Angeln, Fotos und soziale Medien – Wie ich zum Angeln kam

Angeln und Fotographie – zwei Tätigkeiten die eigentlich nüchtern betrachtet so gar nichts gemein haben. Aber auch nur auf den ersten Blick. An dieser Stelle möchte ich dem geneigten Leser einen kurzen Rückblick geben wie ich von der Fischerei zur Fotographie (+ Videoschnitt) und vereinzelt zu den sozialen Medien gekommen bin.

Im Jahre 1990, also in etwa zu der Zeit als ich eingeschult wurde, kam ich das erste Mal in Kontakt mit der Fischerei. Mein Onkel ist „Agrarökonom“, früher hat man dazu einfach Bauer oder Landwirt gesagt. Vor seinem Gehöft steht ein kleiner Teich. Dieser Teich diente früher als Löschteich im Falle eines Brandes. Und genau an diesem Teich begannen im Jahre 1990 im zarten Alter von sechs Jahren meine ersten anglerischen Schritte. Der Teich war zu dieser Zeit etwa 1200m² groß, also recht übersichtlich. Da von meinen Verwandten keiner angelt und sich auch nie wirklich jemand um den Teich gekümmert hat, war er entsprechend sehr flach und verlandet. Interessant, als man beschloss den Teich auszubaggern. Also wurde das Wasser abgelassen und die darin befindlichen Fische von meinen Verwandten und mir eingesammelt. Obwohl der Teich schon sehr alt ist, waren keine wirklich großen Fische darin. Das lag daran, dass der Bestand verbuttet war. Raubfische gab es nicht im Teich, nur Karpfen und Schleien. Darüber hinaus war die gesamte Wasseroberfläche mit Entengrütze (Wasserlinsen) überzogen. Also alles in allem ein eher unspektakuläres Gewässer. Für mich als laufender Meter verhielt sich die Situation natürlich gänzlich anders. Nachdem ich nur etwa 2-3 Mal im Jahr bei meinen Verwandten auf dem Land war, konnte ich den Teich auch nicht regelmäßig befischen oder dort entsprechende Erfahrungen sammeln. Um ehrlich zu sein, dauerte es Jahre bis ich endlich mal einen Fisch an den Haken bekam. Das hat mir damals aber nichts ausgemacht, ganz im Gegenteil. Je öfter ich ohne Erfolg am Wasser saß, desto mehr packte mich der Ehrgeiz, wusste ich doch, dass es im dem Tümpel Fische gab. Die ersten Versuche startete ich mit ganz ordinärem Mais der auf dem Feld nebenan wuchs. Zunächst immer nur mit Schwimmer, dann mit einer Grundmontage. Erst als ich es einmal mit Wurm versuchte, konnte ich von da an regelmäßig den einen oder anderen Fisch überlisten. So ging das dann mehrere Jahre.

Meine Eltern konnten zwar nichts mit der Fischerei anfangen, behinderten mich jedoch auch nicht bei der Ausübung meiner ersten Angelversuche. Allerdings, dass muss ich hier auch ganz klar sagen: Unterstützt haben sie mich auch nicht.

Zumindest nicht wirklich. Die Jahre gingen ins Land und ich verbrachte neben meinen Pflichtveranstaltungen wie Schule und Sport viel Zeit in den hiesigen Bibliotheken. Nein, ich bin kein Streber aber ich war immer schon ein interessierter und gelehriger Schüler mit einem gewissen Hang zum Perfektionismus und eben mit einer guten Portion Ehrgeiz. Meine Zeit in der Bibliothek verlängerte sich exponentiell als ich feststellte, dass diese auch Bücher über die Angelei hatte. Besonders die Zeitschriften, damals vor allem Fisch & Fang, verschlang ich regelrecht.  Irgendwann fing ich dann auch an mir vom Taschengeld Angelzeugs zu kaufen…als dann die ersten Ruten im Kinderzimmer standen, wurde ich von meinen Eltern doch freundlichst daran erinnert mir Hobbys zu suchen, die ich, wenn ich weiter mein Taschengeld investieren wollte, doch möglichst auch legal ausleben könne.

Mir wurde quasi die Pistole auf die Brust gesetzt ist sollte doch endlich den „großen“ Fischereischein machen damit ich endlich eigenständig die Würmer baden dürfte.

Nunja, die Vorstellung einige Monate lang jeden Sonntag von 8-17 Uhr an einem Vorbereitungskurs teilzunehmen sorgte nicht gerade für Freude…heute bin ich vor allem meiner Mutter dafür dankbar, dass sie mich damals mehr oder weniger dazu gezwungen hat den Schein zu machen. Hätte sie damals gewusst, was in den kommenden Jahren auf Sie zukommt mit meiner Fischerei, ich glaube sie hätte es sich nochmal überlegtJ. So kam es dann auch, dass ich zusammen mit ca. 200 anderen in einem Festsaal in einer kleinen Gaststätte saß und mir mehrere Monate lang so spannende Themen wie Rechtskunde und Co. eintrichtern lies. Da ich aber die Jahre zuvor bereits wissbegierig sämtliche in der Bücherei vorhandene Literatur regelrecht verschlungen hatte, gab es wenige Probleme während des Vorbereitungskurses. Lediglich die Rechtskunde war mir neu. Woher sollte man auch wissen was ein Koppelfischereirecht ist? Das steht in keiner Angelzeitschrift. Einerlei, zu der Zeit lernte ich auch Michael Mauri kennen. Durch ihn bekam ich damals meine erste Fliegenrute in die Hand gedrückt… das waren noch Zeiten. Achja, die Fischereiprüfung wurde erfolgreich abgeschlossen, allerdings wurmt es mich bis heute, dass ich die damals erstmalig erschienene Prüfungsfrage „Was bezeichnet man als Querder“ nicht beantworten konnte. Das war aber auch der einzige Patzer den ich mir in der Prüfung leistete. Heute ist das alles deutlich einfacher. Die Fischereiprüfung kann mittlerweile online gemacht werden und auch ansonsten sind die Ansprüche meiner Meinung nach nicht gewachsen…

Von all den „Freunden“ die ich damals kennenlernen durfte, gibt es nur noch einen der die Angelei ernsthaft betreibt.

Abgesehen von kurzen Phasen in denen seine Brunftkugeln gar mächtig anschwollen und die Rute stramm in Richtung der nächsten paarungswilligen Blondine ausschlug, war Tobi einer der Ersten mit dem man ernsthaft angeln gehen konnte.

Ich erinnere mich noch an so Geschichten wie die Fischerei an einem kleinen Weiher in Andechs (Schetterer Weiher). Wir zwei kleinen Enthusiasten, damals gerade noch so in der Pubertät (er mehr, ich weniger)…, übernachteten mit einer offenen quietschegelben Strandmuschel im Frühjahr auf offenem Feld irgendwo in der Pampa… gefangen haben wir freilich abgesehen von Portionsfischen und Plötzen nichts. Aber egal, Hauptsache Abenteuer. Die Jahre vergingen und ich verschrieb mich fast zur Gänze der Karpfenangelei. Als Schüler hat man halt noch Zeit sich mit nem Zelt für zwei Wochen irgendwo an den AdW fahren zu lassen und dort auszuharren in der Hoffnung den einen oder anderen Fisch zu fangen.

Natürlich gehörte das Studium diverser Printmedien die sich ausschließlich mit der Karpfenfischerei beschäftigten, damals zu meinen bevorzugten nichtanglerischen Tätigkeiten. Und so kam es auch, dass in einer der Zeitschriften, ich glaube es war eine „Carp Connect“ einen Artikel zum Thema Karpfenangeln und Fotographie entdeckte…. Nun, wer nur Stroh, pardon Angelei im Kopf hat, fürchtet den Funken der Erleuchtung. So oder so ähnlich kam ich dann auch zur Fotographie. Im Keller fand ich dann auch noch eine uralte Canon AE-1 von meinem Vater. Die Kamera hatte zwar keinen internen Blitz und auch keinen Autofocus aber egal, als Schüler kann man halt keine allzu großen Ansprüche haben. Folglich fing ich an auf Kleinfilm zu fotographieren. Meine Mutter wunderte sich zu dieser Zeit sicherlich als ich anfing ein Fach im Kühlschrank für meine Filme zu beanspruchen, nahm es aber kommentarlos hin. Wieder vergingen die Jahre, das Abitur wurde erfolgreich bestanden, die Kleinbildfilme wurden Zunehmens durch die digitale Fotographie ersetzt, der Euro kam und auch meine anglerischen Präferenzen wandelten sich immer mehr vom Friedfisch- zum Raubfischangler. Plötzlich hieß es nicht mehr Karpfen sondern fortan Hecht, ab und an Zander und nach dem Eintritt in einen Angelverein auch immer mehr Forelle. Aber was soll man machen, Panta rhei –alles fließt.

Je älter ich wurde, desto wichtiger war es mir ordentliche Fotos zu produzieren.

Zwar nicht zwingend von Fängen, aber doch von Tieren die rund ums Wasser kreuchen und fleuchen. Im Jahre 2006 kaufte ich mir dann eine Canon Eos 30D. Diese Kamera sollte mich die nächsten 10 Jahre begleiten. Neben der Tierfotographie kamen danach noch Portrait- und Aktfotographie dazu.

Je länger man in der Angelszene verkehrt, desto mehr dunkle wie helle Gestalten lernt man kennen. Im Jahre 2002 kam dann irgendwie auch der Kontakt zu ein paar Jungs aus Köln zustande. Es fing ganz harmlos an, man verabredete sich abends zum gemeinsamen Chat via ICQ, tauschte sich aus und und und. Ehe man sich versah wurde dann die Seite angeln-24.de gegründet. Während meine Aufgabe sich vornehmlich auf den Content bezog, kümmert(e) sich Artur hauptsächlich um die Homepage selbst. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Diese Freundschaft hält trotz der Distanz und des wenigen Kontakts recht gut. Zugegeben, im Durchschnitt fahren wir alle fünf Jahre gemeinsam zum Fischen für mindestens eine Woche. Entweder ich besuche ihn in Köln, wir gehen gemeinsam im bayrischen Wald fischen oder, wie zuletzt, in Dänemark.

Irgendwann probierte ich mein Glück dann auch bei einigen Zeitschriften in Form von Leserbriefen und Fotowettbewerben – und siehe da, es wurden einige von mir gemachte Bilder veröffentlich. Sogar Fotowettbewerbe konnte ich gewinnen bzw. einige Preise abstauben. Das war alles in der Zeit zwischen 2007 und 2013. Danach wurde es etwas ruhiger was meine Internetaktivitäten betrifft. Das lag zum Einen daran, dass Artur ein Studium anfing und keine Berichte mehr von mir veröffentlichen konnte und zum Anderen, dass ich in dieser Periode mehr Zeit am Wasser als am Rechner verbracht habe. Fotos habe ich in dieser Phase mehr als genug gemacht, bloß zum Veröffentlichen fehlte mir irgendwie der Elan zumal es zu dieser Zeit losging, dass jeder seine Handyfangbilder hochlud und die Angelei sich immer weiter von dem entfernte, was sie eigentlich mal war und für viele Leute auch noch immer ist. Heutzutage ist dieses Hobby für viele einfach nur noch eine Funsportart was sich leider auch im Verhalten am Wasser und gegenüber dem Tier allzu deutlich zeigt. Möchte man hier Akzente setzen, läuft man Gefahr einen Shitstorm sondergleichen heraufzubeschwören. Da geht es schon bei Diskussionen über das Thema Catch and Release los. Ohne hier eine Position beziehen zu wollen lässt es sich in meinen Augen einfach mal auf folgende Tatsachen herunter brechen:

Wer ans Wasser geht mit dem Vorsatz einem Tier einen Haken durchs Maul zu treiben, es anschließend für ein Foto an Land zu zerren (am besten noch mit trockenen Händen und ohne Abhakmatte) der sollte seine ethische Einstellung vielleicht noch einmal überdenken (abgesehen von der gesetzlichen Grundlage).

Ebenso derjenige der alles und jeden Fisch abknüppelt und mitnimmt für Verwandte und Spezln ohne selber Fisch zu essen. Beide Extrema haben am Wasser nichts zu suchen und sind in ihrem Verhalten die Argumentationsgrundlage für die sich in letzter Zeit häufenden juristischen Übergriffe seitens diverser Pseudotierschutzorganisationen.

Wer sich wirklich für die Fischerei interessiert und sein Hobby ernsthaft leben möchte, der engagiert sich über die vom Verein vorgeschriebenen Arbeitseinsätze hinaus in der Erhaltung der Umwelt.

Gerüchten zu Folge ist auch noch nie jemanden ein Finger abgefallen wenn er den Müll anderer vom Wasser mitnimmt….Die Landesfischereianstalten in jedem Bundesland bieten für interessierte Angler immer wieder Fortbildungsmaßnahmen an. Ich für meinen Teil besitze neben dem normalen Angelschein auch den Elektrofischereischein sowie die Grundlage um als Fischotterberater tätig zu werden. Von diversen anderen Qualifikationen im Bereich Natur und Umwelt reden wir jetzt mal nicht. Ich habe dieses Wissen/Qualifikationen erworben weil sie mich schlichtweg interessieren, nicht weil ich damit vor anderen angeben möchte oder mich hier als ultra-kompetent selbstbeweihräuchern will.

Unser Hobby hat, trotz oder auch dank der sozialen Medien künftig die Chance gesellschaftsfähiger zu werden (bleiben?). Dies geht einerseits durch aussagekräftige Öffentlichkeitsarbeit als auch durch sachlich kompetente Auseinandersetzungen mit unseren Kritikern. Nette Texte und schöne Bildern tun aber auch hier ihr Übriges.

Haken Tuning

Die meisten Angler bevorzugen Öhrhaken. Verständlich, lässt sich ein Öhrhaken doch recht einfach an der Schnur befestigen. Bei einem Plättchenhaken muss man schon ein etwas versierterer Knotenbinder sein. Wehe dem der Bondage Vorkenntnisse hat…

So einfach der Umgang mit Öhrhaken auch erscheinen mag, leider haben sie auch einen Nachteil. Gerade bei Haken mit großem Öhr ist dieses leider nicht komplett geschlossen. Im ungünstigsten Fall kann sich die Schnur lösen indem der Knoten aus dem Öhr rutscht und der Fisch verludert irgendwo mit dem Haken im Mund. Das muss ja nicht sein.

Zweites Problem bei dem Öhr ist, dass die Enden oftmals scharfkantig oder voller Grate sind an denen sich die Schnur durchscheuern kann. Auch das führt im dümmsten Fall zum Fischverlust. Was kann man also dagegen machen?

Zum einen könnte man alle Haken an dieser Stelle händisch mit einer Zange schließen und die Grate abfeilen… aber mal ehrlich, das ist ne zeitaufwendige Arbeit die keinen Spaß macht. Wesentlich einfach geht es, wenn man das Öhr unten mit einem Schrumpfschlauch schließt. Theoretisch kann man den Haken auch noch weiter tunen indem man unter den Schrumpfschlauch etwas Glitter oder ein paar Squirts befestigt…oder Federn. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig.

Ich habe mich für einen roten Schrumpfschlauch entschieden da diese Farbe bei den meisten Raubfischen recht gut ankommt. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, gibt noch einen Tropfen Sekundenkleber auf den Hakenschenkel. Damit hält das Konstrukt auf jeden Fall besser.

Piscifun Stone ST20 Rolle – Angelrolle aus China

Vor einiger Zeit fand die Piscifun Stone ST20 Rolle ihren Weg zu mir. Nach fast einer kompletten Saison ist es nun Zeit für eine kleine Zusammenfassung und Bewertung der Rolle.

Preislich liegt die Rolle, sofern man sie direkt über Asien bezieht etwa bei 50€ mit Porto. Das ist nicht wirklich viel, vor allem wenn man das Ganze retrospektiv betrachtet.

Ich musste in den letzten Jahren gerade bei Rollen aus Asien schon etwas Lehrgeld zahlen.

Vor allem Modelle unter 50-60 $ waren ein regelmäßiger Reinfall. Auf die Stone wurde ich durch Zufall aufmerksam. Eigentlich wollte ich mir ja eine Penn Rolle gönnen, dann stieß ich in einem amerikanischen Forum auf die Stone ST Rolle. Neugierig geworden suchte ich alle nötigen Informationen zusammen, wartete auf den 11.11.2017 Sale und schlug dann zu. Wenige Wochen später war die Rolle dann da. Pünktlich Anfang Dezember, wenige Wochen vor der Regenbogenforellenschonzeit.

Die Rolle machte von Anfang an einen sehr soliden und robusten Eindruck was sich auch im Gewicht wiederspiegelt. Es handelt sich hier definitiv nicht um ein Röllchen für den Ultra Light Tackle Fetischisten.

Nachdem die Rolle ausgepackt und Probegedreht wurde, ging es ans Schnur aufspulen. Auch hier war ich mehr als angenehm überrascht von der Laufruhe, dem weichen Lauf selbst und der Schnurverlegung. Echt erstaunlich. Sowas bekommt man hierzulande kaum unter 100€, wenn überhaupt.

Auch die Bremse machte bei den Trockentests einen mehr als nur vertrauenserweckenden Eindruck. Dieser konnte später in der Praxis bestätigt werden. Selbst springende 4 pfündige Forellen stellten kein Problem dar. Wenn es nötig wurde, gab die Rolle problemlos Schnur frei. Laut Hersteller hat die Rolle 10 versiegelte Kugellager. Damit müsste sie zumindest ansatzweise für die Fischerei auf Meerforelle geeignet sein.

Die genauen Specs entnehmt bitte der Homepage des Herstellers.

Flussbarsche

Der Barsch zählt ja zu den häufigsten Vertretern der heimischen Fischarten. Besonders in Stillgewässern hat sich der kleine Plagegeist oft stark ausgebreitet und kostet die Naturköderangler oft jede Menge Nerven und Geld (Würmer kosten in der Regel auch nicht grad wenig). In meinem Hausgewässer, einer Mischung aus Barben und Forellenregion hat sich der Barsch in den letzten Jahren auch immer stärker verbreitet.

Als Laich- und Brusträuber stehen ihm viele Angelkollegen eher skeptisch gegenüber. Vor allem aber, da es ziemlich lange dauert bis aus einem kleinen Barsch ein entnahmefähiges Exemplar mit 30cm Länge und mehr herangewachsen ist. Umso mehr habe ich mich gefreut als ich kürzlich wieder ein paar bessere Exemplare auf die Schuppen legen konnte.

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Fishing – The clone wars – Plagiate in der Angelindustrie

Welcher große Köderhersteller kennt das nicht. Kaum ist ein wirklich gutes und fängiges Produkt auf dem Markt, schon gibt es die ersten Kopien davon. Seinerzeit waren es Kopien von den Gummifischpionieren der Marke ProfiBlinker, heute sind es Kopien z.B. von Savage Gear. Und genau darum soll es heute gehen: Um Plagiate, Kopien, Nachbauten und Fakes. Um eines gleich mal vorweg zu nehmen. Ich möchte hier niemanden raten, empfehlen oder in welcher Art auch immer dazu raten gefälschte Produkte oder Produktkopien zu erwerben. Die Produktdesigner und die Industrie müssen ja auch von was leben und letztendlich ist der Kauf eines gefälschten Produkts ein finanzieller Schaden. Wenn das gefälschte Produkt dann auch noch minderwertig ist, kommt noch ein potentieller Image Schaden hinzu. In diesem Falle hat der ursprüngliche Hersteller dann den doppelten Schaden. Wie auch immer, als experimentierfreudiger und neugieriger Angler probiere ich natürlich gerne den einen oder anderen Köder aus. Bei dem großen Sale am 11.11. in China konnte ich nicht wirklich an mich halten und habe mir in Fernost zwei recht interessante Gummiköder gekauft, welche frappierende Ähnlichkeit mit bereits auf dem Markt befindlichen Produkten der Firma Savage Gear haben. Dies wurde mir allerdings auch erst klar, als ich die Dinger physisch in Händen hielt. Ansonsten hätte ich mir die Teile nie bestellt – Ehrenwort ;).

Der eine Gummiköder Typ hat eine „leichte“ Ähnlichkeit mit den 3D River Roach Gummis von S.G.. Der zweite Gummi sieht den 3D Bleak Paddle Tail Ködern von S.G. sehr ähnlich… ( um eins vorweg zu nehmen, es gibt auch schon seit einiger Zeit Clone des Cannibal Shads auf dem Markt… diese sind etwas härter in der Gummimischung und etwas anders in der Färbung aber für knapp 50% des Originalpreises durchaus interessant…). Wie sich die beiden, also der Bleak Clone und der River Roach Clone in der Praxis schlagen, bleibt abzuwarten. Ausführlich testen kann ich beide Produkte vermutlich erst ab Mitte 2019 aber ein visueller Check ist jetzt schon drin ebenso wie die ersten Tests am Wasser. Kommen wir zu den Spezifikationen:

Der Paddle Tail Clone

Länge: 12cm

Gewicht: 14,5g

Farben: 9

Preis: ca. 80 Cent

Erster Eindruck: Interessante Gummiköder in Laubenform.

Roach Clone

Länge: 7,8cm 10cm 13cm 15,6cm

Gewicht: 5/10/20/40g

Farben: 6

Preis:pro Stück 1,55 -3,6€ je nach Größe

Erster Eindruck: Wow, die Gummis sind echt extrem realistisch. Aufgrund der Form bietet sich hier die Montage via Screw an da ein normaler Jig wegen des Buckels eher suboptimal ist. Vor allem wenn man mit Stinger fischen möchte, wird man Probleme wegen des konvexen Rückens bekommen.

Stinger, Angstdrilling auf Einzelhaken Basis – Fehlbisse vermeiden

Vor einiger Zeit gab es bereits einen Bericht zum Thema Einzelhaken. Damals hatte ich alle meine Erfahrungen zusammengefasst. Aus meiner Sicht hat sich seither nicht viel geändert. Mittlerweile ist es aber so, dass ich angefangen habe auch mit größeren Gummifischen auf Forelle und Co zu fischen. Leider musste ich feststellen, dass Forellen vornehmlich die hinterste Schwanzpartie attackieren und folglich eher selten bei größeren Ködern am doch relativ weit vorne angebrachten Jig Haken hängen bleiben. Nachdem die Verwendung von Drillingen nach wie vor tabu ist, musste ich mir also überlegen wie ich die Fehlbissrate weiter senken konnte ohne die gesetzlichen Vorschriften an meinem Hausgewässer zu verletzen.

Letztendlich kam mir die Firma Savage Gear ideentechnisch entgegen. Dort gibt es seit einiger Zeit Stinger Einzelhaken. Diese besitzen an der Unterseite des Einzelhakens noch einen angeschweißten bzw. angelöteten Spike mit dem man den Einzelhaken fest am Schwanzende des Gummifisches verankern kann. Das funktioniert soweit recht gut. Kritisch sollte man allerdings die Verbindung zwischen Jig Öhr und dem Öhr des Einzelhakens betrachten. Anfangs haben ich die Verbindung aus einer 0,25mm Mono geknüpft. Allerdings hatte ich dadurch viele Fischverluste da die Schnurstärke offensichtlich zu schwach gewählt war. Verwendet man Stahl oder dickere Mono, leidet die Beweglichkeit des Schwänzchens des Gummifischs zu stark.

Eine optimale Lösung habe ich bis heute nicht gefunden.

Die Versuche mit geflochtener Schnur waren auch nicht zufriedenstellend da diese oftmals durch das bei den meisten Haken nicht 100% geschlossene Öhr gerutscht ist bzw. sich daran aufgerieben hat.

Ein guter Kompromiss ist eine 0,35mm Schnur als Verbinder oder ein 7*7 Geflecht. Bei dem 7*7 Geflecht hat man allerdings einen ziemlichen Arbeitsaufwand mit dem genauen Crimpen der Quetschhülsen.

Die Einzelhaken Stinger kann man übrigens auch sehr einfach selber herstellen. Wer einen Lötkolben zu Hause hat und etwas handwerkliches Geschickt an den Tag legt, kann einfach einen 0,5mm Stahldraht nehmen, diesen in U oder L Form biegen und anschließend an den Hakenschenkel des Einzelhakens löten.

Das funktioniert aber nur wenn beide Metalle unbeschichtet sind.

Alternativ kann man die beiden Metalle auch mit einer einfachen Wicklung miteinander verbinden. Jeder der schonmal eine Rutenringwicklung selber gemacht hat, weiß wovon ich rede. Die Fliegenfischer kennen das Prinzip auch. Abschließend sollte man die Wicklung jedoch fixieren, entweder mit UV Lack (suboptimal…), Sekundenkleber oder Bindelack.

Fisch man auf Raubfische wie Hecht, Zander und Wels empfiehlt es sich als Verbindung ein Stahlvorfach zu nehmen (wie auf den Bildern zu sehen).

Kreuzotter – Tiere rund ums Gewässer

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Wer im Vorbereitungskurs der Fischerprüfung gut aufgepasst hat, weiß dass es am Gewässer neben Amphibien auch seltene und geschützte Reptilien gibt. In der Regel stolpert man hin und wieder mal über eine Ringelnatter welche ihren Unmut über die Störung durch den Menschen durch lautes Fauchen und Zischen zum Ausdruck bringt bevor sie Fersengeld gibt.

Seltener als die Ringelnatter tritt man auf die nicht ganz so harmlose Kreuzotter. Wie alle Vipern verfügt sie über ein auch für den Menschen unter Umständen tödliches Gift. Da Kreuzottern selten sind und meist vor dem Menschen flüchten, gibt es nur wenige „Unfälle“ wenn beide Arten aufeinander treffen. Dennoch sollten vor allem Kinder, Kranke und Senioren tunlichst versuchen nicht von der Schlange gebissen zu werden. Sollte es trotzdem mal dazu kommen, empfiehlt es sich den Weißkittel seines Vertrauens aufzusuchen.

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Fangfrage: Von harten Jungs und Weicheiern – Wobbler vs. Gummifisch

Nur der Köder der auch nass ist, wird fangen. So oder so ähnlich hört man es oft von den älteren Semesetern. Klingt soweit logisch, ist es auch. Ein trockener Köder wird nichts fangen. Nein halt, den Käufer hat er zumindest gefangen. Der ist nämlich dem Verkäufer beim Tackle Dealer seines Vertrauens ins Netz gegangen. Aber lässt man mal die Wortklauberei beiseite, stellt sich doch oftmals die Frage:

Welcher Köder ist wohl heute der Fängiste?

An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich zu Beginn meiner anglerischen Laufbahn fast nur mit Wobblern und ab und an mit Blinkern und Spinnern gefischt habe. Das waren damals Köder die man relativ einfach führen konnte und fast immer Fische brachten. Zumindest am Anfang der Saison. Irgendwann änderte sich dann die Einstellung. Mit zunehmender Erfahrung wanderten immer weniger Wobbler in den Snap am Ende des Vorfachs. Seit fast 10 Jahren fische ich fast ausschließlich mit Gummifischen oder hybriden Swimbaits wie den Castaic Real Baits und den Westin Ködern (Mike the pike, Percy the Perch, Tommy the Trout usw.). So genau kann ich das gar nicht wirklich beschreiben wieso es dazu kam, es war auch jeden Fall ein schleichender Prozess. Was mir immer wieder zu denken gab, waren Erlebnisse am Wasser nach Fehlbissen. Hatte ich einen Fehlbiss auf einen Hardbait (Wobbler), so konnte man es fas vergessen den Fisch erneut an den Haken zu locken. Gänzlich anders verhielt es sich bei Fehlbissen auf Softbaits (Gummis). Hier konnte ich den vermeintlich verprellten Fisch regelmäßig doch noch ans Band kriegen. Die Theorie dahinter ist nicht ganz neu. Ein Fisch der einmal auf einen unnatürlich harten Köder gebissen hat, durchschaut die Täuschung oftmals und wird uns sicher nicht den Gefallen tun, nochmals darauf herein zu fallen….zumindest nicht in den nächsten Minuten. Klar, auch hier gibt es Ausnahmen welche ich selber schon erleben durfte.

Anders verhält es sich hier bei Fehlbissen auf Gummis die ja von der Konsistenz her eher einem echten Fisch ähneln. So entsteht nicht sofort Argwohn beim Fisch und er lässt sich gelegentlich zu einer zweiten Runde überreden.

Ein weiterer Faktor ist die Geräuschkulisse. Leider, das muss man schon fast sagen, gibt es moderne Wobbler fast nur noch ausschließlich mit Rasseln bzw. Geräuschkugeln im Inneren. Das mag am Anfang der Saison durchaus seine Bewandtnis haben, zum Ende hin fängt man damit aber keinen Schwanz mehr, die Großen ohnehin nicht. Die haben nämlich im Laufe der Jahre gelernt, dass Nahrung keinen metallischen Krach macht.

Außerdem ist man bei der Köderführung und der Lauftiefe bei den Softbaits deutlich flexibler als bei den Wobblern. Vom Preislichen her haben aber fast die Wobbler, sofern sie nicht verloren gehen, die bessere Bilanz. Gummiköder haben leider die unangenehme Eigenschaft nach Kontakt mit Raubfischzähnen in ihre Einzelteile zu zerfallen, wobei man das auch wieder relativ sehen muss. Ich habe Gummis in meinen Kisten die haben bereits mehr als 20 Fische gefangen, sehen dementsprechend zerrupft aus aber fangen noch immer. Dafür durfte ich auch schon Gummis nach dem ersten Fehlbiss wegwerfen weil der Schwanz fehlte….

Vom Umweltaspekt her, liegen Wobbler auch deutlich vor den Gummis. Zumindest solche aus Holz. Gummis enthalten Phthalate welche als krebserregend eingestuft wurden. Zudem werden die meisten Gummis mit Jigs gefischt. Diese bestehen aus Pb, sprich Blei, welches ebenfalls als hochgradig gesundheitsschädlich eingestuft ist. Nicht umsonst haben einige Länder, darunter auch unser Nachbarland Dänemark, die Fischerei mit bleihaltigen Ködern untersagt.

Letztendlich bleibt es wohl Geschmackssache was man an die Schnur knotet. Flexibler ist man aber meiner Meinung nach mit den Softbaits.

Größte Forelle 2018 (bis jetzt…)

Wie in den letzten Posts bereits mehrfach erwähnt, beißen im Herbst gerne die dicken Exemplare. Wir schreiben heute den 2.11.2018, ein Brückentag, ein Freitag. Nach langer Zeit konnten ein guter Angelbuddy und ich es endlich mal wieder zustande bringen, gemeinsam ans Wasser zu gehen. Während er hinter den Forellen her ist, habe ich es mehr auf die Hechte und ggf. den einen oder anderen Huchen abgesehen. Nach einer kurzen Fahrt fanden wir sogar direkt am Wasser einen Parkplatz. Das ist selten und mitunter auch ein Grund wieso ich lieber mit dem Fahrrad unterwegs bin. Aber was soll ich sagen, man wird nicht jünger und draußen ist es mittlerweile recht zapfig. Als verwöhntes Stadtkind lässt man sich dann doch auch mal ans Wasser karren. Lange Rede, kurzer Sinn.

Nach ca. 10 Minuten werfen knallt plötzlich irgendwas ziemlich brachial in meine Rute. Die Piscifun Carbon X bekommt mal wieder etwas zu tun. Die ersten Fluchten werden problemlos abgefedert und die Bremse gibt anstandslos Schnur frei. Nach kurzem Hin und Her ist klar: Da ist kein Hecht am anderen Ende. Der Fisch versucht direkt unter den schwimmenden Metallsteg in Deckung zu gelangen. Dies gelingt ihm auch zeitweise. Ich kann im Handteil meiner Rute spüren wie die Schnur über die stählernen Abspannseile unter Wasser reibt (vor meiner geflochtenen Hauptschnur habe ich eine 0,25mm Mono vorgeschalten, der Sichtigkeit wegen, danach folgen nochmal 30cm Hardmono). Dann geht plötzlich gar nichts mehr. Der Fisch hat sich festgesetzt. Ich könnte kotzen. Verdammt. Ich sehe den Fisch schon mit der Savage Gear Line Thru Trout im Maul irgendwo unter dem Metallsteg verludern… kein schöner Gedanke. Folglich senke ich die Rute und nehme damit Druck aus der Schnur. Bange Sekunden später spüre ich wieder das wohlvertraute ziehen am anderen Ende. Der Fisch ist frei. Ich drehe die Bremse weiter zu, gebe richtig Druck auf die Schnur und kann den Fisch ins Freiwasser bugsieren. Zusätzlich schalte ich jetzt auch die kleine Kamera an. Wenig später können wir den Fisch erstmals sehen. Eine Forelle. Ungewöhnlich, dass so ein Fisch auf einen so großen (15cm) Gummi geht. Einerlei, der Kescher den mein Kollege dabei hat, ist nur für Standard Forellen ausgelegt, sprich Exemplare bis 45cm und ca. 1kg Gewicht. Von oben betrachtet wirkt der Fisch nicht ganz klein aber auch nicht spektakulär. Zuerst dachte ich an eine schöne 50ger Regenbogenforelle, als mein Kumpel es dann geschafft hat den Fisch in den Kescher zu bugsieren, werden mir die Dimensionen des Fischs erst richtig klar. Die Forelle ist deutlich über 60cm lang und hat vor allem eine richtig fette Kugel am Bauch und einen kräftigen Nacken. So ein Fisch ist mir 2018 noch nicht untergekommen. Zwar waren einige Exemplare bis Mitte/Ende 50cm mit dabei, allerdings waren diese eher schlank und „sportlich“. Dieser Fisch sieht aus wie auf Anabolika. Der Kescherversuch gestaltete sich etwas hakelig und nicht ganz unkritisch wegen der Dimensionen und des Gewichts des Fisches. Letztendlich geht aber alles gut. Im Drillvideo ist auch zu sehen wie die Line Thru Trout schön ausklinkt und der Fisch sich den Haken somit nicht aus dem Maul hebeln kann. Klasse Sache. Auf den Bildern sieht man übrigens recht deutlich eine Verletzung an der Schwanzflosse. Davon hat man im Drill aber nichts gemerkt…

Nach der üblichen Erkennungsdienstlichen Erfassung des Tiers geht es weiter zum nächsten Spot. Dort kann der Kollege dann auch seine Forelle fangen.

Das Schöne am Herbst ist, dass man fast alleine am Wasser ist. Kaum Spaziergänger, wenige entenfütternde Omis und noch weniger Pseudogerechte Tierschützer die meinen einen blöd von der Seite anschmatzen zu müssen. Darüber hinaus konnte wir heute mal wieder einige Bachstelzen, zwei Dipper (Wasseramseln) und einen Eisvogel sehen/hören. Der Biber war leider nicht unterwegs, allerdings sind seine Fraßspuren omnipräsent.

Danke an dieser Stelle auch den Kollegen der die tollen Fangbilder gemacht hat.

Die Fischotterproblematik

Kaum einer kennt ihn, kaum einer hat ihn je gesehen, zumindest in Natura. Das gilt mehrheitlich für die meisten Angler die sich hierzulande ab und an am Wasser aufhalten. Dabei galt diese Art früher in Deutschland als relativ häufig – sehr zum Leidwesen von Fischzüchtern und Mönchen.

Der Wandel von einer Agrar in eine, nennen wir es mal digitale, oberflächliche und maximal übertriebene Toleranz Bussi Bussi Gesellschaft, kommt auch dem Fischotter zu Gute.

Wurde er früher noch massivst bejagt (da er ja in direkter Nahrungskonkurrenz zum Menschen stand) genießt er heute die Sympathie vieler Menschen (die leider vor lauter Oberflächlichkeit und Toleranz vergessen haben woher die Nahrung auf ihren Tellern eigentlich kommt…die Kühe sind nicht Lila und Fischfilets wachsen nicht auf Bäumen…).

Natürlich bedient der Otter irgendwo das Kindchen Schema mit seinem putzigen Gesicht, den großen Kulleraugen und dem tapsigen Gehabe an Land.

Vermutlich ist diese gesellschaftliche Blindheit gegenüber diesem Wassermarder daran schuld, dass er sich seit einigen Jahren verstärkt von Tschechien her nach Deutschland ausbreiten kann – sehr zum Leidwesen der ansässigen Fischzüchter. In den letzten Jahren mussten viele davon leider diesen Erwerbszweig aufgeben wegen der großen, durch den Fischotter verursachten Schäden. Unglücklicherweise verhält sich der Fischotter nicht sonderlich wirtschaftlich wenn er genug Nahrung zur Verfügung hat. Er wird „picky“ wie die Amis so schön sagen. Heißt im Klartext, er tötet und frisst nur die schmackhaftesten und nahrhaftesten Teile des Fischs (welche meist für den Menschen ohnehin uninteressant sind). Dazu zählen Hirn und Leber. Den Rest, also die für den menschlichen Verzehr interessanten Teile lässt er bei einem Überangebot an Nahrung oftmals liegen. Genau dies führt zu massiven Einbußen in der kommerziellen Teichwirtschaft. Bedenkt man, dass ein ausgewachsenes Tier eine tägliche Menge von etwa einem Kilo Fisch benötigt, kann man sich in etwa vorstellen wir schnell eine kleine Otterfamilie einen Teich mit Forellen und Karpfen leer gefressen hat wenn davon nur die nahrhaftesten Teile verzehrt werden.

Zwar unterliegt der Otter dem Jagdrecht, eine Entnahme ist aktuell aber nicht zulässig.

Allerdings muss man auch sagen, dass der Otter seit jeher zur Fauna dieses Landes gehört hat auch im Sinne der Arterhaltung und dem Entgegenwirken der steten Stagnation der Biodiversität und nach wie vor seinen Platz in Deutschland hat. Allerdings muss auch hier sanft durch den Menschen eingegriffen werden denn der Otter hat aufgrund vieler „Fehler“ in den vergangenen Jahrhunderten keine natürlichen Feinde mehr in Deutschland. Früher galten Wolf, Luchs und Seeadler als Fressfeinde, heute ist es nur noch der Mensch (und der hat diesen Marder unter vollständigen Schutz gestellt…). Finde den Fehler…

Zwar breiten sich Luchs und Wolf zunehmend wieder in Deutschland aus, allerdings wäre es vermessen anzunehmen, dass das Ökosystem hierzulande sich schon soweit regeneriert hat, dass sich zwischen diesen Tieren ein nivelliertes Räuber-Beute Verhältnis ausgebildet hätte. Während der Otter wegen der oftmals leichten Nahrungssuche die Nähe des Menschen sucht, meiden Luchs und Wolf tunlichst jedweden Kontakt zu den Zweibeinern.

Eine problemlose und unbürokratische Kompensation für durch den Otter verursachte Schäden wie es sie in der Viehwirtschaft durch den Wolf verursachte Schäden gibt, ist noch in weiter Ferne und kommt für viele (!!!) Fischzüchter bereits zu spät.

Leider ist der Mensch in der Setzung seiner Prioritäten oftmals auf einem Auge blind.

Fisch zählt, eine artgerechte Haltung und nur mäßiger Einsatz von Medikamenten vorausgesetzt, als eines der gesündesten Lebensmittel. Egal ob im Süß- oder im Salzwasser, überall schwinden die Wildfischbestände und unsere Politik hat nichts Besseres zu tun den möglichen Alternativen dazu, nämlich der traditionellen Teichwirtschaft bzw. der Fischzucht, das Leben schwer zu machen indem man einem der Hauptverursacher der Schäden einen Persilschein gibt anstatt eine gezielte und reglementierte Entnahme der Otter anzustreben.

Die Argumentation der Tierschützer ist recht einfach. Ihrer Meinung nach gibt es keine gesicherten Zahlen über die aufkeimende Population an Ottern in Deutschland. Das mag durchaus richtig sein, allerdings wird auch nichts unternommen um den Schaden von den Teichwirten fernzuhalten. Gäbe es eine einfache Lösung den Otter von kommerziellen Zuchtteichen fernzuhalten, würden das die Fischzüchter auch machen. Leider scheint die einzige nachhaltig effektive Methode der Bau eines Zauns zu sein. Die Sicherung von Gewässern mittels eines Elektrozauns wie man ihn aus der Weidewirtschaft kennt, hat sich leider als nicht sonderlich effektiv erwiesen. Die Otter flitzen teils darunter hindurch. Durch die starke Isolation seines Körpers durch den Pelz ist der Otter auch nicht so anfällig für Strom. Recht gut kann man dies in diesem Video aus der Oberpfalz sehen, welches mir freundlicherweise zugetragen wurde. Es hat hier gar den Anschein als ob er Anlauf nehmen würde um unter dem Stromzaun hindurch zu flitzen.

Die Installation eines festen, ottersicheren Zauns würde je nach Gewässergröße den mehrfachen Jahresverdienst eines Fischzüchters kosten….