es einen Händler der die Rolle deutlich unter 100€ inkl. Porto angeboten hatte. Zwei Wochen später lag die Rolle vor mir. Bestellt habe ich die 30ger (3000) Version. Umso überraschter war ich, als ich die Rolle neben andere Fabrikate der Größe 3000 legte. Die Helios SX fällt deutlich kleiner aus. Man kann durchaus sagen, dass die 30ger SX einer normalen 2000 Rolle von der Größe her gleich kommt. Aber gut, ich wollte ja eine Forellenrolle…bloß zum Zanderfischen werde ich das Ding dann wohl eher nicht hernehmen.

Praxistest:

Zugegeben, wir beide hatten einige Startprobleme miteinander… es fing bereits mit der Schnurwicklung an. Ich musste einige Modifikationen vornehmen bevor ich zufrieden war. Nach dem Befüllen der Rolle mit Schnur ergab sich ein leider nicht zufriedenstellendes Muster aus Berg und Tal bei der Schnurverlegung. Ein paar Experimente mit den Beilagscheiben brachten gute Resultate und letztendlich konnte ich die Rolle soweit tunen, dass auch das Wickelbild optisch ansprechend war. Klar, bei den Shimano Rollen ist die Schnurverlegung allerdings nen Tacken besser. Nach dem ersten Fischen stellte sich leider ein seltsames Quietschen an der Rolle ein. Ich war etwas perplex da ich die Rolle nicht untergetaucht hatte. Normalerweise tritt dieses Geräusch auf wenn man die Rolle wässert und die Kalkrückstände bei Rollen mit geringen Fertigungstoleranzen für Reibung und eine entsprechenden Geräuschkulisse sorgen. Naja zurückschicken nach Litauen kommt nicht in Frage, also komplette Rolle aufschrauben und schauen wo´s zwickt. Gesagt getan. Nach einer regelrechten Schlacht mit Öl und Schmierfett konnte ich dann das Problem restlos beseitigen. Die Rolle läuft seitdem 1A.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle aber die Bremse. Diese funktioniert ruckfrei und tadellos. Besonders bei den letzten großen Forellen mit fast 60cm konnte die Bremse zeigen was sie kann. Ohne das ruckfreie Anlaufen hätte ich vermutlich das letzte richtig dicke Exemplar einer Regenbogenforelle nicht landen können. Auch rasante Fluchten über 30m steckte die Bremse problemlos weg.

Betrachtet man die Rolle im Ganzen und lässt die Anfangsschwierigkeiten bei meinem Exemplar mal beiseite, so liefert Okuma hier ein solides Gerät ab. Es muss also nicht immer Shimano sein.

PS: Die aktuell laufenden Tests mit den Spinnrollen der Firma Abu Garcia sind auch sehr vielversprechend….

Angelköder aus China – Neue Wobbler

Heute Morgen war es mal wieder soweit. Der Postbote steckte, sehr zu meiner Freude, etwas in meinen (Briefkasten)Schlitz. Immer dran denken Leute, der Gedanke macht das Wort schmutzig –  das sollte hier mal deutlich gesagt werden. 🙂

Einerlei, der kleine und schlecht gepolsterte Umschlag ließ mich zuerst vermuten es würde sich um Wirbel oder Snaps handeln aber weit gefehlt. Im Inneren des Pouches waren drei Wobbler fein säuberlich aufgereiht.

 

Es handelt sich drei Exemplare der bereits vor kurzem vorgestellten Wobbler – allerdings diesmal um die Tiefläuferversion. Auch hier ist die Verarbeitung vorbildlich und selbst die Haken sehen so aus, als ob man sie nicht gegen Fabrikate des eigenen Vertrauens austauschen müsste. Ich muss zugeben, mich juckt es gar gewaltig die kleinen Plastikfischchen endlich nass zu machen…. aber da muss ich mich wohl noch etwas gedulden.

Für 2$ pro Stück kann man auch hier nicht meckern. Besser verarbeitet als die meisten Hausmarkenartikel von Askari sind die Teile, soweit ich das beurteilen kann, in jedem Fall. Bleibt nur noch abshcließend zu klären ab das Laufverhalten hält was das aussehen verspricht…

 

Die Japaner und der Walfang

Ohne hier jetzt übermäßig irgendwelche Klischees oder Vorurteile bedienen zu wollen muss ich doch ganz ehrlich sagen, dass mich eine kleine Newsmeldung in der aktuellen Ausgabe des Stinkers, pardon Blinkers, ehrlich entrüstet hat. Dort steht Schwarz auf Weiß geschrieben, dass Japan nach 30 Jahren aus der IWC (internationale Walfangkommission) ausgetreten ist und ab Mitte 2019 wieder Jagd auf Wale machen wird. Auch die Jahre zuvor gab es immer wieder internationalen Protest gegenüber regelmäßig durchgeführten Walfangzügen der Japaner. Damals allerdings noch unter dem Deckmäntelchen der Forschung. Aktuell, so sagt zumindest das kleinwüchsige Volk der augenscheinlich wohl doch irgendwie retardierten Insulaner, gäbe es genug Wale und die Bestände hätten sich soweit erholt, dass eine Jagd mittlerweile wieder als legitim angesehen werden könne. Begründet wird dies zudem noch mit dem Vorwand, dass der Verzehr von Walfleisch zur Kultur dort gehöre.

Leider hat diese Entscheidung einen gewissen Aufbruchcharakter, denn andere Walfangnationen haben sich der Entscheidung Japans angeschlossen.

Bedenkt man wie lange der Fortpflanzungszyklus und wie gering die Reproduktionsrate bei diesen majestätischen Säugetieren (ich meine hier die Wale und nicht die kleinwüchsigen, technikaffinen Reisfetischisten….) ist, wird es nur wenige Jahre dauern bis wir populationstechnisch wieder auf einer ähnlich geringen Individuendichte sind wie in den 80ger und 90ger Jahren. Mir ist unverständlich wieso eine hochtechnisierte Gesellschaft wie Japan die ja auch ach so viel Wert auf Traditionen und Kultur legt, nicht den Weitblick besitzt die Gefahr zu erkennen die von einer kommerziellen Jagd auf Wale für deren Bestand ausgeht. Bedenkt man, dass sich die Populationen aktuell, je nach Walart, in vier bis fünfstelligen Bereich bewegen (Ausnahme Pottwale), erscheint dies nicht wirklich viel um eventuelle Katastrophen (Seuchen etc.) die den Bestand bedrohen könnten, kompensieren zu können. Außerdem kann man diese Tiere nicht einfach nachzüchten um so den Bestand irgendwie zu erhalten. Als ob es nicht schon reichen würde, dass die Menschen die Meere mit Plastik überfluten, die Japaner radioaktiv verseuchtes Kühlwasser ins Meer leiten und die Fisch-/tierbestände allgemein im Abnehmen inbegriffen sind….

The Clone Wars – weitere bekannte Köderkopien aus China

Diesen Ködertyp fischte ich vor einigen Jahren im Original. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher aber ich glaube es handelte sich damals um einen Illex Wobbler. Besonders in flachen Gewässern habe ich mit diesem Wobbler zu seiner Zeit gute Erfahrungen gemacht. Meist aber eher in den Abendstunden oder früh morgens. Irgendwann aber blieb das gute Stück dann in den ewigen Fischgründen hängen – fand quasi ein nasses Grab – eines Angelköders also absolut würdig. Viele kleinere Hechte hatte er mir bis zu diesem Zeitpunkt gebracht.

Im Nachhinein wundere ich mich wieso ich damals nicht gleich einen neuen Köder des gleichen Typs gekauft habe. Einerlei, auf jeden Fall bin ich, bedingt durch Schonzeit und Wetter (ja, wir haben dieses Jahr sogar wirklich mal wieder ein metrologisches Phänomen das man als Winter bezeichnen kann…zumindest so halbwegs…) gezwungen gewesen eine kleine anglerische Pause einzulegen. Da ich sonst nicht sooo viele zeitintensive Hobbys außer der Fischerei habe, verbrachte ich einige Zeit von dem Rechner und recherchierte etwas was es denn in den nächsten Jahren so alles an neuen Ködern geben würde. Interessanterweise bekommt man viele Köder und Rollen in China schon vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland.

Bestes Beispiel hierfür sind die Vollmetallrollen des Typs ACE welche von Balzer und anderen Firmen ca. ½ Jahr nachdem ich das erste Modell getestet hatte, auf dem deutschen Markt Einzug hielten. Auf jeden Fall bin ich während dieser Suche über ein alt bekanntes Modell gestolpert. Ihr werdet es sicher erraten: Richtig, ich habe einen Köder gefunden der meinem alten Flachwasserköder von Illex täuschend ähnlich sieht. Natürlich ist dieser Köder anders gelabelt aber ansonsten ist kaum ein Unterschied zu erkennen. Ich bin wirklich gespannt ob ich mit diesen Ködern an alte Erfolge anknüpfen kann. Es bleibt also spannend. Erste Tests könnt ihr gegen Mitte des Sommers erwarten. Bis dahin heißt es leider noch warten. Aber Vorfreude ist doch eh die schönste Freude 😉

The Clone wars – weitere Köderfälschungen aus China

Dem einen oder anderen Angler mag es wie mir gehen. Angeln ist mehr als nur ein Hobby, angeln ist eine Lebenseinstellung. Das machen sich viele Firmen zu Nutze indem sie immer mehr und immer teurere Köder auf den Markt bringen. Mit steigenden Material und Rohstoffkosten ist das teilweise schon lange nicht mehr begründbar wieso plötzlich ein Wobbler 40€ und mehr kosten soll. Der Materialwert beträgt oftmals nur wenige Dollar. Natürlich muss man auch bedenken, dass Forschung und Entwicklungsarbeit, Angestellte und Lagerplatz bezahlt werden müssen. Ich kann das mittlerweile einigermaßen beurteilen, sehe ich das doch jeden Tag bei meinem Arbeitgeber.

Interessanterweise bin ich neulich mal wieder in den Tiefen des Netzes auf Köderclone gestoßen. Soweit ich das beurteilen kann, handelt es sich um Kopien der Firma Duo, Typ Ryuki. Diese recht hochpreisigen Japan Wobbler kosten im Laden gute 20 Flocken und sind auch nur bei den wenigsten Händlern zu bekommen. In China konnte ich auf einer Seite verblüffend ähnliche Modelle für umgerechnet 2€ finden.

Nach der obligatorischen Wartezeit von 3-5 Wochen lag das gute Stück bei mir im Briefkasten. Leider geht bei uns hier die Saison erst wieder Mitte April los, daher kann ich zur Qualität des Wobblers noch nichts sagen… zumindest was die Fängigkeit und die Laufeigenschaften betrifft. Die Verarbeitung und das Zähigkeit des Plastiks sehen in jedem Fall recht gut aus. Der gesamte Wobbler macht einen wertigen Eindruck, selbst Haken und Sprengringe sind ok. Na dann heißt es jetzt wohl abwarten bis die Gewässer wieder offen sind.

Mora Eldris Messerchen

Angler und Messer? Definitv ja. Es gibt bei wenigen Tätigkeiten die gesetzliche Legitimation eine Klinge mit sich zu führen. Spontan fallen mir folgende ein: Angler, Jäger, Koch, Soldat. Nüchtern betrachtet haben all diese Tätigkeiten oder Berufsbezeichnungen also die Möglichkeit potentielle gewalttäter oder Mörder hervor zu bringen…zumindest nach der Meinung des Gesetzgebers. Betrachtet an das hem aber nüchtern, ist ein Messer auch nichts anderes als ein Werkzeug welches z.B. Lageristen täglich benötigen, ebenso Metzger, Schleifer usw. ein Grund mehr mal den einen oder anderen Blick auf das eine oder andere Stahlfabrikat zu werfen.

Die Firma Mora dürfte dem einen oder anderen Leser bereits bekannt sein. Meist haftet diesen Messern aber so ein bißchen das Flair eines Billigmessers an. Das kommt vermutlich daher, dass viele diese Messer nur aus dem Baumarkt kennen. Dort werden Mora Messer oftmals für n Appel und n Ei an der Kasse für lau, sprich unter 10€ verkauft.

Der Plastikgriff inkl. Plastikscheide tragen in der Regel auch nicht dazu bei, das Image aufzupolieren.

Aber, man höre und staune, es gibt Mora Messer auch in gehobeneren Preisklassen z.B. die Garberg Modelle.

In diesem Fall geht es mir aber um das Modell Eldris. Ja genau, den kleinen Scheißer. Durch ein Zeitschriftenabo bin ich in den Genuss dieses Messer (gratis) gekommen. Der erste Eindruck war: “Oh, süß, ein Spielzeug.” Daraufhin hat das Ding erstmal einige Wochen in der Messervitrine gelegen ohne weiter groß Beachtung zu finden. Als dann die kalte Jahreszeit wieder anfing und das bereits im Vorjahr gesammelte Fichten- und Birkenholz entsprechen trocken war, schlug die Zeit des Eldris. Bisher habe ich meist mit selbstgemachten Messern geschnitzt, allerdings hatten diese oftmals den Nachteil, dass die Klinge zu dick und vor allem zu lang war.

Meiner Erfahrung nach ist es vollkommen ausreichend wenn man bei filigramen Arbeiten ein Messer mit einer 4-6cm langen Klinge benutzt.

Alles andere ist zu unhandlich wie ich finde. Kommt dann auch noch eine Klinge mit Skandi Schliff hinzu, hat man einen kleinen Schneidteufel. Mittlerweile sind doch einige Monate ins Land gezogen und ich schnitze immer noch mit dem Eldris. Der knubbelige, griffige Griff und die kleine aber scharfe Klinge sowie die fest sitzende Scheide machen das Eldris zu einem recht praktischen Messer. Für Outdoortätigkeiten wie Survival Training, Jagd, Bushcraft etc. Würde ich es aber auf Grund seiner geringen Größe nur eingeschränkt empfehlen.

Im Osten (nichts) Neues? Angelköder aus China

Nun, es ist ja kein Geheimnis (falls doch dann ein sehr schlecht gehütetes…), dass die meisten Kunstköder die den internationalen Markt bereichern, aus der Volksrepublik China kommen. Soweit also nichts Weltbewegendes.

Allerdings gehen mittlerweile viele Endverbraucher, sprich Angler, dazu über sich ihr Tackle direkt beim Hersteller bzw. ohne den deutschen Importeuer oder Einzelhandel zu kaufen. Dies ist sicherlich, zumindest für den Einzelhandel, ein gravierender Nachteil da es doch empfindliche finanzielle Verluste nach sich zieht. Nüchtern betrachtet schadet man damit auf lange Sicht dem Einzelhandel und verhilft den Chinesen zu wirtschaftlichen Höhenflügen was eigentlich auch nicht im Interesse des Einzelnen sein sollte. Die globale Wirtschaft funktioniert nun mal nach dem Prinzip der selektiven Ausbeutung (Kapitalismus….) um es mal ganz nüchtern und pauschal zu benennen. Bisher war es immer so, dass irgendwo in Asien kleine Hände die Waren für den europäischen Markt zusammengebaut bzw. hergestellt haben. Alle paar Monate kam dann ein Produktmanager oder Vertreter einer großen Angelgerätemarke vorbei, hat mit dem Finger auf einige der ausgestellte Produkte gezeigt und gesagt: „Das, das und das nehm ich, ich nehm dir 10.000 pcs pro Jahr ab wenn du meinen Firmennamen drauf klebst, ich geb dir dafür XX$“. Wurde man sich einig, wurde die Ware nach Europa geliefert und vom Groß- an den Einzelhandel weiter verkauft, natürlich immer mit ordentlichen Margen, schließlich will jeder was dabei verdienen. Letztendlich landete die Ware dann beim lokalen Tackledealer der ja auch n bissel Reibach damit machen möchte. Allerdings, das soll hier nicht verschwiegen werden, ist dieser lokale Händler auch für die Beratung und Garantieabwicklung zuständig (sofern er diese Pflicht auch wahr nimmt). Bei Ruten und manchmal auch bei Rollen bin ich gerne bereit einen zusätzlichen Obolus an einen deutschen Einzelhändler zu zahlen. Bei Ködern sieht es mittlerweile etwas anders aus. Im Endeffekt ist es eine Gewissensfrage… aber ich hatte noch nie wirklich Probleme mit einer Garantieabwicklung bei Angelködern. Nur einmal wollte ich etwas bei einem meiner lokalen Händler hier reklamieren was ich wenige Wochen zuvor bei Ihm gekauft hatte. Nun, es war ernüchternd. Erst mal jammerte er mir vor, dass er wegen eines Plastikfischchens eigentlich keine Lust geschweige denn Zeit hätte den Deutschlandvertreter des Herstellers zu kontaktieren, das wäre so viel Aufwand und er würde die Portokosten im Falle einer Einschickung nicht erstattet bekommen und ich sollte mir doch einen neuen Wobbler aus dem Regal da hinten nehmen, er gibt mir darauf 10% Nachlass. Ich war, damals noch mit einem extrem schlechten Selbstbewusstsein gestraft, verunsichert (heute hätte ich ihm im wahrsten Sinne des Wortes auf die Theke geschissen…). Da ich ein sehr emotionaler Mensch bin dem solche Vorfälle zu denken geben, habe ich das Thema noch lange Zeit im Kopf durchgespielt. Sagt der Händler die Wahrheit? Hat er mich abgezogen? Habe ich keine Garantie auf Wobbler? Je länger ich darüber nachdachte, desto wütender und enttäuschter wurde ich. Auf der einen Seite bin ich dafür regionale Produkte und Geschäfte zu unterstützen, auf der anderen Seite muss ich auch aufs Geld achten. Wie man es dreht oder wendet, man kann es nicht allen recht machen. Folglich habe ich mich nach diesem Erlebnis für mich und mein Wohlbefinden entschieden. In der Konsequenz machte ich fortan einen Bogen um diesen Laden (das ist mittlerweile 16 Jahre her und ich meide den Laden noch immer zu 100%), es gab ja immerhin noch vier andere in erreichbarer Nähe.

By the way, ab einer gewissen Erfahrungsstufe braucht man in der Regel die „Sachberatung“ durch einen Händler nicht mehr. Klingt arrogant? Jaein – wenn man wie ich die Fischerei nicht nur als Hobby sondern als Lebensweg sieht, befasst man sich gerne mit den einzelnen Sachgebieten. Soll heißen: Sobald die neuesten Produktkataloge für das kommende Jahr verfügbar sind, hole ich mir diese. Immer wenn ich dann bei mir zu Hause in der Porzellanabteilung residiere oder ein Vollbad nehme, lese ich die einzelnen Kataloge durch und verschaffe mir somit einen recht passablen Überblick. Hierbei muss man aber auch ganz klar sagen, dass die literarischen Ergüsse der Hersteller und deren Produktmanager oftmals sehr euphemistisch ausformuliert sind. Am besten ist man beraten, wenn man zusätzlich noch diverse Internetforen zu Rate zieht. Dort werden sich bei neuen Produkten innerhalb kürzester Zeit auch kritische Meinungen wiederfinden.

Jeder der meinen Blog schon eine Weile mit verfolgt wird merken, dass mir das Thema mit den Auslandsbestellungen am Herzen liegt und ich mehr oder weniger immer neue Argumente suche dieses Handeln zu rechtfertigen. Da mache ich mir auch nichts vor. Einerseits will ich, wie oben geschrieben, lokale Geschäfte und Produkte fördern, andererseits möchte ich auch am Ende des Monats nicht immer den Enten im Park das Brot klauen müssen um mich über Wasser halten zu können. Leider habe ich hier noch keinen wirklich geraden Weg gefunden. Ein Kompromiss ist es, zumindest in meinen Augen, wirklich nur das Nötigste aus dem Ausland zu kaufen. Zudem kenne ich mittlerweile den einen oder anderen Händler hier recht gut und bin sogar mit einem freundschaftlich verbunden und zähle mehr oder weniger zur Familie. Da lässt man dann doch gerne mal ein paar Euros über die Theke wandern, begleitet von Anekdoten über vergangene Zeiten, gemeinesame Angelreisen und das früher alles besser war. Wer kennt das nicht, das ewige Gejammere über das Älterwerden und die Vergänglichkeit des Seins.

Aber gut, lange Rede, kurzer Sinn: Vor wenigen Tagen kam ein kleiner Umschlag mit neuen Kunstködern aus China bei mir an. Es handelt sich hierbei um sogenannten Minnows, also Laubenimitate. Die Länge beträgt etwa 12cm, laut Hersteller sind diese Köder langsam sinkend was ich mittlerweile auch zu schätzen weiß, fische ich doch seit Jahren lieber mit sinkenden denn mit schwimmenden Wobblern. Wie immer habe ich die Springringe und Haken gegen Fabrikate meines Vertrauens gewechselt – sicher ist sicher. Einen entsprechenden Feldtest muss ich bei diesen Ködern noch machen, allerdings wird sich das bis in den Mai 2019 hineinziehen. Optik und Verarbeitung sind, soweit man das erkennen kann, gut. Bedenkt man einen Anschaffungspreis von etwa 2$ kann man also wirklich nicht meckern. Betrachtet man die Form genauer, erkennt man eine gewisse „Ähnlichkeit“ zu den Produkten eines gewissen Lauri R. 😉 . Nun, man darf gespannt sein.

 

Kalte Wasserwelten – Was machen Fische eigentlich im Winter? – Unterwasserimpressionen

Viele Outdoor Fans mögen den Winter nicht. Um es vorweg zu nehmen –  ich auch nicht. Man ist einfach zu eingeschränkt in seinen Aktivitäten und -überspitzt gesagt – alles was man draußen unternimmt, kann potentiell tödlich bei der Kälte enden. Den einzigen Vorteil dem ich dem Winter abgewinnen kann, sind die sich ergebenden fotographischen Möglichkeiten. Wenn das Phytoplankton in den Gewässern abstirbt, klärt sich die Wassersäule und es ergeben sich viele gute Möglichkeiten schöne Bilder zu machen. Wo noch vor wenigen Monaten eine grünliche Brühe durchs Gewässer zog, haben wir jetzt teilweise Sichtweiten von mehreren Meter. Das heißt im Klartext: Die Fische könnnen sich nicht mehr so gut verstecken und sind deutlich einfacher auszumachen.

Vor allem Barsche suchen in der kalten Jahreszeit gerne bodennahe Unterstände und sich dort in ganzen Schulen von etwa gleichgroßen Exemplaren zu finden. Es gibt aber immer wieder Ausnahmen. Dies sind meist die kapitalen Exemplare.

Dieses Exemplar scheint Hunger zu haben, nicht umsonst hat er sich unter einen Schwarm Rotfedern gemischt. Allerdings scheint die Durchschnittsgröße der Rotfedern doch deutlich zu groß für den Barsch zu sein.

Kleine Barsche sieht man im Winter eher selten. Sie stehen so tief, dass das einfallende Licht für gute Fotos meist nicht mehr ausreicht.

Der König des Sees streift gemächlich durchs Gewässer. Er hat keine Eile, weiß er doch, dass seine Beutefische eher lethargisch sind und sich aufgrund der sinkenden Temperaturen nicht mehr schnell fortbewegen. Auch profitiert er von toten Fischen die er gemächlich vom Grund des Gewässers aufliest.

Im Winter wirken die großen Hechte deutlich dicker als im Sommer. Dies hat einen, im wahrsten Sinne des Wortes, gewichtigen Grund. Die Laichzeit steht bevor. Wie bei den meisten Fischen üblich, richtet sich die Menge des produzierten Laichs nach dem Körpergewicht, sprich:

Je schwerer der Fisch desto mehr Laich wird angesetzt. Die großen Exemplare sind also wichtig für den Arterhalt, handelt es sich hierbei doch ausschließlich um Weibchen.

Wenige Wochen später, so etwa um den März herum, sieht man viele Hecht mit argen Blessuren durchs Gewässer ziehen. Diese stammen vom Laichgeschäft. Hierbei geht es gar nicht zärtlich zu. Bisswunden, aufgscheuerte Flanken und eingerissene Maulwinkel gehören zu den üblichen Verletzungen.

Was hier wie ein Hipsterbart anmutet, ist eine Pilzinfektion. Durch das Laichgeschäft geschwächt und verletzt, bieten solche Verletzungen Bakterien und Pilzen bei steigender Wassertemperatur eine optimale Eintrittspforte in den Fischorganismus. Viele der erwachsenen Tiere überleben die Zeit nach dem Laichgeschäft leider nicht.

Angeln, Fotos und soziale Medien – Wie ich zum Angeln kam

Angeln und Fotographie – zwei Tätigkeiten die eigentlich nüchtern betrachtet so gar nichts gemein haben. Aber auch nur auf den ersten Blick. An dieser Stelle möchte ich dem geneigten Leser einen kurzen Rückblick geben wie ich von der Fischerei zur Fotographie (+ Videoschnitt) und vereinzelt zu den sozialen Medien gekommen bin.

Im Jahre 1990, also in etwa zu der Zeit als ich eingeschult wurde, kam ich das erste Mal in Kontakt mit der Fischerei. Mein Onkel ist „Agrarökonom“, früher hat man dazu einfach Bauer oder Landwirt gesagt. Vor seinem Gehöft steht ein kleiner Teich. Dieser Teich diente früher als Löschteich im Falle eines Brandes. Und genau an diesem Teich begannen im Jahre 1990 im zarten Alter von sechs Jahren meine ersten anglerischen Schritte. Der Teich war zu dieser Zeit etwa 1200m² groß, also recht übersichtlich. Da von meinen Verwandten keiner angelt und sich auch nie wirklich jemand um den Teich gekümmert hat, war er entsprechend sehr flach und verlandet. Interessant, als man beschloss den Teich auszubaggern. Also wurde das Wasser abgelassen und die darin befindlichen Fische von meinen Verwandten und mir eingesammelt. Obwohl der Teich schon sehr alt ist, waren keine wirklich großen Fische darin. Das lag daran, dass der Bestand verbuttet war. Raubfische gab es nicht im Teich, nur Karpfen und Schleien. Darüber hinaus war die gesamte Wasseroberfläche mit Entengrütze (Wasserlinsen) überzogen. Also alles in allem ein eher unspektakuläres Gewässer. Für mich als laufender Meter verhielt sich die Situation natürlich gänzlich anders. Nachdem ich nur etwa 2-3 Mal im Jahr bei meinen Verwandten auf dem Land war, konnte ich den Teich auch nicht regelmäßig befischen oder dort entsprechende Erfahrungen sammeln. Um ehrlich zu sein, dauerte es Jahre bis ich endlich mal einen Fisch an den Haken bekam. Das hat mir damals aber nichts ausgemacht, ganz im Gegenteil. Je öfter ich ohne Erfolg am Wasser saß, desto mehr packte mich der Ehrgeiz, wusste ich doch, dass es im dem Tümpel Fische gab. Die ersten Versuche startete ich mit ganz ordinärem Mais der auf dem Feld nebenan wuchs. Zunächst immer nur mit Schwimmer, dann mit einer Grundmontage. Erst als ich es einmal mit Wurm versuchte, konnte ich von da an regelmäßig den einen oder anderen Fisch überlisten. So ging das dann mehrere Jahre.

Meine Eltern konnten zwar nichts mit der Fischerei anfangen, behinderten mich jedoch auch nicht bei der Ausübung meiner ersten Angelversuche. Allerdings, dass muss ich hier auch ganz klar sagen: Unterstützt haben sie mich auch nicht.

Zumindest nicht wirklich. Die Jahre gingen ins Land und ich verbrachte neben meinen Pflichtveranstaltungen wie Schule und Sport viel Zeit in den hiesigen Bibliotheken. Nein, ich bin kein Streber aber ich war immer schon ein interessierter und gelehriger Schüler mit einem gewissen Hang zum Perfektionismus und eben mit einer guten Portion Ehrgeiz. Meine Zeit in der Bibliothek verlängerte sich exponentiell als ich feststellte, dass diese auch Bücher über die Angelei hatte. Besonders die Zeitschriften, damals vor allem Fisch & Fang, verschlang ich regelrecht.  Irgendwann fing ich dann auch an mir vom Taschengeld Angelzeugs zu kaufen…als dann die ersten Ruten im Kinderzimmer standen, wurde ich von meinen Eltern doch freundlichst daran erinnert mir Hobbys zu suchen, die ich, wenn ich weiter mein Taschengeld investieren wollte, doch möglichst auch legal ausleben könne.

Mir wurde quasi die Pistole auf die Brust gesetzt ist sollte doch endlich den „großen“ Fischereischein machen damit ich endlich eigenständig die Würmer baden dürfte.

Nunja, die Vorstellung einige Monate lang jeden Sonntag von 8-17 Uhr an einem Vorbereitungskurs teilzunehmen sorgte nicht gerade für Freude…heute bin ich vor allem meiner Mutter dafür dankbar, dass sie mich damals mehr oder weniger dazu gezwungen hat den Schein zu machen. Hätte sie damals gewusst, was in den kommenden Jahren auf Sie zukommt mit meiner Fischerei, ich glaube sie hätte es sich nochmal überlegtJ. So kam es dann auch, dass ich zusammen mit ca. 200 anderen in einem Festsaal in einer kleinen Gaststätte saß und mir mehrere Monate lang so spannende Themen wie Rechtskunde und Co. eintrichtern lies. Da ich aber die Jahre zuvor bereits wissbegierig sämtliche in der Bücherei vorhandene Literatur regelrecht verschlungen hatte, gab es wenige Probleme während des Vorbereitungskurses. Lediglich die Rechtskunde war mir neu. Woher sollte man auch wissen was ein Koppelfischereirecht ist? Das steht in keiner Angelzeitschrift. Einerlei, zu der Zeit lernte ich auch Michael Mauri kennen. Durch ihn bekam ich damals meine erste Fliegenrute in die Hand gedrückt… das waren noch Zeiten. Achja, die Fischereiprüfung wurde erfolgreich abgeschlossen, allerdings wurmt es mich bis heute, dass ich die damals erstmalig erschienene Prüfungsfrage „Was bezeichnet man als Querder“ nicht beantworten konnte. Das war aber auch der einzige Patzer den ich mir in der Prüfung leistete. Heute ist das alles deutlich einfacher. Die Fischereiprüfung kann mittlerweile online gemacht werden und auch ansonsten sind die Ansprüche meiner Meinung nach nicht gewachsen…

Von all den „Freunden“ die ich damals kennenlernen durfte, gibt es nur noch einen der die Angelei ernsthaft betreibt.

Abgesehen von kurzen Phasen in denen seine Brunftkugeln gar mächtig anschwollen und die Rute stramm in Richtung der nächsten paarungswilligen Blondine ausschlug, war Tobi einer der Ersten mit dem man ernsthaft angeln gehen konnte.

Ich erinnere mich noch an so Geschichten wie die Fischerei an einem kleinen Weiher in Andechs (Schetterer Weiher). Wir zwei kleinen Enthusiasten, damals gerade noch so in der Pubertät (er mehr, ich weniger)…, übernachteten mit einer offenen quietschegelben Strandmuschel im Frühjahr auf offenem Feld irgendwo in der Pampa… gefangen haben wir freilich abgesehen von Portionsfischen und Plötzen nichts. Aber egal, Hauptsache Abenteuer. Die Jahre vergingen und ich verschrieb mich fast zur Gänze der Karpfenangelei. Als Schüler hat man halt noch Zeit sich mit nem Zelt für zwei Wochen irgendwo an den AdW fahren zu lassen und dort auszuharren in der Hoffnung den einen oder anderen Fisch zu fangen.

Natürlich gehörte das Studium diverser Printmedien die sich ausschließlich mit der Karpfenfischerei beschäftigten, damals zu meinen bevorzugten nichtanglerischen Tätigkeiten. Und so kam es auch, dass in einer der Zeitschriften, ich glaube es war eine „Carp Connect“ einen Artikel zum Thema Karpfenangeln und Fotographie entdeckte…. Nun, wer nur Stroh, pardon Angelei im Kopf hat, fürchtet den Funken der Erleuchtung. So oder so ähnlich kam ich dann auch zur Fotographie. Im Keller fand ich dann auch noch eine uralte Canon AE-1 von meinem Vater. Die Kamera hatte zwar keinen internen Blitz und auch keinen Autofocus aber egal, als Schüler kann man halt keine allzu großen Ansprüche haben. Folglich fing ich an auf Kleinfilm zu fotographieren. Meine Mutter wunderte sich zu dieser Zeit sicherlich als ich anfing ein Fach im Kühlschrank für meine Filme zu beanspruchen, nahm es aber kommentarlos hin. Wieder vergingen die Jahre, das Abitur wurde erfolgreich bestanden, die Kleinbildfilme wurden Zunehmens durch die digitale Fotographie ersetzt, der Euro kam und auch meine anglerischen Präferenzen wandelten sich immer mehr vom Friedfisch- zum Raubfischangler. Plötzlich hieß es nicht mehr Karpfen sondern fortan Hecht, ab und an Zander und nach dem Eintritt in einen Angelverein auch immer mehr Forelle. Aber was soll man machen, Panta rhei –alles fließt.

Je älter ich wurde, desto wichtiger war es mir ordentliche Fotos zu produzieren.

Zwar nicht zwingend von Fängen, aber doch von Tieren die rund ums Wasser kreuchen und fleuchen. Im Jahre 2006 kaufte ich mir dann eine Canon Eos 30D. Diese Kamera sollte mich die nächsten 10 Jahre begleiten. Neben der Tierfotographie kamen danach noch Portrait- und Aktfotographie dazu.

Je länger man in der Angelszene verkehrt, desto mehr dunkle wie helle Gestalten lernt man kennen. Im Jahre 2002 kam dann irgendwie auch der Kontakt zu ein paar Jungs aus Köln zustande. Es fing ganz harmlos an, man verabredete sich abends zum gemeinsamen Chat via ICQ, tauschte sich aus und und und. Ehe man sich versah wurde dann die Seite angeln-24.de gegründet. Während meine Aufgabe sich vornehmlich auf den Content bezog, kümmert(e) sich Artur hauptsächlich um die Homepage selbst. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Diese Freundschaft hält trotz der Distanz und des wenigen Kontakts recht gut. Zugegeben, im Durchschnitt fahren wir alle fünf Jahre gemeinsam zum Fischen für mindestens eine Woche. Entweder ich besuche ihn in Köln, wir gehen gemeinsam im bayrischen Wald fischen oder, wie zuletzt, in Dänemark.

Irgendwann probierte ich mein Glück dann auch bei einigen Zeitschriften in Form von Leserbriefen und Fotowettbewerben – und siehe da, es wurden einige von mir gemachte Bilder veröffentlich. Sogar Fotowettbewerbe konnte ich gewinnen bzw. einige Preise abstauben. Das war alles in der Zeit zwischen 2007 und 2013. Danach wurde es etwas ruhiger was meine Internetaktivitäten betrifft. Das lag zum Einen daran, dass Artur ein Studium anfing und keine Berichte mehr von mir veröffentlichen konnte und zum Anderen, dass ich in dieser Periode mehr Zeit am Wasser als am Rechner verbracht habe. Fotos habe ich in dieser Phase mehr als genug gemacht, bloß zum Veröffentlichen fehlte mir irgendwie der Elan zumal es zu dieser Zeit losging, dass jeder seine Handyfangbilder hochlud und die Angelei sich immer weiter von dem entfernte, was sie eigentlich mal war und für viele Leute auch noch immer ist. Heutzutage ist dieses Hobby für viele einfach nur noch eine Funsportart was sich leider auch im Verhalten am Wasser und gegenüber dem Tier allzu deutlich zeigt. Möchte man hier Akzente setzen, läuft man Gefahr einen Shitstorm sondergleichen heraufzubeschwören. Da geht es schon bei Diskussionen über das Thema Catch and Release los. Ohne hier eine Position beziehen zu wollen lässt es sich in meinen Augen einfach mal auf folgende Tatsachen herunter brechen:

Wer ans Wasser geht mit dem Vorsatz einem Tier einen Haken durchs Maul zu treiben, es anschließend für ein Foto an Land zu zerren (am besten noch mit trockenen Händen und ohne Abhakmatte) der sollte seine ethische Einstellung vielleicht noch einmal überdenken (abgesehen von der gesetzlichen Grundlage).

Ebenso derjenige der alles und jeden Fisch abknüppelt und mitnimmt für Verwandte und Spezln ohne selber Fisch zu essen. Beide Extrema haben am Wasser nichts zu suchen und sind in ihrem Verhalten die Argumentationsgrundlage für die sich in letzter Zeit häufenden juristischen Übergriffe seitens diverser Pseudotierschutzorganisationen.

Wer sich wirklich für die Fischerei interessiert und sein Hobby ernsthaft leben möchte, der engagiert sich über die vom Verein vorgeschriebenen Arbeitseinsätze hinaus in der Erhaltung der Umwelt.

Gerüchten zu Folge ist auch noch nie jemanden ein Finger abgefallen wenn er den Müll anderer vom Wasser mitnimmt….Die Landesfischereianstalten in jedem Bundesland bieten für interessierte Angler immer wieder Fortbildungsmaßnahmen an. Ich für meinen Teil besitze neben dem normalen Angelschein auch den Elektrofischereischein sowie die Grundlage um als Fischotterberater tätig zu werden. Von diversen anderen Qualifikationen im Bereich Natur und Umwelt reden wir jetzt mal nicht. Ich habe dieses Wissen/Qualifikationen erworben weil sie mich schlichtweg interessieren, nicht weil ich damit vor anderen angeben möchte oder mich hier als ultra-kompetent selbstbeweihräuchern will.

Unser Hobby hat, trotz oder auch dank der sozialen Medien künftig die Chance gesellschaftsfähiger zu werden (bleiben?). Dies geht einerseits durch aussagekräftige Öffentlichkeitsarbeit als auch durch sachlich kompetente Auseinandersetzungen mit unseren Kritikern. Nette Texte und schöne Bildern tun aber auch hier ihr Übriges.